In Elternzeit, hat man all die Zeit der Welt? Ja oder Nein

Liebe Forengemeinde,

mir ist in einem Thread aufgefallen, wo dann ein paar mal dieser obengenannte Begriff fiel. Da ging es um ein Luxusproblem
(Kind bekommt kein Hortplatz w. Elternzeit). Mein Erfahrung dazu, ob man in der Elternzeit all die Zeit der Welt hatte sag ich mal jein. Ich hatte bei meinen beiden Söhnen damals 3 Jahre Elternzeit, wo bei ich beim Großen mit 14 Monaten anfing und beim Jüngsten nach 2,5 Jahren wieder anfing in der Elternzeit zu arbeiten. Beim Jüngsten waren es 13 Stunden die Woche.

Die Zeit der Welt hatte ich auf jeden Fall beim Großen komplett bis in die Kitazeit. Beim Jüngsten nur die Babyzeit. Ich muss dazu sagen, unser Jüngster ist mehrfachbehindert durch Autismus. Autistische Züge hatte er bereits mit knapp 18 Monaten, was dann immer schlimmer wurden sowohl mit Aggression und Autoaggression. Unser Große kam in die Schule und hatte auch so seine Defizite (Legasthenie und AVWS später). Musste zur Ergotherapie, brauchte Hilfe bei den Hausis, Arzttermine. Der Kleine bekam damals mit zwei Jahren Physiotherapie und Frühförderung. Mein Großer wurde schnell selbständiger. Den
Weg zur Schule ging er alleine hin und zurück. War für uns wichtig. Wenn er nach Hause kam, wurde Mittag gegessen, der Jüngste machte 2,5 Stunden Mittagschlaf (meistens restlos ausgepowert durch Spielplatz oder lange Spaziergänge, ging eh immer über Tische Stühle Bänke). Dann fing der Große mit den Hausaufgaben an, ich machte noch etwas Haushalt und dann brauchte er häufigHausaufgabenhilfe. Wenn der Kleine wach war konnte man das vergessen. Dann ging es wieder raus. Wenn mein Mann Frühschicht oder nach dem Schlaft von der Nachtschicht übernahm mein Mann den Jüngsten, damit ich auch mal Zeit mit dem Großen verbringen konnten. Wir wechselten uns mit den Kindern immer ab.
Ich empfand die Zeit mit unserem Jüngsten als Kleinkind anstrengend. Omas konnten damals nicht mehr einspringen. Da war es eher so, dass meine Mutter Hilfe von mir brauchte und auch darum bat. Meine Mutter ließ ich nicht hängen. Ich war ja zu Hause in Elternzeit, aber phasenweise hatte ich echt nicht die Zeit der Welt gehabt. Es wurde nur einmal die Woche eingekauft. Versuchte so gut es geht hier und da Zeit zu sparen, damit man noch genügend Zeit für die Familie hatte. Ich hatte ein Auto zur Verfügung, um Zeit zu sparen.

Wie ist es euch? Ich kann mir durchaus vorstellen, dass z.B Mütter mit Schreibabies, die noch zusätzlich ältere Geschwisterkinder haben auch nicht all die Zeit der Welt haben während der Elternzeit oder wo noch die pflegebedürftige Mutter mit im Haus wohnt, wo man vielleicht doch mehr Zeit investiert als man sich eigentlich vorgestellt hat. Oder eben halt noch ein behindertes Kind zu betreuen haben. Und ja natürlich gibt es Mütter die für ihre Kinder all die Zeit der Welt haben.
Ist ja nicht immer so, dass es anders kommt als man denkt.

LG Hinzwife

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Wir haben Zwillinge. Ich habe die Elternzeit gehasst. Ich war ständig am Rotieren und hatte trotzdem immer das Gefühl, nicht gut genug zu sein.

Ich hätte die Elternzeit gern genossen,aber es war purer Stress für mich.

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Hi
meine Elternzeit ging von 9.2006 bis 8.2008 und 2.2010 bis 12.2010.

