Verhältnis Schwiegereltern

Hallo,

ich habe mal eine Frage wie ihr mit folgender Situation umgehen würdet:

eigentlich bin ich schon immer ein Dorn im Auge meiner Schwiegereltern. Es wurde ständig an mir kritisiert. Als ich meine Arbeit verlor durch Insolvenz, hat man mich sogar zu Feiertagen am Tisch "gemaßregelt", warum ich noch keine neue Stelle habe oder warum ich es hier und da nicht probiert habe. Hatte ich dann eine Stelle, die allerdings nur für ein paar Stunden war (es gab zu dem Zeitpunkt nichts anderes im Angebot), dann war es auch nicht gut genug. Ich kam mir vor, wie abgestempelt als faul. Was nicht stimmt. Ich habe sogar in Berufen gearbeitet, die ich nicht gelernt habe und habe zwischendurch geputzt, als Küchenaushilfe oder beim Kurierdienst gearbeitet, obwohl ich ja einen anständigen Büroberuf gelernt habe, nur damit ich überhaupt Geld ranschaffe bevor gar nichts geht.

Meine Eltern haben auch nur Handwerksberufe erlernt und noch nie ein Haufen Geld gehabt. Die Eltern meines Mannes sind dagegen studiert mit leitender Funktion bzw. auch im Büro tätig. Sie haben Haus, Hof, Garten und an Urlaubsreisen ins Ausland mangelt es nicht, die werden mehrfach im Jahr unternommen....Ich kam mir manchmal vor, wie Aschenbrödel im Schloss....weil ich aus "solchen Verhältnissen" nicht stamme, was mir aber nicht geschadet hat.

Vor 2,5 Jahren fing es dann an, dass ich krank wurde. Zu Beginn wussten nicht mal die Ärzte, was ich hatte und es war ein wahrer Ärztemarathon. Wir sind mehrfach in Kliniken und bei Fachärzten gewesen, auch weiter weg. Seine Eltern konnten das gar nicht verstehen. Es kamen dann Kommentare, ob denn die Krankenkasse die Fahrtkosten übernimmt zu den Ärzten (vermutlich hatten sie Angst, dass ihr Sohn zuviel Geld für mich ausgibt, da ich zu diesen Zeitpunkt nur die o.g. Jobs hatte, die ja nicht Vollzeit waren und nicht gut bezahlt). Auch Kommentare wie "wenn da nichts rauskommt, müsste ich jetzt mal überlegen, diese Fahrten zu unterlassen". Ich hab gedacht ich höre nicht richtig. Mein Mann hat natürlich zu mir gestanden und wir haben alles weiter durchgezogen. Vor 2 Jahren kam dann endlich die Diagnose und ich musste mit Zytostatika behandelt werden. Nun kam auch noch die Pandemie dazwischen und keiner wusste so richtig wie es weitergeht, ich war unerfahren mit solchen Therapien und wir haben uns dann nach Anraten der Ärzte gerichtet und Kontakte eingeschränkt und uns schön nach den Maßnahmen gehalten. Als dann noch unter schlimmen Umständen ein naher Verwandter wegen Corona gestorben ist, unter "dramatischen" Umständen (der Notarzt hat keine freie Klinik gefunden etc., so dass die Krankenhausbehandlung erst 4 Tage später möglich war) und die Person 4 Wochen vergebens um ihr Leben gekämpft hat, war ich tief unter Schock und mir stehen heute noch die Tränen in den Augen, wenn ich nur dran denke....

Seine Eltern machten daraufhin Corona-Witze, hielten sich an gar nichts, haben einfach weitergefeiert und haben sich wie bockige Kinder aufgeführt, wenn es um irgendeine Regel ging. Ich habe mich zutiefst gekränkt gefühlt, denn schließlich war es mein Verwandter, den ich sehr vermisse. Sie können meinetwegen denken was sie wollen, aber das Verhalten war mir gegenüber respektlos. Zumal ich mich ja damals mit meiner eigenen Krebstherapie in prekärer Lage befand, was eine Infektion für mich hätte bedeuten können. Wenn wir uns an alle Regeln gehalten haben, wurde mein Mann von ihnen ständig dumm und dämlich gekommen, wie wir übertreiben würden.

