Was passiert, wenn Enkel kommen?

Ihr Lieben,

Ich lese immer wieder „bis zu den Enkeln war das Verhältnis zur Schwiegermutter/Schwiegertochter super, seitdem spinnt sie“.

Ich hab das auch erlebt, bis dahin vielleicht nicht super deluxe, aber seither teilweise völlig jenseits von einem Mindestmass an Höflichkeit und Rücksichtnahme .

Ich habe in meinem Leben eine Faustregel, was ich nicht mit Arbeitskollegen oder Nachbarn tun würde, mute ich auch keinem anderen zu, nur weil wir verwandt sind. Sprich z.B. bei Nachbarn einfach in die Wohnung spazieren oder bei Meinungsverschiedenheiten den Arbeitskollegen nicht beschimpfen Beides masst sich meine SM an und teilt lautstark mit, ich habe das zu schlucken, weil wir Familie seien. Auch das alles erst seit es Enkel gibt. Ich bevorzuge eigentlich, gar nicht in Beziehungen zu stehen, in denen man sich überhaupt jemals beschimpft.

Es interessiert mich brennend, ob irgendwer von euch weiss, ob es da eine offizielle Erklärung gibt oder er selbst eine plausible Theorie hat, warum ausgerechnet dann so oft die Beziehung kippt?

Ich meine, ich kann mir weder vorstellen, dass die Schwiegermütter ihre Erfüllung darin sehen, ihren Kindern das Lebensglück zu torpedieren noch, dass Schwiegertöchter keine anderen Sorgem haben, als wie sie die Mutter ihres Partners möglichst gut isolieren können. - beides habe ich schon als Theorien für Einzelfälle gehört, aber das erklärt doch nicht das Phänomen an sich?

Ich wäre zum Beispiel froh gewesen, wenn die SM sich interessiert und / oder eingebracht hätte.
Sie wollte partout nicht. Seit ich sage „Na dann halt nicht!“ und sie nicht mehr berücksichtige, kämpft sie mit allen Mitteln, dass ich sie gefälligst integrieren soll. Bekommt sie dann ihre xte Chance, scheint sie es regelrecht zu geniessen, es abzuschmettern.

Soweit ich weiss, erzählt sie von mir herum,, dass ich ihr die Enkel vorenthalte-da gibt es also einen grossen Gap in den Lebensrealitäten.

Was fällt euch kluges ein?
Nicht zu unserer Situation, der Drops ist gelutscht, sondern was glaubt ihr, woran liegt es, dass es so oft Schiffbruch erleidet, wenn Enkel kommen und nicht schon vorher?

10

Kommunikation speist sich aus verschiedenen Quellen. Und sie will gelernt sein.
Menschen kommunizieren anderen ggü abhängig davon wie sie ihre eigene und die Rolle des anderen wahrnehmen. Wenn also deine Schwieger vor einem Richter steht wegen Rasens und der sie ohne Federlesens vom fahrbaren Untersatz befreien kann wird sie sich anders, höflicher und angepasster geben wie ggü einem Teenie den sie nicht auf Augenhöhe wahr nimmt. Grundlagen der Soziologie… Wir agieren und kommunizieren entsprechend der Rolle die wir inne haben.
Nimmt deine Schwiegermutter zB also ihren Sohn nicht als Erwachsenen wahr, bleibt er ggf auf Stufe 13jähriger Rotzbollen bei ihr. Das Problem ist, und dazu gibt es auch Studien, sie erweitert seine Rolle automatisch auf Dich und eure Kinder. Mitgehangen also.
Es kann aber auch sein dass in ihrem Rollenbild die Schwiegertochter am Ende der Nahrungskette steht und sie deswegen zu dir widerlich ist, sie sich also quasi als Matriarchin der Familie sieht. Ich hab also doppelt verloren, Rotzbollen-Erweiterung in Patriarchat in meinem Fall. 😂

Kommunikationsmuster zu verändern ist eine der schwierigsten Veränderungen überhaupt. Die werden quasi vererbt. Es gibt Studien wie Kinder Kommunikation und Konfliktlösung lernen. Kinder orientieren sich dabei massiv an ihrem direkten Umfeld und übernehmen Kommunikation und Konfliktlösung. Wenn du dir also die Generation davor anschaust oder beschreiben lässt wirst du wahrscheinlich Copy/Paste zu deinem Dilemma gerade finden.

