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Hallo.

Ich bin schon der Meinung, dass es wichtig ist, auch mit seinen Kindern über alles reden zu können.
Ihr tut es gut mit dir alles besprechen zu können. Wenn es dir zu viel wird, ist das natürlich ungesund und du musst ihr das sagen.

Zu den Geldproblemen: Leben deine Eltern alleinig von der Rente deines Vaters? Hat deine Mutter nie mitverdient? Können die beiden keinen 450 Euro Job annehmen, wenns finanziell zu knapp ist?

Zu den Gesundheitsangelegenheiten:
Auch wenn es dich nervt.... Aaaaber: Deine Mutter hatte Krebs! Das muss man erst mal am eigenen Leib erfahren, um beurteilen zu dürfen, wie man sich fühlt, wenn jemand sagt "Da könnte was an der Lunge sein". #nanana
Das darfst du ihr nicht verübeln. Nach einer Krebsdiagnose wird so ziemlich jeder zum Hypochonder. Ganz normal.

LG

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Hallo, ich habe ein ähnliches Problem mit meiner Mutter. Sie war und ist auch ein sehr negativer Mensch, sieht prinzipiell nur das Schlechte im Leben und sich selber als Opfer. Bei ihr geht's dabei weniger um Krankheiten, sondern einfach das alltägliche Leben. Freundin X hat einen Mann, der besser verdient, Freundin Y hat so einen tollen Beruf, Freundin Z so eine guterzogene Tochter (ja, hat sie uns Kinder vorgehalten, war echt toll🙄), also summa summarum jede andere Frau hat es besser erwischt als sie. Es gab dann auch die Phasen, wo sie allein in der Küche sass, alles abgedunkelt, keiner durfte rein, sie schaute nur trostlos aus dem Fenster, für uns Kinder war das belastend.
Bei ihr sind es auch Depressionen, aber sie hat sich nie darauf behandeln lassen, was sicher ein Fehler war. Jetzt, wo sie über 70 ist, ist es etwas besser mit ihr, oder vielleicht haben wir uns auch nur daran gewöhnt?
Ich kann dir nur raten, dich abgrenzen zu lernen. Das ist nicht leicht, weil es ja um die eigene Mutter geht, die man nicht verletzen will. Aber trotzdem musst du Grenzen setzen, also, wenn es dir zuviel wird, dann einfach mal das Gespräch unterbrechen, beinhart ein anderes Thema anfangen.
Optimal wäre, wenn du sie überreden könntest, zu einem Therapeuten zu gehen. Aber das ist meistens schwierig, meine Mutter hat sowas immer strikt abgelehnt, wollte gar nicht darüber reden. Und erzwingen kann man es nunmal nicht. Da bleibt dann eben nur, selber Grenzen setzen und sich nicht zu sehr mit runterziehen lassen.
Alles Gute 🍀

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Hallo an alle und vielen Dank für das Feedback,

Also damit es nicht falsch verstanden wird, sie kann natürlich kommen WENN was ist, dann war ich auch immer da, hatte Urlaub etc.
ABER es ist halt nun einfach jeden Tag etwas, sie war dann bei 2 Fachärzten wegen der Lunge, die sagen alles gut!!!
Trotzdem redet sie so als wenn da was wäre und geht wieder zur Kontrolle im Januar…also es sind oft Sachen die ich nicht verstehe,

Das Geld Thema ist auch kein Thema, meine Eltern haben ein eigenes, großes Haus, beide arbeiten noch, fahren in den Urlaub etc.
Sie hat halt fast 15 Jahr nicht gearbeitet und das fehlt halt zum Beispiel bei der gesetzlichen Rente, ist ja dann klar…

Also es sind halt auch Themen, die eigentlich keine Sinn und das JEDEN Tag hören zu müssen…
Es gibt kein Gespräch wo nicht mindestensdas Thema, Gesundheit, ihre Ehe. Geld oder die anderen Familien Mitglieder (da gibt es auch Ärger) kommt, und sie ist natürlich nie schuld.

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Hi,

also ich schimpfe eher mit meiner Mama wenn sie mir sowas zu spät erzählt. 😅

Ich finde eine Fleck auf einen MRT Bild auch total heftig. Da hoffe ich, dass Mama sofort zu mir kommt und mit mir ihre Sorgen teilt. Da hat man doch panische Angst. Lungenkrebs ist ja nun auch keine Leichtigkeit.

