Nur absagen als Mutter

Hallo zusammen,

ich bin gelernte Kauffrau und habe auch 2 Jahre Berufserfahrung + eine Fortbildung in excel.

Nach meiner Ausbildung hatte ich zig Jobangebote.

Jetzt mit zwei Kindern, will mich keiner haben. Ich bekomme nur Absagen.

Meine Kinder gehen ab August in die Kita und Kind krank Tage übernimmt mein Mann dann mit mir 50/50. Da er im Schichtsystem arbeitet, bin ich zeitlich sogar recht flexibel und könnte durchaus auch nachmittags mal arbeiten.

Ich hatte einen Stundenlohn von 17€ vorher und möchte natürlich nicht drunterfallen.

Vielleicht auch deshalb die absagen?

Hat irgendjemand Tipps? Mein Lebenslauf ist überarbeitet und sieht gut aus. Mein Anschreiben auch.

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Da du hier über eine Fortbildung in Excel schreibst nehme ich an du bist Bürokauffrau.

Nun ist unklar wo genau du lebst, in der Privatwirtschaft verdient man ja je nach Region auch nochmal anders. Aber allgemeine Tätigkeiten im Büro wären im öffentlichen Dienst so bei einer E5 oder E6. Mit 2 Jahren Berufserfahrung wäre man da in Stufe 2 und hätte ungefähr 16€ bzw. 16.50€ Stundenlohn. Und dabei zahlt der ÖD im "mittleren Dienst" eigentlich gar nicht so schlecht. E5/2 sind 32.400€ brutto im Jahr, laut StepStone verdient der Durchschnitt der Bürokaufleute 28.800€.

Wenn du mit den Kindern einige Zeit raus warst, dann würde ich davon ausgehen, dass dich ein Arbeitgeber fast ähnlich einstuft wie einen Berufsanfänger, denn die 2 Jahre Berufserfahrung sind ja recht wenig und werden durch eine eventuell mehrjährige Pause negiert.
Ich würde empfehlen dich breiter zu bewerben, auch auf schlechter bezahlte Stellen, weil wenn du erstmal wieder drin bist, dann bist du auch für andere Arbeitgeber wieder attraktiver.

Viel Erfolg!

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Danke für die Nachricht :)

Ich habe übertariflich verdient bei einem sehr großen Unternehmen. (Vertrieb)

Habe im Marketingbereich gelernt.

Bin seit 4 Jahren bei meinem Mann in einem Minijob angestellt für die kaufmännischen Tätigkeiten. Ganz raus war ich daher nie.

Das mit dem ÖD habe ich auch gestern gesehen, da war es auch 16€.

16€ wäre auch das „mindeste“ was ich haben muss um vernünftig leben zu können.

Vielleicht probiere ich es mal damit.

Bin nebenbei in der Aufstiegsfortbildung zur Wirtschaftsfachwirtin, vielleicht wird es dadurch ja mal mehr 😅

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Haben sie dir gesagt, dass das wegen der Kinder sei? Frag doch mal nach. Vielleicht sind es ganz andere Gründe, an denen du noch was verändern könntest.

Viel Erfolg!

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Aufgrund des AGG werden die leider keine echten Gründe nennen, wenn sie nachfragt. Wenn eine Firma sagt: "Es ist wegen der Kinder, Sie fehlen dann zu oft weil Sie ja die Mutter sind" könnte sie dagegen klagen. Deswegen ist der Standard: "Tut mir leid, wir haben uns für einen Bewerber mit besserer Qualifikation entschieden." Oder gar keine Antwort zu senden, was ich auch unmöglich finde.

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Sie schreiben meistens, dass es entweder in zu weiter Ferne liegt, da ich erst zum 01.10 könnte oder dass sie sich anders entschieden haben aber ich mit meinen Qualifikationen sicher was finde.

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Nach nur 2 Jahren Berufserfahrung ist der Stundenlohn recht utopisch, schau dazu mal in die Tariftabelle.

