Neidisch auf andere

Ich bin 20 und habe eine 1 jährige Tochter. Ich bin alleinerziehend, der Vater kümmert sich nicht persönlich aber zahlt uns mehr als 1000€ im Monat Unterhalt, plus 800€ Miete und 5000€ am Jahresanfang für Urlaub und Extras. Klingt ganz gut, ist mir aber vollkommen egal. Ich bin neidisch auf Leute in meinem Alter mit netten Eltern, Familienrückhalt (hab ich alles nicht, meine Eltern haben an mir und der Kleinen keine Interesse), auf Mütter deren Väter sich kümmern, auf Leute in meinem Alter die keine Kinder und tolle Freunde oder eine Beziehung haben usw. Ich mache aktuell ein Fernstudium in Teilzeit und beneide Leute die viel lernen können oder nebenbei noch Praktika machen können (ist mit Kind nicht möglich)
Mich interessiert das Geld null, wir machen mehrmals im Jahr Urlaub, ich achte beim Einkaufen nicht auf Preise etc. aber dennoch würde ich nicht sagen „Ich bin zufrieden“. Mein Kind ist super lieb, friedlich, hübsch. Ich bin an sich auch nicht hässlich, bin gebildet etc. aber trotzdem sehe ich immer nur Frauen die schöner sind und ein besseres Leben haben. Unsere Nachbarn sind allesamt glückliche Familien. Ich denke ich wäre glücklicher wenn ich als Studentin allein in einer kleinen Wohnung leben könnte, so wie mein Leben davor war. Ich würde dann zwar wenig Geld haben, aber das wäre mir egal weil ich es sowieso nicht gut finde von dem Typen Geld zu kassieren. Was kann ich da tun?

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Ich erinnere mich an deine früheren Posts: Deine Eltern, besonders deine Mutter, sind total verkorkst, gaben dir keine schöne Kindheit, im Gegenteil. Die Rama-Familie kannst du bei dir sowieso vergessen, so leid es mir tut. Vergleiche mit anderen nützen nichts. Dann hast du zwecks Finanzierung deines Lebens/Studiums Sex gegen Geld mit 'dem Typen' gehabt, der nun großzügig auf euch schaut (finanziell), aber ein eigenes Leben mit seiner Familie führt (du würdest ihn eh nicht wollen).
Die Preisfrage lautet nun: Was willst du genau? Weisst du, was du willst und was würdest du dafür tun? Aufarbeiten willst du ja nicht, was deine Mutter dir angetan hat. Oder doch? Was willst du? Was müsste passieren, daß du endlich zufrieden wirst? Dauernörgelei bringt nichts, wie du merkst.

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Stimmt! Mir kam das Ganze auch sehr bekannt vor. Sex gegen Miete war das richtig?

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Ja, genau.

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Nunja, jeder ist doch seines Glückes Schmied. Neid bringt dir nichts, ehrgeizig muss man sein. Zieh dein Studium durch, werde selbstständig, also sei nicht von anderen finanziell abhängig und finde einen guten Job.
Du hast nun ein Kind mit einem Mann, der nicht als Partner/Vater taugt, das kann man nicht mehr ändern aber du hast vielleicht daraus gelernt und bist das nächste Mal dann achtsamer bei der Partnerwahl und Verhütung.

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Wenn du es nicht gut findest, von 'dem Typen' Geld zu kassieren, dann lass es und stehe auf eigenen Beinen.

Ansonsten: sieh nicht nur nach oben, schau auch mal nach unten. Du wirst feststellen, dass du in einer für viele beneidenswerten Lage bist.

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>>>Mich interessiert das Geld null, wir machen mehrmals im Jahr Urlaub, ich achte beim Einkaufen nicht auf Preise etc.<<<

Von welchem Geld finanzierst du das alles?

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Ich glaube das Geld ist ihr nur egal, da sind genug davon hat. Sie ist sicherlich froh über die Sicherheit und Möglichkeiten, die sie dadurch hat. Aber es erfüllt sie nicht.
Ich glaube finanzielle Sicherheit weiß man mehr zu schätzen, wenn man zuvor erfahren hat, wie es ist mit Geldsorgen zu leben.

