Soviel Aufmerksamkeit

Hallo ,


Meine Tochter ist knappe 3,5 Jahre alt und ich gerade in der 36ssw.

Ich unternehme echt viel mit ihr aber sie will dauernd was machen .

Heute zum Beispiel war ich mit ihr den Vormittag einkaufen dann waren wir bei der Oma spielen und noch mit der Cousine.

Wir sind jetzt heim gekommen ich bin total müde und wollte mich etwas ausruhen und sie schreit schon wieder das ich spielen kommen soll .

Das geht bis am Abend so .

Ist das denn bei euch auch so ?
Man kann ja nicht dauernd spielen oder 🤣?

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Du darfst mit ruhigen Gewissen auch deine eigenen Bedürfnisse vertreten.

Ich gebe meinen Kindern zB 30 Minuten (oder länger) die ungeteilte Aufmerksamkeit. Bin dann mit im Rollenspiel oder wir spielen ein Gesellschaftsspiel, Lego etc.
Kein Handy oder andere Störfaktoren.
Sie merken, dass es ganz bewusst Zeit ist für sie und genau so merken sie es, wenn ich freundlich, aber bestimmt sage, was ich nun für mich tun werde.

Sie müssen einfach spüren, dass das Gesagte auch so gemeint und nicht verhandelbar ist 🙂

Und: Langeweile macht kreativ. Nach einer Weile fangen sie irgendwas an zu spielen

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Muss man auch nicht.

Ich mag auch nicht ständig spielen und meine Kinder hatten von Anfang an Aktivphasen und "Mama macht Augenpflege" (also liegt am Sofa und liest oder schließt vielleicht mal kurz die Augen ^^).
Mit etwas Übung wird das sehr gut akzeptiert und mittlerweile spielen sie sogar schon ganz lieb zusammen.

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Gut zu hören 👂

Ich fühl mich dann immer so schlecht wenn ich sage das ich eine Pause brauche .

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Ach was, kein Kind braucht dauerhaft Bespaßung. Ist ja auch wichtig zu lernen sich selbst genug zu sein.
Meine Kinder haben das aber von Anfang an so erlebt, bei einer 3,5 Jährigen musst du wahrscheinlich mit Widerstand rechnen. Führe das langsam ein, immer mal wieder ankündigen, was anbieten was gemacht werden kann (Prospekte "lesen", malen,...) und dann 10 min Ruhe, dann dafür wieder intensiv Zuwendung geben.

Du wirst das brauchen wenn das Baby kommt...

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Von elementaren Bedürfnissen mal abgesehen, bin ich das anders angegangen. "Wir können spielen nachdem ich...." egal ob Haushalt, kurze Pause oder was auch immer. Anders wäre es bei vier Kindern auch gar nicht gegangen. Ich bin kein großer Fan immer die Kinder bestimmen zu lassen was jetzt gemacht wird.

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Motte ist 3 1/4, ich erst in der 13. Woche. Aber ich brauche trotzdem auch öfter Pausen und bin auch unschwanger nicht Daueranimateur.

Inzwischen beschäftigt sie sich auch manchmal ganz gut alleine. Oder ich biete was an, was wir machen können, wobei ich liegen kann. Oder wir vereinbaren (ich trinke noch meinen Kaffee/Tee und wenn die Tasse leer ist, spielen wir was) einen Zeitpunkt.

Klar ist sie da manchmal motzig, aber meistens akzeptiert sie es dann auch 😅

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Was machst du dann?

Habt ihr zwischendurch auch verlässliche Ruhepausen?

Meine musste keinen Mittagschlaf machen, hätte sie auch nicht können.
Aber Bedingung war, dass wir Mittagsruhe einhalten. Auch ohne Schwangerschaft brauchte ich zwischendurch Momente, in denen ich mich ausruhen konnte.

Außerdem ist Langeweile gesund, wenn es eine gute Mischung ist.

Auch heute noch in der Pubertät, hilft und eine gute Mischung

Aktivität
Ruhephase
Aktivität / Abend
(je nachdem, wie lange die Aktivität dauert)

feste Absprachen: ich mache xy noch fertig, danach spiele ich mit dir. Beides einhalten.
Nach dem xy wirklich mit ihr spielen.
NICHT noch was anderes anfangen.
Klar definieren, wann das xy fertig ist.

