Angst vor der Zukunft

Hallo zusammen!

Irgendwie hab ich das Gefühl, mir das von der Seele zu Schreiben zu müssen - tut mir leid, falls es ein zu langer Text wird.

Ich bin in der 33 SSW mit unserem absoluten Wunschkind. Es war ein langer und steiniger Weg bis dahin. Als ich im Dezember 2021 endlich schwanger wurde, war von einigen der heutigen Themen die mich beschäftigen noch nichts zu hören.

Seit geraumer Zeit machen sich große Zukunftsängste breit (Kriege, Klimawandel, Weltgeschehen, etc.) - finanzielle Ängste plagen mich nicht, eher Dinge die ICH nicht beeinflussen kann. Überall hört man nur netagtives.

Ich habe das Gefühl nur neagtive Gedanken über die Zukunft (meines Kindes) zu haben und bei jedem Tritt in meinem Bauch frage mich, was mein Kind erwarten wird und wie furchtbar egoistisch es war sich so sehnlichst ein Kind zu wünschen.

Mein runder Bauch ist nun nicht mehr zu übersehen und oftmals höre ich von Mitmenschen netagtive Kommentare wie:

* wie kann man noch Kinder in diese Welt setzen?
* wir steuern in eine grauenhafte Zukunft!
* was habt ihr euch dabei gedacht?
* warte nur ab, was noch auf euch zukommen wird!

und ähnliches.

Ich weiß, es wurden immer Kinder geboren, es war nicht immer eine schöne / leichte Zeit und auch unsere Ur,- Groß, - Eltern wussten nie wie die Welt später aussehen wird und haben sich dennoch für uns entschieden. Ich frage mich jetzt doch oft, wie wird es in 2, 5, 10, 20 oder 30 Jahren sein wird.

Ich möchte später von meinem Kind keine Vorwürfe erhalten oder mir immer Vorwürfe machen weil wir so egoistisch waren uns dieses kleine Wesen so sehnlichst zu wünschen.

Ich wünsche mir für mein Kind - wie jeder -
- einfach eine glückliche und friedliche Zukunft.

Ich freue mich aktuell immer riesig wenn ich andere schwangere Frauen sehe weil ich mich dann nicht so alleine fühle. Vielleicht sind es auch einfach aktuell dazu die Hormone, die verrückt spielen. 😶

Kann mir jemand Mut machen oder mir einen Rat geben um diese Angstgedanken und die Kommentare der Mitmenschen nicht an mich heran kommen zu lassen?

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Viele Menschen in Deutschland wurden im Krieg oder nach dem Krieg geboren. Da fragt man sich auch, was haben die Eltern gedacht? Trotzdem hatten sie ein schönes Leben. Die Fragen sind daher nicht von Bedeutung. Niemand von uns kennt die Zukunft.

Freue Dich auf Dein Kind und mache das Beste daraus #winke

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Könnte auch an fehlenden Verhütungsmitteln gelegen haben. Ich glaube, wenn man hungert hat man nicht unbedingt einen massiven Kinderwunsch.

Und doch: man kennt die Zukunft. Vielleicht nicht 100% aber im Groben wissen wir was auf uns zu kommt.

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Wie frech solche Kommentare abzugeben! Unglaublich. Da wäre ich wahrscheinlich in der Situation auch völlig sprachlos. Bei mir gab es solche Kommentare (schwanger in der Hochphase von Corona) nicht, Außer, dass ich gut aufpassen sollte auf mich und den Zwerg. Also egal wer das sagt, Kontakt umgehend unterbinden, wenn es fremde waren, kann man auch gern mal in etwas unfreundlichem Ton drauf hinweisen, dass sie sich doch bitte um ihren eigenen Kram kümmern können.

Was Weltschmerz/-angst angeht: ich lebe deutlich freier und glücklicher, seit wir kein Radio mehr hören und unser Kabel-TV gekündigt haben. Bei uns gibt's Spotify, Netflix und Prime Video.

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Fühl dich gedrückt! Und Glückwunsch zur Schwangerschaft!

Ich kenn das auch, dass man in dieser sensiblen Zeit vor allem das wahr nimmt was man normalerweise überhören würde.
Ein Kind zu bekommen ist immer eine egoistische Entscheidung. Aber das ist okay! Ihr werdet euer Kind lieben und gut versorgen und somit ist der größte Teil der Welt, die es in den ersten Jahren kennenlernen wird, wunderbar.

Versuch dich an Menschen zu halten die dir gut tun. Und genieße den Rest der Schwangerschaft, die Phase mit den aktiven Bauchzwergerln fand ich sehr schön. Besser beschützt wird dein Buzi nie wieder sein.

