Bevorzugt mein Mann eines der Kinder?

Ich habe das Gefühl, dass mein Mann eines unserer Kinder bevorzugt und wollte mir von Außenstehenden mal ihre Einschätzung abholen.

K2 ist 10 Monate, sehr einfach, glücklich, Budda-Baby, stiller Protest, unendliche Dankbarkeit
K1 gerade 2 geworden, laut, fordernd, wenn es etwas will, wird geschrien und getobt, das ist seit der Geburt so und nicht bedingt durch die Trotzphase

Zur Geburt von K2 bin ich alleine gegangen. Er hatte geplant K1 an einen Kumpel zu gewöhnen, damit dieser K1 während der Geburt betreut hat. Ich habe ihn machen lassen und zwei Monate vor ET mal nachgefragt was da nun Sache ist, weil ich es damals schon unfair fand, dass er von K1 die Geburt und alles mitbekommen hat, bei K2 aber darauf verzichten konnte. Gewöhnung an den Kumpel hat nicht geklappt, ich habe alleine entbunden, was für mich OK war, aber er hat von seinem Kind als erste mal von einem Foto erfahren, während er K1 nach der Entbindung stundenlang wie ein rohes Ei geschunkelt hat.

K2 ist sanftmütiger, während K1 aufbrausend ist. Wenn wir unterwegs sind und K1 nicht im Buggy sitzen oder laufen will, dann sagt es „Arm!“ streckt die Arme nach oben und ist auf dem Arm. K2 niggelt, will auch nicht in den Buggy, wird aber da reingesteckt, weil es sich ja schnell wieder beruhigt.
Anmerkung hierzu: K2 ist das absolute Tragekind, ich kann es aber nicht mehr tragen, weil meine Knie kaputt sind. Das tut mir Leid, denn ich weiß wie es die Nähe genossen war und nach einem kurzen Spaziergang entspannt war. Klar macht es auch eine Fahrt im Buggy mit, Arm wäre aber trotzdem netter. Da kommt aber nur K1 rauf.

Wenn wir unterwegs sind und im Buggy noch Essen liegt von K2, wird das an K1 gegeben, sobald K1 nörgelt. Er denkt nicht dran etwas für K2 übrig zu behalten (da wo ein Kind Hunger leidet, leider das zweite hier kurze Zeit später auch).

Vom Mittagessen stellt er eine Portion für K1 zur Seite, für K2 nicht. K2 kriegt dann entweder Brot oder Reste oder so.

Generell vergisst er, dass K2 auch Essen braucht. Wenn ich ihn darauf hinweise, sagt er „Oh ja, stimmt, daran habe ich gar nicht gedacht.“ ich Zweige dann von meinem Teller etwas für K2 ab, während das Essen von K1 nicht angerührt wird, K1 es ner eh nicht essen wird. (Ist zur Zeit schwierig, aber nicht gefährlicher, K2 isst nur gerade eher schlecht). Seine Begründung war, er hätte nicht auf dem Schirm, dass K2 bei uns mitisst. Macht dieses Kind auch erst seit 2 1/2 Monaten.

Als K1 10 Monate alt er, war Schlaf eine Katastrophe. Wir mussten die Klingel ausstellen und sobald das Kind geschlafen hatte sind wir geschlichen. K2 ist ein eher guter Schläfer, macht aber parallel die gleiche Entwicklung wie K1 durch und schläft nun nicht mehr so tief. Mein Mann geht abends zum Kiosk und ziehende Tür hinter sich zu, sodass K2 aufwacht, anstelle dass er sie leise zu zieht oder die Türklinke benutzt.

Ich bin die einzige, die die Schlafens- und Essenszeiten von K2 auf dem Schirm hat. Wir haben heute Nachmittag Besuch bekommen. K2 schläft normalerweise zu der Zeit, er vereinbart die Uhrzeit dennoch mit seiner Familie und sagt dann „Oh, dran habe ich nicht gedacht“

Was mich noch stört: Gestern waren wir unterwegs. K1 sollte zu Fuß gehen und hat dabei getrödelt, wie es ein zweijähriges Kind neunmal macht. Währenddessen merke ich, dass K2 immer unruhiger wird und ich sage zu meinem Mann, dass wir uns beeilen müssen, denn K2 kriegt Hunger und gehe mit dem Buggy vor, während er in Seelenruhe mit K1 trödelt, von Mauern springt, Mülleimer inspiziert..

Sehe ich das zu eng oder schätze ich die Situation falsch ein? Lässt es sich anhand meiner Beobachtungen überhaupt beurteilen?