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>>>Ich glaube das Geld ist ihr nur egal, da sind genug davon hat.<<<

Eben.

Dieses "Geld ist mir egal"-Gewäsch geben nur Leute von sich, die genug davon haben.

Ich nehme an, sie meinte im Grunde, dass sie lieber mit wenig Geld leben würde, wenn sie dafür eine funktionierende Familie hätte, aber dann hätte sie das auch so schreiben sollen und nicht so großkotzig auf ihre Urlaube hinweisen und dass sie nicht auf Preise schaut.

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Ich muss das jetzt mal ganz gemein formulieren: Hör auf zu jammern und leb das Leben, das du willst.

Du hast die Möglichkeit mit Kind zu studieren ohne dir finanzielle Sorgen zu machen, weißt du wie viele neidisch auf dich sind?

Du bist grad 20, du hast dein Leben noch vor dir.

Und die Familie, die du gerne hättest, kannst du deiner Tochter sein.

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Was hindert Dich daran, nur den Regelunterhalt für das Kind zu nehmen, das steht ihm zu - und alles darüber Hinausgehende abzulehnen - ab sofort? Dir ist das Geld sooo unangenehm, also weg damit.
Kita suchen, arbeiten gehen und selber für den Unterhalt sorgen - fertig.
Paarmal Urlaub im Jahr braucht echt kein Mensch - und ein Einkauf im Aldi mit Taschenrechner ist auch händelbar - schaffen Millionen andere Alleinerziehende auch.
Also ändere Dein Leben so, dass Du endlich glücklich bist, liegt ganz alleine bei Dir.
LG Moni

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Hallo,

ich kann dich schon verstehen. So jung ungeplant ein Kind zu bekommen ist nicht einfach.
Mein Mann und ich haben vor knapp 3 Jahren meine damals schwangere 16-jährige Cousine und ihren Freund bei uns aufgenommen (Einliegerwohnung). Ihre Eltern müssen Unterhalt für sie bezahlen (haben sie wegen der Schwangerschaft rausgeworfen), seine Eltern unterstützen auch finanziell (wohnen aber ein Stück weg, mal kurz babysitten ist da nicht) und seine Oma die hier im Ort wohnt hilft mit babysitten. Dazu kommt 3 mal Kindergeld und sein 450-Euro-Job, sie hat Anfangs „nur“ Zeitungen ausgetragwn, inzw. auch einen Mini-Job. Er studiert und sie ging nach eine Jahr wieder zur Schule und sie macht in 2 Jahren ihr Abi.
Ich hatte die Vormundschaft für den kleinen bis sie auch 18 wurde.

Die drei kommen finanziell gut über die Runden - Nebenkosten müssen sie selbst bezahlen. Eine kleine Miete zahlen sie auch - das landet aber auf einem extra Konto und bekommen die beiden wieder (wissen sie nicht). Wir haben es nicht nötig uns daran zu bereichern aber eine „normale“ Wohnung würde auch Geld kostet und sie sollen schon lernen mit Geld in der Realität auszukommen ;-).
Sie haben auch immer mal jemand zum babysitten, sowohl wenn wichtige Klausuren anstehen aber auch mal fürs Wochenende um feiern zu gehen (sofern wegen Corona möglich).
Die beiden lieben sich immer noch und ihren Sohn. Sie wöllten es auch nicht mehr anders und trotzdem gibt es immer wieder diese „Warum“-Momente! Wo sie sich fragen „Was wäre wenn?“ und ohne Kind wäre vieles so viel einfacher etc. und da fließen auch mal Tränen. Sie machen sich auch immer wieder Sorgen darum wie alles unter einen Hut zu bekommen ist, mit studieren usw. und zweifeln an allem. Dieses Gefühl nichts und niemand gerecht zu werden - Kind nicht, Partner nicht, Schule/Uni nicht und sich selbst am aller wenigsten. Oft auf andere angewiesen zu sein etc.!

