Alles Meins - Nichts darf keine Schwester anfassen

Hallo zusammen,

mein Sohn (4) macht unser Familienleben oft zur Hölle... Ich kann uns nicht einmal als Familie bezeichnen, weil es zusammen einfach nicht funktioniert. Er scheint einfach nicht damit zurecht zu kommen, dass er nicht mehr Einzelkind ist..seine Schwester ist bereits 16 Monate. Es war eigentlich schon ab Geburt schwierig. Er war oft zu grob, nahm ihr schon als Baby alles weg usw. Ganz selten gibt es schöne Momente, aber die halten nicht lange an. Es ist auch eine schwierige Mischung, sie ist sehr empfindlich (weint schnell) und er wild und ungestüm. Achja Exklusivzeit, Verständnis zeigen etc, machen wir alles, es ist dennoch besonders in Ferienzeiten echt schlimm.

Nun zum größten Problem: Sie darf absolut nichts von ihm anfassen. Es wird sofort aus der Hand gerissen. Klar, das meiste hier gehört nunmal ihm. Sie darf noch nicht einmal seine Schuhe anfassen... Ich war letztens so weit und meinte, dass er dann auch nicht mit ihrem Spielzeug spielen darf, aber dann fragt er sie und sie sagt Ja 🤣

Ist es bei euren auch so extrem? Zusammen spielen gestaltet sich oft schwierig. Es ist einfach überhaupt keine WIR Konstellation, sondern eher ein ständiges Buhlen um meine Aufmerksamkeit, was es für mich unglaublich anstrengend macht.

Bin einfach nur traurig und erschöpft und hoffe einfach, dass es irgendwann besser wird.

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Bei uns gilt folgende Regel:

Spielzeug, welches im Wohnzimmer, Flur oder sonst wo rumfliegt, dürfen von allen Kindern bespielt werden. Wer seine persönlichen Spielsachen nicht teilen möchte, muss diese in seinem Zimmer lagern.

Ebenso gilt: wer im Wohnzimmer spielt, muss auch alle die mitspielen möchten, mitspielen lassen. Wenn man alleine spielen möchte, kann man das in seinem Zimmer bei geschlossener Tür machen.

Wir fahren damit ziemlich gut.

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Danke, habe es schon so im Ansatz versucht, aber anscheinend nicht konsequent genug😄

Aber so klingt es schlüssig und werde ich nun konsequent so durchsetzen.

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Ganz genauso läuft es hier auch 👍

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Im Titel sollte es natürlich "kleine" Schwester heißen ;)

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Hallo.

Ich frage mich warum ihr ihm das durchgehen lasst?

Wir haben 2 Kinder (5 Jahre und 14 Monate). Es gibt gewisse Grundregeln in unserer Familie und an den müssen sich auch die Kinder im Rahmen ihrer Möglichkeiten halten. Die Geschwister müssen sich nicht lieben aber ein freundlicher respektvoller Umgang ist uns wichtig. So wie wir sie umgekehrt auch behandeln.

Zum Thema teilen heißt das - entweder beide teilen oder die Große darf die Sachen des Kleinen eben auch nicht berühren. Ob das Kleinere da ja sagt wäre mir ziemlich egal. Da bei uns auch der Kleine ein paar tolle Sachen hat, die die Große gerne mit benutzen möchte (Wasserbahn, Kletterbogen/Wippe, etc) hatte sich das ganz schnell erledigt.

Was jemand anderes gerade bespielt darf nicht weggenommen werden. Ansonsten versuche ich der Großen schon auch ihre Freiräume zu ermöglichen ohne das der Kleine ihr Spiel stört

Sie spielen zwar nicht immer miteinander aber im großen und ganzen fahren wir damit ganz gut.

Liebe Grüße

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Was heißt durchgehen lassen. Wenn er ihr Sachen aus der Hand reißt, lass ich das selbstverständlich nicht durchgehen und bestehe darauf dass sie es zurück bekommt und er es ihr nicht einfach wegnehmen soll sondern sie fragen soll, ob sie es ihm gibt.

