Keine Freude der eigenen Mutter über Kind

Hallo zusammen,

Es geht um die Beziehung zu meiner Mutter und ihr Verhalten gegenüber meines Sohnes. Ich bin mit 23 Jahren relativ jung und ungeplant, aber sehr glücklich Mutter geworden. Meine Mutter (zu diesem Zeitpunkt 54 Jahre alt) konnte ihre Freude mir und meinem Freund nicht gut ausdrücken. Ein Tag nach der Geburt habe ich mich auch heftig mit meiner Mutter gestritten, so dass sie wutentbrannt, schimpfend im Krankenhaus davon gerannt ist. Naja nach ein paar Monaten gipfelte unsere Beziehung in einer fast 2 monatigen Kontaktunterbrechung.
Ich wollte meine Mutter nicht komplett ausschließen, daher kam es nach einem klärenden Gespräch wieder zu regelmäßigen Treffen. Seit mein Sohn etwa 1.5 Jahre alt ist, übernachtet er halbwegs regelmäßig etwa 1x pro Monat bei meinen Eltern. Jedoch sind solche Treffen immer nur durch unsere Initiative entstanden. Auch normale Spieltreffen am Nachmittag, wo die Erwachsenen etwas essen oder trinken, reden etc., wurden nur durch uns ausgemacht.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass meine Mutter überfordert mit unserem Sohn (aktuell 2.5 Jahre alt) ist und er für sie Stress und Anstrengung bedeuten. Wenn ich sie frage, bekomme ich nur erzählt, wie toll mein Sohn ist. Aber ein paar Tage später ruft sie nochmal an und sagt, wie anstrengend alles war.
Der Eindruck, dass sie sich über meinen Sohn nicht freut, macht mich traurig.
Wie kann ich damit umgehen? Muss ich mich mit der Situation einfach abfinden?

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Du musst dich wohl damit abfinden, dass sie nicht die begeisterteste Oma ist. Ist eben so. Vor allem würde ich ihn nicht mehr da übernachten lassen, wenn sie schon sagt dass es anstrengend ist und du dafür jedesmal die Initiative ergreifen musst.

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Ich war auch 23, als ich Mutter wurde. Meine Mutter war damals 49 und sie wollte keine Oma sein. Sie hat sich nie großartig für ihre Enkel interessiert.
Sie sagte mir: Es ist deine Entscheidung, Kinder zu bekommen. Dann musst du dich auch um sie kümmern. Ich habe euch großgezogen, das war Arbeit genug.

Nun bin ich sowieso das unerwünschte Kind. Mein Bruder hat keine Kinder. Manchmal denke ich, es wäre interessant zu sehen, wie sie mit Kindern von ihm umgegangen wäre. Aber das sind nur Gedankenspiele.

Weder ich, noch meine Kinder, haben eine enge Beziehung zu meinen Eltern. Finde ich nicht wirklich dramatisch - wir haben unser Leben auch ohne ihre emotionale Unterstützung gemeistert.

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Er ist dein Kind ..nicht ihrs. Großeltern haben keine Verpflichtungen. Natürlich wäre es schön wenn sie mehr Interesse hätte. Hat sie aber nicht. Sie findet ihn anstrengend...daher würde ich ihn nicht mehr zum Übernachten hin schicken.

