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Ich vermute, das hat mehrere Gründe. Meine Theorie sieht so aus:

In diesem Forum schreiben überwiegend Frauen und auch im echten Leben erlebe ich es sehr häufig, dass die Eltern sich das jeweils eigene Geschlecht wünschen. Die Väter eher einen Jungen und die Mütter eher ein Mädchen. Hängt vermutlich damit zusammen, dass man dem eigenen Geschlecht automatisch näher ist. Es ist einfach vertrauter. Es wünschen sich also nicht alle Menschen eher ein Mädchen, aber eben überwiegend die Mütter.

Dann ist es so, dass Mädchen eher als Jungen (also statistisch gesehen im Durchschnitt) stärker über Eigenschaften verfügen, die heutzutage in unserer Gesellschaft als extrem positiv bewertet werden. Mädchen sind durchschnittlich sozial kompetenter (z.B. weniger aggressiv, in Beziehungen zugewandter und kompromissbereiter). Sie sind konzentrationsstärker, regelbewusster und anstrengungsbereiter.
All diese Dinge sind nicht nur gesellschaftlich sehr akzeptiert, sondern tragen auch maßgeblich zu schulischem Erfolg bei. Auch da sprechen die Zahlen für sich. Mädchen erreichen inzwischen statistisch gesehen die höheren Abschlüsse, es brechen weniger Mädchen als Jungen die Schule ab. Auch schulischer Erfolg ist sehr angesehen. Abgesehen davon ist eine stressfreie Schullaufbahn natürlich auch etwas, was Eltern sich für ihre Kinder und auch sich selbst im Kontakt mit ihrem Kind wünschen.
Ich glaube, das alles trägt maßgeblich dazu bei, dass viele Frauen in der Schwangerschaft dann das Bild vom raufenden Rotzbengel vor Augen haben, der nicht stillsitzen kann und freche Antworten gibt. Und dadurch nicht nur im Kontakt anstrengender ist, sondern auch weniger gut durchs Leben kommt.

Man sieht in der Schwangerschaft noch gar nicht so das eigene Kind, sondern ein Stereotyp, zu dem man noch keine Beziehung aufgebaut hat.

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Danke für deinen Beitrag!

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Volle Zustimmung von mir.

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Das es so ist habe ich auch schon erleben müssen und finde es so traurig. Als ich zum ersten mal schwanger war, hab ich auch in mich hineingehorcht, was ich mir wohl eher wünsche, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen und hab mich einfach nur auf mein Kind gefreut. Bis zur Geburt dachte ich es wird ein Mädchen, dann die Überraschung -ein Junge -. Ich musste bei der Nachricht nur lachen und hab im Kopf direkt umgeswitcht 😄😍. Wie ich dann mega glücklich mit meinem kleinen Jungen im Arm im Krankenhausbett liege, kurz nach der Geburt, fragt mich eine Hebamme, ob ich enttäuscht wäre 😳. Ich wusste erst gar nicht wovon sie spricht und war total irritiert als es mir dämmerte. In den Jahren darauf gab es immer mal Aussagen von Leuten die fast schon Mitleid hatten das ich einen Sohn bekommen habe. Unfassbar!
In meiner zweiten Schwangerschaft war es mir wieder vollkommen egal was es wird. Einen zweiten Jungen ebenso gerne wie eine Tochter. Aber ständig kamen Aussagen wie das ein Pärchen doch so toll wäre. Das hat mich auf die Palme gebracht. Selbst als ich das Geschlecht noch nicht wusste hatte ich schon das Gefühl das ein Junge weniger gewollt wäre und wurde nicht müde klarzustellen das ich mich genauso über einen Jungen freuen würde. Ich kann es wirklich nicht verstehen!

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Hallo,

ich bin von deinem Posting ehrlich gesagt etwas irritiert...

Ist es nicht so, dass grundsätzlich männlicher Nachwuchs gewünschter ist? Ich höre wesentlich öfter Sätze wie: "Endlich bekommen wir einen Stammhalter!", oder ganz klassisch: "Wir wünschen uns erst einen Jungen und dann ein Mädchen. Dann kann der große Bruder auf die kleine Schwester aufpassen." usw..