Warum knallts immer wenn Enkel ins Spiel kommen? Weil sich die Rollen ändern. Waren früher die Eltern noch die ultimative Instanz geht die Rolle jetzt auf die „Kinder“ über. Das Machtverhältnis dreht sich um 180 Grad. Die jungen Eltern, ihrer neuen Rolle entsprechend, machen nun den Beat. Oft ergibt sich durch die süssen Kleinen auch mehr Nähe, Oma hängt dann jeden zweiten Tag da und belagert das Kleine, Brandbeschleuniger quasi. Kannst du auch wieder soziologisch aufhängen. Der dort wohl wichtigste Begriff ist Macht - die Möglichkeit den eigenen Willen gg Widerstand anderer durchzusetzen.
Aus meiner Sicht und auch persönlichen Erfahrung geht es ganz viel um diese Macht und Kontrolle. Ich arbeite in einem Umfeld wo junge Kollegen früh Verantwortung über ein kleines Team bekommen. Da wird manchmal aus dem kuschligsten Bärchen plötzlich ein kleines Arschloch. Ich sag immer „wenn du einen Menschen wirklich kennen lernen willst gib ihm Macht über andere.“ Da kriegst du manch unerwarteten Abgrund zu sehen. Und wenn du dann die volle Klaviatur an kaputter Kommunikation dazu hast - keine Studien aber sehr spannend zu lesen: missing missing reasons, flying Monkeys, don’t rock the boat, schöne Kelle Tränen und Vorwürfe dazu…dann Prost Mahlzeit.

Wundert es dich dass deine Schwiegermutter die Geschichte umschreibt und dich zur Hexe skizziert?
Menschen möchten von ihrem Umfeld positiv wahrgenommen werden und anerkannt sein. Sie kann der Nachbarin ja nicht sagen dass sie sich dir ggü seit Jahren wie offene Hose benimmt und du sie aus gutem Grund kurz hältst. Auch sich selber muss sie belügen, es gibt sie, aber die wenigsten Menschen laufen durch die Welt und sagen „ich bin ein Arsch und stolz drauf“ Also muss eine nachbarschaftstaugliche gehübschte Version her. Cave! wenn solche Leute Konflikte danach zigfach daheim am Esstisch durchkauen. So entsteht die neue Version. Das spannende ist, der Dichter übernimmt die neue Variante in seiner Wahrnehmung und hält sie nachher für richtig. Kannst du dir Studien zur kognitiven Dissonanz anschauen, die löst sich dadurch auf.
Meine Schwiegermutter fragte mich im Sommer warum ich mich nicht gegen Corona impfen lasse. Die hat’s 2x schriftlich dass es mir von mehreren Ärzten für den Moment verboten wurde. 🤷🏻‍♀️ Aber die Hexe ist Impfgegner passt besser in die Narrative.

Was machst du, was macht dein Mann, wenn sie ausrastet und dich alles heisst?
Mein Schwiegervater hat sich jetzt geraume Zeit regelmässig im Ton vergriffen seit wir unsere Rolle Eltern durchsetzen. Wir haben ihn jetzt eine ganz deutliche gelbe Karte verpasst. Ab sofort enden Besuche wenn er sich nicht im Griff hat. Findet er scheisse, kann ich nicht sanfter formulieren. Aber die Daumenschrauben scheinen zu wirken, ich erlebe ihn das erste mal dass er sich an den Zügel nimmt.
Guten reden hat bei uns nicht geholfen. Machiavelli schon… hasse ich, aber anders ging’s nicht, wir mussten uns ein Stück weit an sie anpassen. 🤷🏻‍♀️ Der Drops… ja, wem sag ich das…

Geht das in die Richtung was dich interessiert?

