Schlechte Mutter, bitte verurteilt mich nicht

Hallo ihr Lieben,

ich eröffne diesen Thread, weil ich es irgendwie nicht schaffe die Mutter zu sein, die ich gerne wäre.
Mein Sohn ist 8 Monate alt und unsere Bindung ist denke ich nicht gut. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll... Mein Sohn ist definitiv ein Wunschkind,dennoch keimt in mir immer öfter der Gedanke auf die schlechteste Mutter überhaupt zu sein. Es ging eigentlich schon bei der Geburt los die nicht so verlief wie ich es gerne gehabt hätt. Aber gut, das geht wohl vielen Müttern so. Monatelang hat es gedauert bis ich wirklich richtige Liebe zu meinem Kind empfinden konnte (das tue ich nun definitiv). Trotzdem bin ich auch froh wenn mein Sohn dann 1x pro Woche bei seiner Oma ist (omatag) und vermisse ihn dann auch nicht bzw freue mich diesen Tag für mich zu haben) ich kenne das Gefühl nicht, wie andere Mamas, dass ich es gar nicht übers Herz bringe das Kind mal abzugeben. Bitte versteht mich nicht falsch - ich liebe mein Kind wirklich, aber ich liebe auch meine Freizeit (auch wenn das mein Putztag ist)
Ich schäme mich so dafür und so eine Mutter wollte ich nie sein. Ich empfinde es auch oft als langweilig mit meinem Kind stundenlang am Boden zu spielen, ich versuche daher immer bis Mittag das Haus zu verlassen und mit meinem Sohn spazieren zu gehen etc. Am VM läuft dann nebenher immer der TV, weil ich es sonst nicht aushalte - ich muss immer etwas hören (irgendwie fällt mir die Decke auf den Kopf).
Es belastet mich auch, dass mein Sohn sich immer von mir weg drückt wenn ich ihn trösten möchte. Das verstärkt noch mehr mein Gefühl fehl am Platz zu sein. Kennt jemand ähnliches? Ich möchte das unbedingt ändern da ich mich nicht gut damit fühle. Bitte keine Verurteilungen.

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Du bist keine schlechte Mutter! Bitte lass dich nicht verunsichern, nur weil andere ihr Kind nicht abgeben können. Du liebst dein Kind! Das bedeutet nicht, dass du drei Stunden auf dem Boden mit ihm spielen musst, um ihm das zu zeigen.
Dass dein Sohn mit 9 Monaten nicht mit dir kuscheln möchte und sich weg drückt, darfst du auch nicht persönlich nehmen. Mein Großer war genau so, er fing erst mit ungefähr 2 Jahren an zu kuscheln.

Übrigens, wenn du eine schlechte Mutter bist, bin ich auch eine 🤭
Ich liebe meine Kinder. Aber ich liebe es auch, Zeit für mich zu haben. Meine Kinder sind oft bei den Omas. Manchmal 2-3 x die Woche, manchmal gar nicht. Wir haben keine festen Tage dafür. Aber eines kann ich dir sagen: die Fahrt im leeren Auto, die Kinder sicher und behütet abgegeben, ist für mich das Größte 😅 auch wenn einkaufen und putzen keine metime ist, genieße ich es ohne Kinder zu tun.
Und Nein, ich vermisse sie in dieser Zeit nicht. Ich hol sie ja bald wieder ab 😏

Achja, und zum Thema "das Baby direkt nach der Geburt lieben". Da habe ich bei Kind 1 auch 2-3 Monate gebraucht, bis die Liebe da war. Geburt war schwer, der Anfang auch. Bei Kind 2 war dafür die Liebe sofort da, direkt nach der Geburt. Aber da wusste ich ja auch, was so alles auf mich zukommt 🤭

Du siehst, du bist nicht allein!
Wir sind Mütter, keine Übermenschen. Nimm dir die Zeit für dich, die du brauchst, um dann wieder für dein Kind da zu sein (damit meine ich nicht, stundenlang auf dem Boden spielen 😇)

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Das unterschreibe ich für mich und meinen Großen 1:1 so. 🤗

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Bei meinen Kindern kam es auch erst später... Diese unbändige Liebe.
Manche Gefühle entwickeln sich erst. Es ist ein neuer Mensch, den man da kennenlernt.

Ich gestehe, ich fand das erste Jahr bei beiden Kindern furchtbar. Ich bin einfach keine Babymama. Jetzt sind meine Kinder fast 3 und demnächst 5 und es wird immer besser. Man kann mit ihnen wandern, Radfahren, bauen. Das liegt mir auch mehr, als ein Baby zu betüddeln.
Das wegdrücken haben alle Kinder mal mehr mal weniger. Dann gibt es wieder Zeiten, wo einem das Gekuschle schon fast zu viel wird.

