Frau ohne Kinder und Kinderwunsch

Ich bekomme oft gesagt, dass ich das mal bereuen werde und das beste im Leben verpasse.
Dass ich im Alter alleine da sitze und ohne
Kinder der wichtigste Lebensinhalt fehlt.
So, wie eine Drohkulisse, die aufgebaut wird ,kommt mir die Argumentation vor.
Mit 30 kamen erste Fragen, gerade auch aus dem Freundeskreis von anderen Frauen, die zu Zeitpunkt Mutter geworden sind.
Auch von Kollegen, Männern wie Frauen, kamen Fragen, und Blicke auf den Bauch.
Was ich bei Freunden noch völlig ok fand, fand ich im Berufsleben sehr übergriffig.
Die Familie....Das war ein besonderes " Minenfeld"
Als ich ca Anfang 30 und seit 10 Jahren liiert war, kamen verstärkt und zunehmend unangenehm für mich, Fragen nach Hocheit und Kind.
Insbesondere meine Mutter wurde immer" verzweifelter" in ihrer Art zu fragen.
Was mich daran hindert, warum ich denn nicht will, was denn der Grund wäre für den nicht vorhandenen Kinderwunsch.
Ich glaube, sie hat an sich selbst gezweifelt und gedacht sie hat als Mutter etwas falsch gemacht.
Dazu kam, dass mein Bruder auch lange kein Kind wollte und dann als er wollte hat es trotz vieler Versuche und jahrelanger Kinderwunsch Behandlung nicht mehr geklappt.
Als ich dann mit Mitte 30 wieder Single war, war das ganz schlimm für meine Mutter, nicht mal mehr die theoretische Aussicht auf Hochzeit und Kind.
Die Fragen wurden dann etwas weniger, und hörten erst auf als ich die 40 überschritten und immer noch alleine war.
Erst mit 45 lernte ich meinen derzeitigen Partner kennen, jetzt bin ich 50, und er ist 55.
Auch kinderlos und hatte auch nie den Wunsch danach, passt also.
Er hatte in jüngeren Jahren das Problem eine Frau zu finden, die auch keine Kinder will.
Alle seine Beziehungen vorher sind am Kinderwunsch der Frauen gescheitert.
Er sagt, zum Glück ist er jetzt aus dem Alter raus und auch potentielle Partnerinnen sind mit dem Thema durch.
Kennt ihr so was?
Meine Mutter tat mir schon Leid, drei Kinder und kein Enkelkind( meine Schwester ist Nonne geworden).
Und meine Freundinben mit mittlerweile überall Erwachsenen Kindern bedauern meine Entscheidung immer noch und sagen, xdas war ein Fehler kein Kind zu bekommen...
Mich interessiert gerade deshalb eure Meinung weil ja hier ein Familienforum ist.
Wie denkt ihr über gewollte Kinderlosigkeit?

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Ich finde es völlig okay, wenn jemand keine Kinder haben möchte. Bringt ja auch nichts, wenn derjenige es gezwungenermaßen macht. Wird man ja womöglich auch nicht glücklich. Jeder muss so leben wie er möchte und wie er glücklich wird.
Kann verstehen, dass deine Mutter etwas traurig ist, aber sie muss es halt akzeptieren.
Versteh aber nicht warum sich irgendwelche Leute da einmischen.

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Auch wenn ich selbst ein Kind habe und immer einen Kinderwunsch hatte, kann ich Frauen - und natürlich Männer - verstehen, die diesen Wunsch nicht haben. Kinder zu haben ist schön, aber nicht das Lebensziel. Und ich kann nicht nachvollziehen, warum andere sich ungefragt einmischen und davon ausgehen, dass jede Frau Mutter werden will. Weil es „normal“ ist und einfach dazu gehört?! So lange DU mit der Entscheidung glücklich bist, sollten alle anderen das akzeptieren. Und selbst, wenn du es jetzt bereuen würdest, geht das niemanden etwas an. Jeder sollte das Leben führen können, das für ihn am besten ist. Ob mit oder ohne Kinder ist doch völlig egal.

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Ich glaube, die Generationen vor uns sind da häufiger noch in so einer Denke "Mann, Frau, x Kinder" muss sein. Klar, ich freue mich auch über Enkelchen (wenn es mal dazu kommt) aber ich akzeptiere auch alles andere und hinterfrage kein wieso weshalb warum. Ich gebe Tipps/Meinungen, wenn ich gefragt werde, und freue mich, wenn die Kinder glücklich sind.

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Guten Morgen.

Ich denke, dass ist auch so eine Never-Ending-Debatte, wie viele andere Themen auch.
Wichtig ist, dass du in der Sache voll und ganz bei dir bist. Es ist dein Weg, den du für dich entschieden hast. Ich selbst habe 2 Töchter. Ich erziehe sie dahin, dass sie frei entscheiden können was gut für sie ist. Ich möchte ihnen weder vorschreiben welche Sportart sie wählen, welchen Beruf sie ausüben wollen, welche Geschlechteridentität sie möchten, welchen Lebensweg sie überhaupt bestreiten möchten... für mich ist nur wichtig, dass sie rundum zu sich stehen und auch ihre Mitte im Leben finden. Ich als Mutter will und kan sie nur begleiten... oder eben als Vertrauensperson zur Seite stehen. Ich denke, dass deine Mama noch eine Vorstellung hat, wie sie in den 50er Jahren vorkam. Meiner Meinung sind die eigenen Kinder nicht dazu da, meinen Lebensinhalt im Alter zu erfüllen. Dafür bin ich allein verantwortlich.
Ich denke, dass offensichtlich alles für dich passt und wäre für mich persönlich Punkt über den ich mein ganzes Leben debattieren würde wollen.