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Ich habe nach Tarif gearbeitet und habe 17€ bekommen in NRW. In NDS wären es 16€ gewesen. Ich habe außerdem noch 4 Jahre Berufserfahrung als Assistenz bei meinem Mann im Trockenbau. (Minijob) Das läuft auch noch. Daher finde ich 17€ nicht utopisch, Vorallem wo jetzt bald der Mindestlohn von 12€ kommt. Da sind 5€ mehr nicht viel für eine Fachkraft.

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Also ich arbeite zwar in der Pflege, habe aber einen Stundenlohn von 19€ und das mit "nur" 3 1/2 Jahren Berufserfahrung.
Man sollte sich nicht unterm Wert verkaufen.

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Wie lange hattest du denn insgesamt Elternzeit?
2 Jahre Berufserfahrung sind nicht so viel und wenn du dann länger raus warst, könnte ich mir auch vorstellen, dass das viele Arbeitgeber eher negativ werten. Vielleicht bewirbst du dich auch auf die „falschen“ Stellen, also welche wo mehr Berufserfahrung erforderlich ist?

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Ich habe 2 Jahre Berufserfahrung in Vollzeit und 4 Jahre im Minijob, da ich meinen Mann in seinem Unternehmen kaufmännisch unterstützte. Dies ist auch angemeldet.

Also komplett raus war ich nie.

Viele Jobs die ich hier sehe bieten halt nur 14€ Stundenlohn und das ist mir zu wenig.

Vorallem bei dem neuen Mindestlohn bald, finde ich das als Fachkraft nicht angebracht.

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Ok, dann denke ich aber das es an deiner Gehaltsvorstellung liegt. Scheinbar ist in deinem Job momentan nicht mehr drin.

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Schreibst du es rein in die Bewerbung, dass die Betreuung gesichert ist für die Kinder in deren Krankheitsfall? Habe ich gemacht und eben erwähnt, dass Kita und familärer Kreis deren Betreuung dann übernimmt.

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Das hab ich noch nicht gemacht, lieben Dank für den Tipp

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Ich finde 17€ eigentlich Recht viel...
Zum Beispiel: ich bin Meister und habe 19 Jahre Berufserfahrung (davon seit 12 Jahren Meister Ebene) und bekomme 16,80€. In meinem berufsfeld.also genau da wo ich Meister drin bin...
Entweder muss ich Mal schleunigst nachverhandeln, oder deine Gehaltsvorstellung passt nicht ganz...

Ich freue mich auf Antwort,falls ich tatsächlich absolut unterbezahlt bin 😄

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Ich finde das tätsächlich unterbezahlt.

Dafür das sie den Meister haben.

Ich habe übertariflich verdient in einem sehr großen Unternehmen. (Vertrieb)

Es kommt natürlich immer drauf an wo man wohnt, wir wohnen zwischen Niedersachen und nrw. In NRW verdient man deutlich mehr

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Also netto bekomme ich das raus...ich weiss nicht ob hier von brutto oder netto bei der te geschrieben wurde...

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Hast du denn Vorstellungsgespräche oder kommen die Absagen schon vorher?

Ich würde die Kinder gar nicht in der Bewerbung erwähnen.
Kommen dann immer noch Absagen, liegt es entweder an deiner Gehaltsvorstellung (das wird bei Bürojobs eigentlich als Jahresgehalt angegeben) oder die Bewerbung ist nicht gut und du besserst da nach.

Aber pauschal dieses "als Mutter" kann ich nicht glauben.

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Die absagen kommen direkt. Die Bewerbung wurde bereits kontrolliert und sieht gut aus soweit.

Mein Gehalt gebe ich immer im Jahresgehalt an.

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Schließe mich da an: streiche die Kinder aus deinem Lebenslauf. Ich habe zwar noch nie eine Bewerbung abgelehnt, weil Kinder erwähnt wurden, aber (1) ist das nicht mehr modern und (2) geht das niemanden was an. :-)

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Du scheinst ja Zusagen zu bekommen, aber deren Gehalt liegt unter deinen Vorstellungen. Da muss man überlegen, was einem lieber ist, lange Arbeitslosigkeit oder geringere Bezahlung. Aus einem festen Arbeitsverhältnis heraus bewirbt es sich oft besser und du hast mehr Verhandlungsspielraum. An deiner Mutterrolle scheint es nicht zu liegen.

