Zweites Kind?

Mein Mann und ich haben vor fast einem Jahr einen Sohn bekommen.
Ich wollte eigentlich keine Kinder haben, nachdem ich meinen Mann kennen gelernt habe, wuchs allerdings der Kinderwunsch (er wusste dass ich eigentlich keine Kinder will und hatte das akzeptiert).
So haben wir uns für ein Kind entschlossen und wir lieben den Kleinen abgöttisch. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Betreuung echt an die psychischen Ressourcen geht. Und das, obwohl wir ein pflegeleichtes Kind haben. Einzig und allein der Schlaf ist ein riesiges Thema welches mich auch sehr belastet. Er schläft schlecht ein, ist sehr an seine Routinen gebunden. Da ich zu Hause bin und mein Mann Vollzeit arbeitet, übernehme ich auch die meiste Carearbeit. Anfangs hat mein Mann sehr wenig getan, dann gabs ein Donnerwetter und es hat sich sehr gebessert. Ich glaube mit so einem ganz kleinen Säugling war er auch ängstlich. Trotzdem liegt die Organisation alles rund ums Kind betreffend bei mir.
Seitdem unser Sohn da ist, wird bei meinem Mann immer mehr das Thema „zweites Kind“ laut. Wir haben beide Geschwister und er wünscht sich das auch für unseren Sohn. Außerdem ist er unheimlich gerne Vater und möchte das alles nochmal „durchmachen“. Ich denke mir auch grundsätzlich dass ich es schön fände wenn unser Sohn ein Geschwister bekommt. Finanziell wäre das auch kein Thema. Aber - ich habe Angst, Angst dass ich ein zweites Kind bereue, Angst, dass meine Ressourcen nicht reichen. Ich freue mich jetzt schon über jedes bisschen Selbstständigkeit was der Kleine erlangt und mich „freier“ macht.
Manchmal frage ich, ob ich zu egoistisch generell für Kinder bin. Ich leide sehr darunter nicht mehr so spontan zu sein wie vorher. Vermisse mein altes Leben extrem. Aber - würde auch nicht tauschen wollen. Ich hoffe ich drücke mich verständlich aus.
Ich weiß auch, dass ich mich nicht gleich entscheiden muss, würde mir aber, sollte ein zweites kommen, auch nicht mehr ewig Zeit lassen wollen, eben damit man schneller durch ist.

Hattet ihr solche Gedanken auch?

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Hallo,

Es hört sich für mich ein wenig einseitig an... Dein Mann hatte den Kinderwunsch aber Zuhause geblieben bist dann du? Vielleicht wäre es eine gute Idee, wenn ihr beim zweiten Kind einfach die Rollen tauscht. Du sehnst dich nach Erwachsenenleben und mehr Freiheit, er sehnt sich nach Kindern - passt doch perfekt.

LG :)

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Tatsächlich wollte mein Mann sich das erste Jahr mit mir teilen. Er sieben Monate, ich sieben Monate. Da war ich blöd und dachte als Mutter müsste ich zu Hause bleiben. Für ein zweites wäre das aber evtl. eine Option.

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Ich sag mal so... wenn sich hauptsächlich jemand anderer kümmern würde, würd ich das alles auch gern noch ein paar Mal durchmachen;-).
Nee, nicht ernsthaft, ich bin eh zu alt;-).

Ich denke, wenn ein zweites Kind in Frage kommt, müssen die Ressourcen vielleicht gerechter verbraucht werden. Wenn derjenige, der sich weniger gestresst fühlt, nochmal will, muss man halt schauen, ob das so passt.

Ich bin nicht sicher, ob man jedem Kind mit einem Geschwisterchen etwas Gutes tut, davon würde ich es nicht abhängig machen.
Ich denke immer, gut, dass meine Eltern meine Schwester richtig wollten, ich wäre nämlich lieber Einzelkind geblieben;-). Meine Kinder denken das sicher manchmal auch.