Alles Gute ♥️

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Ich denke, dass diese Kommentare nicht überwiegen beim Anblick deines Bauches. Es hat nur den Stellenwert, den du diesen Kommentaren gibst. Evtl sind es deine Gedanken, die dich nun zweifeln lassen ? Keiner weiß, was passiert in der Zukunft. Kinder zu kriegen liegt in der Natur der Sache. Genieße das hier u jetzt. Der Rest kommt eh wie es kommt

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Ich habe diese Zukunftsängste für mein Kind auch.
Es gelingt mir immer eine Weile, diese auszublenden, aber sie schaffen es immer wieder an die Oberfläche.
Diese Ängste sind sicher auch berechtigt.
Mich macht es z.B. wirklich fertig, dass wir in einer Klimakrise sind, aber irgendwie passiert nichts.
Oft denke ich mir, wir passen so gut auf unsere Kinder auf, schauen, dass sie nur gesund und Bio essen, achten auf ihre Gesundheit, etc.
Aber die Zukunft unserer Kinder ist durch den Klimawandel wirklich bedroht, aber nichts passiert, kaum jemand redet überhaupt darüber.
Vor allem die etwas älteren aus meiner Familie und meinem direkten Umfeld wollen gar nichts darüber hören, oder leugnen es.
Oder sagen, da kann man sowieso nichts machen.
Da denke ich mir dann, dass es wohl ziemlich düster ausschaut.
Ich frage mich, ob mein Kind auch einmal Kinder haben wollen wird. Wie die Welt ausschauen wird, wenn es Millionen weitere Klimaflüchtlinge und noch mehr Umweltkatastrophen, Wasserknappheit, etc. gibt.
Aber dann denke ich, es ist auch eine Zeit der Chancen.
Vielleicht entwickelt sich vieles zum Guten, und unsere Kinder werden eine tolle Zukunft haben.
Ich werde jedenfalls alles in meiner Macht stehende tun, um meinem Kind eine glückliche Kindheit zu geben. Und für die Zukunft hoffe ich das Beste.

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Ich habe/hatte genau Deine Gedanken, bereits vor längerer Zeit mit 20, und habe mich gegen das Kinderkriegen entschieden. Alles hat Vor- und Nachteile. Aber ich bin froh, mich so entschieden zu haben. Ich denke aber, man kann so oder so glücklich mit seiner Entscheidung sein. 💛

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Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!
Ich denke, das hat bisher noch jede Generation gesagt und selbst in Kriegen und Hungersnöten sind Babies auf die Welt gekommen, sie später ein gutes Leben hatten. Ich ordne das in etwa ein wie "früher war die Jugend nicht so frech".

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Machst du denn deinen Eltern Vorwürfe, in was für eine Welt du geboren wurdest? Je nachdem: DDR, Tschernobyl, kalter Krieg, Teuro, Terroranschläge, Nahrungsmittelskandale, Coronapandemie, Inflation....

Hattest du als Kind nicht auch schon Sorge vor der Zukunft?
Ich weiß noch, dass ich als Grundschülerin auch oft in Wissensbüchern so deprimierende Infos gelesen habe wie: diese Tiere "xyz" sind alle am aussterben, in "xy" Jahren wird es überhaupt kein Öl/Gold/Silber usw. mehr an Bodenschätzen geben, ...
Unser Lehrer hat z.B. ständig Kriege angekündigt (nach dem 11.9.), vorhergesagt dass wir in drei Jahren zu wenig Wasser zum Rasengießen haben usw...

Und dafür geht es uns doch gut. Es wurden auch neue Medikamente, neue Techniken, neue Untersuchungen, usw. erfunden.
Ja, vielleicht weiß ich heute nicht mehr was ich essen soll, da in so ziemlich jedem Lebensmittel entweder Gift, Schwermetalle, Antibiotika, schädliche Transfette, zuviel Zucker, Aromen und natürlich Mikroplastik drinstecken....
Aber macht mich das wirklich kränker als meinen 84jährigen Opa, der in seiner Kindheit nicht täglich Zähneputzen konnte, als Kriegsgefangener bestimmt nicht das gesündeste Essen bekam, als Bauarbeiter sicher keinem Arbeitsschutz unterlag, viel zu viel UV Strahlung abbekam und garantiert mehr ungesunden Staub eingeatmet hat als die Grenzwerte, die jetzt für "Alarm" sorgen....