Dass Mädchen "idealisiert" werden, ist mir im Real-life gänzlich fremd, eher andersrum...die Söhne sind die "Goldjungen"!

Und auch global gesehen, ist es doch nachweislich so, dass weibliche Föten öfter abgetrieben werden, weil ein Junge gewünscht ist. (Besonders nach der Ein-Kind-Politik in China sieht man nun das Resultat: Männerüberschuss!)

Wir haben eine Tochter.
Sie spielt am liebsten mit Autos, ihrem Werkzeugkoffer und allem, was irgendwie elektrisch oder mechanisch funktioniert. Außerdem ist sie ein absoluter Rabauke und spiel für ihr Leben gern Fußball. Mit Glitzerkram und rosa Einhörnern kann sie so gar nichts anfangen.
Wenn man also glaubt, ein bestimmtes Geschlecht bevorzugen zu müssen, nur, weil man diesem Geschlecht bestimmte Eigenschaften zuschreibt, kann das ganz schön nach hinten los gehen.😂

Und speziell in deinem Fall:
Solche Sätze wie „Hoffentlich wird es ein Mädchen.“, wurden dir eben gesagt, weil du schon einen Jungen hattest. Für viele Menschen ist es eben das "Ideal", einen Jungen UND ein Mädchen zu haben.
Ich würde da jetzt nicht hineininterpretieren, dass diese Leute Mädchen grundsätzlich toller finden.

Liebe Grüße

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Nein, dass ist längst nicht mehr der Fall. Mädchen sind der neue Stammhalter.

Global betrachtet natürlich nicht, aber hier in deutschen Familien sind oft Mädchen erwünschter. Weil sie als artiger, klüger und sozialer gelten. Weil Mutti eine Tochter will mit der sie Disney Prinzessinnen Filme schauen, Puppen Baden und rosa Muffins backen kann- statt im Garten einem Fußball nachzujagen und Lego Kampfdrohnen zu aufzubauen.

Weil aus irgendeinem Grund jeder davon ausgeht das Mädchen mal Enkelkinder produzieren und bei Jungs ist es ja nicht sicher..

Weil sie süss ausschauen in kleinen Kleidern. Und man ja schon einen schönen Mädchen Namen ausgesucht hat seit man 12 ist..

Ich persönlich habe mir auch eher ein Mädchen gewünscht, ehrlich gesagt. Nun habe ich beides, und finde jedes Geschlecht hat seine Vorzüge. Aber ein bisschen kann ich Mütter schon verstehen die gerne ein Mädchen hätten. Wobei ich persönlich kleine Jungs ja fast noch ein bisschen angenehmer finde im Umgang. Und lieber einen 2. Sohn hätte als eine 2. Tochter..;-)

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Das ist ja interessant.
Vielleicht hat das auch mit der Gegend zu tun, wo man lebt...

Wir wohnen in Baden Württemberg, eher ländlich. Wenn hier ein werdender Vater nach dem Geschlecht des Babys gefragt wird, lautet die Antwort meist (etwas flachsig):

"Des isch ons egal, hauptsach der Bua isch g'sond!"
Hier wird auch durchaus noch vom (männlichen) Stammhalter gesprochen.

Ich finde man darf, beim Thema Geschlecht, auch nicht jeden Kommentar auf die Goldwaage legen... Mein Eindruck ist, dass da viele Kommentare zum maßlos überbewertet werden, obwohl es gar nicht so gemeint war.

Wenn mir jemand das Geschlecht seines Babys verrät, sag ich auch: "Oh schön, ein Junge!", oder "Oh schön, ein Mädchen!" Ich freue mich mit. Das heißt aber nicht, dass ich das andere Geschlecht "blöd" gefunden hätte...😉