Wenn sie an sein Spielzeug geht, versuche ich entweder zu vermitteln oder sie dann mit einem anderen Spielzeug abzulenken. Denn letzten Endes ist es ja auch seins und wenn er es ihr nicht abgeben will, ist es sein Recht. Er hat diese meins Phase leider super ausgeprägt und manchmal fehlte mir auch einfach die Kraft dagegen noch konsequenter anzugehen, da es einfach nichts geändert hat. Es liegt auch gefühlt überall sein Spielzeug 🤣

Aber wir werden es nun so handhaben, dass sein Spielzeug, wenn er es partout nicht teilen will, in sein Zimmer muss und das, was unten ist, dann alle bespielen dürfen. Die Regel hab ich ihm eben auch mitgeteilt und er scheint es verstanden zu haben. Weshalb ich diese Regel nicht vorher schon eingeführt habe, keine Ahnung😅, aber für solche Anstöße ist es ja gut, dieses Forum zu haben :)

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Mit durchgehen lassen meinte ich, dass du erlaubst, dass er das Spielzeug seiner Schwester nutzt obwohl er umgekehrt nicht bereit ist zu teilen. Das gibt es bei uns nicht. Teilen geht in beide Richtungen oder eben gar nicht.

Aber wenn ihr es räumlich so gut trennen könnt, dann ist das doch eine super Lösung. Bei uns wird fast nur im den Kinderzimmern gespielt - da ist die andere Regelung nicht gut umsetzbar.

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Ich glaube, es gibt einfach Kinder, die das echt ausgeprägt haben 😅

Die Freundin meiner Tochter ist teilweise auch extrem. Egal was meine Tochter nimmt, sie reißt es ihr aus der Hand (egal ob bei uns daheim oder bei ihr). Wir greifen aber von Beginn an ein und meist gibt sie es dann auch zurück 😅

Wenn’s natürlich Geschwister sind, ist es noch anstrengender.. wir machen es übrigens auch so, dass 2-3 Herzstücke nicht angefasst werden dürfen, selbst wenn grade nicht damit gespielt wird. Das akzeptieren die Kinder ganz gut. Der Rest darf genommen werden. Man muss halt wirklich oft was sagen, aber hoffentlich bringt’s bald Besserung..

Bin echt gespannt, wie Motte sich verhält, wenn hier Kind 2 kommt 🙈😅 noch teilt sie echt super gerne, sie ist 3.

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Ich drücke euch die Daumen ✊ es ist einfach so unglaublich anstrengend, da das aus der Hand reißen ja auch nur ein Problem von vielen ist. Ich kann die beiden keine Sekunde allein lassen, sie weint sofort.. er bedrängt sie teilweise ganz extrem und hört einfach nicht auf. Ich weiß mir dann oft gar nicht anders zu helfen außer entweder mit ihr woanders hin zu gehen oder ihn raus in den Garten zu schicken. Deswegen bin ich auch ziemlich traurig, da es sich einfach nicht als Familie anfühlt, da er dauernd ärgert und meine Aufmerksamkeit erlangen möchte.

Bei allen anderen Familien im Umkreis klappt es deutlich besser und ich frage mich einfach, was ich falsch gemacht habe. Vor 2 Monaten lief es mal deutlich besser und er wieder wie vor der Geburt (mein Mann hatte da Elternzeit und er natürlich mehr Exklusivzeit, aber das geht natürlich nicht immer in diesem Ausmaß).

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Ich bin kein Experte, aber negative Aufmerksamkeit ist halt auch Aufmerksamkeit. Und wenn er weg geschickt wird, bzw immer derjenige ist, der „alleine“ bleiben muss, ist das vermutlich nicht so leicht für ihn.

Vielleicht kannst du ihn mehr mit einbinden? Ihn für seine Vorbildfunktion loben? Verständnis für ihn zeigen, statt „nur“ zu schimpfen? Quasi auch einfach positive Verstärkung? 😅 vllt ist das alles zu theoretisch gedacht oder zu naiv, aber das wäre jetzt so meine erste Intuition.