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Hallo,
ich weiß aus eigener Erfahrung, wie weh das tut.
Aber erzwingen kannst Du nichts. Ich würde Dir raten, für Dein Kind andere enge Bezugspersonen zu suchen und von Deinen Eltern absolut nichts zu erwarten.
Meine Schwiegereltern tun alles für unsere Tochter (6), da wird regelmäßig geskypt und anderweitig intensiver Kontakt gepflegt (wir wohnen recht weit weg).
Meine Mutter hat unser Kind seit über einem Jahr nicht gesehen, sie fragt noch nicht mal nach einem Foto. Sie ruft auch nie an.
Mein Vater interessiert sich ebenfalls null, wenn er alle paar Monate mal vorbeikommt, möchte er am liebsten nur mit mir spazieren oder essen gehen #gruebel. Keinerlei Interesse daran, mit seinem Enkelkind Zeit zu verbringen. Ihre Einschulung hat er vergessen, da kam noch nicht mal ein Anruf.
An schlechten Tagen macht mich das unheimlich traurig, aber ich habe mich inzwischen daran gewöhnt und bedaure sie, weil sie so viel Schönes verpassen.
Schau, daß Dich das nicht zu sehr runterzieht. Genieße Dein Kind #verliebt, und laß Deinen Eltern die lange Leine. Probiere doch mal aus, wann von ihnen eine Initiative kommt, wenn Du Dich mal nicht rührst.
Alles Liebe! #blume

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Richtig, du musst dich damit abfinden, dass sie nicht die Oma ist, die du dir wünscht. Deshalb hör auf ihr den Jungen nachzutragen. Es hat doch niemand einen Nutzen davon.
Sie ist wenigstens ehrlich und sagt es sei ihr zu anstrengend.
Omagefühle kann man mit hinbringen nicht erzwingen.
Wir haben auch eine Oma, deren Interesse an den Kindern sich stark in Grenzen hält.
Ich bin auch oft hingefahren damit überhaupt ein Kontakt entsteht. Bis ich gemerkt habe, dass es nichts bringt.
Ich dachte ich müsste es den Kindern zuliebe machen. Heute ist die Oma im Seniorenheim und wer will sie nicht besuchen? Richtig, die Kinder. Aber damit muss sie jetzt leben.

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Du bist Mitte 20, sie Mitte 50. Natürlich kann sie nicht mehr so wie du.

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Meine Mutter ist 68 und hütet spielend 6 Enkel zwischen 3 und 8 Jahren gleichzeitig.

Alter kann ein Faktor sein, muss aber nicht. ;-)

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Ich kann insgesamt eigentlich verstehen, wenn man als Oma nicht mehr wieder die Babyzeit oder Kleinkindzeit durchmachen mõchte. Und nicht nur als Oma, sondern auch als Mama hört man ja irgendwann auf Kinder zu bekommen. Es klingt ein wenig blöd, aber es ist nun mal so.

Ich kann es mir vorstellen, dass sie ihr Enkelkind lieb hat, aber sich nicht so intensiv mit der Pflege beschäftigen will. Vielleicht war es nicht einfach mit euch, als ihr klein wart, es gibt viele Gründe, die ihr Verhalten erklären könnten, es heißt aber nicht, dass sie euch nicht lieb hat. Nur ist es eben nicht so ihr Ding eine gute, durchorganisierte Oma zu sein. Das verstehen nicht alle junge Leute und brechen dann, leider, komplett den Kontakt ab. Aber auch viele Omas können es nicht richtig deuten und erklären, was ihr Problem ist.

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Mhm…. Sie redet davon wie toll dein Sohn ist, das ist doch super! Und ja, 2,5jährige sind idR total anstrengend. Meine Kinder sind grade knapp 4 und 2 Jahre alt und ehrlich gesagt muss ich die letzten paar Monate nicht unbedingt nochmal erleben.
Und das ganze mit Mitte 50 ist halt auch schon was anders als mit Anfang 20.
Warum rennst du hinter ihr her und lässt dein Kind dort so oft übernachten? Lass das sein.
Vielleicht wird der Kontakt später besser, wenn der Kleine nicht mehr so anstrengend ist und sich artikulieren kann.
Ansonsten hast du zu akzeptieren, dass deine Mama nicht gern Oma ist. LG

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Vielen Dank für eure Antworten.
Wahrscheinlich habt ihr Recht und ich muss einfach akzeptieren, dass meine Mutter aktuell nicht die Oma ist, die ich mir wünsche.
Ich werde die Übernachtungen erstmal nicht anfragen. Vllt wird es in Zukunft besser.