Ab dem Zeitpunkt wurde ich dann nur noch wie eine Witzfigur behandelt. Es kamen Sprüche oder das hämische Grinsen stand ihnen im Gesicht. Bis ich es nicht mehr ertragen konnte, weil mir mein Verwandter so fehlt......Ich habe mich dann zurückgezogen, auch aus Selbstschutz, damit ich gegen meine Erkrankung ankämpfen kann....Seither werde ich ignoriert, sie reden mit meinem Mann, er redet mit ihnen, aber es fühlt sich so an als wenn ich aussetzig bin. Über meine Erkrankung haben wir nie wieder gesprochen bzw. mein Mann auch nicht, weil ich in ihren Augen ja die größte Simulantin und Hypochonderin bin, die ja auf die Ärzte hört. Es wird alles was ich sage, ins lächerliche gezogen, als ob ich ein Blödchen bin.

In meinen Augen sind seine Eltern empathielose oberflächliche Menschen, die verwöhnt sind und nicht eine Sekunde von ihrem Luxus lassen können. Sie sind kaltherzig und respektlos. Auch ihr ständiges Geheule nach Geld und Bankstatus geht mir mittlerweile gehörig auf die Nerven, weil ich einen Mensch selbst beurteile und nicht sein Bankkonto.

Mein Mann hat sich auch etwas zurückgezogen, aber sie haben, wie gesagt Kontakt mit ihm. Ich existiere für sie nicht, sie tun so, als ob es mich nicht gibt. Was ich jetzt blöd finde ist, dass mein Mann das Spiel so mitspielt.

Was mich auch ärgert, dass sie uns ständig spüren lassen haben, dass wir keine Kinder haben. Sie denken aber noch nicht mal daran, dass das unter o.g. Umständen gar nicht geht. Ich komme mir vor, wie eine Zuchtkuh, die Abdanken kann, wenn sie ihren Dienst denn getätigt hat.

Jetzt wo wir verheiratet sind, hatte ich gedacht, dass es besser wird, aber nichts, da hatte ich zu Hohe Erwartungen. An unserem Hochzeitstag haben sie uns auch wie Witzfiguren behandelt. Sie haben sich zwar zusammengerissen, aber hinter der lächelnden Fassade hat es ganz schön gebröckelt. Man hat es gespürt, dass da Desinteresse, Falschheit und auch Ablehnung dagewesen sind.

Da es für meine Gesundheit nicht förderlich ist, habe ich oft darüber nachgedacht, wie es mal weitergehen soll. Gespräche haben ins Leere geführt. Es wäre alles nicht wahr, wir bilden uns alles ein. Sie dagegen sind unfehlbar und die Besten......

Wichtig ist jetzt, wie steht mein Mann zu mir? Wie findet ihr seine Reaktion?

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Hallo.

Tut mir von Herzen leid, was du alles durchmachen musstest/musst. :-(

Das einzig wichtige für dich sollte jetzt sein, gesund zu werden und es zu bleiben. Nur DAS zählt.

Die Schwiegereltern wären für mich erledigt. Würde sie weder besuchen, noch sonst irgendwie Kontakt pflegen.


Dein Mann sitzt zwischen den Stühlen, wie sich das für mich liest.
In seinem Innersten wird er es wohl merken, wie gemein sich seine Eltern verhalten. Aber er ist scheinbar nicht stark genug Eier zu zeigen und ihnen die Meinung zu geigen. Genau DAS sollte er mal machen und das würde ich an deiner Stelle auch zum Ausdruck bringen.

Alles Gute dir!

2

Hey!

Was sagt denn dein Mann explizit zu diesem Konflikt? Nimmt er ihr Verhalten auch so wahr?

Ich finde gerade den Umgang mit deiner Erkrankung ziemlich krass- da hätte ich von meinem Mann anderes erwartet.
Einer meiner Brüder würde vermutlich bei Leuten, die so mit seiner Freundin umgehen, rigoros den Kontakt abbrechen. Ob mein Mann auch so reagieren würde- ich bin mir nicht sicher.
Ich würde den Kontakt zu ihnen auf Eis legen und würde von ihnen nichts mehr wissen wollen, aber mir diesen Umgang nicht geben.

Liebe Grüße
Schoko

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Solang er zu dir steht und sich verbittet, dass schlecht über dich geredet wird oder sie Witze machen, wäre es für mich ok, wenn er ab und zu losen Kontakt hat. Es sind seine Eltern!

Ich persönlich würde keinen Kontakt wollen. Und wenn mein Mann solche Kommentare tolerieren würde, wäre das tatsächlich ein Problem für mich, aber das klingt ja nicht so.

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Hallo,
man, das hört sich wirklich schrecklich an, wie mit dir umgegangen wird !!
Was gibt es nur für Menschen?? Da merkt man echt kein bisschen Empathie...
Wenn sie schon nur über Geld reden, weiß man ja, worum es ihnen im Leben geht. Echt traurig.
Du hast das echt lange ausgehalten und dann noch mit der Krankheit.. würde auch kommunizieren, dass es zu viel Energie für dich kostet und du dich deshalb zurück ziehst und so wenig wie möglich in Kontakt mit ihnen kommst...

