Ich will keine Nr.2

Unser Kind ist jetzt 4. Ich wollte immer eine riesen Großfamilie. Die letzten vier Jahre sind wir beide beruflich durchgestartet, habe steile Karrieren hingelegt, unser Schreibaby zu dem wundervollsten Kind der Welt herangezogen. Wir haben uns ein Haus mit drei bis vier Kinderzimmern gekauft und renoviert. Die letzten vier Jahre wollte ich immer Nr.2, mein Mann noch ein bisschen warten bis Ereignis X, Y, Z eingetreten ist. Jetzt probieren wir es seit einem halben Jahr und gestern hatten wir das finale Gespräch, indem mein Mann sagte:

"Wenn ich daran denke, wie ich in 20, 30 oder 70 Jahren leben will, sehe ich ganz viele Kinder und Enkelkinder um mich herumrennen. Aber jetzt, in diesem Moment, bin ich überglücklich mit unserem Einzelkind."

Und ich habe es sooo gefühlt. Ich finde die Vorstellung, ganz viele Kids "irgendwann" zu haben, toll. Aber jetzt, in diesem Moment, ist unser Leben einfach nur perfekt. Auf allen Ebenen. Wir haben so viel erreicht und geschafft. Ich fühle mich tatsächlich einfach komplett, vollkommen und aus dem tiefsten Inneren glücklich.

Ich weiß aber objektiv betrachtet, dass der Altersabstand immer größer wird und wir auch nicht jünger. Bereits jetzt hat es das letzten halbe Jahr aus medizinischen Gründen nicht geklappt, die mit dem Alter auch nicht besser werden würden. Letztlich ist es jetzt also eine Entscheidung fürs Leben.

Unser Voraussetzungen sind mehr als perfekt, auf allen Ebenen, unser Kind fragt 5x täglich wann es endlich ein Geschwisterchen gibt. Die Vorstellung, ein Baby in die Familie aufzunehmen, ist schön, die Konsequenzen (fürchterliche Schwangerschaft, Schreibaby, krankes Kleinkind, keine familiäre Unterstützung, Rollenverteilung für die wir nicht gemacht sind) scheinen dadurch aber nicht so richtig aufgewogen zu werden.
Gleichzeitig habe ich aber auch Angst, falsche Entscheidungen zu treffen. Für unser Kind würde ich das alles ohne eine Sekunde zu zögern nochmal durchmachen, wenn ich mir diesen perfekten Menschen ansehe, hat es sich mehr mehr gelohnt.

Ach, keine Ahnung, was ich mit diesem Post bezwecke. Vermutlich werde ich mir nächste Woche wieder die Spirale einsetzen lassen und dann war es das. Ein Kind ist mehr als toll. Aber zweifeln werde ich irgendwie doch- denn dieses Bild von vielen Kindern und Enkeln die zum Mittagessen essen kommen und unser Sohn beim Detektivspielen mit Nr.2 und nochmal ein Kind beim Großwerden begleiten mit dieser ganzen Faszination für die Welt ist halt schon schön.

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Ich verstehe die Intention des Posts nicht.
Der Titel sagt doch schon alles aus:
Du willst nicht.
Dann lass es doch auch einfach.
Man kann nicht viele Kinder haben ohne die dafür notwendigen Opfer zu bringen und vor allem sich selbst hinten anzustellen aber das weißt du ja. Es ist dein gutes Recht, das nicht zu wollen!

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Hey manchmal muss man gewisse Dinge nochmal aufschreiben oder aussprechen, um sich selbst zu ordnen/sortieren oder Gewissheit zu haben. Ich finde dieses Forum dafür gar nicht so schlecht. Denn viele konstruktive Kommentare können das Thema nochmal von einer anderen Seite beleuchten.

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Huhu, obligatorische Frage: Wie alt seid ihr denn?
Bei mir ist es etwas anders herum, ich wollte immer nur eins. Jetzt ist sie 7 Monate alt und wir starten bald mit Nummer 2. Karriere war und ist mir wichtig, aber ich weiss, es geht auch mit 2. Mein Mann wird dann mehr übernehmen, ihm ist es nicht so wichtig.
Was ich sagen will: Jede Familie muss ihren eigenen Weg finden 🙂 dein Kind wird es dir später nicht vorwerfen, es weiss ja nicht, was es bedeutet, ein Geschwisterchen zu haben.