Und ganz ehrlich, was hätte ich dafür gegeben, wenn eine Oma mir regelmäßig das Kind abnimmt... Ich hatte auch überhaupt kein Problem, die Kinder in "fremde" Hände zu geben und war glücklich, wenn ich mal eine Stunde nur für mich hatte.

Vermutlich bist du auch keine Babymama, deine/eure Zeit kommt noch. Kopf hoch, genieße es, dass du offenbar eine tolle Oma für dein Kind hast und man muss nicht an den Kindern kleben um sie zu lieben.

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Ach, Du Arme. Bitte vergiss das ganz schnell. Es ist bei ganz vielen so, dass sie das Bilderbuchklischee vom Mutter sein nicht erfüllen. Alles was du sagst, ist total normal und bedenke, dass Du auch nur ein Mensch bist. Seine eigenen Bedürfnisse für ein Kind immer zurück zu stecken, macht unglücklich. Sei froh,dass Dein Kind gut betreut wird und genieße Deine freie Zeit. Und ja, Babys sind nicht jedermanns Sache. Ich genieße nun die Zeit mit meinen großen Kinder und es ist richtig gut. Als Babys fand ich sie alle drei anstrengend.

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Jetzt hatte ich aber doch etwas anderes erwartet bei der Überschrift..#kratz Du bist genervt von der Elternzeit, eine schlechte Mutter ist etwas ganz anderes.

Deine Schuldgefühle sind völlig deplatziert. Das du nicht so begeistert bist den ganzen Tag neben einem Baby zu hocken und dem beim spielen zuzuschauen finde ich ziemlich normal.

Fast jede Babymutter die den Luxus hat mal zwischendurch Babyfreie Zeit zu haben würde sich darüber freuen. Ich bin ganz bestimmt keine schlechte Mutter weil ich froh war das ich mein Baby mal ab und zu zur Oma bringen zu dürfen. Ganz im Gegenteil, meine Kinder lieben die Oma immer noch sehr und profitieren zur Bindung die dadurch entstanden ist. Ein Mensch mehr der sie liebt, unbezahlbar.

Das mit dem TV hat bisher bestimmt noch nicht groß geschadet, aber wenn möglich würde ich das nun lassen. Mach doch Radio an oder hör Podcast über Kopfhörer. Oder schau halt ins Tablet parallel. Dir macht das doch bestimmt auch keine gute Laune da immer irgendwelche müllartigen TV Sendungen vormittags zu schauen, oder?

An deiner Stelle würde ich am freien Tag lieber was anderes machen als putzen. Das mit der Hausarbeit würde ich erledigen während das Kind spielt, besser als TV schauen. Ein Kind in dem Alter entdeckt die Welt und spielt meist am Boden irgendwas während Mutti drum herum wuselt. Du kannst am freien Tag dann schell ein zwei Stunden etwas aufholen was du nicht geschafft hast.

Schau mal nach stillgruppen oder Babykursen, damit du ein paar Kontakte knüpfen kannst und nicht so viel alleine bist. Das ist meist das Hauptproblem in der Elternzeit, die soziale Isolation. Mit einem Baby kann man sich ordentlich alleine fühlen, das spricht noch nicht und gibt einem nicht ausreichend geistigen Input.

Die Beziehung zwischen dir und deinem Kind hat gerade erst begonnen. Da ist wirklich noch einiges aufzuholen. Mein Sohn hat die ersten Monate durchgebrüllt und das hat tatsächlich auch ein bisschen an meinen mütterlichen Gefühlen gekratzt..

Und trotzdem ist da jede Menge Liebe zwischen uns entstanden. Elternzeit bräuchte ich aber auch nicht zwingend wieder, ganz ehrlich. Bin lieber eine nur nachmittags und Wochenende Kinder Mutti..;-)

Wie die Geburt gelaufen ist verliert übrigens völlig an Bedeutung mit der Zeit. Du bist gesund, dein Kind ist gesund- also ist doch alles schick.

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Ich finde, ich bin ne tolle Mutter:
Ich liebe mein Kind und freue mich dennoch über jeden Moment Freizeit.
Wenn mein Sohn eine Stunde über Minecraft referiert, ist das für mich wie chinesische Wasserfolter. Bei anderen Gesprächesthemen läuft mir manchmal das Herz über vor Liebe.
Die Elternzeit war für mich der Horror, weil mir bei all dem Arsamsamsam mein Beruf und Erwachsenengespräche fehlten. Ich genieße aber gemeinsames Brettspielen, Basteln, Ausflüge...
Manchmal möchte ich den Sohn aufessen, manchmal an die Wand klatschen..