Soweit ich das von einer Freundin mitbekomme, sind allgemeine Jobs im Büro generell nicht sonderlich gut bezahlt.
Welche Qualifikationen werden noch gesucht? Excel ist ja eigentlich schon Standard und kaum erwähnenswert. Kannst du Buchführung, Entgeltabrechnung und solche Dinge? Dafür sehe ich sehr oft Stellenanzeigen und gerade Buchführung kann (nicht muss) gut bezahlt sein, wenn man sich gut verkauft und die gesuchten Zusatz-Qualis (z.B. von der IHK) hat.

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Ich mache gerade meine Aufstiegsfortbildung zur Wirtschaftsfachwirtin und erhoffe mir dadurch etwas mehr verhandlungsspielraum.

Ich war im Vertrieb angestellt und wahrscheinlich auch daher übertariflich verdient.

Das die allgemeinen Jobs schlechter bezahlt sind, sehe ich hier auch. Meist wird nur 14€ geboten.

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Vorsicht, Du pokerst zu hoch.

Du bist momentan NOCH in der Fortbildung, aber Du hast momentan (also während der Bewerbungsphase) weder ein Zertifikat dieser Fortbildung noch Berufserfahrung darin.

Das ist alles viel zu viel könnte, hätte, wäre…

Bei einer Bewerbung zählen aber Fakten, Fakten, Fakten und deren Belege.

Mit dem Argument wirst Du niemanden beeindrucken. Das wird lediglich als Hochstapelei gesehen.

Mein Rat: schau erst mal dass Du einen Fuss in die Tür bekommst, schraube Deine Ansprüche etwas runter, beende die Fortbildung sauber und Beweise Deinem neuen Arbeitgeber in der Praxis, was Du wirklich auf dem Kasten hast - auch wenn Du wahrscheinlich erst mal kleinere Brötchen backen musst.
Dann kann man sich später mal über eine Gehaltserhöhung unterhalten, aber in der ersten Zeit wirst Du mit Deiner doch eher kleinen Berufserfahrung erst mal im Status „auf Bewährung“ sein.

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Auf Deine Berufserfahrung im Minijob bei Deinem Mann in der Firma würde ich überhaupt keinen Wert legen. Insbesondere, wenn im Lebenslauf zB anhand des Nachnamens erkennbar ist, das der Arbeitgeber Familie ist.
Viele selbstständige stellen ihre Frauen alibimäßig ein. Und 450 €-Kräfte sind halt oft nur Aushilfen.
2 Jahre Berufserfahrung im kaufmännischen Bereich finde ich auch wenig. Unsere ehemaligen Azubis, die nach der Ausbildung noch 2 Jahre weiter im Beruf waren, sind immer noch totale Frischlinge.

Mal ganz davon ab, dass ein Arbeitgeber Deine Kenntnisse wahrscheinlich als Basisniveau einstufen wird, wenn Du nach Stundenlohn statt nach Jahresgehalt fragst 🤷🏼‍♀️

Hast Du Deine Bewerbungsunterlagen mal von einem Experten prüfen lassen?
Also zB jemandem, der im HR arbeitet und auch tagtäglich Bewerber auswählt?

Flexibel finde ich Dich übrigens gar nicht mit Mann in Schichtarbeit.
Du kannst wahrscheinlich nur alle 2 Wochen entweder vormittags oder nachmittags.
Flexibel sein heißt auch mal länger zu machen oder abweichend vom Plan arbeiten.

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Wo steht bitte das ich nach Stundenlohn frage? In der gehaltsvorstellung soll ich das bruttojahresgehalt angeben und das tue ich auch. Runtergebrochen sind es 17€.