3,5 jährigen mit zur Beerdigung nehmen

Gersten ist überrascht der Mann von meiner Mutter verstorben, nach kurzer Krankheit.

Für meinen Großen war es der Opa. Ich habe es ihm auch gestern bereits gesagt. Weis jedoch nicht ob er es auch schon wirklich verstanden hat.

Ich habe mit meinem Freund gestern gesprochen wegen der Beerdigung und wo wir die Jungs dann lassen.

Er möchte das wir unseren Großen mitnehmen. Ich bin eher dagegen und würde an einem anderen Tag mit ihm zur Grabstätte gehen.

Mitnehmen?

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Mein Beileid!

Ja, ich würde sie auf jeden Fall mitnehmen.
Die Aussage, dass Beerdigungen nichts für Kinder sind, finde ich Schwachsinn.

Der Tod gehört zum Leben dazu, das ist ganz normal. Ich verstehe nicht, warum er in den letzten Jahren so tabuisiert wird.
Auch Kinder brauchen es, Abschied zu nehmen. Deine Söhne haben ihren Opa verloren, das betrifft sie auch.
Als meine Schwägerin gestorben ist, was die damals 3-jährige Schwester auch dabei und das war eine Beerdigung, bei der wirklich viel geweint wurde (meine Schwägerin starb überraschend bei einem Badeunfall).

Mein Vater ist Pfarrer und ermutigt die Angehörigen immer, alle Kinder mit zur Beerdigung zu nehmen (egal wie alt). Der hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Die Rituale tun den Kindern gut uns es fällt ihnen dadurch auch leichter, sich zu verabschieden und die Trauer zu verarbeiten.

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Dem schließe ich mich an!

Es ist aber wichtig, dass eine Vertrauensperson das Kind begleiten kann, die emotional nicht zu stark involviert ist, falls die Eltern zu stark von der eigenen Trauer überwältigt sind. Es gibt zum Thema Trauer auch tolle Kinderbücher, die helfen können zu verstehen, was passiert ist.

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Beerdigungen sind nichts für so kleine Kinder. Da werden eine Menge Erwachsene anwesend sein, die vermutlich weinen usw. Ich finde das für so kleine Kinder eher verstörend.
An eurer Stelle würde ich allein gehen und das Grab mit eurem Sohn einige Tage später in Ruhe besuchen.

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Mein Beileid

Ich habe jetzt nicht abgestimmt.
Habt ihr eine Möglichkeit ihn bei jemanden zu lassen ohne große Umstände? Dann nicht mitnehmen. Macht es große Umstände oder muss jemand ggf zu Hause bleiben, dann mitnehmen. Die Kinder sehen es aus einer ganz anderen Sichtweise, als wir Erwachsene.

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Ich würde ein 3,5-jähriges Kind nicht mit auf die Beerdigung nehmen.

Ich weiß nicht, ob er es schon verstehen würde. Meine Cousine war fast 4 als unser Großvater verstorben ist. Sie hat einen richtigen Nervenzusammenbruch bekommen und wollte den Opa wieder ausgraben, weil er da unten ja keine Luft bekäme.

Das viel wichtigere Argument wären aber die anderen Gäste der Trauerfeier. Ich würde nicht wollen, dass mein Kind seine Oma und andere Familienmitglieder so schlimm trauern sieht. Ich persönlich würde auch gerne "frei" trauern wollen ohne ständig auf mein Kind achten zu müssen.
Ich meine, Traurigkeit und auch der Tod gehören zwar irgendwie zum Leben dazu, aber das wäre mir zu viel für so ein junges Kind.

Mein Beileid für euren Verlust.

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Vor allem wenn das Kind die Oma dann dauernd zum Spielen auffordert. Das ist dann auch anstrengend für alle.

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Das ist ja ganz unterschiedlich, letztlich müsst ihr für euch entscheiden.

Ich persönlich finde, das gehört zum Leben dazu. Ein Enkel hat das Recht, dabei zu sein. Sonst bekommt das ganze Thema noch mehr negativität.

