Möchte meinen knapp 16 Jährigen loswerden

Ich bitte euch um Ratschläge und versuche mich kurz zu halten.
Wir hatten schon einiges durch, Psychologen, Psychiaterin, auch mal stationärer Aufenthalt auf der Psychiatrie. Es wird immer kurzzeitig besser, verschlechtert sich und eskaliert schlussendlich.
Mein bald 16 jähriger Sohn war nie leicht bzw ein sehr forderndes und aktives Kind. Sehr sensibel und impulsiv. Wir haben uns schon recht früh Hilfe geholt, weil ich mit seinen Ausrastern nicht umzugehen wusste. "Scheiß Mama, ich hasse dich", z.B. ... als er noch jünger war, konnte man sich versöhnen aber mittlerweile ist er ein junger Mann und benimmt sich immer noch so.
Erst heute "du bist ja geistig behindert und hast als Mutter völlig versagt". Der Grund für diese Aussage, sein Lieblingspulli hat einen Fleck und ich bekomme ihn nicht mehr sauber ... ich habs versucht, nachdem er mich aber unglaublich angejammert hat, hab ich gesagt, dass er eben keine Acrylfarbe hätte draufschmieren dürfen. War eine unnötige Aussage von mir, das weiß ich und ich hätte Verständnis für ein Gemurre oder Augenverdrehen ... aber er ging richtig auf mich los. Gehe ich darauf ein, wird er immer lauter und beleidigender, ignoriere ich es, stellt er sich vor mich und lässt mich nichts mehr tun, bis ich geantwortet habe. Ich müsste ihn beiseite schieben, hab ich schon mal getan, danach schreit er was von häuslicher Gewalt und er meldet mich, weil ich ihn angefasst habe...
Ich kann einfach nicht mehr.
Läuft alles, wie er es will, ist es super. Wir können abends Spiele spielen, plaudern gemeinsam. Er hat alle Freiräume. Ist viel unterwegs, bekommt von mir auch das nötige Geld dazu. Muss nichts im Haushalt machen. Das probiere ich erst gar nicht mehr, ist aber ein anderes Thema. Es geht ihm hier wirklich gut. Denn ich weiß, wie das klingen mag, ein typisches Verhalten eines vernachlässigten Kindes. Aber er wird nicht vernachlässigt.
Er versucht mich generell fertig zu machen. Stehe ich lange in der Küche und koche etwas wirklich Tolles, sagt er "jetzt weiß ich wieder, wieso ich heute zum McDonalds wollt". Koche ich etwas Schnelles "toll, hast dir ja heute Mühe gegeben" und klatscht in seine Hände.
Jeden Tag das selbe.
Bitte helft mir. Denn langsam möchte ich einfach nur mehr, dass er geht ...

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Du kannst zum Jugendamt gehen und ihnen mitteilen, dass du der Verantwortung nicht mehr gerecht wirst und sie den Jungen in betreutes Wohnen vermitteln.

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Ich werde morgen dort anrufen und mich informieren. Ich danke euch, für eure Antworten.
Ich fühle mich wie eine Versagerin ... setze ein Kind in diese Welt, war nicht fähig, es richtig zu erziehen und will es nun loswerden ...

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Du hast doch dein bestes gegeben und hast nichts unversucht gelassen 🤷‍♀️
Ich hoffe das JA findet eine gute Lösung, vllt findet ihr wieder zueinander.
Alles Gute 🍀

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Was sagen die Hilfsstellen?
Eigentlich sollten sie dauerhaft beraten. Plan B mitteilen. Psychiatrieaufenthalte eher zur Diagnostik. Wenn das nicht ausreicht, Beratung zur Weiterbehandlung etc.

Dabei geht es dann nicht darum ihn loszuwerden, sondern eine für ihn geeignete Lösung zu finden, was ihm langfristig hilft, einen Weg ins Leben und im Leben zu finden.
Mit 16 braucht er noch Unterstützung.
Entweder Eltern(teil), betreutes Jugendwohnen, Wohnen mit psychischer Unterstützung (ich weiß nicht wie das heißt).

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In diesem Fall wäre das eigene Kind, welches die Mutter angreift, permanent beschimpft und sie fertig macht, raus. DAS muss sich nicht niemand antun.

