Regenbogenbaby

Hallo,

Ich habe vor einigen Monaten unsere Tochter in der 20. Ssw still geboren. Ein seltener Gendefekt (nicht vererbt) hätte sie die Schwangerschaft wahrscheinlich nicht oder nur schwer beeinträchtigt überleben lassen. So entschieden wir uns letztendlich für eine Einleitung. Sie war unser 3. Kind. Wir haben bereits 2 gesunde Kinder im Kindergartenalter.

Nun wächst in mir der erneute Wunsch nach einem Kind. Schon nach der Geburt unseres 2. Kindes war mir klar, dass wir nicht komplett sind. Die Gefühle meines Mannes sind zwiespältig. Er hat Angst, dass sich all das Schlimme wiederholen könnte. Dass wir wieder so leiden müssen. Es waren damals schlimme Wochen und Monate.

Im engsten Umfeld (Mutter, engste Freunde) schlägt mir Unverständnis entgegen. Warum das Schicksal herausfordern, wenn man bereits 2 gesunde Kinder hat? Du bist zu alt. (Ich werde Anfang nächstes Jahr 40 Jahre.) Schon die Stille Geburt musste ich allein "bewältigen". Alle waren nur froh und erleichtert, als die Entscheidung für den Abbruch getroffen und die Geburt vorbei war.

Körperlich sieht mein FA keine Einschränkungen. Er ist derzeit der Einzige, mit dem ich wirklich über den KiWu reden kann und der mich bestärkt. Er hat mir in der Zeit der Stillen Geburt auch sehr geholfen.

Nun... ich weiß nicht genau, was ich hören möchte. War jemand schon einmal in einer ähnlichen Lage wie ich? Habt ihr euch für oder gegen ein Regenbogenbaby entschieden? Wie war die Reaktion des engsten Umfelds? Hatten eure Partner auch Angst und haben sie diese Angst letztendlich überwinden können? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit mir teilt (gern auch per PN).

Liebe Grüße, RainbowChild3

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Unsere Tochter wurde lebend geboren, sie war unser 2. Kind. Wir wussten vor der Geburt glücklicherweise nichts von ihrer T21 und wie schwer sie betroffen sein würde. Sie starb mit 5 Monaten.


Für uns war es gar keine Frage, dass wir ein weiteres Kind wollten und es hat uns auch niemand reingeredet. Ich war etwas jünger als du, 33 bei ihrer Geburt.

Es dauerte länger als gehofft, zum ersten Todestag hatte ich eine frühe FG, mit 36 haben wir einen gesunden Sohn bekommen und ein gutes Jahr später noch einen.

Das Umfeld hat sich über die Jungs gefreut, mein Mann war optimistischer als ich (mir hat die Schwangerschaft mit dem ersten Folgekind ziemlich zu schaffen gemacht).

Ich würde es dir sehr wünschen, ein Folgekind macht alles so viel schöner. Aber in erster Linie musst du es mit deinem Mann klären

Und übrigens finde ich dieses Forum genau richtig für diese Frage.
Es geht hier nicht in erster Linie um die Trauer ums tote Kind, sondern um die Fanilie.

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Schreib arm besten bei "frühes Ende ". Da passt es besser hin und da gibt es (leider) viele Frauen mit solchen und ähnlichen Schicksalen.

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Ich finde das ist ein Thema, was man nicht mit dem Umkreis bespricht.
Auch ohne, das was du erleben musstest.
Meine Eltern haben in 14. Woche erfahren, dass sie Großeltern werden, ob und wie wir planen aber nicht.

Es ist also nur etwas was du und dein Mann entscheiden sollten.

Ich muss aber auch sagen, wenn eine Freundin an mich mit diesem Thema heran treten würde, würde ich wohl ähnliches sagen wie dein Umfeld. Jede Schwangerschaft fordert ein Stück weit das Glück heraus und du musstest eben schon erfahren, dass es nicht gut ausgehen kann. Sowas wünsche ich niemandem und hätte durchaus Angst, dass meine Freundin an einem weiteren Verlust vielleicht zerbricht.
Wir Außenstehende geben aber eben nur Ratschläge mit unseren Gedanken und da mir ein Kind reicht, kann ich zB Wünsche nach mehren Kindern, mit dem Schicksal was ihr schon erleben musstet, nicht nachvollziehen und würde wohl sagen: Seid dankbar für zwei gesunde Kinder und lasst es gut sein.
Ich würde aber trotz meiner Ansichten meine Freundin in all ihren Entscheidungen unterstützen.