Mensch, Elternzeit ist doch nicht Ramawerbung. Nicht jeder ist ne erfüllte Baby-/Kleinkindmutter, es gibt gute und es gibt schlechte Phasen.
Mach dir mal nicht so nen Stress, diese permanenten Bewrtungen durch sich selbst, wie und was man tut, können einem das Leben nämlich wirklich verhageln.

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Ich musste beim Lesen deines Beitrages gerade sehr lachen :D

Danke!

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Sehr toller Beitrag!! Ramawerbung 😂😂
Aufessen und an die Wand klatschen hatte ich beides heute früh, nach minutenlanger Diskussion, dass sandalen bei 4 Grad doch etwas kühl für den Kindergarten sind (definitiv ein an-die-wand-klatsch-moment!) Und beim Abschied im Kindergarten sagte er zum ersten Mal, dass er mich vermissen wird. Da hätte ich ihn gerne aufgefressen so schön war das😇

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Ich finde nicht, dass du eine schlechte Mutter bist. Sondern, dass du vielleicht viel zu hohe und vor allem falsche Erwartungen an dich selbst hast!

Ich fand das 1. Jahr auch furchtbar langweilig. Motte hat auch in dem Alter noch relativ viel geschlafen tagsüber, da hab ich eigtl immer ferngesehen! Ansonsten war er aber aus, ich hab mich auf Hörbücher und Podcasts verlegt 😁 aber ich brauchte auch ein Hintergrund Geräusch um mein Hirn zu beschäftigen ;)

Ich hab mich auch immer auf abends gefreut, wenn ich dann mal alleine Zeit für mich hatte.

Ich mag übrigens heute noch nicht besonders gern gekuschelt werden, wenn ich weine/sauer bin. Also so Menschen gibt es, warum sollte das bei Babys anders sein 😜

Ab dem 1. Geburtstag war die Zeit mit Motte richtig, richtig schön. Trotzdem bin ich auch manchmal gerne alleine :)

Wenn du aber das Gefühl des Selbstzweifels gar nicht los wirst - sprich doch mal deine Hebamme drauf an.

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"Ich mag übrigens heute noch nicht besonders gern gekuschelt werden, wenn ich weine/sauer bin. Also so Menschen gibt es, warum sollte das bei Babys anders sein 😜"

Ich reihe mich auch in die Kategorie ein. Ich hasse es, von meinen Eltern und Verwandten gedrückt und geknuddelt zu werden. Anders aber bei meinen eigenen Kids und beim Mann. Ich bin froh, hat meine Mutter es nie aufgegeben, mich trotzdem versuchen zu knuddeln. Wenn ich absolut nicht wollte, gab es diesen liebevollen Blick. Keine Schuldgefühle sich selbst, keine Vorwürfe mir gegenüber, das ist schön und wichtig für die Bindung.

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Würdest du dein Kind zur Oma geben, auch wenn du der Oma nicht vertrauen würdest und wüsstest, daß die Oma das Kind schlecht behandelt?

Anhand deiner Beispiele finde ich deine Schuldgefühle deplatziert und etwas künstlich stilisiert. Wenn die Oma liebevoll mit dem Enkelchen umgeht, dann kannst du dich na klar auf die freie Zeit freuen! Das tun alle - endlich in Ruhe einkaufen, putzen, mit jemandem telefonieren usw. Das ist doch menschlich?

Wie hattest du dir dein Leben in Elternzeit vorgestellt? Die Kleinen haben nur Basic-Bedürfnisse, nur die Basics: gefüttert werden, frische Luft, saubere Kleidung, warmes Nest und mit der Zeit das Spiel mit den 5 Sinnen! Da braucht's kein Leben à la fake Insta, um glücklich zu sein.

Fahr innerlich zurück, nimm dein Kind an, wie es ist. Vielleicht würde dir auch eine Geburtsverarbeitung gut tun. Wobei auch da deine Erwartungen vielleicht zu hoch gesteckt waren. Etwas mehr Akzeptanz und Gelassenheit wird dich (hoffentlich) zufriedener machen 🙂.

