Schwiegervater geht fremd-bitte um Rat

Hallo ihr Lieben,
ich schreibe zum ersten Mal in dieser Rubrik des Forums und benötige bitte dringend Rat oder Erfahrungswerte.
Zur Situation: ich (32) bin seit zweieinhalb Jahren mit meinem Mann (38) zusammen, wir sind auch verheiratet und erwarten in ca 4 Wochen unser erstes gemeinsames Kind. Er ist Einzelkind, seine Eltern mussten nach ihm mehrere Fehlgeburten innerhalb von 10 Jahren erleiden, zu einem Geschwisterkind kam es also nie. Er wird dementsprechend geliebt, war immer das ein und alles und wurde wo es nur ging unterstützt.
Seine Eltern sind beide Anfang 60 und seit 40 Jahren verheiratet, haben Haus und Hof, stehen finanziell gut da (gute Rente seinerseits und Eigentümer von Mietshäusern, fast alles vermietet), sie arbeitet noch (eigene Schneiderei im Haus).
Und nun kam raus, dass mein Schwiegervater, für seine fast 64 ein attraktiver und gut gebauter Mann, ein Verhältnis mit einer seiner Mieterinnen hat. Die gute Frau ist 24 Jahre jung, geht keiner Arbeit nach und stammt aus einem bildungsfernen Milieu. Das ganze geht seit ca 5 oder 6 Wochen. Nachdem meine Schwiegermutter über diverse WhatsApp Nachrichten gestolpert ist, stellte sie Nachforschungen an, fand Kondome, Gleitgel und hat die beiden zu guter letzt erwischt.

Sie ist (ich vermute aufgrund der vielen Verluste in ihrem Leben) psychisch labil, hat ein sehr liebevolles und sensibles Wesen. Dementsprechend haut sie die Situation völlig aus den Socken. Sie liegt seit Tagen im Bett, kann nicht arbeiten, pflegt sich nicht und hat nun auch noch getrunken. Mein Schwiegervater geht nach wie vor seinem Tagwerk nach, als wäre nichts weiter passiert und hatte tatsächlich gestern Abend wieder eine Verabredung mit seiner Affäre.

Wir sind mit der Situation irgendwie überfordert, da wir nicht wirklich helfen können. Ich höre ihr zu, mache ihr Mut und versuche, sie ein bisschen aufzubauen. Mein Mann redet seinem Vater ins Gewissen, aber das kommt irgendwie nicht an. Ihm gibt diese Affäre irgendetwas, und er kann nicht versprechen, dass er es beendet.

Was können wir denn noch tun, außer reden, zuhören und im Haushalt helfen?

Danke fürs lesen, bitte gebt uns doch einen Rat.

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Nach 40 Jahren, nachdem man so viel gemeinsam überstanden hat, ist das ein Schlag ins Gesicht. Du sagst es sind Tage... ich denke es wird noch eine Weile dauern bis sie das verarbeitet hat. Ich würde höhstens ablenkung anbieten. Letztendlich konnt ihr nichts machen... jedoch, eventuell braucht sie auch professionelle Begleitung.

Du sagst ja, dass sie immer schon sehr labil und emotional "zerberchlich" war, vermutlich wegen ihrer Vorgeschichte, eventuell hat ihr das "den Rest gegeben" und sie braucht eine Begleitung um sich zu stabilisieren. Vielleicht würde ihr ein stationärer Aufenthalt auch gut tun, dann würde sie mal rauskommen und hätte da halt volles Programm. Stationär findet man tatsächlich oft schneller was als ambulant einen Psychologen zu finden. Ich wurde das noch etwad beobachten usn sonst eher an professionelle Hilfe denken.

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Danke für deine Antwort.
Den selben Gedanken hatte ich auch schon. Meine beste Freundin arbeitet auf einer psychiatrischen Station in einem Krankenhaus und hat mich darauf gebracht. Ich weiß aber nicht so richtig, wie ich das Thema angehen soll.

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das ist die Sache deiner Schwiegereltern, ihr könnt seiner Mutter beistehen. ich bin auch 60, ich würde meinen Mann rausschmeissen

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Hallo.

Ich fürchte, ihr könnt (und solltet) nicht mehr machen, als ihr sagen, dass ihr jederzeit für sie da seid.
Sie muss das alles erst einigermaßen verdauen, um dann aktiv werden zu können.
Das kann Tage aber auch Wochen dauern.
Seid für sie da - aber drängt sie zu nichts. Den Rest muss sie erst mal mit sich selber - dann mit ihrem Noch-Mann ausmachen.