Ich würde umgekehrt übrigens auch sofort zu ihr fahren. Also nachdem ich es meinem Mann erzählt habe natürlich.
Wir haben aber eigentlich auch eine sehr enge Bindung.

Natürlich würde mich das belasten, wenn so eine Verdachtsdiagnose im Raum steht. Aber es wurde meine Mama sich auch total belasten, vorallem wenn sie dann vielleicht auch noch nicht drüber reden kann...

Ich finde deine Haltung da sehr merkwürdig. Wenn es nun eine Art Hypochondrie wäre und sie würde jedes Wehwehchen unbegründet als schlimme Krankheit darstellen, dann könnte ich das gut verstehen.
Aber so irgendwie gar nicht.

Wegen Geldsorgen und der Ehesorgen würde ich einfach meine Meinung dazu sagen.
"Mama, ihr seid nicht reich, aber ihr habt ein gutes Leben"
Oder "Mama, über eure Eheprobleme möchte ich nichts wissen. Bisher sind es nur haltlose Anschuldigungen dem Papa gegenüber und das finde ich doof. Ich bin eure gemeinsame Tochter und wenn ihr euch wirklich trennen wollt, dann könnt ihr mir das gerne sagen."

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Das könnte meine Mutter sein, über die du schreibst.
War hier früher schon so. Selbst als ich noch klein war, im Kita oder Grundschulalter…. Hatte ich Kopfweh: „oh Gott, bestimmt ne Hirnhautentzündung „.
Hatte ich mal Bauchweh: das ist ganz bestimmt ne Magenschleimhaut Entzündung,“
Es wurde immer Angst geschürt und total übertrieben. Das zieht sich bis heute durch.
Vor zwei drei Monaten war sie beim Kardiologen und hat ihre Labor Ergebnisse abgeholt, ohne auf die Ärztin zu warten und diese zu besprechen.
Steht sie heulend bei uns vor der Türe.
Sie würde bald sterben! Sie hat eine akute Herzschwäche, und was weiß ich nicht alles.
Nach dem ich den ersten Nervenzusammenbruch aufgefangen hatte, guck ich mir die Blutwerte an.
Gar nix hatte sie! Sie hat gedacht, die Erklärung für die refernzwerte wären ihre Ergebnisse 😒.
Und so ist es ständig … seit sie Krebs hatte, ist sie komplett „gestört“ .

Ich distanziere mich davon, wenn sie gar nicht mehr aufhört und es mich zu sehr belastet, mach ich ne „Kontakt Pause „.

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Hallo!

Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation. Meine Eltern haben schon seit ich ein Kind war, alle Streitereien vor mir ausgetragen und sich bei mir über den Partner beschwert. Jetzt hat meine Mutter Demenz und mein Vater kennt kein anderes Thema mehr und belastet mich immer damit, besonders weil sie keine Freunde haben. Sie hingegen sind nicht wirklich für mich da sind (beispielsweise als mein Ehemann sie informiert hat, dass ich mich im Krankenhaus befinde, und die Geburt angefangen hat, haben sie ihr Handy am Abend trotzdem ausgeschaltet und haben nicht mal auf Nachricht gewartet)
Ich kann daher verstehen was du meinst. Da ist es egal, was andere davon halten, dich belastet es offenbar. Also musst du für euch eine Lösung finden. Vielleicht würde ein klärendes Gespräch mit deinen Eltern helfen.

Liebe Grüsse

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Viele die dir "verwöhntheit" unterstellen kennen das einfach nicht mit einem Hypohonder der unter Umständen vielleicht depressiv ist oder sonstige psychische Probleme hat. (Ich hatte selber Depressionen, gerade deswegen weiß ich, wie belastend das für nahestehenden Personen ist)

Es geht ja nicht darum, dass deine Mutter dir mal (ab und zu) was mitteilt, weil sie ensthaft Angst hat sonder es ist ständig Thema.

Meine Schwiegermutter ist so: Sie ist Fit, macht Sport, raucht nicht, trinkt kein Alkohol, Ernährt sich gesund usw. aber sie ist immer "Krank". Immer ist was. Seit ich sie kenne (über 10 Jahre) ständig beim Arzt, wenn 1 Sache weg ist kommt gleich darauf die nächste usw. Alles war dabei, Zähne, Gelenke, Darm usw. es nimmt kein Ende.