Ich war als Kind auf Beerdigungen dabei, meine Eltern haben uns trotz eigener Trauer toll begleitet und wir empfanden es als gar nicht schlimm. Und irgendwie war es auch ganz schön, dass da „unbefangene“ Kinder waren, meine Opas hätten sich sicher lieber sowas gewünscht, als dass wir ausgeschlossen wurden. Zumindest haben sie das zu Lebzeiten schon erzählt 😅

Wenn es für euch nur zusätzlicher Stress ist, dann lasst die Kinder natürlich lieber zu Hause Bzw nehmt sie nicht mit 🤷‍♀️

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Meine kleinen werde ich definitiv nicht mitnehmen, er ist 17 Monate alt.

Beim Großen weis ich halt nicht ob er der Zeremonie dann auch folgt oder eher stört, kann keine Sekunde still sitzen.

Die Beerdigung ist ein Raum für alle zum trauern und Abschied nehmen. Ich werde glaub dann später mit ihm zur Grabstätte gehen und mir da die Zeit nehmen um für ihn da zu sein. Das werde ich bei der Beerdigung sicher nicht sein können, da ich meine Mutter da stützen möchte und auch muss.

Ich weis das ich als Kind auch auf der Beerdigung von meinem Opa war, aber da hatte ich meine Mutter als Stütze, da mein Vater bei seiner Mutter war. Ich war da aber älter als mein Sohn jetzt. Auf der Beerdigung vor 2 Monaten von der Uroma war sie auch nicht mit, da war keins der Urenkel anwesend.

Vielleicht nehme ich ihm zum Essen nach der Beisetzung mit, da ist die Stimmung anders.

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Hier kommt es manchmal vor das Kinder mit auf Beerdigung sind.

Manchmal geht es leider nicht anders.

Allerdings nicht die komplette Zeit.

Es wird nicht nochmal an den Sarg rangetretten mit Kind. Angehörige mit Kinder setzten sich automatisch ganz nach hinten an den Rand,so das man schnell raus gehen kann,wenn ein Kind unruhig wird.

Wird Urne oder Sarg in die Erde gelassen,gehen Angehörige mit Kinder spazieren und kommen dann später wieder dazu. Wenn die Blumen auf dem Grab stehen,besuchen sie es mit den Kindern.

......

Meine damals 8 jährige habe ich nicht mitgenommen. Wir haben voran einen Stein schön bemalt und einen Blumenkranz geflochten. Am nächsten Tag,bin ich mir ihr zim Grab gegangen und sie konnte auf ihre Weiße Abschied nehmen. Der bemalte Stein liegt jetzt 2 Jahre später,immer noch auf dem Grab.

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Warum darf ein Kind nicht nochmal an den Sarg? Warum soll ein Kind nicht dabei sein wenn der Sarg in die Erde kommt?

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Unser Sohn war mit zwei Jahren die ganze Zeit dabei. Er stand in der ersten Reihe und hat dem Sarg hinterhergewunken. Den Sarg seiner Schwester hat er mit uns zusammen bemalt.
Seine Schwester und sein Opa haben von ihm nach dem Tod sogar noch Abschiedsküsse bekommen.

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Ich habe meine Kinder immer mitgenommen und das war immer gut so.

Sicherlich waren sie traurig, haben manchmal herzerreißend geweint, aber dann konnten sie auch wieder schnell umschalten und fröhlich herumspringen. Kinder trauern anders als Erwachsene. Nie hatte ich das Gefühl, als wären sie mit der Situation völlig überfordert. Un dich glaube, die beerdigung mit der ganzen Familie war ein guter Abschluss für sie.

Von den Erwachsenen bekam ich immer ein positives Feedback. Fröhliche Kinder sind auch immer ein Zeichen, dass das Leben weiter geht.
Und letztendlich waren sie auch immer ein bisschen Ablenkung.

