Schlechte Bindung/unter Druck gesetzt

Hallo liebe Mamas,

ich bin Mutter eines 9,5 Monate alten Sohnes und habe seit ca. 2 Monaten ein kleines Problemchen. Ich bin mir nicht sicher ob das so normal ist. Jedenfalls leide ich extrem darunter.
Seit ca 2 Monaten lehnt mich mein Baby irgendwie ab. Wenn ich ihn tragen möchte drückt er sich ständig weg. Bei Oma und Papa macht er es nicht so. Es fing genau in der Woche an als mein Sohn mobil wurde. Er lernte in derselben Woche zu krabbeln und sitzen. Seitdem ist es so geblieben.
Wenn er weint will er sich zb nicht am Körper trösten lassen und auch beim tragen drückt er sich ab. Er schläft seitdem auch nicht mehr durch (was aber in dem Alter denke ich nicht ungewöhnlich ist). Oft ist es jetzt so, dass nur der Papa zählt, er ihm andauernd nachkrabbelt und bitterlich weint wenn er kurz auf die Terrasse geht. Wenn er sich unwohl fühlt und keine Oma oder Papa in Sichtweite ist, streckt er schon mal die Arme nach mir aus, aber er drückt sich dann bald wieder ab. Also tlw sucht er schon meine Nähe bei Fremden aber irgendwie will er dann doch nicht. 1x Woche haben wir einen Omatag seit Anfang an eigentlich. Ich frage mich ob ich ihm da zu viel zugemutet habe. Heute zb ist er bei der Oma und beim Abholen wollte er sofort zu ihr. Irgendwie bedrückt es mich stark und ich frage mich ob ich den Omatag etwas verkürzen soll. Ich weiß auch nicht. Wenn ich andere Mamas in der Stadt sehe mit ihrem Kind im Arm muss ich fast weinen. Ich bin mir nicht mehr sicher ob das mit dem Omatag ein Fehler war, fühle mich aber total unter Druck gesetzt, da sich die Oma due Enkel zur Lebensaufgabe gemacht hat. Sie hat sich ein eigenes Kinder für die Enkel eingerichtet, einen eigenen Kinderwagen gekauft und schreibt mir ständig wenn ich mich mal nicht melde ein bis zwei Tage. Irgendwie stresst es mich. Gespräche haben da nix gebracht. Das ist ihre Art. Eigentlich auch toll für die Enkel - bitte nicht falsch verstehen, aber ich habe das Gefühl, dass die Bindung zur Oma besser ist als zu mir. Muss dazu sagen, dass wir uns auch früher mit Baby täglich getroffen haben. Jetzt nur noch am Omatag meistens. Ich kenne natürlich das Phänomen, dass Oma und Papa spannender sind als Mama. Aber eher so ab 1 Jahr?
Und vor allem passt dann die Bindung zumindest wenn Mama und Kind alleine sind.
Ich bin echt etwas verzweifelt.
Kennt jemand zumindest ähnliches?

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Also ja, das mein Kind im Rahmen der "mobilen Weiterentwicklung" keinen Bock mehr auf mich hatte, das kenne ich. Hab icha ber ganz anders aufgefasst, monatelang war das Kind auf mich angewiesen und dann kommt es alleine von A nach B. Tranportmittel "Mutter" wird nicht mehr ständig benötigt, außer man wollte an unerreichbare Dinge, da war ich wieder gut zu gebrauchen, prima...so soll es sein.

Auch das mein Kind mich total unspannend fand, logisch wir haben ja auch den ganzen Tag aufeinander gehangen....ich wurde angemotzt, mein Mann am Abend mit dem strahlendsten Lächeln begrüßt...war wohl ne Art Lagerkoller meines Kindes#rofl.

Und ich habe mich schon immer gefragt, was man den Krabbelkindern eingeflößt hat, die sich stundenlang durch die Gegend tragen lassen...kenne ich nicht, zumindest nicht seit mein Kind mobil wurde. Auch davor schon, beim Anblick der Trage wurde gegrölt, als wäre es ne Zwangsjacke. Mein Rücken hat es meiner Tochter übrigens sehr gedankt.