Am Anfang hat es mich total irritiert, sie ging ständig zum Arzt... dann merkte ich, dass die gesamte Verwandtschaft da schon total abgestumpft ist und die Augen verdreht. Ich habe da zum Glück emotionalen Abstand, aber ich kann es absolut verstehen, dass es dich belastet.

Egal ob Mutter oder Freundin, du bist keine Therapeutin und auch wenn, sollte man nicht die eigenen Freunde und Familie therapieren. Distanziere dich da deutlich!

Du wirst das offen ansprechen müssen, dass dir das zu viel ist. Sag, dass du gern für sie da bist, wenn(!) tatsächlich etwas ist, aber jede Verdachtsdiganose mitgeteilt zu bekommen, dich sehr belastet. Ich würde fordern, dass sie sich einen Therapeuten sucht. Die Kritiker hier im Forum haben keine Vorstellung wie belastend das ist als seelischer Mülleimer von einer nahestehenden Person mit allem negativen belastet zu werden.

Du musst dem ein Ende setzen. Es wird dich auf dauer nur kaputt machen und du musst in erster Linie an deine Gesundheit denken, denn du hast nun selber Verantwortung für dein Kind. Dein Kind hat hier Priorität, somit auch deine Gesundheit. Du musst ihr deutlich Grenzen setzen. Es wird nicht angenehm, sie wird wahrscheinlich beleidigt sein, Obacht vor emotionaler Erpressung (macht meine Schwiegermutter gern, zieht nicht mehr)... Halte die Reaktion deiner Mutter aus, nur dann kann es besser werden.

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Siehst du; hier ist es ziemlich umgekehrt.

Meine Mutter würde mir vermutlich erst aus dem Sarg heraus sagen, dass sie gestorben ist. Als mein Vater nach seinem Herzinfarkt (Wochen danach zu Hause) noch mal zusammen gebrochen ist, wollte sie es vor uns verheimlichen und nichts sagen, damit wir uns keine Sorgen machen (Papa hat es uns trotzdem erzählt!). Mich macht das Sauer, eben weil ich KEIN Kind mehr bin und sowas wissen möchte. Auch wenn sie Ängste haben, ob was schlimmes ist, dafür ist Familie doch da! Da kann man sich unterstützen.

Dir scheint das Zuviel und das ist legitim. Also sag das, stecke Grenzen fest. Deine Mutter berichtet eine Verdachtsdiagnose, dann blocke das Thema ab, bis sie die endgültige Diagnose hat. Ebenso bei anderen Themen sagen „darüber möchte ich grade nicht sprechen“.

Oder du reduzierst den Kontakt 🤷‍♀️

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Willst du das denn jeden Tag bzw. bei jedem Gespräch hören? Glaubst du, du fändest es gut, wenn nur noch sowas Thema wäre und es jedes Gespräch dominieren würde? Ich denke kaum.

Hier geht es um einen extremen Fall, genau wie bei dir. Das Extrem der TE ist nicht besser als dein Extrem, du wärst auch nicht glücklicher hättest du eine hypohondrosche Mutter die nur ihre vermeintlichen tödlichen erkrankungen zum Thema hat, auch wenn Ärzte entwarnung geben, auch wenn es noch gar kein Ergebnis gibt. Bei jedem Treffen ist das Thema. Das macht einen Wahnsinnig - glaube mir.

Wie gesagt, bei meiner Schwiegermutter kann ich das ignorieren, habe da kaum emotionale Bindung.

Was mich belastet hat war die Kommunikation mit meiner Mutter, jede Kommunikation war negativ, ich merkte nicht einmal, dass das komisch ist. Es war regelrecht normal, ich merkte nur wie ich nach jedem Treffen erschöpft war. Ich hatte auch keine Lust auf Treffen, nur die Pflichttermine nahm ich wahr. Wenn sich das auch noch mit ständiger Angstmacherei vermischt: Ja dann wundert es mich nicht, wenn man am Ende ist.

Will sagen: Extreme Verhaltensweisen sind nie gut. Es ist genau so belastend, wenn einem eine nahestehenden Person nichts erzählen will, genau wie jemand der einem ungefragt alles (zu viel) erzählt. Da muss man eine balance finden, die beide Seiten gut finden.

Auch wenn man erwachsen und kein Kind mehr ist, man ist weder Therapeut noch emotionaler Mülleimer von Familie und Freunden.