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Und wohin soll das RAUS sein? Auf die Straße? Das Kind verhält sich sch**, muss sich die Mutter nicht antun. Stimmt. Dennoch ist das Kind noch nicht volljährig und kann nicht einfach so vor die Tür gesetzt werden.

Daher die Frage nach den Hilfsstellen.
Was wurde schon vorgeschlagen?
Welche Möglichkeiten gibt es?
Wollen alle Däumchen drehen, bis er 18 ist oder bis schlimmeres passiert?

Sag konkret wohin RAUS deiner Meinung nach ist?

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Er ist kein kleines Kind mehr. Ich würde mit ihm offen darüber reden und mich mit dem JA in Verbindung setzten, dass deine Grenzen erreicht sind und du der Situation nicht mehr Herr wirst.

Mit 16 ist dein Sohn dir körperliche überlegen und wenn er seine Impulse nicht im Griff hat und dich physisch angeht, dann ist das einfach inakzeptabel. Ich würde mir so etwas im eigenen Haus als Dauerzustand nicht bieten lassen. Er sieht die Grenze bereits nicht mehr und erschrickt sich nicht, wenn er sich so Verhält: Das ist gefährlich. Was wird er wohl in Zukunft mit den anderen Frauen in seinem Leben machen. Wird er sie auch einschüchtern, wenn ihm was nicht passt? Gruselig.

Gab es denn irgendwelche Diagnosen? Wenn sonst alles "normal" läuft bei euch muss das Verhalten eine Grund haben. 😔

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Wieso ich selbst nicht an das Jugendamt gedacht habe ... ich werde da morgen gleich mal anrufen.

Er ist nur uns gegenüber so. Mir, meinem Mann und seinem jüngeren Bruder. In der Schule ist er das bravste Kind, redet nie zurück, kein Ärger mit anderen Kindern. Andere würden ihn als schüchtern und freundlich, hilfsbereit bezeichnen. Nur wir sind das Problem. Aber so sehr ich mich auch bemühe, ich finde unsere Fehler nicht.
Aber dass er später mal so mit seiner Frau umgehen könnte, ist vorstellbar und tatsächlich gruselig. Ist er sich erst mal der Bindung bzw. der Liebe sicher, könnte er sich genauso verhalten. Schrecklich, wie ich über mein eigenes Kind spreche ...
Außer ADHS, dass laut Experten bei ihm nicht behandelt werden muss, gibt es keine Diagnose. Jedoch waren wir schon lange bei keinem Experten mehr, da er sich strikt weigert.
"Normal", ich weiß nicht, wir sind eine ganz normale Familie eben. Gewalt gab es nie, weder physisch noch psychisch. Auch habe ich ihm immer meine Liebe gezeigt, in Form von Zeit miteinander verbringen, ihm zuhören, ihm vertrauen ... natürlich auch mit Geschenken, aber Zeit ist in meinen Augen viel wichtiger. Dass er diese derzeit nicht möchte, verstehe ich ... steckt ja auch mitten in der Pubertät. Aber egal was, es scheint nie gut genug. Neulich hat er 50€ bekommen und war mit Freunden unterwegs. Am nächsten Tag meinte er, er braucht Geld für Tank, für sein Moped. Ich meinte, er hat gestern erst Geld bekommen und sollte lernen, es sich ein wenig einzuteilen. Völlige Katastrophe, was bin ich bloß für eine Mutter! Er wollte mir drohen, dass er mich in der Nachbarschaft schlecht machen wird, wenn ich ihm kein Geld gebe ...

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Also ganz ehrlich wenn ich lese er hat ADHS und das sei nicht behandlungsbedürftig frag ich mich schon welchen Experten ihr da habt. Manche ADHSler reagieren genauso wie dein Sohn und haben dann dringend eine vernünftige Behandlung nötig bzw. unter Umständen auch mit Medikamenten. Und hier wurde aufgrund ( kein Vorwurf an dich) von der Aussage eines "Experten" nichts gemacht!? Such dir bitte dringend an der Stelle jemanden der hier möglicherweise ansetzt. Denn vielleicht läßt sich auf diesem Weg viel in den Griff kriegen.

Ich hab übrigens selbst einen Sohn mit ADHS und auch Autismus. Der reagierte nie so extrem wie deiner worüber ich sehr froh bin aber ich kenne manche Erfahrungen.