"ich mache den Haushalt fertig". Vergiss es. Tägliche never ending story.

"ich wische den Boden fertig, dann spiele ich mit dir" #pro
das funktioniert.

"ich lege mich hin, bis ..... " und dann mich mit ihr beschäftigen.
Im Kleinkindalter: bis der Zeiger daaaa unten ist
Im Grundschulalter: bis halb ....
wenn ich Ruhe brauchte.

Als Teenager: Mama, ich komm in einer halben Stunde, Wecker hab ich mir gestellt, also lass mich in Ruhe ;-) / brauche ich Ruhe.

Je kleiner: desto klarer die Definition.
Zeiger, Sanduhr, Wecker
oder von außen erkennbare ! Erledigungen. "wenn dieser Papierstapel eingeheftet" (KEINEN neuen anfangen !)

und dann wirklich bewusst die Zeit mit ihr nehmen.
Danach wieder selbst etwas tun und sie beschäftigt sich.

An Actiontagen ist bei uns Ausgleich heute noch wichtig.
Zwischendrin, wenn es lange Tage sind oder verschiedenes los ist.
Zwischentage, wenn viel Action war.
Im Urlaub 2-3 Tage Programm, 1 Tag NUR dort sein und NICHTS planen. Zeit zum spielen haben, Zeit zum kreativ werden haben.

Meine kennt diesen verlässlichen Ablauf und fordert ihn inzwischen selbst auch ein. Sie hat irgendwann selbst gemerkt, dass es ihr gut tut.

Bei nur Bespaßung drehen wir beide durch. Ich mag Programm, auch im Urlaub. Aber wir brauchen BEIDE Zeit, damit wir back to the basics kommen. Langeweile ist ein in der Luft hängen, wenn man es nicht kennt. Seit wir es aktiv einbauen, kommen wir dadurch auch in eine Erholungsphase.

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Vielleicht ein Vorschlag.
Einkaufen gehen oder zu jemandem zum Spielen sind für mich keine Dinge, die dem Kind Exklusivzeit mit Mama geben. Auch wenn sich das für uns Erwachsene so anfühlt.
Ich merke immer wieder, dass es mit dem. "mal in Ruhe was anderes machen" viel besser klappt, wenn ich eine zeitlang intensiv gespielt oder vorgelesen habe.

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Hi,
es kann durchaus sein, daß deine Tochter durch die Unternehmungen eher aufgedreht wird. Versteh mich nicht falsch, natürlich ist es schon gut, ihr diese Kontakte zu geben.
Aber genauso sollt ihr auch Tage einbauen, an denen ihr einfach nur zuhause seid. Wo einfach Zeit ist für alles Mögliche. Da könntest du mit ihr ein Spiel, eine Beschäftigung beginnen ... MAlen, Duplo bauen, ... was sie halt gerne macht. Und dann mal sagen, ich mach jetzt eine viertel Stunde dieses oder jenes.
Die Kinder müssen das "zuhause (alleine)spielen" irgendwie auch "lernen".
Oft ist so ein Tag, wie du ihn beschreibst für die Mutter v. a. mit Stress verbunden. Und irgendwie auch für das Kind, weil es das, was es zuhause spielen möchte, auch nicht "erledigen" konnte.

Falls zuviele Spielsachen bei euch rumliegen (weiß ich nicht) würde ich dir raten, einfach einen Teil davon für einen gewissen Zeitraum wegzuräumen - in eine Kiste oder Karton, wo sie nicht ran kommt. So hast du die Möglichkeit, nach zwei / drei Monaten immer wieder mal die Spielsachen "auszuwechseln" - das Eine herholen, das andere weg - dann bleibt bzw. wird das auch wieder interessant.

Versuch außerdem sie in deine Tätigkeiten mit einzubinden. Kenn eure häuslichen Verhältnisse nicht, sowas wie Wäsche aufhängen.... da helfen die Kinder oft gerne mit.

Wenn das Baby da ist, wird es gut sein, wenn sie alleine Malen...(oder sonst was) mag. Aber wenn sie es nicht kennt, nicht "gelernt" hat sich einfach mal nur zuhause zu beschäftigen - dann funktioniert es nicht.

LG und alles Gute