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Ich will nur ein Kind. Aber natürlich gibt es Momente, in denen sich der Gedanke einschleicht...dann sieht man ein friedlich schlafendes Baby auf sich liegen. Geschwister fröhlich miteinander spielen etc...aber ich weiß, dass es auch die anderen Momente gibt und wenn ich abwäge, dann bleibt ganz klar ein "nein"
Ich bekomm kein Kind, um ein geschwisterchen in die Welt zu setzen, einen Spielkameraden fürs Erstgeborene zu haben und auch nicht um später viele Enkel zu haben. Wenn man ein Kind bekommen will, dann um seinet Willen und wenn man nur ein Kind bekommen will, weil es sich so gut anfühlt dann bekommt man nur ein Kind. Ihr habt für heute eine Entscheidung getroffen und wie das in einem Monat oder einem Jahr aussieht, das werdet ihr dann sehen. Macht euch keinen Druck, genießt das Leben

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"ganz viele Kinder und Enkelkinder" vereint in einer glücklichen Familie gibt es ganz sicher, aber es gibt später auch noch viele andere Probleme in Familien.
Lies mal bei urbia quer 😉 Streitende Geschwister, klein und in der Pubertät, gehen ja noch.
Spätere Schwiegertochterprobleme, Schwägerinnen-Neid bis hin zum tiefen Hass erzeugen ständig den Satz, dass man den Kontakt abbrechen soll/muss/will usw. usw. Ich hab's hautnah erlebt, sah meinen Sohn samt Frau und Enkel schon 7 Jahre nicht mehr, sie wohnen nur gut 10 Autominuten entfernt.
Meine (wirklich liebevolle und gutmütige) Tochter hat ihren Bruder verloren, den sie wirklich sehr liebte, deren Tochter ihre Paten, die sie ebenfalls von klein auf fast abgöttisch liebte. Die erste schlimme Enttäuschung für die damals kleine Maus. Sie mag noch heute nicht drüber reden 😒
Probleme entstehen oft erst, wenn Kinder kommen, da verändert sich leider sehr oft sehr viel. Ist nicht nur bei mir so sondern bei mindestens drei Familien in meinem Umfeld auch. Soviel zur Enkelromantik.
Wenn Du kein Kind mehr möchtest, dann ist das so und Du brauchst Dich auch nicht rechtfertigen. Kinder bekommt man auch nicht als Spielkameraden und damit ein Einzelkind "später nicht alleine ist". Das kann sich alles total anders entwickeln und ewige Harmonie ist ohnehin in keinem Alter gewährleistet 😎😬
Soll jetzt absolut nicht negativ und verbittert rüberkommen(bin ich echt nicht) - nur realistisch.
Du hast ja sicher auch noch etwas Zeit für eine Entscheidung.
LG Moni

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Hallo, ich lese aus Deinen Zeilen viel Ambivalenz heraus. Ich habe den Eindruck, dass Du Dir noch nicht sicher bist, bzw. Ihr Euch noch nicht sicher seid.
Ich kenne das Gefühl übrigens und habe mich letztendlich für unsere Nr. 2 entschieden. Sie kam als unser erstes Kind fast 4 Jahre alt war. Jetzt stehe ich wieder an dem Punkt und frage mich (bzw. fragen uns), ob wir vielleicht irgendwann ein drittes Kind bekommen. Aber das lassen wir mal noch offen derzeit :)
Ich würde Dir auch empfehlen, einfach mal noch ein bisschen Zeit vergehen zu lassen, manchmal braucht es das noch, um sich klarer zu werden. Ich habe während der Phase "Ich bekomme nur 1 Kind" meinen Opa beim Sterben begleitet.
Die Erfahrung war bestimmt ein Schlüsselerlebnis für mich und die Entscheidung für ein weiteres Kind. Zu sehen, wie sein Leben endet und im Wissen, dass unser aller Leben endlich ist und oftmals viel zu kurz ist, hat tief in mir den Wunsch nach neuem Leben geweckt. Ich habe dann nochmals mehrere Monate überlegt (mein Mann wollte ohnehin ein zweites Kind). Und dann war ich plötzlich bereit. Aber der Weg dorthin war ein Prozess. Vielleicht steckst Du noch mitten in dem Prozess, dessen Ausgang derzeit noch ungewiss ist. Alles Liebe

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Ich bin gerührt von Deinem Text, denn mir geht es ähnlich. Ich habe ein Familienmitglied beim Sterben begleitet und dabei einen starken Wunsch nach einem zweiten Kind entwickelt... Du triffst es mit Deinen Worten sehr gut!

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Ja, solche Erfahrungen prägen und man bekommt auch einen anderen Bezug zum Leben, finde ich.
Ich wünsche Dir alles Liebe!

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2 Karrieren und viele Kinder passen nicht zusammen,wenn man die Kinder nicht schon sehr früh betreuen lässt. Mindestens einer oder beide müssen die Karierreleiter wieder runter klettern. Zum Teil zumindest.

Keiner von euch beiden hat im Moment einen Kinderwunsch. Lediglich Illusionen geistern in euren Köpfen rum.
Wenn deine biologische Uhr noch nicht zu hören ist, dann lasst euch doch einfach Zeit. So wie du kein weiteres Kind bereuen könntest, könntest du in 20 Jahren auch eine Großfamilie bereuen.
Unendliche Harmonie gab's bei den Walton's.