Denn wenn er mehr Aufmerksamkeit hat, scheint es ja besser zu klappen. Nur kannst du dich schwer zweiteilen!

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Bei uns ist die Konstellation große Schwester, kleiner Bruder und die Große hat sich von Anfang an um den Kleinen gekümmert. Bei uns war es eher so, dass er sich alles heraus nahm und sie einstecken musste.
Was ich dir sagen eigentlich sagen will, wenn unser Kleiner der „Große“ gewesen wäre, wäre es bestimmt ganz genau so wie bei euch abgelaufen.
Generell denke ich, dass alles mit zunehmenden Alter leichter wird, auch euer momentanes Problem.
Unser Kleiner wird nun 5 und man merkt, dass er seit ein paar Monaten viel empathischer und weniger ichbezogen geworden ist und vorher war er auch die Axt im Wald und hat seine Schwester fast täglich Sachen weggenommen oder sie gehauen, wenn ihm etwas nicht passte. Er hat einen richtigen Sprung gemacht.
Das kommt bei eurem Großen bestimmt auch noch.
Bei uns hat manchmal Perspektivübernahme geholfen („Du würdest doch auch nicht wollen wenn…“) ansonsten musste einfach Zeit vergehen.

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Oh danke, das hilft mir sehr, um durchzuhalten. Dann ist der Lichtblick auch hoffentlich nur noch so 8 Monate entfernt 😅🙊

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Nun ein 4 Jähriges kann schon einiges verstehen und Regeln befolgen.

Diese würde ich setzen, würde ein 4 Jähriges Kind was sich aufführt ins Zimmer schicken wo es dann allein mit seinem Spielzeug spielen kann.

Also zumindest läuft es bei uns so, wer Stress macht, trägt die Konsequenzen zumindest wen er om Stande ist diese zu verstehen.

Desweiteren würde ich meinem großen Kind auch das Gefühl vermitteln das es Groß ist, ihn mehr in Dinge miteinbeziehen, beim Kochen helfen usw... Natürlich auch positive Akzente setzten, also irgendwas finden was er gut findet, was nur für große Kinder ist länger aufbleiben oder extraspiele Zeit am Abend wenn die kleine schon schlafen muss, die kleine darf dann nicht dabei sein.

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Hast du schon mal versucht den Spieß umzudrehen? Er will Aufmerksamkeit und jedes mal wenn er ihr etwas wegnimmt schimpfst du ihn nicht, sondern sagst sowas wie: "Oh, arme xy, hat dir ABC wieder was weggenommen? Komm, wir suchen was Neues für dich." Und kümmerst dich um die Kleine.
Das ist ja genau das, was er nicht will. Und das Spielzeug ja auch nicht. Und andersherum lobst du ihn überschwänglich für nette Aktionen. Ruhig auch mal mit Sachen, die die Kleine nicht darf. "Mensch, so ein großer toller Bruder darf heute Abend auch mal (5 Minuten länger Fernsehen oder ähnliches)."
Ich wünsche dir gute Nerven weiterhin 😊.

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Hi,
ich kann nur sagen: meine sind 5,5 und 3 und auch Junge-Mädchen und wir kennen das gut. Lustig wirds, wenn die Kleine anfängt sich zu wehren (schlagen, kneifen,...) und der Große zurückhaut🙈🙈

Wir sind total bemüht, von Anfang an, dass keine Eifersucht entsteht, ist uns nur mäßig gelungen. Unser Sohn war - ehrlich gesagt und mit ganz viel Liebe gemeint - schon immer schwierig.

Naja, mittlerweile können die zwei zumindest manchmal was miteinander anfangen, ich hab Hoffnung.

Und tatsächlich sind manche Kinder vom Charakter her einfach kompatibler. Meine Nichte, ebenfalls 3 ist auch recht wild. Die schubst meinen Sohn, der schubst zurück (oder umgekehrt), beide lachen. Meine Tochter würde direkt losweinen.

Tipps hast du ja schon gekriegt, ich wollt nur sagen, ihr seid nicht allein.