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Er meint ihm ist schon bewusst, dass er bei einem zweiten mehr anpacken muss. Es ist auch nicht so, dass alles an mir hängen bleibt. Aber davor habe ich sehr viel Angst. Auch konkret davor dass das zweite Kind ein Schreikind sein könnte. Ich bin, was Kinder angeht anscheinend nicht sehr belastbar 😬
Ich persönlich liebe es Geschwister zu haben, aber ja, das ist nicht immer so 😄

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Ich glaube solche Gedanken hat jeder.
Man weiß ja nicht zu 100 Prozent was auf einen zukommt.
Ich wollte z. B. einen Altersunterschied von etwa 2 Jahren. Geworden sind es schlußendlich 4 Jahre. Im Nachhinein bin ich froh drum. Es ist eben schon ein Unterschied ob ich einem 4jährigem Kind etwas erkläre oder einem 2jährigem.
Klar dauert es länger bis die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, aber dafür war es in meinem Fall entspannter.
Mein altes Leben vor den Kindern wird nie wieder kommen. Dazu habe ich mich selbst zu sehr verändert. Mir sind jetzt andere Dinge wichtiger als vor 10 Jahren.
Mir fehlt nichts, weil ich nie Nachholbedarf hatte,sondern bisher jeden Lebensabschnitt gelebt habe.

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Das stimmt. Ein größerer Alterabstand hat auch Vorteile.
Nachholen muss ich nichts. Trotzdem vermisse ich mein Leben von vorher 😬

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Da gibt's ne relativ einfache Lösung: auch Männer können heutzutage zu Hause bleiben und die Frau geht arbeiten.
Ich finds echt jedes Mal aufs Neue ein Unding.. Der Mann wünscht sich ein Geschwisterchen für den perfekten Familiengedanken, aber den Löwenanteil konkret etwas dafür zu tun obliegt automatisch der Frau und sie muss sich das Hirn zermatern, ob das für sie gut und machbar wäre. Warum?

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Er wollte sogar zu Hause bleiben. Sieben Monate. Er wollte sich das eigentlich teilen. Ich wollte das zuerst nicht. Im Nachhinein hätte ich das gerne so gehabt. 🥴

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Ich finde es sehr viel egoistischer, zu sagen, ich will ein (zweites, drittes, viertes ...) Kind, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob man das tatsächlich leisten kann. Daher finde ich deine Überlegungen eher verantwortungsbewusst.

Es wurde ja schon vorgeschlagen, dass dein Mann beim zweiten Kind die Elternzeit nehmen könnte. Was ich mich aber frage, ist, möchtest du denn noch ein Kind? Damit meine ich kein Geschwisterchen für deinen Sohn, kein Kind für deinen Mann, damit er glücklich(er) ist. Möchtest du ein zweites Kind haben? Irgendwie habe ich den Eindruck, dass das nicht so ist, völlig wertfrei.

'Durch' ist man mit Kindern vermutlich nie. Ich kann zumindest sagen, dass trotz Schreikind, Frühchen, und, und, und, die schwierigste Zeit jetzt ist. Zwei Teenager im Haus, das ist nochmal ein anderes Niveau. Trotz Problemen, die sich eher im 'Luxus-Bereich' bewegen.

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Ich glaube das muss ich für mich noch herausfinden. Ob ich wirklich ein zweites Kind will, oder ob mir nur die Vorstellung gefällt Geschwisterkinder zu haben und später mal nicht nur unseren Sohn mit (vielleicht) Familie am Tisch sitzen zu haben sondern auch noch ein zweites Kind mit Familie. Mehr Interaktion also.

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Wieso tauscht ihr nicht? Du könntest arbeiten gehen und er betreut das bzw die Kinder. Du hast mehr Freiheit, er kann die Zeit mit den kleinen nutzen.
Wir machen das so. Ist finanziell ne Ansage (da mir zweit weiße durch Elternzeit auch Gehalt wegfällt und wir kein zweites Einkommen haben) aber machbar, weil unsere prios so liegen.
Ich liebe mein Kind würde aber nicht Vollzeit zuhause sein wollen.

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Das wäre auch eine Idee. Ich werd’s mal vorschlagen. Er hatte ja beim ersten Kind schon angeboten sieben Monate Elternzeit zu nehmen.

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Wenn er schon zu faul war sich ums erste Kind zu kümmern, warum soll das beim zweiten anders sein?