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Ich verstehe es auch nicht. Wollen die alle die Einhorn-Glitzer-Welt mit einer Stellvertreterin durchleben? Aber dann will man ja auch ohne veraltete Rollenbilder erziehen. Schwierig.
Ich habe auch beides (Junge 15 Jahre, Mädchen 13 Jahre) und momentan macht mein Sohn so viel weniger Probleme.
Er ist lieb, sehr gut in der Schule, kommt immer noch kurz für Kuscheleinheiten, macht bei Brettspielen mit, und es läuft einfach. Meine Tochter dagegen, voll in der "dagegen" Phase, Selbstverletzung, jetzt Psychotherapie, das volle Programm. Kommt nur zu den Mahlzeiten aus dem Zimmer. Gut, ich war in der Pubertät auch sehr schwierig. Kam dann ins Internat. Wenn ich da gründlich drüber nachgedacht hätte, dass ein Kind so werden könnte wie ich, hätte ich vielleicht keine bekommen #rofl Aber jetzt (so seit Mitte 20, bin jetzt 39) habe ich ein gutes Verhältnis zu meiner Mutter.
Also bin ich da für die Zukunft optimistisch, aber grad ist es hart.
Bei vielen habe ich auch das Gefühl es wird nicht über die Baby-und Kleinkind phase hinaus gedacht.

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Auch wenn es keine(r) wirklich zugibt: die Klamotten scheinen manchmal die einzigsten Probleme zu sein. ( könnte man meinen)

Ich lese hier immer öfter:

-kann mich mit dino und baggerklamotten nicht identifizieren.

- die mädchenabteilung ist so viel toller und vielseitiger

- für Jungs gibt es nix schönes

- wollte doch so gerne die schönen Kleidchen der ersten Tochter wieder benutzen

Usw usw

Diese Sorgen will man doch haben 🌸

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Ich persönlich kann mich auch mit rosa Glitzer Einhornfeen oder Tüllröckchen nicht identifizieren.

Aber jedem das seine. #cool

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Da muss ich aber echt mal in die Bresche springen: die Klamottenabteilungen sind echt bezeichnend. Ich habe einen kleinen Jungen und ich rege mich so auf. 2/3 rosa. 1/3 blau oder mit etwas Glück "neutral". Das nervt tierisch. Warum muss soviel rosa sein? Was spricht gegen ALLE anderen Farben. Grün, gelb, bunt. Nervt mich tierisch und vermittelt genau diesen Eindruck: entweder kleine Prinzessin oder was blaues mit nem Bagger. Blau nervt mich übrigens auch schon.

Davon abgesehen habe ich einen mega verkuschelten kleinen Sonnenschein, der ist so süß, da kommt auch kein Mädchen drüber 😉🤪

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Hallo.

Ich glaube das liegt vor allem daran, dass einige Mütter sich mit dem eigenen Geschlecht besser identifizieren können. Viel können sich das Leben mit einem Mädchen leichter vorstellen, weil sie schließlich selbst Mal ein Mädchen waren. Dazu kommt vielleicht auch noch ein bisschen Idealisierung. Und was ich hier manchmal auch so raus lese ist eine sehr klassische Rollenvorstellung: Mädchen malen, shopoen, tanzen. Jungs wild, Fussball etc.

Ich habe auch zwei Kinder. Erst ein Mädchen und jetzt noch einen kleinen Jungen. Ich fand die Kommentare zur zweiten Schwangerschaft eher in die andere Richtung unpassend: Oh wie toll ein Junge. Jetzt seid ihr als Familie komplett. - ähhhh nein eigentlich wollen wir noch ein drittes Kind. Und hä wären wir mit 2 Mädchen irgendwie weniger komplett. Da habe ich kapiert, dass wertende Kommentare zum Geschlecht eigentlich nie angebracht sind. Und immer irgendwie blöd ankommen. Egal in welche Richtung.

Liebe Grüße

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Ich möchte an dieser Stelle meinen Kollegen zitieren der mir, als ich ihm erzählte das ich einen Jungen erwarte, folgendes mit auf den Weg gegeben hat:
Jungen im Teenageralter zu erziehen ist einfach. Wichtig ist, ihm zwei Dinge beizubringen:
1. Frauen immer anständig behandeln
2. Vorsichtig Auto fahren

Mädchen im Teenageralter hingegen...

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PS: und schaut man ausserhalb von westlichen Kulturen sind oft die Mädchen weniger erwünscht von den Eltern. (Stichwort Sohn ist Versorger und Mädchen kosten viel Mitgift). Ich habe eine Reportage aus China gesehen wo es jetzt in länddlichen Regionen einen regelrechten Brautmangel gibt als Folge der damaligen Ein Kind Politik. Echt schlimm.