Gibt es eine andere Lösung als die Versorgung von K2 komplett ohne meinen Mann zu planen? Ich gehe bspw. davon aus, dass noch ein halbes Brötchen vom Vormittag im Wagen liegt und es stellt sich erst später raus, dass er es komplett K1 gegeben hat.
Ich mag meine beiden Kinder gleich, aber mir tut K2 einfach echt Leid. Das hat auch damit zu tun, dass ich das, wo ich weiß, dass es ihm gut getan hat, nicht geben kann (tragen) und ich habe das Gefühl, dass K2 hinter K1 zurückstecken muss, weil es das eindeutig einfachere und leisere Kind ist. Wenn mein Mann K1 verhätschelt und verzieht (ewiges Tragen bei jedem Mucks), dann guckt K2 in die Röhre, es sei denn ich sorge dafür, dass es auch getragen wird (von mir), oder? Das kann es doch nicht sein?

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Dein Mann ist es vermutlich gewohnt, dass ein Kind lautstark seine Bedürfnisse einfordert, so wie es K1 tut. K2 scheint genügsam, daher fliegt es wohl oft unterm Radar.

Dazu kommt, dass er scheinbar noch keine so enge Bindung zu K2 hat. Er war bei Geburt nicht dabei, hat K1 sicher viel betreut und aufgefangen am Anfang…

Statt ihn also ganz raus zu nehmen, würde ich ihm viel öfter mal K2 allein aufs Auge drücken und du hast Exklusivzeit mit k1. So lernt er K2 schlicht besser kennen :)

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Das mit dem Essen kann passieren. Ist nicht toll, aber auch nicht tragisch. Manche Leute brauchen länger um sich an Veränderungen zu gewöhnen. Das könnte ich ja leicht ausgleichen. Also Du. Was du nicht verändern kannst, ist, dass du keine Kraft mehr hast K2 zu tragen. Und da müßte sich was ändern. Ich würde meinem Mann einfach sagen, dass er jetzt mal bitte K2 trägt und nicht immer K1. Punkt.

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Frage doch mal deinen Mann, wie er das sieht und dass dir bestimmte Dinge aufgefallen sind.

Wir haben auch zwei sehr unterschiedliche Kinder, nur dass bei uns K2 das fordernde, schwierigere Kind ist und war. K1 war ein Anfängerbaby, K2 ein Highneed-Baby, was uns sämtliche Kraft gekostet und sehr viel abverlangt hat. Nach außen hin könnte es auch manchmal so aussehen, als ob ich K2 mehr liebe als K1, tue ich aber nicht.
K2 beansprucht auch jetzt mit ihren knapp 1 1/2 Jahren einfach nur extrem viel Energie von uns. Sie schläft sehr schlecht, wird deshalb auch immer noch nachts und zum Einschlafen gestillt. Bei Streitereien und beim Rumtoben mit der Großen muss ich sie meistens raus nehmen, weil sie der Großen körperlich unterlegen ist, und der Großen manchmal nicht klar ist, dass sie sich bspw. nicht auf den Kopf ihrer Schwester legen kann.
Die Große isst schon sehr gut mit Besteck, bei der kleinen bin ich nur am Wischen, sodass ich da die ganze Zeit hinterher bin.
Außerdem ist die Große vom Charakter her eher ruhiger, während die Kleine ein richtiger Dickschädel ist ;-)

Weil K2 so viel Aufmerksamkeit beansprucht, könnte es so aussehen, als ob wir sie mehr lieben, aber dem ist nicht so. Wenn dein Kind weint dann tröstest du es natürlich und wendest dich ihm zu. Ignorieren finde ich in der Situation nicht gut, denn in den Situationen geht es nicht zwangsläufig darum, dass sie etwas falsch macht. Da K1 nicht weint, muss es nicht getröstet werden. Vermutlich reine Biologie des Stärkeren: Wer auf sich aufmerksam macht, setzt sich durch.

Wir versuchen trotzdem, beide miteinzubeziehen, eben damit K1 sich nicht zurückgesetzt fühlt. Dazu muss man sich des Problems aber bewusst sein. Ich könnte mir vorstellen, das ist dein Mann nicht, also schildere ihm deine Beobachtungen.

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Ich finde es eigentlich ganz schön, wie (nicht - das!) sich dein Mann um K1 so kümmert. Es klingt schon recht bedürfnisorientiert. Wobei ich das jetzt nicht im Sinne der Trend-Erziehung meine, sondern eher, dass er halt eben nicht alles nach K2 richtet, sondern K1 weiterhin wie ein Individuum behandelt.

Als unsere 2. Tochter geboren wurde und auch im gesamten 1 - 1,5 Lebensjahr, konnte mein Mann auch wenig mit ihr anfangen. Er hat Ausflüge geplant, die nur auf die Große ausgerichtet waren. Auch das mit dem Essen gab es so ähnlich: Es musste unbedingt XY sein zum Abendessen - leider untauglich für ein Baby... Irgendwann legte sich das, auch wenn er weiterhin (Kinder sind 3 und 6) eher die Große als Maßstab für alles nimmt und Mini so mitläuft...