Beim 1. Kind, war noch genug im Neubau zu tun. Da dieses Haus, durch sehr viel Eigenleistung durch mein Vater und mir entstanden ist, wurde natürlich auch von uns weitergemacht. Jede Stillmahlzeit dauerte 45 min. Die ersten 4 Wochen, saß ich von 18 bis 24 Uhr nur auf der Couch und stillte gefühlt.

Ich bin Haushaltstechnisch, super sauber aufgewachsen, und hatte das so eingeimpft bekommen. Dann macht man das auch so weiter, wie man es gewohnt war. Mit einem Mann, der "auf einer brennenden Müllkippe" groß wurde, und 2 Kätzchen, aber auch immer nötig.

1 x Pekip pro Woche im 12 km entfernten Städtche, und danach wurde eingekauft. Ich bin noch nie im Leerlauf gefahren.

Nach 2 Jahren, mit 2 vollen Tagen arbeiten gegangen. Nach paar Wochen, jede Urlaubsvertretung gemacht, da immer Land unter war, und ich das Geld auch gebrauchen konnte. Kindergarten ging da noch von 7.30 bis 12 Uhr, und dann ab 14 Uhr bis 16.30, Mo-Do, Freitags 7.30 bis 13 Uhr.

Ich war mindestens 2 Abende alleine, aber auch so, war der Gatte nie vor 20 Uhr daheim, Disponent.

Und dann wird man ungeplant schwanger. Ist in Elternzeit mit einem Bauchweh und Spukkind. Der Kiga hat immer noch so bescheuerte Öffnungszeiten, der Gatte kommt noch später von der Arbeit, zusätzlich geht er noch jeden 3. Samstag.

Ich kam mit waschen geradeso hinterher, gebügelt wurde nicht mehr. Der Haushalt............puh. 1 x Woche Pekip mit dem Kleinen, 1x pro Woche Logo, 45 km einfach, 1x pro Woche Kinderturnen.

"Erholung" hatte ich die 1 Woche nach Geburt, da ich mit dem Zwerg, wegen Staphylokokken im KH war, und habe dort das Stillen optimiert. Hätte er auch 45 min pro Stillmahlzeit gebraucht, wäre ich wahnsinnig geworden. Er hatte so ein Zug, das merkte ich im Rücken.

Mit dem 2. Baby in Elternzeit, ist man daheim, hat aber auch einen 4 Personen Haushalt. Ein Haus mit Garten, macht mehr Arbeit, als eine 3 Zimmer Wohnung..........das erfuhr dann auch meine Freundin, die dachte ich übertreibe. Aber mit Eigenheim, hörte ich nie mehr was.

Ja, dann hat man noch in der Erntezeit von Erd-Johannis- und Himbeeren, Kirschen, Stachelbeeren, Bohnen, den Eltern zu helfen. Wie auch den Getränkeeinkauf.

Ich hatte "mehr Erholung" auf der Arbeit für mich, als in Elternzeit. Die Kerlchen wollten beschäftigt werden, gefördert, gefordert. Bis man einen Anfang mit Beikost hat, und das Kind einigermaßen mit isst.........soviel Zeit, erst füttern, dann doch stillen. Der 2. hat wie oft nicht die 2. Brust bekommen, da ich zum Kiga musste. Hatte oft genug noch, meine Mutter angerufen, ob sie es übernehmen konnte.

Und ja, ich versteh die 3-fach Mutter, die gerne einen Hortplatz für das Schulkind hätte. Selbst wenn die Hausaufgaben nicht 90% erledigt sind, hätte das Kind aber seine Spielkameraden, und "das wäre schon mal erledigt gewesen".

Der Große, war kein einfaches Schulkind. 3 Stunden hat man mit ihm an den Hausaufgaben gesessen, jeden Tag. Motiviert, gedrängt, überredet, verzweifelt.....................und dann ging es auf Spurensuche. Da fährt man nicht 1x zu X, und dann ist alles geklärt. Termine, Telefonbuch dicke Fragebögen zum ausfüllen, Tests usw.. Der Kleine zur Logo, Halbtags arbeiten gehen, trotzdem 4, 5 Schuljahre, jeden verdammten Schultag, 3 Std. Hausaufgaben motivieren.

