Urvertrauen? Zu spät?

Guten Abend,

ich habe Angst, dass das Urvertrauen meines Babys nicht vorhanden ist. Wir hatten einen schweren Start, es lag 4 Tage auf der Intensivstation und ich konnte immer nur kurz zu ihm wegen den Schmerzen vom Kaiserschnitt. Stillen konnte ich leider auch nicht. Hinzu kam noch eine schwere Wochenbettdepression. Ich konnte anfangs kaum mit ihm kuscheln, das hat alles mein Mann übernommen. Erst so ungefähr mit 4-5 Monaten habe ich eine Bindung zu ihm aufbauen können. Getragen habe ich ihn auch selten da er es nie wollte ..
Nun sitze ich manchmal stundenlang da und mache mir Vorwürfe, trauere der Zeit hinterher die ich vergeudet habe und denke mir es ist doch eh alles zu spät.
Er fremdelt nicht, strahlt immer jeden an. Ich glaube es ist ihm egal, wer da ist, Hauptsache er ist nicht allein.
Woran erkenne ich sein Vertrauen?
Ich versuche jeden Tag mein Bestes und komme mir doch so schlimm vor ..

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Urvertrauen knüpft sich nicht an eine bestimmte Person, sondern daran, dass die Bedürfnisse eines Neugeborenen immer und liebevoll wahrgenommen werden. Sonst könnte kein urvertrauen bei Adoptivkinder oder Pflegefamilien entstehen. Urvertrauen bedeutet, dass dein Kind bindungsfähig wird, weil es erfahren hat, daß sein Bedürfnisse nach Bindung Rechnung getragen wurde und es nicht ignoriert wurde, wenn es Nähe brauchte. Das heißt, du hast durch den Grundstein deines Partners noch alle Zeit der Welt ebenfalls eine wundervoll Bindung zu deinem Kind aufzubauen.
Viel Spaß dabei!

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Mache dich nicht so verrückt. Wenn das Baby in den ersten Monaten viel Nähe vom Vater bekommen hat, ist das genauso gut. Es darf nur nicht vernachlässigt werden. Du hast ja nun auch eine Bindung aufgebaut. Sei froh, dass euer Baby weitestgehend zufrieden ist. Das erleichtert den Alltag ungemein. Die richtige Fremdelphase haben die meisten Kinder erst um den ersten Geburtstag herum. Daher kann ich aus deinem Text nichts ungewöhnliches feststellen.

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Dein Kind wird die nächsten 18 Jahre bei dir leben!!

Du wirst es kuscheln, wickeln, füttern.
Du wirst es trösten, wenn es das erste Mal hingefallen ist und du wirst den ersten Wackelzahn aufheben. Es wird sich in deine Arme werfen, wenn im Kindergarten und in der Schule alles zu viel wird und es wird sich auch mit 10 Jahren noch an dich kuscheln, wenn es krank ist oder einfach Nähe braucht. Du wirst am ersten Kindergartentag Mut machen, bei der Einschulung mitfiebern, das Einmaleins abfragen, bei Streit mit Freunden den Rücken stärken und den ersten Liebeskummer mit aushalten.

Wieso sollte es schon nach 4-5 Monaten zu spät sein...?

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Ich war 6 Wochen nach meiner Geburt in einer Klinik, meine Mutter besuchte mich täglich für ein paar minuten.
Mit dem Stillen hat es nicht geklappt.
Sie ist eine Löwenmama und mir gehts.. sehr gut. Sie ist jetzt eine ganz tolle oma.

Dein kind wird dich noch oft brauchen. Das auch noch als teenager. Mache dir keine gedanken. Schön, dass es aufwärts geht.
Alles liebe.

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Ich berichtige: ich war für 6 wochen nach meiner geburt..

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Kann ich auch nur bestätigen! 😊
Ich kam 12 Wochen zu früh, meine Mutter hatte eine Vollnarkose und durfte mich die ersten Tage gar nicht sehen.
Sie hat mich erst später zuhause nur kurz gestillt.
Sie ist eine tolle Mutter! 💛

Mein Sohn hat auch immer den Kontakt zu anderen gesucht und war offen und freundlich zu anderen. Mir wurde gesagt, dass er gerade deshalb eine gute Bindung zu mir hat.
Er hatte den ersten Kontakt auch zu meinem Mann (Kaiserschnitt). Das fand ich schön für beide.

Mach dir nicht so viele Gedanken! 😊 Genieß es jetzt Mama zu sein und dein Kind aufwachsen zu sehen.