LG

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Hallo, ich denke sehr viel mehr als für deine Schwiegermutter da sein und ihr zuhören könnt ihr nicht machen. Anscheinend hat eurer Schwiegervater nicht die Absicht, die Affäre zu beenden. Sie muss jetzt zu einer Entscheidung kommen, entweder Trennung oder sie nimmt es hin. Was anderes wird ihr wohl nicht überbleiben.
Man weiß auch nicht, warum es dazu kam,wie es in der Ehe der beiden wirklich aussieht.
Seid einfach da für sie, bietet ihr Hilfe und ein offenes Ohr für Gespräche an, mehr geht nicht. Es ist nicht schön, was da abgeht, aber die beiden müssen es allein regeln.

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Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es die 1. Affäre des SV ist, wenn sie 40 Jahre verheiratet sind und ich denke, dass die SM das auch weiß, wenn sie ehrlich zu sich ist. Niemand geht mit 64 das 1. Mal fremd. Entweder man tut dies vorher oder gar nicht.

Meiner Meinung nach ist es überhaupt nicht die Aufgabe von Euch dort Stellung zu beziehen. Er bleibt der Vater Deines Mannes, ob mit Affäre oder ohne. Er und die SM müssen es unter sich ausmachen. Ich finde es auch sehr eigentümlich von Deiner SM sich wegen einer Affäre derart gehen zu lassen. Man ist verletzt, enttäuscht usw. Alles verständlich, aber nicht in dem von Dir beschriebenen Ausmaß. Wenn sie ausziehen will etc., bietet ihr Hilfe an, aber alles Emotionale muss sie mit sich oder Freundinnen ausmachen und nicht mit dem Sohn oder Dir, weil es Euch in eine unangenehme Situation bringt.

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>>Ich finde es auch sehr eigentümlich von Deiner SM sich wegen einer Affäre derart gehen zu lassen<<

Ich kenne ein solches Verhalten, aus der eigenen Familie. Der Mann lag einige Wochen lang nur im Bett. Bekam sobald andere Familienmitglieder oder Nachbarn kamen Heulkrämpfe und Schreianfälle der Verzweiflung.
Leider sind sämtliche Besucher darauf reingefallen und haben versucht die Frau umzustimmen. Der arme Mann...
Hinterher kamen viele Geschichten raus, wie er sie jahrelang gedemütigt und manipuliert hat, sie hat jahrzehntelang unter ihm gelitten, nur nach außen gab es das "heile Familie Bild", selbst die erwachsenen Kinder haben erst hinterher erfahren was dort ablief.

Von daher gebe ich dir recht. Mich würde dieses Verhalten auch eher skeptisch machen.

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Ich kann zwar nicht wissen, ob er sie schon im Vorfeld betrogen hat, jedoch wäre ich prinzipiell nicht davon ausgegangen. Und selbst wenn, dann hat sie davon zu 100% nichts gewusst.

Eines ist aber definitiv Fakt: ihre Reaktion ist kein manipulatives Verhalten, sondern entsteht aus purer Verzweiflung. Sie ist einfach am Ende ihrer Kräfte.

Wir sind uns schon bewusst, dass es im Grunde nicht unsere „Aufgabe“ ist, jedoch haben wir ein enges Verhältnis zu den Schwiegereltern und werden in sämtliche vertrauliche Dinge einbezogen. Es ist ein bisschen, als ob es engen Freunden passiert wäre.

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Im Grunde geht es euch überhaupt nichts an, was dein Schwiegervater macht. Soll sie sich trennen. Wird sie nicht tun, weil wahrscheinlich finanziell abhängig. Ist aber nicht euer Bier. Ihr könnt es ihm ja nicht verbieten.
Wolltest du, wenn du in der Situation wärst, dass man sich derart einmischt?

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Naja, wenn sie mich anruft und bittet ihr ein bisschen Halt zu geben, mir alles schickt, was sie fotografiert hat bezüglich ihrer „Entdeckungen“ und mir mehrmals täglich schreibt, wenn etwas neues passiert ist, gehe ich schon davon aus, dass es erwünscht ist, dass ich mich „derart einmische“.

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Das ist definitiv nicht in Ordnung. Egal ob es sich um kleine oder erwachsene Kinder handelt, sollten diese nicht derart in Beziehungsprobleme der Eltern mit hineingezogen werden.
Für euch wird es fast unmöglich neutral zu bleiben.
Entschuldige, aber ich finde das wirklich manipulativ.
Das solltet ihr auch deutlich machen. Für solche Dinge sind Freunde zuständig.

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Natürlich dürft und sollt ihr bei der Sache unterstützen. Bedeutet der Mutter Halt geben und ihr zuhören. Was ihr aber nicht dürft und nicht sollt, aber trotzdem macht ist,dass ihr Partei ergreift und dem Vater ins Gewissen redet. Das geht zu weit. Da überschreitet ihr eine Grenze die man auch bei guten Freunden nicht überschreiten darf. Denn ab da geht es euch nichts mehr an. Ihr sollt unterstützen undzwar egal welche Entscheidungen getroffen werden und egal ob ihr die Entscheidungen gut findet oder nicht. Wenn sich die Mutter trennen will, unterstützt sie, wenn sie ausziehen will, unterstützt sie, wenn sie die Beziehung retten will,unterstützt sie, aber wenn er die Affäre behalten will und sich trennen will,dann unterstützt genauso auch ihn. Ihr müsst es schaffen unparteiisch zu sein,egal ob es euch passt oder nicht. Wenn ihr es nicht schafft, dann haltet euch bitte komplett raus und lasst es sie alleine klären.