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Hallo
Danke für deine Antwort.
Nein natürlich nicht und selbstverständlich bin ich froh, dass ich das Kind auch mal zur Oma geben kann. Der Omatag ist für ihn auch toll. Ich kann mich aber zb noch erinnern wie ich mich mit 2 Freundinnen getroffen hab, genau am Omatag. Ich sagte dann, dass ich komme, aber ohne mein Kind, da der bei der Oma ist. Eine der beiden fragte mich dann: und vermisst du ihn schon? (er war damals 4 Monate alt ca) und ich wollte nicht lügen und sagte: nein
Als ich ihren Gesichtsausdruck gesehen habe, dachte ich ich wäre eine Rabenmutter.
Vor allem weil er ja erst so klein war zu diesem Zeitpunkt
Ich beherrsche auch nicht dieses sprechen mit Babys... In dem Babykurs den ich gerade besuche zb sprechen die Mütter immer so nett mit den Kindern. Mir liegt das einfach nicht.. Ich finde das oft gespielt.. Ich weiß auch nicht

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Oh je, da hast du auch noch "die" Blicke 👀 und Rückfragen geerntet. Solche Dinge empfinde ich als übergriffig, als Versuch, mich zu verunsichern (ja, ist mir auch passiert). Aber wer sind die Leute, die euer Verhältnis zu kennen meinen? Wirklich, ich glaube, du bist eine gute Mama: schaust auf dich und dein Kleines. Alles chic!

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Woher kommen deine Gefühle?
Ggf. Hebamme fragen, Frauenarzt fragen, um herauszufinden, ob es noch in Richtung Wochenbettdepression geht oder evtl. was aus deiner Kindheit dahinter steckt oder so.

So wie du es beschreibst, klingt es gut.
Ich freue mich, wenn meine bei anderen ist - wenn ich der Person vertraue! Ohne Vertrauen natürlich nicht.
Meine beschrieb es mal so: Mama, du bist eh immer da. Die anderen sind was besonderes. Sie liebt mich WEIL ich immer da bin. Daher kann sie gut loslassen und die anderen Momente genießen.

Mama sein, heißt nicht, sich völlig aufgeben.
Achte drauf, dass sich nicht alles ums Kind dreht. Ja, du darfst Hobbies haben, du darfst was anderes machen. Das ist sogar gut für dein Kind !
Mit meiner bin ich auch ins Musuem und habe kinderlose Freundinnen getroffen. Nur eben so gestaltet, dass es kindgerecht ist. Statt 5 Stunden Museum, war es mit Kind eben 30 Minuten. Zeit für mich.
MIt Freundinnen treffen hat MIR sehr gut getan. Davon profitiert mein Teenager noch heute.

Selbstfürsorge ist sehr wichtig als Mutter.

Meine hat sich auch manchmal weggedrückt. Das ist völlig ok. Trösten wollen und trösten brauchen ist nicht immer das gleiche. Manchmal brauchte sie die feste Umarmung, manchmal war das an Reizen zu viel. Dann hab ich Atemübungen gemacht, alles abgesichert und geguckt, dass sich Kind nicht verletzen kann. Oft genug kam sie von sich aus zum Kuscheln.

Versuche dich von Stereotypen zu lösen. Achte drauf, was Du brauchst (und wenn es mit Kind gerade nicht kompatibel ist, warum du es brauchst - um dann für dich dir zu geben, was du brauchst) und was dein KInd braucht.
Manchmal kollidiert das.

Brauchst du das ihn trösten oder braucht er das?
Fühlst du dich hilflos? Weil er sich nicht trösten lässt? Vielleicht braucht er gerade was anderes? Eine andere Form. Meine brauchte es sich auszubrüllen. Nicht im Sinne von schreien lassen, sondern Reizüberflutung rausschreien. Kein Anfassen und so. Ich war dabei und sie konnte jederzeit zu mir kommen. Diese Nähe brauchte sie schon. Nur ohne ständig von mir betatscht zu werden. An anderen Tagen brauchte sie das feste gedrückt werden,d as hab ich ihr natürlich gegeben.
Achte auf seine Signale
und achte mal auf deine Gefühle.
Fehlt dir was, fühlst du dich hilflos?
Was kannst du dir Gutes tun? Baue es kindgerecht ein, dann profitiert dein Kind auch davon

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Hallo :)

Du kannst aufatmen - du bist ganz normal. Auch Eltern sind nur Menschen.

Kein goldener Glitzer, der nach der Geburt vom Himmel fällt? Normal.

Du genießt Zeit für dich allein? Normal.

Du ermöglichst deinem Kind, einen engen Bezug zu Oma & Opa aufzubauen? Normal und auch erstrebenswert.

Bei uns waren die Großeltern von Anfang an involviert, Betreuung und Übernachtungen inklusive.
Unsere Tochter ist jetzt 2, und ich kann dir versichern, dass dies der Bindung zu uns Eltern keinerlei Abbruch getan hat. Dafür hat sie neben Mama und Papa noch weitere Menschen in ihrem Leben, denen sie vertraut und die sie sehr lieb hat.
Eine Bereicherung für alle Beteiligten.