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Mein Vater ist anderthalb Wochen vor dem 4. Geburtstag unserer Zwillinge gestorben. Ich hatte dann mit den beiden die Urne für ihren Opa gemalt und sie sind mit zur Beerdigung gegangen. Meine Nichte in gleichem Alter war auch dabei. Es waren vielleicht 20-25 Leute da und die beiden haben es gut verstanden und gut weggesteckt. Als die Mutter von meiner Freundin letztes Jahr gestorben ist, waren auch alle Enkel mit dabei. Da waren die beiden jüngsten auch 1,5 und knapp 4 Jahre alt.

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Ich würde meine 3,5 Jährige Tochter mitnehmen. Für sie ist der Tod nichts „Neues“. Ich war mit ihr auch schon auf dem Friedhof und wir haben uns das Grab meiner Oma angesehen. Sie interessiert sich sehr für sowas und stellt mir auch oft Fragen zum Tod. Ich finde es sehr wichtig, dass sie sich mit so etwas schon auseinandergesetzt hat, bevor ein Tod in der Familie eintritt. Ich würde sie fragen, ob sie zur Beerdigung mitkommen möchte, ihr natürlich erklären, wie so etwas abläuft und das viele Menschen traurig sein werden. Das kann man ja gut mit einem Kinderbuch untermalen.

Letztendlich müsst ihr entscheiden, wie gut euer Kind auf so etwas vorbereitet ist und wie sein Charakter ist. Ein sehr sensibles Kind würde ich wahrscheinlich nicht mitnehmen. Meine Tochter ist wie gesagt sehr aufgeschlossen und neugierig dem Tod gegenüber und ihr würde es gut tun, dieses Abschiedsritual zu erfahren.

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Vielleicht noch ergänzend: Der Tod darf kein Tabuthema sein! Er gehört zum Leben dazu und ist unausweichlich. Dementsprechend sollte er auch behandelt werden. Du kannst deinem Kind gerne tröstende Gedanken mitgeben, beispielsweise das es den Opa immer im Herzen bei sich hat oder auch, dass er im Himmel über einen wacht (Vielleicht auch andere Gedanken, die zu eurer Religion oder Vorstellung passen).
Meine Tochter mag das Gleichnis mit dem Himmel sehr gerne (richtig im Herzen tragen, passt nicht, da sie meine Oma nicht kennengelernt hat). Sie fragt mich aber zum Beispiel oft, auf welcher Wolke meine Oma heute sitzt 😊 das finde ich einen süßen Gedanken. Manchmal beantwortet sie die Frage auch selbst, zum Beispiel mit „Vielleicht heute auf der 30.“ 😁 manchmal sagt sie auch „Mama! Ich habe gerade deine Oma im Himmel gesehen! Da sitzt sie!“
Kinder gehen an den Tod ganz anders heran als Erwachsene. Sie haben auch noch nicht das Verständnis dafür, dass der Tod für immer andauert. In ihrer Auffassung kann eine tote Person auch wieder zurückkommen. Deswegen sagen Kinder im Spiel oft „Du hast mich getroffen. Ich bin jetzt tot.“ Wichtig ist eben, die Kinder auf den Tod vorzubereiten, bevor im Umfeld einer eintritt. Das Verständnis vom Tod wie es ein Erwachsener hat, kommt erst mit der Zeit etwa im Jugendalter.

Naja ich schweife vielleicht ab, aber ich habe meine Staatsexamensarbeit zum Thema „Kinder und Tod“ geschrieben 😬

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Es ist nicht der erste Tod im Umfeld vor 2 Monaten ist die Oma von meinem Freund verstorben. Da hatten wir sie nicht mit, sind die 250km da lieber ohne die beiden gefahren und hatten sie bei Oma und Opa gelassen. Da wussten wir auch schon das Opa krank ist und es mir wichtig war das sie noch Zeit mit ihm verbringen.

Vorbereiten auf den Tod vom Opa konnten ich ihn aber nicht da es jetzt doch sehr schnell ging. Montag in die Palliativstation, Dienstag eine Nothochzeit und Mittwoch früh verstorben.

Ich dachte wir hätten noch paar Wochen.

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