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Genau so ist es.
Wie kommt man auf die Idee, sich einzumischen und dem SV zu erklären, was er zu tun oder zu lassen hat? Die Situation ist ätzend, ja.. Aber im Grunde ist es Sache der Frau, zu entscheiden, ob sie das Verhältnis akzeptiert oder ihre Konsequenzen zieht. Ich würde mich nicht dazu instrumentalisieren lassen, auf den Herren einzureden.
Es ist merkwürdig, dass sie sich nun so gehen lässt- passt auf, dass ihr euch nicht vor den Karren spannen lasst, googlet mal "sekundärer Krankgeitsgewinn".

Liebe Grüße
Schoko

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Niemand sagt ihm, zu dies oder zu das. Aber ihm vor Augen zu führen, wie fürchterlich es für seine Frau gerade ist, finde ich nicht verwerflich. Denn er scheint es irgendwie herunterzuspielen, wäre doch nicht so dramatisch.

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Weshalb sind Arbeitsverhältnis und vermuteter Bildungsstand der Affäre relevant? Wärs weniger "schlimm", wenn es sich um eine Akademikerin handelte? Da geht der Schwiegervater fremd und es wird dennoch versucht, es der anderen Frau anzuhängen...der Mann ist 64 und das wird seines abgebrühten Verhaltens nach vermutlich nicht seine erste Affäre sein. Und wenns nicht diese Frau wäre, hätt ers eben bei der Nächsten probiert. Ich fänds moralisch ebenfalls grenzwertig, sich wissentlich auf einen vergebenen Mann einzulassen, aber die Hauptschuld liegt definitiv bei deinem SV.

Ich würde mich da tunlichst raushalten. Reden und zuhören ja, Partei ergreifen - nein. Und dein Mann sollte aufhören, deinem Vater "ins Gewissen zu reden", das ist nicht seine Baustelle, sondern die seiner Eltern. Seine Meinung kann man durchaus äußern, aber Überredungsversuche sind so übergriffig wie vergebens. Am Ende gerät man, wenns blöd läuft, noch selbst in die Schusslinie.

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Wir haben uns sowieso darauf geeinigt, nicht zu urteilen oder zu werten, sondern unterstützend zu wirken. Vielleicht war es unglücklich formuliert, dass mein Mann ihm ins Gewissen redet. Er versucht ihm klarzumachen, dass es eben für seine Mama keine Lappalie ist. Denn er scheint es so wahrzunehmen.
Meine Schwiegermutter ist eine sehr attraktive und gepflegte Frau. Die Tatsache, dass dieses Mädchen ein, ich nenne es mal, Früchtchen, ist, ist wahrscheinlich nochmal ein besonderer Schlag ins Gesicht. Sie hat sich bewusst angeboten, wie er ihr berichtet hat. Vielleicht ist es auch genau das, was ihn daran reizt, wer weiß. Aber sie ist definitiv nicht das „arme“ Mädchen, dass von einem alten Mann bezirzt worden ist.

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Achgott ja, der arme Kerl. Gut, dass er keinerlei freien Willen besitzt, sonst hätte er sie auch einfach abweisen können. Aber er kann ja gar nicht anders als mit ihr ins Bett zu steigen, wenn sie sich ihm ständig so "anbietet"...[/ironie]

Wir schreiben 2021, da kann man diese Mär von der bösen Verführerin, die unschuldige, vergebene Männer gefügig macht und in ihr Bett zerrt, doch wirklich mal ad acta legen. Und dass der Vater deines Mannes noch den Nerv besitzt, sich hinzustellen und es so darzustellen ist ja wohl der Gipfel der Erbärmlichkeit.

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Ich denke auch dass ihr da nicht viel mehr machen könnt als ihr Hilfe anzubieten und schauen, ob deine Schwiegermutter professionelle Hilfe annehmen möchte.
Ich denke, das wäre schon sinnvoll und wer weiß was sie da sonst noch zu verarbeiten hat.

Deinen Schwiegervater kann niemand ändern und wenn er es nicht seiner Frau zuliebe beendet könnt ihr da wohl kaum etwas machen.

Einen ähnlichen Fall habe ich letztes Jahr auch im Bekanntenkreis erlebt, da waren noch zwei kleine Kinder im Spiel und er hat sich auch eine, naja, zweifelhafte Dame ausgesucht für die er seine Familie verlassen hat. Am Ende war das Haus auch noch weg. Ich verstehe nicht, wie man so etwas machen kann aber ändern kann man es leider nicht.