28

Butterfee. Du bist hiermit mein persönlicher Gipfel der weisen Einsicht!

Danke dir, besonders missing missing reasons war ein ungemein augenöffnender Lektüretipp. Ich weiss nicht so genau, was mir an Finesse fehlt bei der Kommunikation, aber ich habe bisher nie verstanden, wie jemand so offensichtlich unlogisch oder an den Fakten vorbei argumentieren kann. Damit war ich auch ein dankbares Gegenüber für jemanden, der mich in ein endloses Ping-Pong ziehen wollte.

Ich denke mit deiner Erklärung triffst du den Nagel, zumindest bei uns, auf den Kopf. Ich muss jetzt doch nochmal ein wenig überlegen, was ich draus mache.

Meine bisherige Entscheidung war Distanz schaffen, um Reibungsfläche zu minimieren-auch, weil ich irgendwann am Punkt war, dass ein Mensch, der mich böse, kalt, berechnend sowie meinen Mann mir hörig nennt, mir gern nen Schuh aufblasen kann. Manche Dinge kann man einfach nicht ungesagt machen und Szenen, in denen sie mich vor meinen Kindern angeht und mir dann vorwirft, was die Kinder von mir denken sollen, wenn ich mich so benehme…

Ich habe tatsächlich bisher nicht die Grösse gehabt, da milde zu lächeln und mich auf ihre kognitive Dissonanz zu besinnen.

Vielleicht komme ich ja zu neuen Erkenntnissen. Bislang ist mir eine Oma mit flying Monkeys usw tatsächlich auch deutlich zu heiss als Umgang für die Enkel-auf jeden Fall unbeaufsichtigt.

So oder so hilft dein Beitrag ungemein, mehr Gelassenheit im Ganzen zu finden, denn damit sucht man nicht mehr nur die Schuld bei sich selbst. Was man wohl grundlegend falsch angegangen sein könnte usw.
Macht, Kontrolle, emotionale Erpressung, Erweiterung vom Lausebengel plus die gleiche Konstellation mit ihr als ST und einem mindestens so zauberhaften SV… das kann kein Zufall sein.
Ich hoffe, dass wir diesen Kreislauf durchbrechen können, ist ja vor allem ungemein kräftezehrend und verhagelt einem den ganzen Spass. Zumindest ich hab keine Lust auf solches Psychopoker das ganze Leben lang.