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Nein ich habe damit keine Erfahrung, aber fast alle meine Freundinnen mit Kindern haben bereits eine Fehlgeburt erlitten. Jede ging anders damit um, hat auch unterschiedlich zu hören bekommen. Es war aber jeweils die erste Schwangerschaft ohne bereits vorhandenem Kind.

Ich bin immer wieder schockiert darüber, warum und was Leute immer zu solchen höchst privaten und intimen sagen. Es geht niemanden etwas an außer deinen Mann und dich.

Bei uns ging alles gut, wir wollen "nur" ein Kind und sind zufrieden mit unserer Situation. Und nur weil es für uns so richtig ist würde ich mir nie erlauben, einer Freundin in die Familienplanung reinzureden. Und gerade mit der Mutter und engsten Freunden erwarte ich, dass man mit denen darüber reden kann, auch ohne gleich die Situation zu bewerten.

Alles Gute für euch!

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*höchst privaten und intimen Angelegenheiten

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Hi,

ich selber hatte sowas glücklicherweise noch nicht. Aber eine bekannte von mir hatte dies.
Sie hat ihren Sohn allerdings am plötzlichen kindstod im Mutterleib verloren. In der 39SSW. Sie hat bereits eine Tochter, aber sie wollten eben zwei Kinder.
Danach hatte sie ganz schön lange sehr daran zu kämpfen gehabt.
Sie hatte ziemliche Depressionen und ja, es war einfach eine schwere Zeit.

Trotzdem war der Wunsch da, nach einem zweiten Kind und das Paar hat sich da auch viel anhören müssen. Das die das nicht nochmal herausfordern sollen, sie wäre ja schon fast dran zerbrochen und auch die Ehe war zeitweise eher dahin.

Aber die beiden haben es trotzdem gewagt. Sie ist nun wieder mit einem Mädchen schwanger. Die Schwangerschaft ist tatsächlich voller Ängsten geprägt und ich glaube, dass kann man ja auch verstehen. Sie hat ihren Sohn schließlich kurz vor ET verloren.
Nächsten Monat müsste sie ihre Tochter bekommen und hoffentlich diesmal alles gesund und munter. Ich gönne es ihr von ganzen Herzen.

Ich glaube aber, dass viele Leute da immer reinreden und eben das rationale sehen. Es ist einmal passiert, es kann auch noch ein zweites Mal passieren und wie oft kann jemand sowas durchstehen ?
In ihrem Fall würde ich sagen, dass wenn sowas nochmal passiert, dann hält sie es wohl nicht aus. Sie ist beim ersten Verlust schon dran zerbrochen.

Aber andererseits wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit das sowas nochmal passiert ? Und wird man froh, wenn so eine große Lücke im Herzen klafft ?!
Ihr wurde bspw. Sogar empfohlen von ihrem Therapie, es nochmal zu versuchen und ein zweites Kind zu bekommen.

Naja, wie dem auch sei. Es ist jedenfalls eure Entscheidung. Ich würde mich nicht darum kümmern, was Eltern oder Freunde oder so sagen. Es muss für euch passen und wenn ihr wollt, dann nur zu.

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Liebe RainbowChild,

Auch wir haben unseren Karl vor etwas mehr als 6 Monaten in der 19.ssw still zur Welt bringen müssen! Mein Kinderwunsch geht durch die Decke und gleichzeitig kämpfe ich mit dieser unendlichen Trauer nach unseren so süßen Sohn.
Es ist ganz alleine eure Entscheidung ob und wann ihr nochmal einen Versuch wagt.
Ehrlich gesagt, bin ich von deinem Umfeld sehr getroffen…wenn man sich wirklich verstanden fühlen will, kann man es wirklich am besten mit Personen besprechen die das gleiche durchgemacht haben, anders sprengt es die Dimension der Vorstellung! So einen Verlust kann man nicht beschreiben und nur schwer nachempfinden.