Genieße es!


Alles Gute euch.

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Es ist natürlich deine Entscheidung, aber deine Mama tut mir sehr sehr leid.

Natürlich wünscht sie sich Enkelkinder und ihre Fragen zeigen, wie groß doch der Wunsch ist. Für mich gehören Kinder zum Leben dazu und ich würde die Vorstellung niemals Oma zu werden auch ganz grausam finden. Nun kann deine Mama daran nichts ändern. Das Zeitfenster von ihren Kindern halt sich geschlossen. Es ist entschieden.

Warum du niemals den Wunsch verspürt hast Mama zu werden, kann ich nicht sagen. Aber es ist deine Entscheidung und die hat jeder zu respektieren!
Für mich persönlich war es eine Herzensangelegenheit Kinder zu bekommen. Meine Eltern und mein Bruder sind inzwischen tot. Nahe Verwandte habe ich nicht mehr- nur meinen Mann und die Kinder. Das ist meine Familie. Und ich hoffe sehr, dass auch sie alle später Kinder haben werden.
Nach dem Tod meines Bruders waren es damals meine Kinder, die meine Eltern wieder aufblühen ließen. Das war schön zu sehen. Leider gingen auch meine Eltern viel zu früh von uns. Aber bis zu ihrer letzten Sekunde waren ihre Enkel ihr großes Glück und da bin ich sehr dankbar für.
Ich liebe meine Kinder so sehr und möchte mir kein Leben ohne sie vorstellen. Ich habe 8 Kinder! Das bedeutet viel Arbeit aber auch viel Glück für mich.

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Mit tut die Mutter auch leid aber es ist doch nicht die Aufgabe der Kinder ihr Enkelkinder zu zeugen?

Dein Beitrag finde ich persönlich genauso unangemessen wie viele Menschen im Umfeld der TE. Schön dass Du so viele Kinder hast, aber nicht jeder will so ein Leben.

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Das habe ich auch weder geschrieben noch gemeint. Ich schrieb, dass es jeder selbst entscheiden muss und das es das zu respektieren gilt. Hast du das überlesen???

Bitte interpretiere nicht irgendwelche Sachen in meinen Beitrag. Ich sprach von mir und warum für MICH Kinder so wichtig sind.
Und ja, ich finde es für ihre Mutter schade, die gerne Oma werden wollte aber es nicht beeinflussen konnte.
Aber natürlich ist es IHR Leben und IHRE Wahl ob und wieviele Kinder sie möchte.
So wie es auch meine Wahl war 8 Kinder zu haben. Das muss auch nicht jeder gut finden und nachmachen. Aber respektieren!
Ich habe nur meine Geschichte geschrieben. Schade, dass ich dafür gleich so angegangen werde!

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Ehrlich gesagt denke ich über sowas nicht nach. Jeder macht sich das Leben schön wie er möchte. Für den einen gehören Kinder dazu, für den anderen eben nicht. Interessiert mich nicht und geht mich nichts an.

Deine Mutter tut mir allerdings leid. Sie hatte diesen Wunsch fürs Leben (Enkel), aber es lag nicht in ihrer Hand ihn zu verwirklichen.

Dennoch sehe ich in Deiner Frage irgendwie keinen Sinn. Wenn ich einen Lebensentwurf habe stehe ich dahinter. Da brauche ich keine Meinung von außen und da stört mich auch das Gefrage und/oder Getratsche von anderen nicht.

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>> Wie denkt ihr über gewollte Kinderlosigkeit? <<

Ich bin sehr froh, dass wir in einem freien Land leben, in dem jeder und jede seine / ihre eigenen Entscheidungen treffen darf.

Auch bin ich nicht der Meinung, dass Frauen per se als Lebensziel Kinder bekommen haben müssen. Warum? Es gibt viele Dinge, die das eigene Leben bereichern, das müssen keine Kinder sein. Und man kann Kinder durchaus auch als Einschränkung und Risiko empfinden. Auch verstehe ich, wenn eine Angst vor der Zukunft so groß ist, dass man sich gegen Kinder entscheidet.

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Ich bin der Meinung, dass es von jedem einzelnen die Entscheidung ist. Fertig. Ich kenne Leute, die es bereut haben, ich kenne Leute, die bis zum Ende gut damit sind, keine Kinder zu haben.

Was ich aber tatsächlich verstehen kann, dass deine Mutter traurig ist. Es gibt einen Kinderwunsch und später einen Enkelkinderwunsch. Wenn der nicht erfüllt wird, darf man schon traurig sein. Vor allem, wenn man drei eigene Kinder hat und nicht ein einziges Enkelkind.
Dennoch ist es deine Entscheidung und wenn es dir damit gut geht, dann ist doch alles gut.

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Ich kann mich nicht in Dich hineinversetzen. D.h. ich kann den Wunsch kinderlos zu bleiben gefühlsmäßig nicht nachvollziehen.

Aber selbstverständlich kann ich diesen Wunsch akzeptieren. Und ich finde dieses ständige Nachfragen und Infragestellen deiner Ansicht sehr respektlos.