Mutter treibt mich in den Wahnsinn part2

Hallo nochmal,
Wir hatten gestern das Gespräch mit unserer Mutter (unser Vater war doch dabei), wir haben dabei auch die Tipps von euch beachtet.
Leider hatten wir alle den Grund für ihr Verhalten falsch eingeschätzt, denn sie ist nach nur wenige Minuten in Tränen ausgebrochen und hat uns sinngemäß erklärt, sie bräuchte kein neues Hobby und keine neuen Bekanntschaften und auch die Paarzeit mit unserem Vater sei genug. Das einzige qas sie wieder glücklich machen könnte, wäre wenn sie ihre Familie zurück bekommen würde. Also wenn wir alle wieder zurück ziehen würden.
Jetzt sind wir (3 Geschwister und unser Vater) mit unserem Latein am Ende. Jedes unserer Angebote wurde abgewehrt und die einzige Lösung für sie ist für uns nicht machbar.
Habt ihr irgendeine Idee, wie wir ihr klar machen können, dass wir nicht das tun werden, was sie will und sie damit klarkommen muss. Ohne sie ihr das Herz zu brechen versteht sich.
Lg Alex

3

Trösten und mit ihr so gut wie möglich den Schmerz durchzustehen.

Manche Probleme haben keine Lösungen. Die kann man nur tapfer, hoffentlich gemeinsam mit einer liebende Familie, aushalten.

Das, was deine Mutter durchmacht, ist eine Trauer, zwar nicht um eine verstorbene Person, aber um eine Situation, die so nicht mehr da ist und nicht mehr wiederkommen wird.

Auch sie wird die Phasen der Trauer durchlaufen. Haltet den Schmerz gemeinsam aus, lass sie nicht damit alleine, mehr kann man und gibt es auch nicht zu tun.

1

Kenne jetzt die Vorgeschichte nicht---

aber ich würde sagen, mehr als ihr Alternativen anbieten könnt ihr nicht und wenn sie meint, sie braucht das nicht, dann muss sie damit klar kommen.

Für mioch klingt das sehr stark nach Kontrollverhalten euch Geschwistern gegenüber und sie kann nicht loslassen---das ist aber ihr Problem--nicht euers.

Da müßt ihr euch ganz klar abgrenzen und zwar alle zusammen---
ihr habt nach Lösungen gesucht, sie möchte nicht, sie möchte "leiden" sie möchte euch unter Druck setzen damit, sie wird immer darauf rumreiten, sie wird sicher mit einigen Tricks versuchen, euch gegeneinander auszuspielen etc. etc.

--- dickes Fell zulegen, ganz klare Regeln, ganz klare Grenzen-- und keiner darf einknicken von Euch.

Meine Schwiegermutter hat auch ein Kontrollverhalten--- sie konnte gar nicht damit um als ihr Sohn ausgezogen ist ---wir sind daruf nicht eingegangen.
Auch nach der Geburt von Kind 1 wäre sie am leibsten jede Woche vorbeigekommen--- dem haben wir sofort einen Riegel vorgeschoben--- auch keine Hilfe im Haushalt-- nichts--- damit sie eben nicht unseren Haushalt auch kontrolliert.



Gute starke Nerven!

2

>>>Habt ihr irgendeine Idee, wie wir ihr klar machen können, dass wir nicht das tun werden, was sie will und sie damit klarkommen muss. Ohne sie ihr das Herz zu brechen versteht sich.<<<

Das wäre die Quadratur des Kreises, das wird nicht funktionieren.

Besteht denn die Option, dass deine Brüder nach dem Studium näher an "zu Hause" zurückziehen?

4

Dass das schwierig bis unmöglich wird befürchte ich auch#schwitz
Näher hin ziehen wird schwierig, wir sind in einem richtigen Kuhdorf aufgewachsen und meine Brüder studieren Robotik bzw. Biotechnologie, also keine Berufe, die in strukturschwachen Gegenden angeboten werden. Die einzige die wieder zurückziehen könnte wäre ich(studiere Pharmazie), allerdings bin ich noch lange nicht fertig und würde danach gerne in die Forschung, anstatt in die Apotheke

5

Die Mutter muss euch gehen lassen. Ihr seid nicht auf der Welt um sie zufrieden zu stellen. Haltet liebevoll den Kontakt und als Familie zusammen und lasst sie ihre Probleme aber selber lösen.

Das ist das einzige was wirklich hilft in solchen Konstellationen.

"Mama, du hast uns alle groß gekriegt und wir stehen auf eigenen Beinen und machen was aua unserem Leben. Stell dir mal vor wir würden alle daheim rumgammeln und nix auf die Reihe kriegen, wär ja furchtbar, ne?
Am x. sehen wir uns dann wieder, freu mich schon, machs gut und geh dem Papa schön auf den Keks, der soll mit dir ins Konzert/Essen/Kino gehen, das könnt ihr euch gönnen. Hab dich lieb, ciao und bis dann!"

weiteren Kommentar laden
6

Ich verstehe sie irgendwo und auch, dass ihr ihr gerne helfen möchtet.