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Nicht unbedingt. Ich habe für ein Anwaltsehepaar mit 3 Kindern gearbeitet. Mit dem richtigen Fachgebiet verdient man viel Geld und kann zu Hause diktieren und nachmittags frei haben. Für Gerichtstermine und Besprechungen muss man natürlich rein kommen. Ideal ist es natürlich mit Oma. Solche Leute haben Putzfrauen und Haushälterin. Da beschränkt sich das Thema Kinder eher auf Hobbys oder schulische Themen. Jedenfalls hatte meine Chefin nicht zu putzen oder zu kochen oder im Garten zu arbeiten. Dafür gab es Personal.

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Solche Fälle gibt es sicher auch.
Ich denke aber es ist die Ausnahme.
Die Karrieremenschen, die ich kenne sind mit ihrem Job verheiratet. Beim einen ist es der Eifer, die Gier. Beim anderen Herzblut.
Deine Anwälte sind wahrscheinlich schon weit oben angekommen und die Mandanten fallen ihnen zu. Ein frischer unbekannter Anwalt hat es schon schwerer seinen "Kundenstock" aufzubauen.

Hauspersonal muss man mögen.
Selbst wenn ich das Geld hätte, würde ich mich mit Personal unwohl fühlen.
Ich glaube ich könnte mich gar nicht entspannen#rofl

Wie bringt man seinen Kindern bei einen Haushalt zu führen, wenn andere das machen?

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Dann würde ich es auch lassen. Ich wusste schon nach der hoch komplizierten ersten Geburt, dass ich trotzdem noch eins will und habe inzwischen drei. Mir ist aber Karriere, Luxus und Job unwichtig.

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Ich habe 2 Kinder und dennoch ist mir mein Job und dass ich dort auch vorankomme sehr wichtig! ABER: meine Kinder stehen für mich an erster Stelle! Der Job muss zu meiner Familie passen und nicht meine Familie zum Job, d.h. wenn ich einen höheren Posten mache, dann muss es einer sein, bei dem ich viel Home Office machen kann und der vernünftige Arbeitszeiten hat.

Als ich wegen Nr. 2 in Elternzeit war, habe ich mich auf einen solchen höheren Posten beworben und ihn auch bekommen! Das einzige worauf ich verzichten musste waren 3 Monate Elternzeit (musste also früher zu arbeiten anfangen), aber insgesamt war es das wert, denn ich werde nun besser bezahlt, bin zufriedener und mache sogar mehr Home Office wie bei meinem alten Posten ;-) Insgesamt habe ich somit also sogar mehr Zeit für meine Kinder, da ich mir täglich 2,5 Stunden Fahrtzeit spare

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Hat dein Mann recht viel „Haus am See“ gehört? Und wenn wir nicht von Teenieschwangerschaft reden ist für in 70 Jahren auch etwas sehr optimistisch kalkuliert. 😉

Wie ein sehr weiser Mentor von mir gerne sagte: Man kann nicht duschen ohne nass zu werden.

Für viele Kinder ist ein Zweites zwar ein nötiger Schritt, aber halt auch nicht wirklich das Ende vom Weg.

Es kann sein, dass ihr beim Babylotto gewinnt und das zweite Kind ist ein Wellnessbaby (So ging es uns, katschingggg! Jackpot!) oder ihr seid total routiniert und auch ein zweiter Terrorknopf kann euch nicht schrecken. Dann sind deine Horrorszenarien nichtig.

Fette Karriere habt ihr ja laut dir, dann wäre frühe Kinderbetreuung kein Problem - solang dein Mamaherz das aushält. Hätte den Vorteil, dass du auch weniger vom potentiellen Schreikind mitbekommst. 😉

Oder du willst halt genau das am Mamasein, den schmutzigen, lauten, lebendigen Teil und keine Rosamunde Pilcher-Idylle, wo übrigens im Hintergrund immer Dramen ablaufen.

Accessoirekinder haben den Nachteil, dass sie halt trotzdem Menschlein mit Bedürfnissen, Charakter und Eigenheiten sind und damit ziemlich unpraktisch. 😉

Ich hätte ja gerne eine Surferbar mit Tauchschule. Bin aber nicht wirklich bereit, das was dafür nötig ist zu tun. Ist euer Traum von einem Schwarm Kinder genauso?

Oder ist es eine Option, sich mit einem Kind mehr immer noch im harmlosen Bereich aufzuhalten?

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Unsere Kinder haben fünf Jahre Altersabstand, da wir das Leben mit einem Kind passend fanden und ich immer gerne gearbeitet habe und auch Karriere gemacht habe. Aber dann kam der Kinderwunsch zurück.

Auch mit zwei Kindern musste ich keinen beruflichen Rückschritt machen, ich konnte mich in der Zwischenzeit ausreichend im Job beweisen, sodass mir auch mehr Freiräume gegeben wurden.

Nun ist Nr. 3 unterwegs.... Wenn ihr vom Alter keinen Stress habt, lasst doch das Ganze auf euch zukommen.