7

Hallo Wundernase,
ich möchte mal aus Sicht einer Großmutter bzw. Schwiegermutter schreiben. Vorab - Streit habe ich nicht. Ich habe auch keine Feldforschung betrieben, sondern äußere nur meine Sicht.
Aaalso: Die eigenen Kinder innerlich loslassen ist sicher für jede Mutter nicht ganz einfach, aber es ist nunmal der Lauf der Zeit und notwendig. Viele Mütter sind ja ganz tolerant, weltoffen und natürlich selbst ganz jung geblieben? Tja.
Wenn Enkelkinder kommen ist das nochmal eine andere Nummer. Mein Kind wird Mutter oder Vater und ich rücke in eine andere Position. Ich bin die Oma, nicht die Mutter. Ich habe keine Entscheidungsrechte und auch nicht die direkte Verantwortung. Ich kann Enkelkinder bestenfalls noch Jahre begleiten, letztlich werde ich (hoffentlich) vor meinen Kindern und Enkelkindern sterben und bis dahin in Würde altern. Das mag sich seltsam anhören. Diese Gedanken zuzulassen hilft mir zu einer klaren Sicht. Das in unserer Gesellschaft die Themen "Alter" und "Tod" meist Tabuthemen sind verhindert nicht, das Menschen alt werden und sterben. Bewußt mal abgesehen von Krankheiten, Unfällen, wahtever - unsere Lebenszeit ist begrenzt. Der Oma-Status erinnert unweigerlich daran. Das muß jeder für sich einordnen und verarbeiten. Wer eher verdrängt findet schwer inneren Frieden und überträgt Probleme eher auf andere.
Fakt ist: Ich werde nie wieder Mutter, weil diese Lebensphase für mich vorbei ist.
Fakt ist: Meine Erfahrungen gehören zu mir. Wenn meine Kinder andere Ansichten haben und ihre eigenen Erfahrungen machen macht mich das nicht schlecht. Meine 89-jährige Mutter sagt manchmal "ach, da haben wir ja alles falsch gemacht" und ich sage "Nein. Ihr habt das gemacht, was aus eurer Sicht zu der Zeit und nach eurem Gefühl richtig war." Mehr geht ja auch nicht.
Fakt ist: Leben ist Veränderung. In einem Fluß kannst du niemals im selben Wasser baden. Meine eigenen "Weisheiten" können deshalb keine Vorschrift sein.
Ja, dann gehört aber auch noch was anderes dazu. Mein Schwiegersohn und ich - das ist so eine mühsame Liebe. Er ist faktisch als Einzelkind gut siutierter Eltern aufgewachsen (mit einer viele Jahre älteren Stiefschwester), wir waren eine Großamilie mit oft wenig Geld, aber vielen Abenteuern. Er Stadtmensch, ich Landei. Er hochstudierter Theoretiker mit Krawatten-Job, ich ungeschminkt in Gummistiefeln ohne nenneswerte Rentenansprüche. Er kann wohl nicht gut damit umgehen, dass er bei seltenen Besuchen von mir auch mal ne Ansage bekommt - also nicht, dass er jetzt hier stundenlang Holz hacken soll, aber doch wenigstens mit dem Enkel auf Klo... Ich weiß schon, ich muß meine Biestigkeit im Zaum halten. Wäre er nicht der Partner meiner Tochter und ich die Oma seiner Enkel würden wir einander vermutlich nicht mit dem Arsch angucken. Er liebt meine Tochter - ich auch. Er liebt seine Söhne - ich auch. Das genügt. Ich bin keine Ikone. Wenn ich mal auf die Birne kriege, brauch ich vielleicht einen Moment, aber dann is auch wieder gut. Ich möchte respektiert werden, so wie ich lebe, gelebt habe und wie ich Enscheidungen treffe. Gleiches im Gegenzug.
Sorry für den ausufernden Text! Wenn es nicht erhellend ist - einfach wegpacken bitte.
Alles Gute euch!

13

Aber wieso machst DU ihm die Ansage, dass er mit dem Enkel aufs Klo soll ?
Das ist doch eine Sache zwischen deiner Tochter und ihm, ich versteh nicht wieso man sich da als Schwiegermutter einmischt?

Für dich ist es anscheinend ok, aber ich glaub das ist zb so ein Verhalten, dass die Beziehungen auf Dauer kaputt macht.

14

DAS dachte ich auch gerade.. der Text liest sich ganz nett bis zu diesem Absatz. Hier wird die Abneigung zum Schwiegersohn mehr als deutlich aufgezeigt. Ich kann mir schon vorstellen, dass hier genau so eine Situation gelebt wird, wie die TE es meint. Nur ist hier die SM hier selbst auf urbia und der Schwiegersohn eben ein Mann und nicht die Schwiegertochter (und vermutlich lässt er sich hier auch nicht über seine SM aus..#schwitz)

weiteren Kommentar laden
1

Ich glaube grundsätzlich kommt es oft zu Problemen, weil die Erwartungshaltung von beiden Seiten eine unterschiedliche ist.
Als frisch gebackene Mama ist man einerseits unglaublich verletzlich, mag die erste Zeit niemanden so richtig an sich selbst, das Baby und seine kleine Familie heranlassen. Andererseits will man auch zeigen und beweisen, dass man alleine gut klarkommt, auf Unterstützung nicht angewiesen ist etc.
Zudem kommt, dass sich diese Ansichten und wünsche jederzeit und plötzlich ändern können und es so schwer sein kann, der Mama alles recht zu machen.

