Das zweite Kind...

Guten Abend allerseits,

Ich bin mit unserem zweiten Kind schwanger und es geistern gerade so viele Gedanken durch den Kopf...

Unser Kind ist, im Gegensatz zum ersten, geplant. So richtig mit Ovus, Temperatur messen, Sex an den "richtigen" Tagen. Im zweiten Zyklus durfte ich dann positiv testen. Und gefühlsmäßig war da... nichts. Mein Mann war völlig von der Rolle, überlegte Namen, stellte den Sekt kalt, buchte mir eine Schwangerschaftsmassage. Und ich? Nichts. Gar nichts.

Mich plagen eher Zweifel.

Das erste Jahr unseres ersten Kindes war hart.

Erstmal die Umstellung von "ich bin eine unabhängige, selbstbestimmte Frau, die in der Großstadt lebt, spontan Freunde übers Wochenende besuchen fährt, essen geht" zu "es ist 17 Uhr, ich bin ungeduscht, im Spiegel schaut mit ein Augenringemonster mit Dutt an, aus meiner Brust läuft Milch und das letzte mal, dass ich spontan weg war, war ein Besuch im Supermarkt".
Nach und nach bekam ich meine Freiheit wieder zurück (mein Mann ist übrigens 100% Papa, daran lag es nie. Ich hätte mich zu jeder Zeit verabreden können, ich konnte es nur emotional nicht).

Dann die Frage: werde ich unserem ersten Kind gerecht? Ich liebe ihn so so so sehr und möchte nicht, dass er die zweite Geige spielt- was er zwangsläufig tun muss, für eine bestimmte Zeit. Ich würde gerne noch so viele Dinge "alleine" mit ihm erleben und habe Angst, etwas zu verpassen.

Und zu guter letzt: wird meine Beziehung zu meinem Mann leiden? Jetzt haben wir wieder Zeit füreinander, haben Datenights, es gibt Zweisamkeit. Wir treffen Absprachen, organisieren den Alltag gemeinsam. Bei einem Kind kein Thema, aber zwei? Langfristig werden wir beide Stunden reduzieren, um das alles leisten zu können...


Wahrscheinlich sind es die Hormone. Trotzdem freue ich mich über aufmunternde Worte. Und ein "Ja, wie hast du dir das denn vorgestellt?" Brauche ich nicht- ich habe es mir genau so vorgestellt und es trotzdem gemacht.

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Ich kann dir nichts raten aber wollte gerne ein: "Du bist nicht alleine mir geht es ganz genauso" da lassen.
Ich bin noch recht frisch schwanger mit unserem zweiten Kind und plötzlich sind da überall Zweifel ob das so klug war und ich meinen ersten Kind überhaupt noch gerecht werden kann und noch x andere Sorgen und Ängste🙈

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Mir ging es beim 1. Kind schon so - meinem Mann auch 😅 wir haben es gewollt und so, aber als ich schwanger war, dachten wir uns so oft „warum haben wir das nur getan“.

Motte ist jetzt 2,5 und wir haben ein tolles Leben! Das genau so grade perfekt ist. Tatsächlich überlegen wir nun doch, noch nach zu legen (mein Mann wollte nie 2).

Ich denke, du weißt jetzt einfach schon, was kommt - und trotzdem hat man keine Ahnung, wie’s mit 2 wird 😅 es ist eben wieder ne große Unbekannte!

Aber letztlich wird es sicher wieder so wundervoll, wie beim 1. Kind auch. Auch mit 2 kommt irgendwann die Freiheit wieder. Dein 1. Kind muss sicher zurück stecken, gewinnt dafür ja aber auch was tolles - ein Geschwister! Das ist doch was :)

Es wird bestimmt toll mit 2! Ich glaube da ganz fest dran :)

