Umfeld nicht bedürfnisorientiert

Huhu,

wenn man Konflikte mit den Großeltern googelt findet man zig Artikel in denen steht, wie schön es doch sei wenn diese ihre Enkel auch mal verwöhnen, mehr Zeit haben als die Eltern und geduldiger sind.

Wie aber damit umgehen wenn es genau umgekehrt ist, diese eben nicht "bedürfnisorientiert" (in Klammern weil definitiv nicht ohne Regeln und Grenzen, was ja viele denken) und viel strenger sind? Dazu finde ich irgendwie nichts.

Hat/Hatte jemand von euch den Fall?

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Was heißt strenger und was heißt bedürfnisorientiert?

Mein Kind fühlt sich seit jeher dort wohl, wo es streng zu geht. Streng im Sinne von: klar, verständlich, immer die gleichen Regeln.

Sind wir bei Verwandten geht es insofern strenger zu, als dass sie in manchen Bereichen mehr Wert darauf legen, ihnen anderes wichtiger ist. Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr alles können (Lautstärke, hinterherrennen als sie kleiner war etc).
Das ist super machbar. 1. halte ich mich mit an die Regeln 2. lernt mein Kind daraus und profitiert davon 3. haben diese Regeln durchaus ihren Sinn 4. sind es Besuche und über begrenzte Zeiträume gut möglich das durchzuhalten, im Alltag haben wir einen anderen Rhythmus, der besser zu uns passt.


Schwieriger ist es, wenn "streng" bedeutet, dass es um Strafen geht, ignoriert werden, schlagen oder das Kindeswohl schädigen.

Beispiel zu oben: ja, meinem Kind habe ich es zugemutet im Restaurant auch mal still zu sitzen und nicht herumzurennen. Auch als Kleinkind. Kompromisse: nicht täglich, ab und zu, genug Spielzeug und so, dass es machbar war. Bewegung davor und danach.

Beispiel zu Strafen: Kind muss sitzen bleiben (ohne Beschäftigung), Kind muss ruhig sein, wenn Erwachsene reden (ohne Beschäftigung), Kind wird auf die Finger geklopft oder angeschrien, wenn es nicht pariert.
Menschen, die solches Verhalten zeigen, befinden sich nicht mehr in meinem Umfeld. Das ist mir zu anstrengend, da geht es darum mein Kind zu schützen.

Bei Menschen, die sich irgendwie zwischendrin befinden: Treffen nur im Freien oder öffentlich oder bei uns. Dann sind es unsere Regeln. Ihre nur dann, wenn sie auf das Kind aufpassen. Unsere Regeln deswegen, weil ich die Verantwortung trage. Sagen dürfen sie natürlich schon was. Je nach Tonfall ist es ok oder ich sage was zu den Erwachsenen, wenn der Ton gar nicht geht / oder der Inhalt. Dann gibt es Absprachen - oder wir gehen - oder ich stelle klar, dass bei uns zu Hause unsere Regeln gelten. Da kommt es auf die Nuancen an.

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Bei uns gilt Omas Haus, Omas Regeln.

Und alles, was nicht zum Haus gehört, also, wie viel darf genascht werden etc. Obliegt uns.

Ich hoffe das ist irgendwie verständlich?

Beispieel: bei Oma und Opa muss es leiser zu gehen als bei uns, dort darf nicht auf dem Bett getobt werden, bei uns schon.

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Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, es schadet nicht.

Als Kind war ich häufig bei beiden Großelternpaaren. Die einen haben sich komplett nach mir gerichtet und mich auf Händen getragen, die anderen waren eher streng, da hieß es sich unterordnen. Meine Eltern waren irgendwo dazwischen.

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Ja super, da ist er wieder, der tolle Spruch:
"Uns hat das auch nicht geschadet."
Alleine, dass man den autoritären Erziehungsstil immer wieder so verteidigt zeigt doch dass es ebeb nicht okay ist. Und es ist schlichtweg nicht wahr.

Warum ist es legitim Kinder wie kleine Erwachsene zu behandeln?
Warum sind heute viele Erwachsene so wie sie sind? Haben Probleme mit dem Selbstbewusstsein, sind beziehungsgestört, etc. Kommt bestimmt alles nicht aus der Kindheit, nein.

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Etwas strenger ist nicht gleich autoritär.

Nur weil es bei Oma und Opa mehr Regeln gibt, wird man nicht beziehungsgestört.

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na dann gibt man sein Kind da nicht hin, oder was genau möchtest Du jetzt wissen?

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Meine Mutter ist in vielen Dingen wie schon mit uns eigenen Kindern umgegangen. Also in manchem strenger, ich würde eher sagen, mit mehr Regeln als bei uns Eltern. Aber die Kinder haben diese Oma geliebt!
Solange die Großeltern mein Kind nicht schlagen oder anderes misshandeln, sondern wurde das Umgehen von den Großeltern akzeptiert.

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2-3 Beispiele wären hilfreich.

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Welche Bedürfnisse werden denn ignoriert?
Hast du ein paar Beispiele?
Es ist ja schon ein Unterschied ob das Kind zum Beispiel zum Aufessen gezwungen wird , oder ob es einfach nur sitzen soll bis alle fertig sind 🤷‍♀️.
Käme für mich ein bisschen drauf an, was genau jetzt die Problematik ist. Und natürlich wie alt die Kinder und was verlangt wird.

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Der Begriff "bedürfnisorientiert"kann alles und nichts bedeuten. Ich verstehe darunter, dass man den Bedürfnissen eines Kindes nachkommt. Das darf aber natürlich nicht dazu führen, dass man alle Bedürfnisse erfüllt, dies das Kind äußert und dabei seinen Erziehunungsauftrag ausser Acht lässt.

Ich verstehe gerade nicht, was du meinst.

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Bedürfnisorientiert meint, dass in einer Familie die Bedürfnisse ALLER berücksichtigt werden. Also natürlich auch die des Babys / Kindes.

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Zudem besteht ein Unterschied zwischen Bedürfnis und Wunsch.

Bedürfnis: Essen, Schlaf, Nähe, Sauberkeit. Dem kann und darf man unverzüglich nachkommen.

Der 10. Schokoriegel (oder sonst was) ist ein Wunsch. Dem darf man Grenzen setzen.

Oder ein noch deutlicheres Beispiel: das Kind ist hundemüde, will aber nicht schlafen. Wir müssen aber das Bedürfnis nach Schlaf erfüllen, zum Wohle des Kindes und es dann eben aus dem Spiel nehmen oder Ähnliches, auch wenn es sich wünscht, dass es weiter spielen kann.

Einfach so als Ergänzung zu deinem Beitrag :)

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Ja natürlich, für mich gehört es zur vernünftigen Erziehung dazu, das mein Kind ganz unterschiedliche Menschen mit eigenen Bedürfnissen kennenlernt.

Wie soll es denn sonst lernen, das es ein Teil einer Gesellschaft ist? Wie soll es sonst lernen, sich auf andere Menschen einzustellen oder auch anzupassen?

Es gibt Tabus (körperliche Gewalt, emotionale Erpressung und zum Essen drängen), werden die gebrochen, dann schütze ich mein Kind, aber ansonsten ist eine strenge Oma/ Erzieher/Lehrer kein Problem.