Auf der anderen Seite steht da die stolze Oma, die denkt, sie sei Profi (sie hat ja selbst schon ein Kind großgezogen), Haut vielleicht mit Tipps um sich, will nur das Beste und drängt sich partiell einfach ein bisschen zu viel auf. Insbesondere die Tipps sind meist super gut gemeint, aber oft leider veraltet oder kommen besserwisserisch rüber. Sie erwartet vielleicht, dass sie das Baby sofort übernehmen darf und damit eine große Hilfe ist. Die Mama will aber erstmal selbst die Mama - Aufgaben übernehmen und dann kommt es sehr undankbar rüber...

Im Grunde will keine Partei etwas böses, weder Mutter, noch Oma. Ich glaube, mit klarer Kommunikation der Erwartungshaltung und Respekt und Akzeptanz auf beiden Seiten wäre viel getan.
Zudem war es zumindest in meinem Fall so, dass klare Äußerungen schnell viel zu persönlich aufgenommen wurden - von beiden Seiten. Dadurch bekommt das ganze einen fiesen Beigeschmack ;)

Lg

18

Danke dir, das ist sehr interessant. Ja ich glaube, die Balance ist schwierig, ich wundere mich echt, warum es mit so vielen anderen im Umfeld ja quasi reibungslos klappt und bei SM/ST kracht es quasi systematisch.

Anekdote zum Näheproblem: Ich wurde auch quasi übergangen, weil vermutlich nicht relevant genug, bis zur Schwangerschaft.

Da war dann die erste Frage an mich, die jemals gestellt wurde, die, ob ich etwa auch in der Badewanne gebären will. Sie wäre dagegen.
Also von 0 auf way too much in zwei Sätzen. #rofl

2

Ich habe mal gelesen, das die Hormone beim Enkelkind nochmal ziemlich durcheinander kommen. Frauen die Oma werden scheinen da ziemlich emotional mitzufühlen. Gepaart mit ihrer Lebenserfahrung, auch wenn man heute manches anders macht scheint da zuweilen eine explosive Mischung zu entstehen, was sich dann im Konkurrenzkampf mit der Mutter zeigt.
Mütter können meist Söhne schlechter loslassen als Töchter.
Dieses Phänomen hatte ich bei meiner Schwiegermutter auch.
Als wir uns kennenlernten verstanden wir uns großartig. Als mein Mann und ich zusammenzogen und wir anfingen unser Haus umzubauen fing das Drama an. Sie begann von jetzt auf gleich übel gegen mich zu schießen und gegen meinen Sohn, den ich mit in die Beziehung brachte gleich mit. Die Situation wurde so belastend, dass ich auch kurzzeitig den Kontakt zu ihr abbrach.
Mein Mann sagte, SO kenne er seine Mutter gar nicht, sah aber ebenso wie ich was sie anstellte. Mit Tränen am Telefon, sie wisse gar nicht warum ich so gemein zu ihr wäre ect.
Nach einiger Zeit dieses sinnlosen Krieges hat es mir dann endgültig gereicht. Ich habe ihr in einem Brief dermaßen den Kopf gewaschen und ihr sehr deutlich gemacht, dass sie sich gut überlegen soll welche Art von Schwiegermutter sie sein will, denn mich würde sie nicht mehr los, es läge jetzt in ihrer Hand und das ich SOLCH ein Verhalten definitiv NICHT dulde.
Das hatte gesessen. Normalerweise bricht der Kontakt nach solchen Eskalationen ab.
Sie jedoch hat sich um 180 Grad gedreht, allerdings erst ab unserer Hochzeit. Da sah sie wohl, das sie mich wirklich nicht mehr los wird.
Sie sagte mal zu meinem Mann, dass wäre der schlimmste Brief den sie je bekommen hätte. Ja, und sie hatte jedes Wort davon verdient.
Auch das sie Angst vor mir hätte, weil sie wüsste das ich sie gegen die Wand reden würde.
Warum sie so zu mir war will sie nicht sagen. Sie wüsste es angeblich nicht.
Inzwischen haben wir ein sehr gutes Verhältnis, welches ich auch sehr schätze, aber den Platz an der Seite meines Mannes musste ich mir schon recht blutig erkämpfen und das zu einer Zeit in der ich schwanger war und gerade erst meine Mutter verloren hatte. Das war ganz schlimm für mich.
Ich kann nur jeder Frau der es ebenso ergeht mit den Worten meiner Mutter raten "Lass dir nichts gefallen." Und daran habe ich mich gehalten. Mit Erfolg.