Das hat (so wie du es beschreibst und es bei uns war) nicht unbedingt etwas mit bevorzugen zu tun. Eher mit fehlender Weitsicht und sicher auch mit Gewohnheit und Bequemlichkeit. Ich ärger mich da auch oft etwas über meinen Mann, hätte ihm aber nicht vorgeworfen, eines der Kinder zu bevorzugen...

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Hi,
Bei uns ist das ähnlich. Kinder sind 5 und 3, Papa ist mit beiden in der Bücherei und bringt ausschließlich Spiele, Hörspiele und Bücher für 5-6 Jährige mit. Primär weil er das Kleinkindzeugs selbst langweilig findet🙈
Bei uns ist K2 das weitaus unkompliziertere, entspanntere Kind. Dementsprechend läuft sie, gerade beim Papa, halt mit. Auf den Gedanken, dass er den Großen bevorzugt, bin ich noch nicht gekommen und das glaube ich auch nicht.

Papas finden es gefühlt toll, wenn die Kinder älter werden und man "was mit ihnen anfangen kann". Während ich total gern mit der Kleinen den Ball hin und her kicke, spielt der Papa viel lieber mit dem Großen Fussball, der schon richtig gut spielt - am liebsten in Kombi mit den 10-Jährigen Nachbarsjungs 🤣

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Ich find es schon schwierig, auf so einen Post eine sinnvolle Antwort zu geben. Egal was man dir jetzt antwortet, dadurch wirst du dein komisches Gefühl, ob berechtigt oder nicht, ja auch nicht los.
Am Ende kann das alles auch einfach darin begründet sein, dass dein Mann mit der Situation zu viert etwas überfordert ist. Oder er macht sich einfach Sorgen, dass K1 sich zurückgesetzt fühlt. Oder ihm fällt das gar nicht auf und er denkt sich gar nichts dabei - was ich am naheliegendsten finde. Weil Frauen tendenziell solche Sachen eher zerdenken als Männer, aber das ist nur meine Meinung.
Wieso redest du nicht einfach mit deinem Mann über deine Eindrücke und Sorgen? Das scheint mir wesentlich sinnvoller als Spekulationen hier im Forum.

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Ich denke Kinder sind Individuen. Man kann sie im Grunde nicht bevorzugen.

Ich kenne natürlich nicht eure Situation zu Hause, aber die übliche Situation ist doch diese:
Mama ist nach der Geburt von K2 erstmal weitestgehend vollständig mit K2 beschäftigt. Viel Zeit für K1 bleibt da nicht. Dass sich der Vater dann hauptsächlich um K1 kümmert, sollte selbstverständlich sein. Das finde ich sogar sehr gut.

An deiner Stelle würde ich mir den eigenen Post nochmal langsam durchlesen und mich fragen, ob ein Kind in eurer Familie zu kurz kommt. Denn ehrlich gesagt glaube ich, dein Mann und du ihr gleicht euch super aus. Dein Mann ignoriert weitestgehend K2 und du machst das gleiche bei K1 … zumindest hoffe ich das, denn du hast nicht EIN positives Wort für ihn übrig gehabt. K2 ist dein Lieblingskind … ein unendlich dankbares Baby.

Diese Situation kenne ich in fast jeder Familie. Wichtig ist am Ende, dass sich das ausgleicht. K1 ist Papakind, K2 ist Mamakind? Passt doch super … warum denn nicht?

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Ich will nicht über meine Kinder reden, die Beschreibung diente nur zum besseren Verständnis der Situation und da ist K2 einfach das leichtere Kind, was häufiger gute Laune hat. Das sorgt aber nicht dafür, das ich K1 weniger mag. Es hat einfach andere Bedürfnisse.
Die beiden Kinder sind von Grund aus unterschiedlich. Damit hätten wir nicht gerechnet, aber das ist gut so. Ja, wir gleichen uns, weil die jeder stärker auf ein Kind fokussiert. Das kommt dem Großen zu Gute. Aber es nimmt in meinen Augen überhand. Wenn ich einkaufen gehe, dann denke ich an beide Kinder (den Mann und die Tiere 😂), der eine mag das, der andere jenes. Mein Mann denkt nur an K1 und K2 kriegt Toastbrot, was wir zufällig auch gekauft haben. K2 bekommt z.B. Trinklernbecher (weil der Große seine nicht teilen will, verständlich), K1 sieht das, will es auch haben, also gibt mein Mann dem Großen den Becher und K2 geht wieder leer aus. An die Becher vom Großen darf er nämlich auch nicht ran.
Wenn beide im Buggy Sitzen und K2 unruhig wird, wird es ruhig gestellt (bekommt etwas in die Hand gedrückt), unabhängig davon wie K1 drauf ist. Ist es anders herum wird K1 sofort aus dem Buggy gehoben und getragen.