Letzte Woche, bei Stern TV, die Beutelsbacher 5-linge.

Da können die Mehrlingseltern sich noch so hier bei Urbia brüsten. Ich glaube eher, das es ab 4 Kindern wie bei den Beutelsbacher zugeht, als anders, außer die Kids sind "sediert", oder werden sich vollkommen sich selbst überlassen, und die Eltern, kommen abends mit dem Kärcher ins Haus, und "machen Ordnung". Denn ihr Tag hat doch auch nur 24 Stunden, wie soll das alles gehen?

Wenn man nur ne Wohnung hat, vorne und hinten keine andere Familiäre Verpflichtungen, als nur sich, Gatte und Baby, wird man die Elternzeit bestimmt mit " ich hatte alle Zeit der Welt" genießen können. Aber schon ein Schreibaby, oder mit Handicap, oder sich mit total "bekloppte" Großeltern herum ärgern müssen, ändert die Sachlage schnell.

Gruß

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3 Kinder, Dorf, keine Großeltern, großes Haus (240 qm), 4 Tiere, alle Kinder haben Hobbys bei denen sie meine Fahrzeit brauchen,…uvm.

Arbeiten war um Welten anstrengender. Mein Mann und ich haben/hatten den gleichen Job. Definitiv hat er mehr (negativen) Stress als ich. Und ich mehr Freizeit.

Das ist eine Frage der Einstellung und Organisation (& Belastbarkeit).

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Ich fand 40 Stunden Vollzeit mit Überstunden, und 18 Monate Baustelle, entspannender, planbarer, als Elternzeit.
Buchhaltung, mit Monats- und Jahresabschluß, Reporting, mit allem Pi Pa Po

Jeder so, wie er es mag.

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Meine Elternzeit ging 9 Jahre (3
Kinder in 4 Jahren).
Ich hab das für meine Kinder getan. Denen tat das gut - aber ja, man hat alle Zeit der Welt.

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Ich hab bisher nur einen Sohn, der zweite ist auf dem Weg.

Theoretisch hat man vermutlich alle Zeit der Welt, in der Praxis sieht es dann möglicherweise doch anders aus. Hängt ja auch nicht unmaßgeblich mit dem Kind selbst zusammen. Je nachdem, wie "anstrengend" ein Kind ist, hat man vllt. theoretisch Zeit, ist aber tatsächlich einfach nur geschlaucht und kommt trotzdem zu nix oder nur zu dem Nötigsten.

Meine bisherige Elternzeit war relativ entspannt, Sohn Nr. 1 war relativ pflegeleicht, ich konnte ihn problemlos ablegen, er hat überall geschlafen, war ein guter Autofahrer und hat im 1. Babyjahr relativ gut geschlafen.

Jetzt wo Nr. 2 unterwegs ist (aktuell 32. Woche), komm ich oft gefühlt zu nichts. Nr. 1 ist in einem anstrengendem Alter, ich sag nur Trotzphase, aktuell schläft er schlecht ein usw. Dazu bin ich körperlich nicht auf der Höhe, hab unabhänging von Kind 1 schlechte Nächte schwangerschaftsbedingt und laufe zurzeit oft auf dem Zahnfleisch, obwohl ich hier auch einen sehr engagierten Mann an meiner Seite hab.

Mal sehen wie es dann mit Kind 2 werden wird. Kind 1 beginnt in 3 Wochen mit der Eingewöhnung in die Krippe (vormittags), 4-5 Wochen später ist errechneter Termin.

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Ja. Mein Job ist anstrengender.
Ich hab iknder Elternzeit viel mehr Freizeit, ich nutze sie nur meist nxiht optimal... Handy lässt grüßen.
Bin jetzt das zweite mal in EZ für 9 Monate. Bei K1 waren es 7 Monate. Also eher die Babyzeit.