". Alle waren nur froh und erleichtert, als die Entscheidung für den Abbruch getroffen und die Geburt vorbei war.“

Wer sind diese anderen, tragen die das Kind aus, sind es die die mit dieser Entscheidung leben müssen, wären die die das Kind hätte pflegen müssen? Sehr anmaßenend💔

Nun wir sind 30,32 und es ist unsere erste Schwangerschaft und Kind. Und wir kriegen halt zu hören, ihr seid noch jung ihr könnt viele Kinder kriegen, bald habt ihr euer Kind, es sollte so sein…bla bla bla wie du siehst die Leute finden immer was zu sagen, lass dich davon nicht runterziehen!
Der einzige auf dessen Meinung du was geben kannst, ist dein Mann. Natürlich hat er Angst, wer will so was nochmal erleben, aber du hast ja selber die Angst. Gib ihm noch was Zeit…bei meinem Freund ist die Trauer auch so richtig erst, vor einigen Wochen rausgekommen aber volle Kanone, weil er für mich Stark sein wollte.
Es wird etwas lang, jeden Falls es ist ganz alleine eure Entscheidung und was die anderen sagen oder denken, sollte euch 0,0 interessieren. Wir sind nun mittlerweile im zweiten Zyklus für unsere Regenbogenkind. ♥️🍀🌈
Karl war gesund und lebte bis zur Austragung noch, eine wirkliche Ursache konnte nicht gefunden werden, vermutet wird eine Gebärmutterhalsschwäche oder vorzeitig Wehen was zu erst war, weiß man nicht.

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Hallo,

Ich wollte gerne dazu was schreiben. Ich hatte mein erstes Kind verloren, sehr früh, in Woche 10. Das soll ja leider schon fast normal sein. Dann kam meine Große, mit völlig unkomplizierter Schwangerschaft trotzdem 7 Wochen zu früh, nach Blasensprung. Meine dritte Schwangerschaft verlief eigentlich erst in Ordnung doch dann hatte ich immer Bakterien im Abstrich und alle Zäpfchen und Cremes brachten nichts. Die Fruchtblase riss wieder, diesmal schon in Woche 23. Im Krankenhaus wurde mir gesagt wenn das Kind jetzt kommt werden sie keine Maßnahmen ergreifen um es am Leben zu erhalten, doch ich hatte keine Wehen und so wurde ich aufgenommen und lag noch 5 Wochen bis Woche 28, dann bekam ich Wehen und unsere Tochter wurde geholt. Wir waren fast 6 Monate auf der Intensivstation...ich will jetzt nicht erzählen was alles war aber soviel, die zeit war wirklich, wirklich heftig, schwer und anstrengend. Wir mussten sie dann schlussendlich gehen lassen und sie starb in meinem Arm. Dieses Bild werde ich niemals vergessen. Wir haben dann eine Kur beantragt und ich wechselte meinen Frauenarzt, die neue war so, so toll. Sie vermittelte mir eine Therapeutin und sagte wenn ich es nochmal wagen will wird sie alles tun damit nichts schief geht und so wagten wir es nochmal. Ich bekam alle 14 Tage einen Ultraschall, Cerclage in Woche 13, Muttermundverschluss und jeden Monat Abstrich, Blutbild usw. Sie hat echt alles getan. Ich hatte sogar ihre Privatzimmer. Unser Kleiner Regenbogen Junge kam gesund und munter zur Welt, ist jetzt 9 Wochen alt und liebe meines Lebens, wie alle meine Kinder 🥰 Die Schwangerschaft war schön und dadurch das ich wirklich hervorragend betreut wurde hatte ich auch kaum Angst. Ich konnte alles genießen, vorallem das kuscheln nach der Geburt den das kannte ich von meinen Frühchen ja nicht. Ich hab mich direkt auch sterilisieren lassen und genieße jetzt wirklich jede Minute mit ihm, auch die in denen er mich in den Wahnsinn treibt. Ich weiß halt was ich an ihm habe und das ich kein Baby mehr gekommen werde. Ich hab meine Entscheidung für noch einen Versuch nicht bereut aber ich habe mir auch harte Sachen anhören dürfen. Allerdings dann schon in der Schwangerschaft. Da wollten wir noch ein paar Tage verreisen und mein Vater fragte mich doch echt ob ich mein Kind töten will weil ich so ein Risiko eingehe lange zu fahren und in einem anderen Land zu sein wenn was passiert usw Aber naja. Ich hab mein Umfeld auch nicht wirklich an meiner Seite gehabt als unsere Tochter gestorben ist. Kaum jemand hat angerufen und gefragt wie es uns geht, ob wir was brauchen oder so. Daher hab ich auch eigentlich keinem eingeweiht außer meine Mama

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Wenn ich dich lese krieg ich Gänsehaut, Tränen und gleichzeitig geht mir das Herz auf!!! Ihr habt das wirklich toll gemeistert und deine FÄ ist ja goldwert toll.
Ich wünsche euch von HERZEN alles Gute für eure Zukunft ♥️🍀🌈
Solche Menschen braucht man im Leben nicht.