Also man sollte das in Relation sehen. Ich jammere meinen Eltern ja auch nicht vor, dass es in ihrer Kindheit mehr Gletscher oder Fische im Meer gab. Stattdessen freu ich mich, dass meiner Tochter bei einer Behinderung heutzutage durch eine OP schnell geholfen werden konnte, dass ich mit Internet und Smartphone aufwachsen darf...
Genauso wird es deinem Kind gehen.
Es wird vielleicht wissen, dass früher die Wälder grüner waren, aber es wird auch genießen dass z.B. die Gesetzte bzgl. Gleichstellung von Mann/Frau/Divers gerechter sind, es neue Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs gibt, es tolle Ersatzprodukte für Fleisch gibt,....
Und die politische Lage ist eben wie sie ist, mal besser, mal schlechter. Wobei da Deutschland ja m.M.n. noch sehr entspannt dasteht.

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Damals war es aber noch nicht allgemein bekannt, dass der größte Umweltbeitrag, den man leisten kann ist, keine Kinder zu bekommen.

Diese Vergleiche mit früher hinken stark. Man kann sich nicht (mehr) auf Ignoranz berufen. Bzw. kann man, aber man muss es sich und seinen Nachkommen gegenüber verantworten.

Was die Kriegsvergleiche angeht, da könnte man wieder schneller sein als wir denken. Ich verstehe die Blauäugigkeit nicht.

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Ich denke, dass der Lebensstandard sinken wird und die Kinder ein anderes weniger komfortables Leben haben werden.
Es wird nicht mehr alles im Überfluss geben, das Überangebot auch an Lebensmitteln muss und wird sich reduzieren, und das was es gibt können sich nicht mehr alle Menschen leisten.
Der Konsum wird wieder in die Richtung gehen, dass nicht alles geht, nicht mehr mehrmals die Woche Fleisch oder exotische Früchte, einfach weil es das Angebot eingeschränkt sein wird und auch weil es teuer sein wird.
Mit Energie wird man bewusster umgehen müssen, auch das Wohnen muss und wird anders, einfach weniger Quadratmeter.
Das Leben wird einfacher werden, man muss wieder überlegen, was man bezahlen kann, es geht nicht mehr alles, jeder sein Eigenheim, ein Auto und Reisen plus essen worauf man Lust hat , sondern entweder oder.
Glück hat aber nichts mit Konsum zu tun und ich denke, dass ein einfacheres, weniger konsumorientiertes Leben mindestens genau so glücklich ist, denn Glück kommt nicht durch Konsum.
Im Gegenteil.
Es ist eine Chance für unsere Kinder, sich wieder auf Werte zu besinnen, die Zufriedenheit erzeugen.
Und das Glück nicht mehr im Kaufen, Konsumieren oder im Sammeln von Besitz und Statussymbolen zu suchen.
Das mit dem Klimawandel ist wahrscheinlich bedrohlicher als die wirtschaftlichen Einbußen und da kann man nur hoffen, dass es bis dahin technische Lösungen gibt.
Aber es sind auch einfach zu viele Menschen auf der Welt, die zu viele Ressourcen verbrauchen, es wird also eine drastische Reduktion der Bevölkerung geben müssen.
Durch die Umverteilungskämpfe um knappe Ressourcen wird es natürlich immer häufiger Kriege geben.
Auch damit lernen Menschen dann umzugehen, und die die Krieg und Klimawandel überleben können trotzdem zufrieden sein.
Es wird sicher holprig werden und das Leben wie wir es kennen geht zu Ende.
Menschen können auch unter widrigen Umständen leben und überleben.
Von daher....einfach sehen was kommt und damit zurechtkommen, darauf komnt es an.

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Ich finde insbesondere die Frage zu den Auswirkungen des Klimawandels auch manchmal überwältigend, aber letztlich denke ich auch es hilft ja nichts wenn gerade die Menschen, die sich mit dem Thema konstruktiv auseinandersetzen nun alle keine Kinder mehr bekommen. Kinder sind als nächste Generation auch eine Chance.

Bei allen anderen Dingen, die so Angst machen hilft es vielleicht sich klar zu machen, dass wir alle keine Glaskugel haben und unsere Eltern und Großeltern und Urgroßeltern Kinder auch bekommen haben unter dem Stern von Krieg, Zerstörung, der Gefahr von Atomkrieg im kalten Krieg, Ölkrise, SED-Dikatur, RAF Terror .... naja die Liste geht weiter.

Wenn dich das sehr stark belastet, dann schau mal was du mit Achtsamkeitsübungen machen kannst. Da gibt's einiges online oder per App.

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Ich bin so jemand, bekomme keine Kinder als mein größter Umweltbeitrag 😊

Wer denkt denn nicht, sein Kind könnte die Welt retten (vereinfacht gesagt)? Ich finde dieses Klischee etwas ermattend. Wenn man es selbst schon nicht hinbekommen hat, wieso sollte das Kind es tun? 20+ Jahre später? Die Zeit ist jetzt..