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Weder noch. Mein erstes Kind war ein Schreibaby, da hatte ich die ersten Monate gar keine Zeit, gar nie. Danach wurde es besser und ab einem Jahr war es ein sehr pflegeleichtes Kind und ich bin wieder Teilzeit in die Arbeit gegangen.
Es war eine schöne Zeit, wir haben in den ersten Jahren viele Kurse miteinander gemacht und viel Zeit zu Zweit verbracht.
Stressig wurde es dann wieder etwas mehr, als unsere Betreuung während wir arbeiteten, dauerhaft ausfiel.
Dann kam der Kleine und ich war insgesamt fast 4 Jahre in Elternzeit, was gut war, weil in den Corona-Jahren die Kids zu 50 Prozent zu Hause waren. Wir haben die Zeit zu Dritt genossen. Der Kleine war ein „normal“ einfaches Baby, wir waren einfach nur glücklich, dass uns ein 2. Schreibaby erspart geblieben ist.
Dann kam sie Kleinkindzeit des Kleinen. Die hatte es in sich und zwar für über 2 Jahre. Da gab es oftmals Stress und keine Nerven mehr. Aber es war insgesamt in Ordnung.
Inzwischen haben wir ein Schul- und Kindergartenkind und ich arbeite wieder in Teilzeit.
Ich hole meine Kinder um 14 Uhr ab und dann genieße ich die Zeit mit ihnen. Ich verbringe wirklich gerne Zeit mit ihnen und wir unternehmen häufig etwas miteinander. Das ist für mich dann kein Stress.

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Ich bin zur Zeit in Elternzeit mit unserem Kleinsten, der in drei Tagen 16 Monate wird. Ich habe (wie bei unserer jüngsten Tochter) drei Jahre genommen und genieße diese Zeit sehr.
Ich bin bei der Geburt des Kleinen fast gestorben und habe seitdem meine Prioritäten völlig neu geordnet und lebe viel bewusster und entspannter.
Aber das ich mehr Zeit hätte kann ich so nicht sagen, ich bin nur völlig anders organisiert und ich habe gestrichen, was ich aus Pflichtbewusstsein übernommen hatte, weil es sonst keiner machen wollte (Stadtelternbeirat und ähnliches Zeug).

Wir haben hier insgesamt 4 Kinder und deren Hobbys, Anliegen etc nehmen viel Raum ein.
Ich backe gerne Brot selbst, ziehe mein Gemüse und ähnliches. Gestehen muss ich, ich habe jemanden der für mich putzt, weil ich darin eine Totalversagerin bin (ordnen und aufräumen, selbst Wäsche ist ok, aber putzen geht gar nicht). Das schenkt mir dann doch eine gewisse Freiheit, mich auf jenes zu konzentrieren, was ich gerne mache. Ausgefüllt ist mein Tag auch ohne ausgeübte Berufstätigkeit, nur eben anders. Allerdings nicht mit herumlungern.

Abends ab 20.00Uhr gehe ich meinen Hobbys nach. Aber das war schon vor der Elternzeit so.

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Wenn man nicht grade ein high Need Baby , Mehrlinge , mehrere Kinder oder ein besonderes Kind hat hat man in der Elternzeit ein sehr sehr entspanntes Leben . Gut meine Bekannte ist trotzdem dauernd im Stress mit Baby wenn man das Baby 6 mal am Tag wegen jedem Koetzerchen umzieht und sich den ganzen Tag nur mit dem Baby beschäftigt kriegt man nicht mehr viel anderes gebacken .

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Seitdem mein Großer durch schläft, ist die Elternzeit für mich ein Traum. Mein Baby ist nämlich super unkompliziert und ich kann mit den beiden wirklich jeden Morgen bis ca 8.30 -9 Uhr ausschlafen. Dann Nachmittags zum Mittagsschlaf kann ich auch gut eine Stunde schlafen. Seit ca 4 Monaten bin ich echt super entspannt.
Ändert sich (leider) im Dezember, weil der Große in den Kindergarten kommt, da ist nichts mehr mit ausschlafen