Angst, über das Thema zu sprechen

Guten Abend ihr lieben ! Vor ab mein Kind ist 2,5 Jahre alt und war ein absolutes Wunschkind . Ich wusste schon im jungen Alter das ich unbedingt Mama werden möchte .
Ich befinde mich grade in einer Phase wo ich mir manchmal denke ich würde die Zeit zurück drehen wo ich noch kindlos war . Allein schon bei diesem Gedanken habe ich so ein schlechtes Gewissen . Ich denke das nicht jeden Tag aber immer dann wenn’s mir psychisch nicht gut geht ich muss sagen ich habe seit ca 6 Monaten Depression aufgrund zu hohem Druck und Perfektionissmus unr Stress das hat sich alles gestaut bis ich leider in Depressionen gerutscht bin ( bin aber auch in Behandlung und seit dem gehts mir auch besser )
Ich liebe mein Kind über alles aber manchmal halt kommt dieses Gefühl von ich wäre wieder gerne alleine und habe einfach keine Motivation und Kraft :-( gibt es jemanden der genau so manchmal denkt ?
Lg Sabine

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Hi,
ja, es spricht aber kaum einer aus.

Ich bin evtl. jetzt in einer Depressiven Phase, aufgrund schon wieder Arbeitssuchend zu sein, ich bin die Königin der Befristungen........"leider" kommen alle Mütter wieder aus der Elternzeit, der Kranke wird wieder gesund #augen.

Aber auch als die Kids kleiner waren...............ich war nicht so Hormongebeutelt und alles war "schön". Am aller schlimmsten waren die ersten 4 Grundschuljahre vom Großen. Da habe ich, schon paar Federn gelassen, und 12 Kilo zugenommen. Heulend, Gummibären essend, im Heizungsraum die Wäsche sortiert, und mich gefragt, was mich geritten hat, überhaupt Kinder zu bekommen. Ich hatte nie Kinderwunsch, mit über 30 dachte ich, einen bekomme wir, bestimmt gut groß.........................

Der 1. war, "okay, probieren wir mal, ob wir überhaupt schwanger werden". Wenn nicht, wird nach 2 Jahren ein weiteres großes Motorrad geholt und gut. Der 2. war ne Verhütungspanne. Ich bin alleinerziehend mit Mann, muß das ganze auch alleine finanzieren...........frustierende, lange Geschichte.

Lass bei Dir auch mal die Hormone schecken, vom Frauenarzt oder Endokrinologen.

Alles Gute

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Also ich bin psychisch gesund und habe manchmal solche Gedanken🙈
Ich liebe meine Tochter und will sie mir nicht wegwünschen aber an stressigen Tagen denke ich manchmal schon, wie schön es wäre von der Arbeit heimzukommen und nichts mehr machen zu müssen. Wie schön es war als man nur arbeiten musste und danach Feierabend hatte. Und ja manchmal wünsche ich die Zeit zurück.
Doch dann schau ich meine kleine an und verwerfe den Gedanken wieder, denn sie ist das wundervollste was mir passieren konnte. Sie bringt mich so oft zum Lachen. Sie zeigt mir die Welt auf eine ganz andere Art und Weise und es ist so wunderbar ihr beim lernen zuzusehen.

Es ist gut, dass du dir Hilfe geholt hast! Ich finde das ist ein großer Schritt.
Und nur weil du mal so einen Gedanken hast, heißt es ja nicht, dass du dein Kind nicht mehr haben möchtest oder nicht liebst!

Wenn es dich sehr belastet sprich es doch mal bei der Therapie an.

Ich wünsche dir alles gute und hoffe, dass eine Besserung in Sicht ist. Depressionen sind eine fiese Krankheit und es ist ein langer und harter Weg.

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Das ist die ewige (von Männern erfundene) Rhetorik, dass die Frau eine arbeitsliebende und bedingungslos aufopferungsvolle Maschine ist.

Es ist aber eben nicht alles Gold was glänzt und alles hat seine Schattenseiten und sein Gutes und Schlechtes. Es ist nur allzu normal auch das Schlechte zu sehen, wenn man sich dann aber aufgrund der oben genannten Rhetorik schlecht und sonderbar fühlt, verschlimmert das natürlich alles.

Schau einfach wie du deine Freiräume trotz Kind bekommst, erlaube dir das Tagträumen und nimm deine Gefühle an, sie sind nur ein Zeichen dafür dass du ein authentischer Mensch bist.

Liebe Grüße und viel Kraft auf deinem Weg!