Liebe Grüße Ela
PS: Ich kann übrigens gut verstehen das du am Ende bist und deinen Sohn abgeben willst weil es einfach nicht mehr geht.

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Er ist nicht vernachlässigt. Im Gegenteil....

Wende dich ans Jugendamt und bitte drum, ihn in einer betreuten WG für Jugendliche unterzubringen. Zumindest für ne gewisse Zeit. Er nimmt dich als Erziehungsberechtigte nicht für voll. Dann muss er das von anderen Leuten lernen.

Alles Gute!

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Du brauchst Dich absolut nicht schlecht fühlen, solche Fälle gibt es, auch wenn man keine Chaotenfamilie ist. Das wollte ich Dir nur dalassen. Mach dem Jugendamt deutlich, dass Du nicht mehr kannst.
Ich habe mit meinem Sohn 10 Jahre gegen Spielsucht gekämpft, ich kenne Probleme. Allerdings war er nie gewalttätig oder respektlos, da hatte er nun doch nicht den Charakter dazu...aber andere Probleme gabs massig.
Alles Liebe.
LG Moni

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Ich würde genau wie die anderen eine betreute WG vorschlagen, wenn ihr sonst schon alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft habt. Allerdings fände ich es relevant, welche Erkrankung (en) er überhaupt hat.

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Wir hatten ein ähnliches Problem mit meinem Bruder. Er ist das Nesthäkchen, mind. 10 Jahre jünger als das nächst ältere Geschwisterkind und ein totales Wunschkind meiner Stiefmutter, die 7 Jahre lang versucht hat schwanger zu werden bis es geklappt hat.
Für ihn gab es nie regeln. Er durfte alles, er bekam alles, er machte nichts falsch. Er musste nicht hinter sich her räumen, bekam als 14 jähriger monatlich mind. 500€ Taschengeld.
Er wollte nen Iphone? er bekam ein Iphone! Er wollte ne NDS3? Er bekam einen NDS3! Er wollte nur teure Markenkleidung tragen. Hosen unter 100€ oder Schuhe unter 250€ waren unter seinem Niveau. Und wenn er sich nen Pulli für 40€ gekauft hat, hat er den nie angezogen.
Er fährt schwarz obwohl er ein gültiges Monatsticket hat, das er dauernd 'verliert' oder vergisst und weigert sich dann später das vorbei zu bringen um die 60-80€ Schwarzfahrerpauschale nicht zahlen zu müssen. Wer zahlt das? Na klar, seine Mutter. Nie musste er für seine Taten Verantwortung übernehmen.
Aber er war wie dein Sohn. Immer unzufrieden. X-Fach beim Psychiater. Mehrmals stationär.

Er fing an zu trinken und Drogen zu nehmen. Das Geld bekam er immer von seiner Mutter, auch wenn sie davor immer hoch und heilig versprach ihm nichts zu geben. Aber 5-10€/Tag für Essen in der Schule sind ja 'nicht so viel'. Sein verhalten eskalierte. Mein Vater versuchte ihn zur Vernunft zu bringen und er wurde nicht mehr nur verbal, sondern auch körperlich, aggressiv. Er fing an die Wohnung zu demolieren. Zig-Fach wurde die Polizei gerufen. Zig-fach drohte er mit Selbstmord. X-Mal haben wir ihn eingewiesen und noch häufiger versucht einzuweisen. Aber da er inzwischen volljährig war, konnten wir ihn nicht mehr einweisen lassen. Uns wurde gesagt: "Wenn er auf der Straße landet können wir was tun, vorher muss er sich selber helfen."
Wir sagten meinen Eltern, dass er ausziehen muss und sein Leben selber in die Hand nehmen muss. Das es so nicht weiter gehen KANN. Aber meine Mutter weigerte sich ihn ausziehen zu lassen. Er war doch 'noch so jung!' (Wir anderen Geschwister waren alle mit 19/20 ausgezogen er hat noch mit 23 bei ihnen gewohnt)
Er versuchte auszuziehen, aber seine Mutter heulte ihm die Ohren voll, wie sehr sie ihn vermissen würde und er kam nach nem Monat wieder ohne je wirklich weg gewesen zu sein. Immer wenn er ihr drohte auszuziehen, heulte sie die ganze Nacht bis er sich 'umentschied'. Ein total giftiges Verhältnis.