Aber sie muss sich von euch abnabeln, ihr seid erwachsen und lebt nun euer Leben. Sie kann die Zeit weder anhalten, noch zurück drehen.

Und ehrlich gesagt wäre zurück ziehen auch für sie keine (gesunde) Lösung. Denn so durchläuft sie diesen Prozess nie und wird nie realisieren, dass ihr erwachsen seid und ihr Erziehungsauftrag beendet ist.

Sie muss und darf jetzt trauern und dann muss das Leben, insbesondere ihres, weiter gehen. Sie muss einen neuen Lebensinhalt finden. Vllt braucht sie professionelle Hilfe in der Trauer. Das muss man jetzt mal abwarten.

Ihr könnt Verständnis zeigen, solltet eurer Linie aber treu bleiben! :)

8

Das hört sich für mich stark nach dem empty Nest Syndrom.
Der Zustand kann bei zu 2 Jahre dauern.
Kannst du ja Mal Googlen was man da machen kann

9

Ohne ihr Herz zu brechen, wird schwierig, ist nicht machbar.

mein Part: mich so Verhalten, dass ich niemandem absichtlich weh tue. Keine Beleidigungen. Kompromisse, Vorschläge, entgegen kommen.

Gemeinsamer Part: realistische beidseitige Grenzen wahren.
Diese können sich durchaus mal verschieben. Also wenn jemand einen Akuten Notfall hat, ist das durchaus wichtiger. Aber so einen "durchschnittlichen" gesunden Bereich.

Part der involvierten Personen: Eigenverantwortung.
Es ist ok den Wunsch zu äußern. Es ist ok sich mitzuteilen. Es ist ok zu weinen.

Aber Fordern oder Weinen als Manipulation einzusetzen, ist nicht ok.
Die Person kann reflektieren, Wünsche äußern - und dennoch auf Kompromisse eingehen.

Aber ob die Person glücklich ist oder nicht, hängt von ihr selbst aus (vorausgesetzt siehe oben: keine Beleidigungen und wertschätzendes Verhalten ihr gegenüber).


Im Grunde gibt es nur folgende Möglichkeiten
- sie findet für sich heraus, warum sie nur dann glücklich ist / glaubt glücklich zu sein, wenn ihr in der Nähe seid.

Auch mit der Fragestellung: würde sie es verkraften / glücklich sein können, wenn sie dann jeden Tag sieht, dass ihr (ihre Kinder!) unglücklich sind?
Würde sie das wirklich in Kauf nehmen, um vermeintlich glücklich zu sein?

Wenn ja, würde mich das noch weiter weg treiben.
Wenn sie möchte, dass ihr glücklich seid, ihr ihr aber fehlt, würde das meine Bereitschaft erhöhen bei Kompromissen mehr auf sie einzugehen (ohne mich dafür kaputt zu machen. Also meine eigenen Grenzen z.B. KEIN Umzug zu ihr, fertig studieren und dann evtl. näher ran etc.) Nicht auf meine Kosten, nicht um jeden Preis, aber durchaus etwas mehr in ihre Richtung.

Lehnt sie das ab, wird es eng.

a) Vorschlag zur Therapie
Mama, ich will, dass du glücklich bist. ICH kann das NICHT leisten !
Ja, ich will, dass du glücklich bist. Aber so, dass ich NICHT unglücklich werde.

Anbieten kann ich dir ..... mehr geht NICHT. Und dann mit Klarheit dabei bleiben.
Offen sein, wenn sie in einem Monat, einem Jahr, vier Jahren das Angebot dann doch annimmt, aber NICHT meine eigenen Grenzen (zu sehr) verschieben oder auf eigene Grenzen verzichten.

b) klare Grenzen:
Mama, ich will, dass du glücklich bist. ICH kann das NICHT leisten !

Im Außen kann ich folgendes tun, dir beistehen, dich begleiten.
Aber ich KANN NICHT dein Lebensinhalt sein. Glück kommt von innen. Wir können gemeinsam .... bis Grenze.
Mehr kann ich nicht leisten. Das was du verlangst, macht mich UNglücklich / kaputt.

Ich werde mich für Zeitraum xy nicht bei dir melden, weil ich Zeit brauche, um mich von deinem Klammern zu erholen. Ich liebe dich. Ich möchte Zeit mit dir verbringen. Diese Menge erdrückt mich. Deswegen brauche ich den Freiraum.

Wir können danach in angebotener Menge
oder seltener, weil es mich sonst erdrückt.

Es ist möglich Glück zu lernen. Damit hilfst du dir und mir und unserem Kontakt, weil ich dann die Zeit mit dir noch sehr viel mehr genieße.