Für deinen Mann ist es wahrscheinlich schwer, wenn er eigentlich ne gute Beziehung zu seinen Eltern hat. Trotzdem sollte es ihn auch schockieren, wie sie mit dir umgehend und er müsste das ansprechen und wahrscheinlich auch ne Zeit lang gar nicht mehr mit ihnen sprechen...
Finde es auch wichtig, dass er auf deiner Seite ist und seinen Eltern zeigt, dass es so nicht geht. Ihr seid jetzt zu 2. Eine kleine Familie und du hast dann Vorrang vor den Eltern...

Ich wünsche dir alles Gute, besonders dass du dich schonen kannst und gesund wirst und diese Gemeinheiten beiseite schieben kannst .

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Ich sage mir immer, bei 8 Mrd Menschen ist Platz für jede Art von Unkraut, heißt man muss schon akzeptieren, dass solche Vollpfosten existieren. Dagegen kann man nichts machen. Was ich aber beeinflussen kann ist, ob ich mit diesen Menschen Umgang habe. Ich habe eine relativ große Schwiegerfamilie, Umgang habe ich mit kaum einen von denen und ich vermisse es auch nicht. Das mag am Abstand liegen (> 170km) oder an meiner Natur, jedenfalls bin ich nicht der Meinung, dass man sich mit der Schwiegerfamilie auf biegen und brechen verstehen, geschweige denn Kontakt haben muss.

Die Reaktion deines Mannes kann ich schlecht einordnen. Möglich ist, dass er die Marotten und Fehler seiner Eltern kennt, aber auf seine Weise damit umgeht. Wichtig wäre für mich, dass er dir nicht in den Rücken fällt.

Brich einfach den Kontakt zu den SE ab und sprich mit deinem Mann wie du dir die Zukunft vorstellst. Er kann hinfahren wann er will, aber ohne dich. Und was da abgeht bleibst auch dort, du möchtest damit nicht behelligt werden.
Bei euch daheim sind sie nur dann willkommen, wenn du gerade nicht im Haus bist. Fallbeispiele, falls mal Kinder da sind, kannst du mit deinem Mann ja auch schon mal durchsprechen und schauen wie er dazu steht.

Sie ignorieren dich, dann ignoriere du sie auch. Und wenn sie sich darüber echauffieren, dann sag ihnen sie bilden sich das nur ein.

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Hallo,

was mich ärgert ist, dass er mit seinen Eltern noch "Schön tut". Ich komme mir da irgendwie veralbert vor, auch von seiner Seite aus. Für ihn spricht aber, dass er sich seither auch zurückgezogen hat, in dem es nicht mehr so viele Kontakte gibt. Auch die Anrufe hat er reduziert. Wir waren uns auch einig, dass wir von meiner Erkrankung nichts mehr erzählen. Daran hat er sich gehalten.

Sie wissen z.b. auch nicht, dass die Therapie nicht lange angeschlagen hat und ich jetzt wieder im Rezidiv bin. Dieser Umstand hat mich irgendwie aufhorchen lassen und überdenken lassen, ob es sich noch lohnt Menschen hinterherzulaufen und sich Harmonie zu wünschen, wo es keine geben wird. Ich habe Energie in Leute investiert, die es nicht mit mir gut meinen und denen ich herzlich egal bin.

Was für mich aber absolut wichtig ist, dass mein Mann jetzt zu mir steht mit allen Konsequenzen....d.h. den Eltern paroli bietet und wenn nichts hilft, dann eben noch weniger Kontakt. Ich finde es tut uns beiden nicht gut, und wir haben jetzt anderes vor uns.....

Das blöde ist ich fange dann an zu grübeln, warum es so ist, ich hätte gerne ein besseres Verhältnis. Aber mein Mann sagt immer, dass seine Eltern auch nicht über uns grübeln, die leben ihr Leben nach ihren Ansichten. Da hat er ja recht, ich bin ich dann sehr sensibel, weil ich immer Harmonie haben will.....aber die kann man nicht erzwingen.

Ich weiß nicht, welche Therapie mich nun erwartet, die Ärzte beraten und ich habe demnächst einen Termin.....ich bin gespannt, aber es hilft nichts, ich muss da durch.....Wir haben bei seinen Eltern geschwiegen, auch wenn ich ohne Haare auf dem Kopf rumlaufe aufgrund der Therapie, würde kein Wort mehr über meine Lippen kommen...sollen sie denken was sie wollen....