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Auf jeden Fall! In meiner arabischen Schwiegerfamilie sind Jungs gewünschter und werden auch offensichtlich bevorzugt. Meine chinesische Freundin hat mich auch um meinen Sohn beneidet.

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Ich kann es auch überhaupt nicht nachvollziehen. Wir haben einen Sohn und ich bin wieder schwanger. Das Geschlecht kenne ich noch nicht, aber das ist auch nicht wichtig.
Ich habe mir in meiner 1. Schwangerschaft eher einen Jungen gewünscht und ihn auch bekommen, hätte mich aber auch über ein Mädchen gefreut. Jetzt bekomme ich zu hören: Hoffentlich wirds ein Mädchen.
Also echt... für mich sind Jungs kein Trostpreis, ich finde sie klasse.
Manche halten Jungs für anstrengender und für echte Raufbolde. Aber das sind Klischees, genauso wie nicht alle Mädchen Engel sind. Ich habe zwei Beispiele im Freundeskreis, da sind beide Geschlechter vertreten und die Mädels sind um einiges anstrengender als die Jungs.
Eine Bekannte meinte neulich, dass man ein Mädchen bekommen muss, weil die sich später um ihre Eltern kümmern würden, Jungs nicht. So ein Unsinn 🙄 auch hier kenne ich genug Männer, die sich um ihre Eltern kümmern.

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haha ich musste grade an diese Werbung denken wo das Neugeborene den Eltern den Vogel zeigt als der Papa zu ihm sagt: meine Altersvorsorge

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Mein Mann hat 2 Schwestern und einen Bruder. Der Bruder ist fast jeden Tag bei meiner Schwiegermama auch mit seiner Familie und kümmert sich wo es nur geht.

Auch mein Mann hat ein sehr enges Verhältnis zu seinen Eltern und wir sind oft dort und sind da wenn Hilfe benötigt wird.

Mein Vater schaut seit je her nach meiner Oma und kümmert sich.

Meine Mutter … dazu sag ich jetzt nichts 😅 sie ist kein gutes Beispiel für mich sagen wir es so.

Also das ist für mich auch überhaupt kein Argument :)

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Mir wurden beim zweiten Mädchen beileidsbekundungen ausgesprochen … geht auch so rum 😀

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Das ist das "lustige" an der Sache. Man braucht ein Mädchen. Aber eben nur eins und einen Jungen. Muss ja ein Pärchen sein. Und WEHE man erdreistet sich, nach einem Pärchen nochmal nachzulesen und das Gleichgewicht durcheinander zu bringen.
Hat man 2 jungs/2mädchen heißt es aber man braucht nochmal ein 3. Mit dem jeweils anderen Geschlecht.
Als wäre es das non plus ultra dass man beide Geschlechter braucht.

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Stimmt 🤣🤣 mein Schwager hat Junge/Mädchen/Mädchen/Mädchen.

Jeder hat „ gehofft“ , dass das 4. wieder ein Junge wird damit es „passt“

Es geht oft wirklich nur darum beides zu haben. 2 Jungs sind nix und 2 Mädchen auch nicht ( sage natürlich nicht ich sondern meine Umgebung )

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Da muss ich dir vollkommen recht geben.
Leider habe auch ich so gedacht.

Als ich schwanger wurde habe ich mir unbedingt als erstes Kind einen Jungen gewüscht. Als ich dann erfahren habe, dass es ein Mädchen wird, war ich regelrecht enttäuscht. Als ich dann zur Feindiagnostik wegen einigen Auffälligkeiten musste und mir gesagt wurde, mein Baby hätte einen Herzfehler und eine Hasenscharte, evtl Behinderung, wurde mir auf einmal bewusst wie blöd ich war. Ich dachte mir, ich werde nun "bestraft" ( von wem auch immer ) dass ich enttäuscht war, ein Mädchen zu bekommen. Es hat mir die Augen geöffnet, wie gross meine Dummheit war, das Geschlecht über die Gesundheit zu stellen.

Als meine Prinzessin dann kerngesund auf die Welt kam, habe ich mir geschworen, mich im Kopf nie wieder auf ein Geschlecht festzulegen. Ich bin froh, wenn mein Kind gesund ist, egal ob Mädchen oder Junge.

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Wieso vollkommen recht geben?
Du wolltest doch einen Jungen und kein Mädchen.