Wie mit der Angst umgehen

Guten Abend ,

Ich lebe in Wien und leider kommen gerade mehrere Fälle von missbrauch im Kindergarten raus.

Meine Tochter ist 3,5 Jahre und ich mache mir große Sorgen .
Ich wurde selbst als Kind missbraucht und es fiel mir schon sehr schwer sie abzugeben aber jetzt mit den Skandalen geht es mir echt schlecht .

Ich weis man darf nicht immer negativ denken aber man kann ja auch nicht immer denken das es einen nicht selber treffen kann oder ?

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Es ist natürlich schrecklich, dass sowas überhaupt passiert!

Und ich finde es völlig normal, dass du dir als Mutter sorgen machst. Das heisst nicht, das dem eigenen Kind das widerfährt und ich kann absolut nachvollziehen, dass es dich sehr belastet, aber ist es nicht gut, dass du dich um dein Kind sorgst? Du willst deine Tochter beschützen und vermeiden, dass sie etwas schlimmes erleben muss. Du willst ihr eine schöne Kindheit schenken und daran ist doch nichts verwerfliches. Es geht darum eine Balance zu finden mit der du selbst am Ende des Tages guten Gewissens zufrieden bist.
Du DARFST auch mal negativ denken. Gib dir mal selbst die Erlaubnis dafür und nutze dann den Raum der entsteht für positive Gedanken. Setz dich 10 Minuten hin, erlaube dir die negativen Gedanken. Und das selbe machst du mit den positiven Dingen. Eine entspannte glückliche Kindheit, in der dein Kind der Welt auch offen begegnen darf, ohne deine Sorgen und Ängste selbst so extrem ausleben zu müssen und das durchmachen zu müssen, was du durchmachen musstest. Aber genau deshalb, bist du jetzt so besorgt und nimmst dir die Zeit hier zu schreiben und zu schauen, was du in dieser Situation tun kannst und kehrst es nicht mit Naivität unter den Tisch mit einem Spruch a la "Meinem Kind passiert sowas schon nicht" . Das finde ich super!

Du kannst deine Tochter sensibilisieren (ohne sie zu verängstigen) was solche Themen angeht. Ihr beibringen, dass sie über sich selbst bestimmt und keine fremden Personen (außer Mama etc) bestimmtr Dinge tun dürfen (Berührungn etc). Es gibt da ganz tolle Bücher extra für Kinder!

Ich wünsche dir viel Kraft!

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Hier geht es auch um das "Nein" sagen, wenn es um körperliche unangemessene Annäherungen geht

Finnis Geheimnis: Kinder stark machen, NEIN zu sagen! (Edel Kids Books) https://www.amazon.de/dp/3961292000/ref=cm_sw_r_apan_i_MYPXFZ3P2B5V5RB9D3RW

Das Buch sind zwar erst ab 5 aber irgendwann ist das Kind ja auch 5 ;)

Mein Körper gehört mir!: Sensibilisiere dein Kind für das Thema Missbrauch - Sachbuch für Kinder ab 5 Jahren https://www.amazon.de/dp/3785572301/ref=cm_sw_r_apan_i_NS67JVBGAT73GR1G9CP4

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Zur Verständnisfrage:

"und leider kommen gerade mehrere Fälle von missbrauch im Kindergarten raus."

Bezieht sich das konkret auf diesen Kindergarten, mit betroffenen Kindern an denen jemand aus dem Kindergartenpersonal Täter/in war/ist? Fand/findet der Missbrauch IM Kindergarten statt?

oder

kommen mehrere Fälle an Licht, bei denen Kinder im privaten Umfeld (oder anderem Umfeld) missbraucht wurden/werden, diese aber nur "zufällig" in den gleichen Kindergarten gehen?
- verschiedene Täter/innen
- Z.B. Auslöser durch ein Präventivprogramm, bei dem sich Kinder öffnen/anvertrauen oder Aufklärung für Eltern, durch das Elternteile anfangen nachzudenken und merken, dass da was ist.


Wenn es IM Kindergarten war, bin ich selbst überfragt. Allerdings würde ich mich da mit anderen Eltern zusammen tun, informieren und gemeinsam Beratungsstellen dazunehmen, die sich mit Missbrauch in Institutionen besser auskennen.

Wenn es verschiedene Täter/innen waren, dann hat das erst mal nicht automatisch was mit dem Kindergarten zu tun.
die meisten Täter/innen kommen aus dem vertrauten Umfeld eines Kindes. Statistisch wäre es daher denkbar.



Wichtig finde ich insgesamt:

- sich selbst mit dem Thema Prävention zu befassen
- eigene Vergangenheit aufzuarbeiten / reflektieren zu können (Kindern Angst zu vermitteln ist auch Mist, sie sorglos ignorieren aber auch). Ein sinnvoller Mittelweg ist wichtig.
- Nein heißt NEIN
- Kinder stärken, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und Gefühle nicht wegreden zu lassen.
- auf das eigene Bauchgefühl (nicht die Angst) zu hören. Vertraut das Bauchgefühl? Warnt das Bauchgefühl? Beides ernst nehmen.
- es gibt Beratungsstellen zum Thema Missbrauch. Diese können auch gerne präventiv gefragt werden. Wie schütze ich mein Kind? Wie mache ich mein Kind stark? usw.