Egal wie man es dreht und wendet, es ist nicht einfach und es ist sicherlich keine Situation wo irgendjemand hier bei Urbia laut „hier“ schreit und sein idylisches, geregeltes Familienleben mit dir eintauschen will. Und ja, man darf auch mal jammern und alles scheiße finden und unzufrieden sein und sich fragen „was wäre wenn?“. Das muss manchmal einfach raus! Und manchmal sieht man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr ;-)

Wichtig ist nur: Auskotzen ja! Dauerselbstmitleid nein!

Sieh es mal von der anderen Seite: Du hattest scheinbar eine bescheidene Kindheit, deine Eltern interessieren sich nicht für dich und haben es noch nie. Also mach DU es besser! Sei du die Mama für deine Kleine, die du nicht hattest! Deine Kleine hat sich die Situation auch nicht ausgesucht und kann nichts dafür was passiert ist.
Such dir eine Kita oder eine gute Tagesmutter. Je nachdem wo ihr wohnt, gibts vielleicht auch eine die Randzeiten anbietet. Dazu einen zuverlässigen Babysitter, dann kannst du auch mal am Wochenende abends weg. Du bist 20! Ja, du hast ein Kind aber deswegen bist du trotzdem noch Frau und nicht nur Mama. Solange die Kleine in guten Händen ist und du nicht jedes Wochenende von Freitag bis Sonntag durchfeierst, ist das doch völlig ok.
Mein Mann und ich gehen fix ein mal pro Monat ohne Kinder Essen. Da passen Oma & Opa auf ;-).

Die Finanzen… hmmm… also ganz ehrlich, wenn er nicht Papa sein will ist das natürlich sch****. Ändern kann man da aber wenig, Zwang bringt auch nichts. Sein Kind ist es trotzdem. Unterhalt steht deine Kind zu. Das er freiwillig mehr bezahlt finde ich nicht schlimm. Ich wäre glaub eher froh mir keine Gedanken um die Finanzen machen zu müssen. Mit Taschenrechner durch den Supermarkt laufen zu müssen, strikt mein Budget einhalten, penible auf Sonderangebote achten. Meiner Tochter nicht spontan ein Eis holen oder mal ein Buch.

Mach dir einen Plan! Was ist dein Wunsch? Wo würdest du gerne hin? Teil ihn in kleine Schritte auf und geh DEINEN Weg Schritt für Schritt. Er wird nicht geradeaus ins Ziel führen. Es wirs viele kurven geben, es wird berg hoch und berg ab gehen, du wirst wohl auch mal am Abgrund stehen, es werden Steine und Felsen im Weg liegen aber am Ende kommst du ganz oben an und kannst die wunderschöne Aussicht mit deiner Tochter genießen!
Deine Tochter wird älter werden. Wird mehr verstehen. Wird mehr Fragen stellen. Du bist ihr Vorbild! Aber wenn du den Kopf nicht hängen lässt, das positive und deine Chancen siehst und nicht nur was alles schief gegangen ist, dann kannst du mächtig stolz auf dich sein und deine Tochter wird es auch sein.
Und in 30 Jahren lesen wir dann hier von einer tollen jungen Frau, die ihre Mama bewundert wie stark sie immer war, nicht aufgegeben hat, was sie erreicht hat und wie sehr sie dafür immer gekämpft hat um ihre Wünsche und Ziele zu erreichen ;-)!

Dein Weg ist anders aber deswegen muss er nicht schlechter sein! Du schaffst das!

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Das sind doch Dinge die man ändern kann. Sei doch froh, dass der finanzielle Backround stimmt, das macht doch vieles leichter. Für den Rest bist du verantwortlich!

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Ich empfehle dir das Führen eines Dankbakeitsjournals.
Lässt das an deine Probleme? Nein.
Aber das Vergegenwärtigen von guten Dingen, für die man dankbar ist, kann die Zufriedenheit erhöhen.
Probier es mal.