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Das geht vielen so! Die wenigsten reden drüber und ich glaube, manche setzen sich nicht mal mit sich selbst bewusst damit auseinander
Ich beneide oft mal kurz die Kinderlosen, auch, wenn ich mein Kind nicht mehr hergeben möchte.
Aber es ist halt einfach oft echt anstrengend 😅 solange du als Ausgleich genug Momente hast, wo du dankbar für dein Kind bist, ist doch alles gut

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Ich denke das ist ein Stück weit normal das hat auch gar nichts damit zu tuen das man sein Kind nicht liebt aber klar das Leben verändert sich Kinder bedeuten nunmal Einschränkungen an schlechten Tagen oder in anstrengenden Phasen hat man manchmal den Gedanken das man sich sein altes unabhängiges Leben kurz zurück wünscht . Witzig das eine Userin schrieb das sie die Grundschulzeit so schlimm fand so ging es mir auch als die Kinder klein waren kamen mir die Gedanken weniger aber als ich die ersten in der Schule hatte dachte ich wirklich oh Gott mein Leben ist vorbei . Ich finde die Grundschulzeit auch einfach nur furchtbar selbst mit Baby und Kleinkind habe ich mich nicht so fremdbestimmt gefühlt. Jeden Tag Theater wegen der Hausaufgaben und sonstigen Drumherum Dramen das hat sich die ersten Jahre bis in den späten Nachmittag gezogen ich kam mir vor als sei ich die Lehrerin . Für mich war das einfach nur schrecklich ich hab abends oft heulend da gesessen und mich gefragt was aus meinem Leben geworden ist warum ich eigentlich Kinder bekommen habe was ich mir da eigentlich angetan habe glücklicherweise wurde es irgendwann besser aber die ersten Schuljahre für mich ist das die schlimmste Zeit gewesen .

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Damit bist du wirklich nicht allein... Stichwort "Regretting Motherhood":
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Regretting_motherhood

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Das ist Phasen und Tage gibt, an denen man sich schlecht fühlt oder man einfach mal für sich sein will - nachvollziehbar. Aber ich kann dieses Regretting Motherhood nicht nachvollziehen. Glaubt mir, ihr denkt ganz anders darüber, wenn man ein Kind verloren hat...im Alter von 8 Jahren. Daher solltet ihr euch um eure Bedürfnisse kümmern, die Kinder mal abgeben (Vater, Großteltern), aber zu denken, wie es wäre, wenn man die Kinder nicht bekommen hätte...erschreckend. Verbannt solche Gedanken.

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Wenn du es nicht nachvollziehen kannst, ist das völlig in Ordnung, nur leider verschwinden die Probleme nicht, wenn man den Leuten sagt, dass sie sowas nicht einmal denken dürfen. Da finde ich es deutlich sinnvoller, darüber zu sprechen und nach Wegen zu suchen, die Situation zu verbessern.

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Doch, negative Gedanken, Kopfkino, Gedankenkarussell können entsprechende Gefühle verstärken und das Befinden erheblich beeinträchtigen. Man muss aufpassen (Stichwort Achtsamkeit), dass man sich nicht zu sehr darin verliert. Die mentale und körperliche Gesundheit werden auch dadurch in Mitleidenschaft gezogen.
Statt ständig sich auf das Bedauern der Mutterschaft zu konzentrieren (Kannst du die Mutterschaft ändern? Nein. Kannst du dien Umgang damit ändern? Ja.) hilft es sich jeden Tag als Aufgabe am Ende des Tages drei positive Gedanken, Situationen, Erlebnisse aufzuschreiben, sich bewusst zu machen, dass eben nicht der ganze Tag oder das ganze Leben versaut ist.

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Ich hatte auch öfters mal solche Gedanken, vor allem in der Baby-und Kleinkindzeit. Die beiden „Großen“ (5 und 8) finde ich nicht mehr anstrengend, nur mit ihnen hätte ich auch mal Zeit zum Durchatmen. Die Grundschulzeit finde ich bisher als nicht stressig. Was ich wirklich kräftezehrend finde sind schreiende Babys und Kleinkinder, die wirklich nonstop Zuwendung brauchen.

Ich persönlich finde, es wird mit zunehmendem Alter besser😅

Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben, ich kenne so viele Mamas, denen es ähnlich ergeht. Nur reden nicht alle gerne darüber.

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Nur weil man manchmal die Zeit vermisst, in der man kinderlos war, keine Verantwortung außer für sich selbst hatte, tun und lassen kann was man wollte wann man wollte und vieles einfach leichter war, heißt das doch nicht dass man seine Kinder nicht liebt oder eine schlechte Mama ist! Ich fresse einen Besen wenn nicht 99% der Mütter schon mal diesen Gedanken hatten, auch wenn sie es vllt. nicht offen zugeben