Letztendlich wurde er mit 23 derart körperlich aggressiv und geistig so zerfressen, dass er versuchte seine Mutter umzubringen. Er schlug auf sie ein, nachdem sie ihm den Alk versteckte, den er mit dem Geld gekauft hatte, dass er ihr zuvor aus dem Portemonnaie geklaut hatte. Als mein Vater, nachdem er die Polizei gerufen hatte, dazwischen ging, bekam er mit der Rohrzange eine über dem Kopf. Er zerstörte Türen und Wände in der Wohnung als sie ihn aus dem Raum sperrten bis die Polizei kam.
Meine Eltern schmissen ihn dann endlich raus.
Er wohnte für 2 Nächte auf der Straße. Seine Freunden, von den er vorher immer prahlte, dass er zu ihnen hin könne, gabs plötzlich nicht mehr. Wir halfen ihm Geld vom Amt zu beantragen, in eine eigene Wohnung zu ziehen. Er ist nun clean, war in Therapie. Ist vom Alk weg und hat nun eine Ausbildung angefangen. Es geht ihm besser denn je. Aber es gibt noch mega viel zu tun bis er selbstständig für sich leben kann. Seine Mutter hat schon wieder damit angefangen ihn von der Selbstständigkeit zu lösen. Ständig schiebt sie ihm Geld zu, statt ihm die Möglichkeit zu geben zu lernen mit dem zu leben was er hat. Sie möchte, dass er wieder zu ihnen zieht, immerhin geht es ihm ja nun besser. Wenn wir ihr erklären, dass es ihm besser geht, WEIL er nicht mehr zuhause wohnt, stimmt sie dem zu. Diese Zustimmung hält aber nur Minuten, dann faselt sie wieder was davon wie toll es wäre, wenn er wieder zuhause wohnen würde.....

Meinem Bruder wurden übrigens auch X-Dinge diagnostiziert. Aber unserer Meinung nach, war meine Stiefmutter, mit ihrer 'überliebe' der Hauptgrund für all seine Probleme.
Sie hat ihm nie erlaubt selbstständig zu werden. Sie versucht bis heute ihn von sich abhängig zu machen.

@Ichanonym
Ich weiß nicht wie eure Familiendynamik ist, aber ein "Er hat alle Freiräume. Ist viel unterwegs, bekommt von mir auch das nötige Geld dazu. Muss nichts im Haushalt machen." ist etwas was meine Stiefmutter auch hätte schreiben können.
Meiner Meinung nach braucht er Konsequenzen. Und das richtige. Nicht diese: "Bist du dir sicher, dass diese Konsequenz für dich Ok ist, Schatz?"-Konsequenz
Ihm darf nicht mehr alles vor die Füße geworfen werden. Er muss dafür Arbeiten. Er muss auch den Haushalt machen. Er muss was für sein Taschengeld tun. Sein Taschengeld muss vernünftig gewählt sein. Bekommt er 50€ im Monat, kann man von ihm nicht erwarten, dass er sich davon Kleidung kauft. Bekommt er 150€ im Monat, dann schon. Dann muss er halt sparen.
Und du darfst nicht die Grenzen setzen und sie ohne Bestrafung brechen lassen. Du musst die Zügel in der Hand nehmen. Aktuell hast du ihm die Zügel in die Hand gedrückt und sitzt hinter im auf der Kutsche und sagst: "Aber bitte nicht in den Graben fahren. Ja Schatz? Wäre sehr lieb wenn du das nicht nochmal machen würdest" ohne, dass du ihm je beigebracht hast wie man ein Pferd steuert.

Wenn du so weiter machst wie bisher, sehe ich deinen Sohn den selben Weg einschreiten wie mein Bruder. Und der Ausgang kann viel schlimmer sein als er bei meinem Bruder ist.