Das ist doch nicht fair?

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Aber hast du ihn jemals auf deine Beobachtungen und Eindrücke angesprochen? Wie antwortet er darauf?

Ich als Forumsmitglied mag nicht deinen Eindruck bestätigen, wenn nichts über den Standpunkt des Papas dieser zwei Kinder steht.

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Die erste Zeit mit 2 Kids ist unglaublich fordernd und anstrengend.
Ich finde es eigentlich super wie ihr das löst. Dein Mann kümmert sich gut um die Große und du um den Kleinen. Bei uns war es in der Anfangszeit nicht anders - ich habe auch gestillt und von daher hat sich das so automatisch ergeben.
Es ist doch toll finde ich. Dein Mann sorgt gut dafür, dass deine Tochter garnicht so eifersüchtig auf den kleinen sein muss und das ist erstmal Gold wert!
Klar ist es ungünstig, wenn du denkst, dass da noch ein halbes Brötchen ist und er das schon der Großen gegeben hat. Da müsst ihr euch einfach in Zukunft besser absprechen - nehmt doch einfach immer mehr mit als ihr denkt…..
Und dass die Große getragen wird und der kleine weniger meckern…ich kann das persönlich nachvollziehen. Wir haben hier ähnliche 2 Temperamente mit 2 Jahren Altersunterschied. Meine Tochter hat auch immer sooooooo viel geschrien und soooo laut, da haben wir alles getan was in unserer Macht stand, um das nicht ertragen zu müssen. Der Kleine hat kurz gemeckert und dann war es gut.
Heute sind die kleinen 3 und 5, mittlerweile ist es ausgeglichen, die Große ist durchaus bereit für Kompromisse. Da kommt es jetzt mittlerweile häufiger vor, dass sie zurücksteckt, weil der kleine sonst ausrastet….

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Ich möchte dir gerne antworten weil ich auch immer mal wieder solche Gespräche mit meinem Mann hatte im Laufe der letzten Jahre.
Wir haben 4 Kinder, alle recht klein: 6, 4, 18 Monate alt und ein Neugeborenes.
Alle sind sehr unterschiedlich im Wesen wie du dir denken kannst, und die Konstellation zwischen K1 und K2 war bei uns seeehr ähnlich. K2 ist generell kein Kind, was viel einfordert, man muss immer wieder schauen, dass es einem nicht unter die Räder kommt. Mein Mann hatte auch Schwierigkeiten, sich auf K2 richtig einzulassen als wir nur die beiden hatten und war oft total im "K1-Modus", aus verschiedenen Gründen aber ich glaube vor allem, weil K1 schon kommunizieren konnte und eben auch ein Kind ist was fordert, fordert, fordert. Auch meine Mama (also die Oma) lässt sich schnell komplett vereinnahmen von ihr, auch da muss man wirklich aufpassen mal Grenzen zu setzen und zu sagen Stopp! Jetzt geht es mal NICHT um dich.
Er musste das erst lernen und es wurde alles sehr viel besser nachdem ich ihn zum einem mehrfach darauf hingewiesen hatte, dass er bitte schaut, dass ihm K2 nicht "untergeht" und je älter K2 wurde, desto leichter fiel es ihm eine Verbindung zu ihr zu haben. Heute ist es sogar so, dass ich sagen würde, er hat zu K2 derzeit eine tiefere/harmonischere Verbindung als zu K1 (Vorschulkinder können einen in den Wahnsinn treiben!) und dass er das Kleinkindalter bei ihr wirklich sehr genießt. Und K3 und er sind mal wie Feuer und Eis und mal ein Herz und eine Seele... eine Mischung.

Vielleicht muss dein Mann auch erst in die Mehrfachpapa-Rolle reinwachsen. Bleib da im konstruktiven (!) Gespräch und hab Geduld, ich denke das wird dann schon wenn auch er bereit ist, sein Augenmerk ab und an bewusst nur auf K2 zu lenken. Zum Beispiel auch mal allein Ausflüge machen (Schwimmen gehen, Spielplatz, Spaziergänge usw...)

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Das ist bei uns auch kurz passiert, mein Mann hat sich auch eher um den Großen gekümmert weil man da halt mehr mit anfangen konnte.
Hab ihn dann drauf angesprochen, er hat einen Schrecken bekommen weil er das überhaupt nicht wahrgenommen hatte und seitdem ist alles gut.

Rede mit ihm. Die Chancen stehen gut, dass es auch einfach Unachtsamkeit ist.