19

Danke dir, das ist echt ätzend spannend mit den Hormonen und würde einiges erklären.
Respekt mit dem Brief, das hat sicher Mut gebraucht und so toll hat es geklappt! Falls du mal für jemanden Ghostwriter sein willst…#winke

20

Ohne das ätzend bitte :-D

weiteren Kommentar laden
3

Liebe TE,

ich weiß auch nicht was in solchen Schwiegermüttern gefahren ist. Meine SM war nicht so, kümmerte sich gerne mal um Enkelkinder. Hatte aber auch genug um die Ohren genauso wie meine Mutter. Die hatten Hobbies und einen guten Freundeskreis.

Wenn ich hier manchmal solche Stories über Schwiegermütter lese, denke ich immer, dass die Langeweile haben, mit sich und der Welt nicht zufrieden sind, keine Hobbies oder Ehrenamt haben.

Bei dir hört sich das so an als ob deine SM auf emotionale Erpressung setzt. Solche Menschen sind eigentlich klein mit Hut.
Was fällt mir dazu ein? Sich nicht alles gefallen zu lassen. Wie sonst auch im normalen Leben. Dabei höflich bleiben so gut es geht. Und da spielt es keine Rolle ob SM oder Arbeitskollege.

LG Hinzwife

21

Danke liebe Hinzwife, guter Aspekt! Langeweile ist hier mit Sicherheit im Spiel. Nach Beginn der Rente hatte die ehemalige Lehrerin plötzlich viele Ressourcen frei, um Mann und Sohn zu belagern. Böse Zungen würden sagen, es fehlte ihr ihr Pensum an Kommandieren. #schein

Dass sich das dann ausgerechnet entläd, wenn Enkel kommen ist immer noch spannend, aber ich fühle mich einer Erklärung für meinen Seelenfrieden viel näher.

Gratuliere zu deinen zwei entspannten Müttern. #klee

4

Ich denke ab Geburt des Enkelkindes verwandelt sich die Frau des Sohnes in die Mutter der Blutsverwandten Enkel. Ich habs bei einer Freundin erlebt. Das Paar war 15 Jahre zusammen, die Mutter desSohnes hat sich kaum für sie (meine Freundin) interessiert. Kaum war der Schwangerschaftstest getrocknet, wurde sie regelrecht bedrängt. Problem nur, Schwiegermutti konnte sich nicht damit arrangieren, daß meine Freundin die Mutter der Enkelkinder ist und sie damit mehr zu sagen hat, was diese angeht, als Sie (die Schwiegermutti). Die Partner halten sich zu 99% raus, denn sie wollen niemanden vor den Kopf stoßen, weder die Frau, die sie in die Welt hineingeboren hat, noch diese die seine eigenen Kinder in die Welt geboren hat. Und so bleibt es wohl am Ende ein ewiges Gerangel um die Alphastellung.