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so sehe ich das auch. Hol dir Hilfe. Betreutes Wohnen ist keine Schande. Damit hilfst du ihm/euch am meisten, denn so kann es nicht weitergehen. Ich hätte ja jetzt schon Angst, dass er körperlich werden könnte. Du nicht? Und nein, es ist nicht schlimm, wie du über deinen Sohn sprichst. Man liest trotzdem raus, dass du ihn eigentlich nicht "loswerden" willst, auch wenn du es schreibst. Ich verstehe dich #herzlich

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In der Familie meiner Mutter war es genau so. Nur dass dort alle Kinder so behandelt wurden. Meine Mutter sagte mal, dass sie sich durch die fehlenden Grenzen nicht ernst genommen fühlte und dass die Versuche ihrer Mutter, ihr alles recht zu machen, nervten. Ihre Schwester war mit dreizehn Heroinsüchtig und ist letztendlich an einer Überdosis gestorben. Ihr Bruder ist Alkoholiker und hat den Kontakt zu seinen Eltern abgebrochen, weil sie aufgehört haben, ihm die nicht gerade günstige Miete zu zahlen. Da war er Mitte dreißig und seine Eltern hatten finanzielle Probleme. Sonst hätten sie seine Miete bestimmt noch bis zu ihrem Tod übernommen.

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Tipps hast Du ja schon einige bekommen.

Ich wollte Dir nur mit auf den Weg geben, dass sowas auch in den besten Familien vorkommen kann.
Meine große Schwester ist als Jugendliche mal für eine Woche zu unserer Tante gezogen.
Sie war unfassbar anstrengend, frech und unverschämt. Hat die Schule geschwänzt, hat sich kriminell verhalten, geraucht, getrunken, gekifft und war wirklich sowas von aggressiv. Hat mit regelmäßigen Telefonrechnungen von mehreren Hunderten meine Eltern in finanzielle Bedrouille gebracht.
Und niemand konnte es glauben, außer der Klassenlehrerin. Alle Freunde und Verwandte haben meiner Mutter eingeredet, sie wäre nicht so schlimm, sie ist doch total nett, etc. Sie sei halt in der Pubertät und in der Hinsicht ganz normal.
War sie aber nicht. Ich bin 2 1/2 Jahre jünger, ich war dabei und habe alles mit erlebt.

Erst als meine Mutter eine Familienhilfe eingeschaltet hat, gab es Hilfe für uns alle. Die Situation war nicht mehr tragbar für alle. Meine Schwester ist dann zu meiner Tante gezogen und hat gelernt, dass sie es zu Hause doch echt gut hat.
Es hat zumindest zeitweise Frieden gebracht, aber meine Schwester ist bis heute mit Mitte 30 immer noch Unruhestifterin. Sie ist einfach anders als viele andere Menschen. Die Zeit hat aber die Wunden geheilt und wir sind nach außen eine heile Familie und schaffen es auch, uns zusammen zu reißen.
Zu uns Schwestern war sie auch nicht so schlimm.

Meine Mutter und mein Vater sind seit 40 Jahren glücklich verheiratet, wir sind in einem eigenen Haus aufgewachsen, meine Mutter war lange zu Hause mit uns Kindern, mein Vater hat das Geld verdient. Klassisches Familienmodell.
Meine Mutter ist eine wirklich gute Mutter, liebevoll, geduldig, gerecht, gab uns Selbstvertrauen mit auf den Weg und steht bis heute hinter uns. Zu meinen Kindern ist sie eine wundervolle Oma, immer da, zuverlässig. Eigentlich genau so, wie man sich eine wirklich gute Mutter vorstellt.
Und trotzdem ist meine ältere Schwester so wie sie ist. Meine Mutter sagt, sie war im Vergleich zu mir und meiner jüngeren Schwester schon als Baby anstrengend. Sie ist täglich 6-8 Stunden spazieren gegangen, weil sie sonst nur gebrüllt hat. War schon als Baby mit nichts zufrieden, konnte sich nicht selbst beschäftigen. Sie ist einfach ein schwieriger Mensch und hat auch als Erwachsene einen eher unkonventionellen Weg eingeschlagen.

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wie alt war dein Kind, als ihr etwas unternommen habt? Hat er ein Psychische Störung oder ist doch in der Erziehung am ANfang alles Schiefgelaufen?
Kinder sind der Spiegel, der einem später vorgehalten wird.
eine Jugendgruppe ist sicher eine Lösung, dafür zahlst du aber Unterhalt, das gibt der Staat nicht einfach so und ob ihm das hilft. ganz viele stürzen darin erst recht ab.