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Danke dir. Ja sie hat mich wirklich hervorragend unterstützt

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Liebe Rainbowbaby,
ich hatte wie du bereits zwei Kinder nach problemlosen SS bekommen, bevor ich das dritte Mal schwanger wurde mit Zwillingen. Die SS war ziemlich kompliziert und voller Diagnosen. In der 14 ssw entschlossen sich beide zu gehen. Es war für mich sehr hart. Ich habe viel geweint. Lange waren wir unsicher, ob wir es weiter versuchen wollen. Ich hatte 9 Monate später einen frühen Abgang (6 ssw), den ich recht gut verkraftet habe. Anschließend habe ich mich damit auseinandergesetzt, kein weiteres Kind zu bekommen. Mit zweien ist es ja auch schön und keineswegs langweilig. Da war ich auch schon 39 Jahre. Und dann hat sich wieder ein halbes Jahr später jemand eingeschlichen....Ich bin jetzt in der 21 ssw. Es sieht alles gesund aus. Ich versuche die Sorgen von mir fern zu halten, aber genießen kann ich die SS nicht wirklich. Vielleicht kommt es noch. Ich merke jedoch, dass der große Schmerz in meinem Herzen über den Verlust der Zwillinge kleiner geworden ist. Es ist sicher viel einfacher die Familienplanung mit einer "positiven" Erfahrung abzuschließen... Ob es bei mir dazu wirklich kommt, werden wir sehen. Ich bin mir jedoch auch ziemlich sicher, dass mich jetzt selbst ein schlimmer Ausgang dieser SS nicht mehr so komplett umhaut. Schließlich wüsste ich, was auf mich zukommt. Eine weitere SS würde es aber nicht mehr geben. Ich bin dankbar, wenn dieses Baby im Februar unsere Familie komplett macht. Sollte doch noch etwas passieren, so soll es für uns wohl einfach nicht sein. Die Entscheidung für eure Familie müsst ihr leider selber treffen, aber ich bin dankbar für diese letzte Chance.

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Wir wollten schon immer mindestens 4 Kinder haben.

Die erste Schwangerschaft endete in 31 ssw wegen Schwangerschaftsvergiftung mit epileptischen Anfällen. Wir haben beide knapp überlebt. Mittlerweile wird er bald 18 Jahre.

Hatten schon beide daran zu knabbern. Aber wir haben positiv nach vorn geschaut.

Die zweite Schwangerschaft endete in der 23ssw. Die Plazenta hat sich gelöst.
Unsere Tochter kam am dritten Geburtstag unseres Sohnes still auf die Welt.

Wir hätten nie gedacht das nochmal irgendwas passieren könnte.

Lange redeten wir uns ein, daß wars. Er bleibt ein Einzelkind.

Der Wunsch war so groß das wir es wieder gewagt haben. Diesmal ging auch alles gut. Keinerlei Probleme, aber genießen konnte ich die Schwangerschaft nicht. Und auch danach hatte ich Probleme eine Bindung aufzubauen.
Ich habe mir tatsächlich in meinem Kopf eingeredet, naja, wenn alles gut lief, dann muss es ja danach passieren, geht ja nicht anders. Wenn nicht in der Schwangerschaft, dann eben plötzlicher Kindstod. Das hat sich zum Glück nach ein paar Wochen gelegt. Er ist jetzt 12 Jahre.

Wir fühlten uns immer noch nicht komplett und wollten noch eines.
Es hat 5 Jahre gedauert bis es geklappt hat.

Leider kam unser Sohn in der 16ssw still auf die Welt.

Und jetzt ist vorbei.
4 Schwangerschaften und nur eine lief ohne Probleme.
Wir fühlen uns immer noch nicht komplett, aber wenn nochmal was passiert, würde ich bzw wir das nicht durchstehen.

Unser Umfeld war zum Glück nicht so wie bei dir. Alle haben zu uns gehalten und nie versucht uns was auszureden.

Und auch wenn.... Wäre es uns egal gewesen, denn es ist die Entscheidung meines Mannes und mir und nicht des unseres Umfeldes.

Egal wie ihr euch entscheidet, ich wünsche euch alles Gute 🍀🍀