5

So in etwa läuft es hier auch. Meine SM ist ein sehr dominanter Typ Frau. Wir waren sehr lange unterm Radar, bis ich dann schwanger war.
Mit der Geburt ging es dann los, dass kontrolliert wurde und sich eingemischt. Sie hat Probleme, sich in der Omarolle zu sehen und sieht sich eher als Mutter. So übergeht sie mich. Die Beispiele habe ich mal wieder rausgenommen. Ich denke, ihr fällt es schwer, eigene Grenzen zu sehen, sich irgendwo unterzuordnen und die Zügel anderen zu überlassen, vermutlich gepaart mit einem Hang zur Angststörung.

11

Ja sowas kann übel werden. Meine Freundin meinte letztens, dass ihre SM den Gipfel erreicht hat, als sie einen Urlaub gebucht hat, für sich und den Enkel, ohne sie überhaupt zu fragen, ob das in Ordnung ginge. Und sie sagt vor dem Kind immer von sich selbst "die Mama", natürlich versehentlich. Also "XY kommst du bitte kurz mal zur Mama, ähm ich meine zur Oma?" Einfach so panne das Ganze.

weitere Kommentare laden
6

Ich hatte dazu mal recherchiert als wir unser erstes Kind bekommen haben. Die Quelle bekomme ich nicht mehr zusammen, aber die Theorie besagt, dass früher das Wissen über Geburt und Kindererziehung immer über die weiblichen Vorfahren, also auch die Schwiegermutter, weitergegeben wurde. Für Frauen ist es selbstverständlich der Neumutter zu „helfen“ und es ist ihre evolutionäre Rolle. Dennoch ist sie fremder als die eigene Mutter. Die eigene Mutter hat über die Zeit die die eigene Tochter herangewachsen ist, vor allem in der Pubertät, gelernt eine gesunde Distanz zu waren. Die Schwiegermutter hat mit ihrer Schwiegertochter diese Phase nicht durchlebt und betrachtet sie also quasi als das kleine unerfahrene Ding, dem man helfen muss.
Die Schwiegertochter hat darauf aber keine Lust, eben weil diese Art der „Hilfe“ nicht mehr Zeitgemäß ist und es knallt. 😅

Fand ich für uns ziemlich passend.

8

Ja, das passt auch bei uns. Wobei meine SM das mit der Distanz auch bei ihrem Sohn nicht hinbekommt.

24

Danke dir, das ist total interessant und klingt schlüssig.
Genau sowas gibt mir mehr Seelenfrieden zurück, weil ich eigentlich immer fand, ich bin ganz umgänglich.
Ausgerechnet bei jemandem, mit dem ich sehr gern ein gutes Verhältnis gehabt hätte sehe ich mich gezwungen,Grenzen zu ziehen, die dann Grund für Zerrüttung waren.
Und dabei sind es Grenzen, die selbstverständlich sein sollten.