Als Kleinkind gab es auch bei meinem Kind kein Kuscheln, fand sie doof. Wer kuschelt schon gerne, wenn man eine ganze Welt entdecken muß;-)? Erst ab der Einschulung (+/-) wird hier ausgiebig gekuschelt und geknuddelt.

Aber niemals ist mir auch nur im Ansatz der Gedanke gekommen, das mit unserer Bindung etwas nicht stimmen könnte. Mein Kind hat einen eigenen Willen, eine eigene Vorstellung (Okay, die Umsetzung haperte oft noch in dem Alter#schwitz), will die Dinge auf eigene Weise erledigen, es will sich selber entwickeln dürfen und nicht entwickelt werden. Ich lach mich heute noch über ein Filmchen schlapp, Madame hat ein neues Bilderbuch bekommen, das sie ausgiebig studiert hat. Sobald ich näher als einen Meter an sie ran kam hat sie losgebrüllt. Hätte sie da schon ein eigenes Zimmer gehabt, dann hätte ein "Bitte nicht stören"-Schild an der Tür gehangen. So war es ihr Laufstall, also auch ihre Regeln.
Was ich aber bei dir leicht gefährlich finde, das ist der Gedanke, das du den Kontakt zu Menschen runterfahren willst, den dein Kind mag. Nur damit es dich vielleicht mehr beachtet? Das ist doch der komplett falsche Ansatz.
Wenn du auf der anderen Seite ein Problem mit deiner Mutter hast, dann löse das, aber instrumentalisiere nicht stellvertretend das Kind dafür.
Wo das mit dem einen Jahr her hast, das Kinder andere Menschen spannender finden, als die Mutter, das ist mir schleierhaft und das ist auch Phänomen, das nennt man ganz einfach Entwicklung.
Also bitte, sortiere dich...auch für dein Kind.

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Also wir hatten hier immer Phasen, da hat er Papa vorgezogen. Auch als älteres Baby. Kam er heim, war die Freude sehr groß. Auch heute bin ich dann schnell abgeschrieben. Ja, das kann einem einen Stich versetzen. Aber eure Bindung ist nicht schlecht. Du bist für ihn langweilig, er sieht dich ständig. Er wird jetzt mobil und da will er nicht auf den Arm. Unser Sohn war mit Krabbelbeginn nicht mehr gerne auf dem Arm. Ist ja auch verständlich.
Unser Sohn wurde ein Kuschelkind als er sich mit einem Jahr abgestillt hat. Von da hat es zugenommen und heute mit 2,5 ist er sehr kuschelig. Gerade hat er eine Mama-Phase. Das ist oft anstrengend. Daher genieße die Pausen, auch wenn es dir schwer fällt.

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Wäre es nicht die Oma, wäre es der Papa. Babys/Kleinkinder wechseln ständig durch mit dem Verteilen ihrer "Gunst". So waren meine Kinder und meine Enkelin genauso. Mal war ich die Auserwählte, dann der Papa und auch der Opa....und die Mama stand frustriert daneben.
Mit einem Jahr erst? Wo hast Du denn DAS her? Das entscheiden die schön selber, wann sie die Gunst umpolen und halten sich sicher an keinen Zeitplan 🤣🤣🤣. Und wenn Mama und Kind alleine sind, ist noch lange nicht Friede Freude heile Welt. Wenn Du Pech hast, nölt Dein Kind solange, bis sein momentaner Liebling zur Tür rein kommt, dann geht ein Strahlen übers Gesichtchen. Alles zigfach erlebt.
Das ändert sich übrigens nicht - die wechseln durch, bis sie ausziehen. Gerade ist meine Tochter happy, dass sie sich mit ihrer Pubitochter sehr gut versteht, noch vor ein paar Wochen war der Papa der Favorit #schwitz
Wenn Du dann jedesmal die Krise kriegst, wird's ein Problem. ;-)
LG Moni