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Es wird ganz großartig werden, vielleicht nicht gleich, sogar bestimmt nicht sofort, aber wenn ihr euch neu sortiert habt und eine gewisse Routine einkehrt, wird es wunderbar werden.
Das kann zwar ein paar Wochen oder Monate dauern und ehrlich gesagt war die Zeit, als unser Kleiner mobil wurde (ein Kamikazekind;)
auch nochmal für ein halbes Jahr sehr hart, aber auf die Dauer betrachtet wird es wunderschön werden.
Heute sind sie 4 und 7 und mein absoluter Stolz. Es gibt nichts Tolleres zu sehen, wie sie miteinander agieren. Es ist unglaublich, was der Kleine alles von der Großen gelernt hat, es ist rührend, wie lieb sie sich haben.
Natürlich darf man die Streitereien und Kämpfe nicht unterschätzen. Davon gibt es genug, vor allem früher, als sie noch kleiner waren. Das ist extrem kräftezehrend und hat man bei Einzelkindern nicht.
Allerdings hast du deinem Großen mit der Schwangerschaft ein ganz wertvolles Geschenk gemacht. Dieses Geschenk will er vielleicht die ersten Monate lieber wieder zurück geben, aber je nach Alter erinnert er sich bald nicht mehr an das Leben davor.
Er hat dann ein Geschwisterchen, das im besten Fall ein ganzes Leben lang eine wichtige Rolle spielen wird, das er lieben wird. Das ist doch den Anfangsstress und sei es ein paar Jahre, wert.
Die Beziehung zu meinem Mann wurde tatsächlich etwas schwieriger, also Zeit miteinander zu verbringen und die Streitereien nahmen zu.
Unsere Große war ab und an mal bei der Oma über Nacht, zwei Kinder werden logischerweise mit weniger Begeisterung genommen. Auch ist man stress - und kräftemäßig mit einem Kind schon viel weniger belastet, als mit Zweien.
Wir sind und waren halt betreuungsmäßig schlecht aufgestellt.
Zudem konnte mein Mann aufgrund seiner Ein-Mann-Agenture mit Arbeit bis unter die Decke nicht reduzieren. Da war natürlich der Stress vorprogrammiert.
Bei euch hört sich das schon besser an.
Zudem wächst man ja tatsächlich mit seinen Aufgaben.
Freu dich! Noch ein Kind mehr bedeutet noch einen Lieblingsmenschen mehr 🥰

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Außer wem weggehen - das sind bei mir eher zeitaufwändige Hobbys - geht es mit 100% genauso und zwar ab positivem Test. Davor dachte ich auch: meinte Tochter ist schon so groß, toll ein Geschwisterchen. Schwanher: sie ist selbst noch ein Baby, sie wird bestimmt viel zu schnell groß werden müssen... Ich werd all meine gewonnene Freizeit wieder los...
Kann es total nachvollziehen, du bist nicht alleine. :)
Jetzt bin ich etwas weiter und es fühlt sich immernoch surreal an.

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Ich kann noch nicht allzu viel dazu sagen, weil unsere Jüngere erst 2 Wochen alt ist. Allerdings kenne ich es aus dem zweiten Schwangerschaft, dass da einfach gar nicht so viel Platz für Vorfreude war wie beim ersten Kind. Der Alltag ist ja mit Kleinkind schon voll. Aus den bisherigen zwei Wochen habe ich den Eindruck, dass die Umstellung beim ersten Kind wirklich viel größer war. Klar, man hatte in den letzten Monaten wieder ein paar Freiheiten hinzu gewonnen, die jetzt erstmal wieder weg sind, aber es ist halt alles schon bekannt und nicht so schockierend. Ich hatte vor dem ersten Kind durch Freunde und auch Babysitten durchaus realistisches Wissen über das Elternsein, aber auf diese extremen Veränderung, die du ja auch beschreibst, kann man emotional glaube ich gar nicht vorbereitet sein. Jetzt hat man schon Übung damit und erwartet gar nichts anderes und es fühlt sich dadurch viel weniger schlimm an. Bei uns hilft auch, dass wir von Anfang an wussten, dass es genau zwei Kinder werden sollen. Wir können uns also jetzt sagen, dass wir die schwierigen Seiten der Schwangerschaft und des Babyjahrs danach für immer hinter uns lassen können 😅.

Unser älterer Sohn ist übrigens vom Baby völlig fasziniert. Natürlich kommt er jetzt am Anfang manchmal etwas kürzer, aber er geht bisher auch in seiner Rolle als großer Bruder auf und leidet nicht zu sehr. Wichtig finde ich es, dass am Anfang beide Eltern zu Hause sind, um auch das ältere Kind intensiv begleiten zu können. Da ist es ja super, dass bei euch der Papa so engagiert ist!

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Das ist ganz normal, aus Planung wurde Ernst ;)

mit dem zweiten Kind wird es für dein erstes Kind anders, aber auch für dich. Dein großes Kind muss lernen zu warten (dein kleines Kind kennt es nicht anders, es wird auch mal warten müssen, da du dich ja auch um dein großes Kind kümmern musst), aber auch du musst und wirst lernen, dass du deine Aufmerksamkeit teilst, dass es nicht schlimm ist, wenn ein Kind ein paar Minuten warten muss.

Ich weiß noch, dass meine große Tochter gesagt hat: "Hat er schon wieder Hunger???"

Es wird sich einspielen. Dein zweites Kind wird überall mitgehen müssen. Mein Kleiner war mit 6 Wochen beim ersten Eltern-Kind-Turnen mit dabei, wenn er geschlafen hat, dann stand der Kinderwagen in einer Ecke in der Turnhalle. Wenn er wach war, dann kam er ins Tragetuch. Später ist er dort dann rumgekrabbelt.....

Kopf hoch, es wird defintiv anders, aber du/ihr schafft das und arrangiert euch damit. Das Zweite Kind erleichtert das Alltagsleben auch, wenn die beiden miteinander spielen können. Mama muss nicht immer mitspielen, sondern hat auch Zeit die Wäsche zu machen, zu kochen...