9

Ich hab mich auch schon gefragt, woran das liegt, dass Enkelkinder die Beziehung zur Schwiegermutter entweder enorm verbessern oder eher strapazieren. Selten bleibt es wie zuvor.
Bei meiner SM wurde die Beziehung kurzzeitig sehr gut - und ist jetzt unterkühlter denn je. Meine Theorie: die Euphorie, die Freude über das Enkelchen, die biologische Verbindung (über das Enkelkind) zueinander stimmen einige Frauen - sicher auch Männer - milder. Ich glaube, viele versuchen dann bewusst, Brücken zu schlagen, Gemeinsamkeiten zu finden (und sei es eben nur die Freude über das Baby) und Differenzen zu ignorieren. Dazu der Wunsch, helfen zu können (das eigene Wissen weiterzugeben), ich glaube, das is ne super Möglichkeit zur Annäherung. Bei uns kam dann aber folgendes Problem auf: die Persönlichkeiten von Mutter und SM passen aber trotzdem nicht zusammen, das Wissen der SM ist vielleicht gar nicht gewünscht/erforderlich und irgendwie ist trotz Kind jetzt nicht alles tutti. Wie auch? Das normale Leben geht weiter. Wenn alle aus ihrer Babyblase rauskommen, wird manchmal klar, dass einen doch nicht viel mehr als die Liebe zum Kind (und zum Ehemann bzw Sohn der SM) verbindet. Ich glaube, in unserem Fall ist da ganz viel Enttäuschung dabei, dass wir halt doch nicht die Familie von „unsere kleine Farm“ geworden sind. Und unerfüllte Erwartungen und die Anstrengung, diese doch noch irgendwie erfüllt zu bekommen, können ganz schön schwer wiegen.
Ich hab gelernt, dass meine SM eine super Oma ist, dafür schätze ich sie sehr. ich brauch darüber hinaus nicht viel Kontakt, einen Kaffee trinken ohne Kinder würde ich nie mit ihr. Dazu noch andere Spannungen innerhalb der Familie und schon ist die Beziehung, die durch Enkelkinder wachsen sollte, noch mehr belastet. Weil die nicht vorhandene Zuneigung ohne Kinder egaler war, jetzt ist sie ein Problem.

25

Danke dir, das ist auch sehr plausibel und ich glaube, manchmal kann das gut durchschlagen.
Ich muss zugeben, mir sind ja freundliche aber nicht innige Beziehungen viel lieber, weil man eben nicht in Verlegenheit kommt sich zu nahe zu sein. Klingt komisch, so geschrieben, aber beispielsweise meine Schwägerin und ich sind immer einfach freundlich zueinander, helfen, geben Tipps bei Fragen, aber würden quasi nie streiten, weil wir uns immer genug Luft gönnen. Warum sollte man sich auch streiten, wir sind über Menschen verbunden, die wir lieben, die sind genug Gesprächsgrundlage, mehr erwarten wir nicht voneinander.

12

Das ist voll schräg und es tut mir leid für dich, dass du so einen Menschen in deinem Leben hast.

Ich denke es hängt mit der Generation/Sozialisierung zusammen. Sehr viele Frauen in dem Alter durften sich nicht frei nach ihren Interessen ausleben. Der einzige Bereich in denen sie Autorität hatten war die Familie. Jetzt hat die Schwiegermutter ihre Kinder groß gezogen, und sieht ihre Position wieder offen wenn die Enkel kommen. Da kann sie wieder schalten und walten.
Vielleicht trifft das bei deiner SM nicht zu, vielleicht hatte sie ein Leben mit anderen Schwerpunkten. Aber in meinem Bekannten- und Freundeskreis sind die Schwiegermonster (immer die Mütter) die, die vorher reine Hausfrauen und Mütter waren. (Das soll keine Wertung zu einem Lebensmodell sein, ich kenne genausogut Gegenbeispiele. Es geht hier nur um die Erfahrung aus meiner Bubble)
Es geht bei denen um reines Machtgehabe.

Beschimpfen lassen würde ich mich auch nicht. Da ziehe ich, wie du, eine klare Grenze - auch wenn es nicht einfach ist, weil man da sind der Familie angeblich akzeptieren muss.

29

Danke dir Californiaroll! Zwar hatte sie einen Beruf, aber ab Rente ist da wohl die Familie in den Fokus als Herrschaftsgebiet gerutscht.

Am lustigsten war wirklich, wie sie versucht hat ihrem Sohn, dem Vater des Kindes, zu verbieten, es als Neugeborenes anzufassen, weil sie es mit schmutzigen (also tatsächlich voller nicht-unbedenklichem Schmutz vom Mist) Händen nicht anfassen durfte. Das ist wohl ein klarer Fall von „ich bin hier die Chefglucke!“