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Er ist nicht faul und kümmert sich auch nicht nicht um sein Kind. Anfangs war es arg wenig. Er hatte Angst vor dem Umgang mit dem kleinen Säugling. Nach einem klärenden Gespräch hat sich das geändert.
Die Organisation rund ums Kind (Kinderarzttermine, Klamotten kaufen usw) liegt bei mir, ja. Aber ich kann auch jederzeit das Haus verlassen und unseren Sohn bei ihm lassen.
Ich habe nur allgemein offensichtlich wenig Ressourcen. Bin schnell kaputt. Nicht so stark belastbar. So zumindest fühlt es sich für mich an weil es meiner Meinung nach den meisten leichter von der Hand geht. Also die Carearbeit.

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bist du der Menung, dass es mit einem grösseren Kind einfacher wird?
ein Säugling ist am einfachsten in der Handhabung, ich würde erst mal abwarten und sehen wie du mit der Situation klar kommst, ein " kind kann man immer noch anschaffen, dass muss nicht im 1 Jahr nach der Geburt passieren

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Ich finde "wäre grundsätzlich schon schön" ist kein ausreichender Grund. Man sollte Kinder schon von Herzen wollen.

Ich selbst fand schwanger sein doof, Geburt doof, das erste Babyjahr doof - ich habe und hatte absolut keinen weiteren Kinderwunsch mehr. Ich wollte das nicht nochmal.

Bei dir denke ich: wenn dich das erste Babyjahr so anstrengt, dann solltet ihr etwas Abstand zwischen den Kindern lassen. Denn ein kurzer Abstand ist ja nochmal anstrengender.
Somit schafft es auch dir Zeit darüber nachzudenken und Luft zu holen ;-)

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Wenn es dir erstmal nur um die Babyzeit geht, wäre es einfach. Du gehst Vollzeit arbeiten und dein Mann übernimmt die Elternzeit. Das klappt allerdings auch nur, wenn er genauso engagiert an den Haushalt und alle Erledigungen die Kinder betreffend geht wie du.

Allerdings ist nur das Denken an die Elternzeit meiner Ansicht nach zu kurz gedacht. Wie soll der Alltag später aussehen? Wer nimmt Kinderarzttermine war, kümmert sich um kranke Kinder, organisiert Kindergeburtstage, besucht Elternabende, lernt mit den Kindern, fährt sie zu allen Terminen...

Ich persönlich finde es immer schon irgendwie schräg, wenn man seine Elternzeit als "Carearbeit" bezeichnet - als wäre das Kind ein Job. Seltsam irgendwie.

>> dass mir die Betreuung echt an die psychischen Ressourcen geht. Und das, obwohl wir ein pflegeleichtes Kind haben. <<

Unter dieser Voraussetzung würde ich es einfach lassen. Wenn ihr noch ein Kind bekommt, habt ihr nich mehr nur das eine, sondern zwei. Das zweite kann krank, behindert, ein Schreikind oder sonstwas sein und dann? Es läuft nicht immer alles so glatt wie man es sich wünscht... Dann wirst du dem zweiten Kind nicht gerecht - dem ersten aber auch nicht mehr.

Außerdem musst du dir die Frage stellen, ob du bei einem Rollentausch mit der Belastung aus Arbeit, Haushalt, Kind klar kommst (mit der du nach Ende der Elternzeit ja auch erstmal klarkommen musst).

Wenn ich beim ersten Kind schon an meine Grenzen komme, würde ich über ein zweites gar nicht erst nachdenken.

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Ich bezeichne das ganz bewusst als Carearbeit. Weil es halt Arbeit ist. Die leider unbezahlt ist. Wenn du dazu mehr wissen möchtest empfehle ich den Instagramkanal von piepmadame ☺️ Sie erklärt das sehr gut.
Mein Mann macht den Haushalt übrigens besser als ich. Viel besser. Ich glaube ich habe ihn hier zu schlecht dastehen lassen 😄
Aber ja, wahrscheinlich ist ein zweites Kind keine Option für mich. Zu viele Dinge sprechen dagegen bzw. ich habe vor zu vielen Eventualitäten Angst.

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Nein danke - ich habe ein Kind und eine Arbeit und daher leider keine Zeit für Instagram.

Ich finde es trotzdem befremdlich. Als hätte man das Bedürfnis, sich mir dem arbeitenden Partner gleichzustellen. Es sind zwei verschiedene Dinge, das eine nicht weniger "belastend" als das Andere. Aber ob man zur Herausstellung dessen, dass man auch etwas leistet, immer neue Wortkreationen braucht?

Na egal, mir isses ja wurscht. Ich finde es einfach befremdlich.

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