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Hallihallo,

Danke für deinen Kommentar ☺️
Es sind momentan die Oma UND der Papa.
Gerade eben hat die Oma meinen Sohn gebracht und er hat mich nicht angesehen, hat sich weg gedreht und als ich ihn auf dem Arm hatte, hat er sich wieder weggedrückt und wollte zurück zur Oma. Er hat dann total geweint als sie ging. Anscheinend hat er den ganzen Tag bei ihr geweint und wollte von ihr getragen werden. Das hat sie mir aber nicht erzählt, sondern meine kleine Nichte (4).meine mutter verschweigt mir so etwas immer. Ich finde es nicht normal, dass er sich von mir nicht mal trösten lässt wenn er sich weh tut und das mit 9 Monaten und auch wenn sonst keiner da ist. Oder irre ich mich?
Vielleicht muss ich noch erwähnen, dass meine Mutter ab Geburt meines Kindes fast täglich bei uns war. Ich habe das Gefühl als wäre ich nur eine Ersatzbezugsperson. Vor allem da meine Mutter sich in der Anfangszeit auch immer etwas vorgedrängt hat (vielleicht auch unabsichtlich). Ich habe das Gefühl, dass er da oma und Mutter verwechselt. Ich bin echt tottraurig über diese Intensität. Eine Mamaphase gab es übrigens noch nie.

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Gut, meine Tochter und ich sahen uns auch oft, als die Kleine nach 3 Monaten aus dem Krankenhaus heimkam, weil sie noch in vielem unsicher war. Aber keine ganzen Tage, weil ich ja noch Vollzeit arbeitete. Wenn ich so überlege, sah Leonie ihre Mama, Papa und meinen Mann und mich irgendwie gleichwertig an - sie pendelte locker zwischen allen und favorisierte mal diesen, mal jenen. Dass Du aber so garkeine Rolle spielst bei Deinem Kind, finde ich auch komisch, so krass war es bei uns nicht.
Da würde ich wirklich mal mit der Oma reden, ob sie sich mal ein bisschen zurücknehmen kann. Leonie weinte auch einmal abends, als sie zuerst übernachten wollte, aber da brachte ich sie dann heim. In den Schlaf weinen sollte sie sich ja nicht.
Hätte sie tagsüber länger geweint, hätte ich sie auch heimgebracht, das kam aber nicht vor.
Was mir gerade noch einfällt - der kleine Sohn meiner Patennichte war wie Dein Kind. Obwohl die Mama zuhause war, knuddelte er echt NIE - es war ein absolut dauermissmutiges, schlecht gelauntes Baby und Kleinkind, bis der Papa zur Tür reinkam, dann grinste er und kuschelte. Warum das so war, wusste kein Mensch. Auch der Kinderarzt nicht. Mit ca. 3 Jahren änderte sich das von heute auf morgen. Er ging in den Kindergarten und rannte seiner Mama freudig entgegen beim Abholen. Sein Verhältnis zur Mama war traumhaft bis heute, er ist 20 Jahre alt.
Ich weiß nicht, ob das ein Trost ist, meine Nichte war auch sehr oft sehr traurig - aber Du siehst, dass es öfter vorkommt.
LG

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Klingt für mich völlig normal! Und du musst lernen, das nicht persönlich zu nehmen!

Dein Kind weiß, dass du immer zuverlässig für es da bist. Manche Menschen (und eben auch Kinder und Babys) wollen nicht so viel Körperkontakt. Wir Mütter sind nicht immer Prio-Person 1.

Motte war im ersten Jahr totales Papa-Kind. Obwohl ich gestillt hab und mit ihr daheim war - bei papa hat sie sich viel schneller beruhigt, lieber gekuschelt und ist immer zu ihm gekrabbelt. Mit so 14/15 Monaten hat es sich total gewandelt und sie ist viel lieber bei mir 😅

Manchmal ist auch oma der Hit.

Grade beim mobil werden erkannte ich oft ihren Zwiespalt, dass sie auf den Arm will, aber kaum oben, wieder runter, weil unten ist doch alles spannender 😂😂

Also was würde ich an deiner Stelle tun? Nichts! Einfach akzeptieren, wie es ist.