Jobwechsel und Familien Freundlichkeit

Hallo, ich suche Meinungen, entscheiden muss ich natürlich selbst, ich bin gerade unsicher

Mein Mann und ich arbeiten beide im Krankenhaus, ich Krankenschwester im Schichtdienst, mein Mann Arzt mit vielen 36h Diensten, rufdienste auch über mehrere Tage zum Beispiel am Wochenende, Feiertage
Wir Haben 3 Kinder, 11 Jahre und Zwillinge frisch 6 Jahre, einer chronisch krank (Herzfehler, Epilepsie, Schwerhörigkeit, viele Therapien und Arzt Besuche)


Ich arbeite auf einer reinen Onkologie halbintensiv, der Pflegekräfte Mangel betrifft und sehr. Die Dienste sind Ultrastress, extrem viel Anrufe zum einspringen im frei, sehr viel Überstunden und ein fast immer unverantwortliches Verhältnis von Pflegenden zu Patienten. Pause gibt es nie, jede Schicht unterbesetzt. Überlastunganzeigen sind schon Standard in jeder Schicht .Im Prinzip habe ich oft Angst jemand versehentlich zu schaden vor lauter Stress ( Kalium falsch dosiert, Chemo falsch eingestellt, Morphin zu stark oder so was, ist noch nicht passiert). Auch die vielen sterbenden kann ich nicht so begleiten wie es nötig wäre
Das Team ist extrem jung, viele Kollegen gehen, es gibt im Team Gruppen Bildung usw, das Team wächst nicht zusammen, viel Lästereien
Gut ist, daß meine Chefin mir den Dienstplan nach dem Plan meines Mannes schreibt . Ich durch die Schichten oft auch Mal eine Woche am Stück frei habe ohne Urlaub ( bin Teilzeit)

Jetzt wurde mir ein Job angeboten. Ich wäre durch meine Zusatzausbildungen der palliativ Dienst, eine Art Brückenteam
Visitiere die palliativen Patienten in der großen Uniklinik in der ich schon arbeite auf den verschiedenen Stationen. Keine Wochenende, keine Feiertage. Regelmäßig Dienste, zwei Tage pro Woche von 9:30 bis 17 Uhr, das Team scheint nett zu sein, ich bekomme in den Schulferien meinen Urlaub, betreue einen Patienten nach dem anderen und nicht 20 zeitgleich, weniger Stress, kein einspringen mehr, immer die selben Tage Dienst

Jetzt haben wir Babysitter, die die Randzeiten übernehmen (, Omas nicht verfügbar)

Nun bin ich am überlegen. Einerseits ist natürlich ein langes frei am Stück nett,wie es jetzt ist. Und zwei Nachmittage die Woche bin ich weg, wir brauchen jede Woche zwei Mal Babysitter. ( Kosten können wir allerdings über die Pflegestufe meines Sohnes abrechnen)
Ein langes frei und Wochenenden ( gibt freie Tage unter der Woche) erleichtern natürlich auch wenn die Kinder krank sind zum Beispiel
Und ich würde zwei Nachmittage "verpasse"
Diese müssten Babysitter übernehmen bis 17:30

Anderseits haben wir maximal ein Wochenende im Monat als gesamte Familie frei, viele Monate aber auch keins gemeinsam frei
Ich bin oft frühmorgens weg, mein Mann hat dann spät Schicht. Nach einer Frühschicht auf dieser Station habe ich weder gegessen noch viel getrunken, bin völlig fertig und Hetze zum Kindergarten. Oft bin ich aber auch im spät Dienst beim bettgehen nicht da, sehe die Kinder nur um sie zur Schule zu schicken und in den Kindergarten zu bringen. Oder eben die ganze Nacht, Versuche tagsüber zu ruhen Jede Woche, jeden Monat unterschiedliche Schichten,andere Tage unterschiedliche Uhrzeiten. Körperlich ist es äußerst anstrengend
In den Schulferien bekomme ich nur schwer Urlaub, obwohl meine Kollegen keine Kinder haben. Im neuen Job könnte ich unabhängig vom Plan meines Mannes ( mit Babysitter) arbeiten

Würdet ihr wechseln und dafür zwei Mal Pro Woche nachmittags nicht da zu sein?
Würdet ihr das schöne frei am Stück gegen Regelmäßigkeit tauschen?

Liebe Grüße

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Das "lange frei zwischendurch" gibt's dann eben als Urlaub. 🙃

Ich finde es wesentlich schöner, eine feste Struktur zu haben - auch für die Kinder. Und für deinen Terminplan.

Außerdem klingt das jetzige Team nicht unbedingt nach tollen Kollegen, dann noch dein Stress und die Angst, etwas falsch zu machen...

Es scheint mir, die Patienten auf der Onko verlieren eine extrem warmherzige und verantwortungsvolle Schwester. Aber du hast auch nur dieses eine Leben. Und ich glaube, in deiner Freizeit nicht mehr ständig angerufen zu werden, wird sich auch schon für dich wie Urlaub anfühlen. Nicht mehr dieses unter Strom stehen, ob du für irgendwen einspringen musst...

Ich würde definitiv wechseln. 👍

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Ich würde wechseln. Einfach aus dem Grund, dass du etwas Neues machst und aus dem Schichtdienst raus kommst.
Über die Jahre wirst du froh sein, deine Regelmässigkeit zu haben und drei Nachmittage mit den Kindern zu haben

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Also ist der einzige „Vorteil“ beim aktuellen Job, dass du 2 Nachmittage nicht arbeiten musst?

Ich persönlich würde wechseln. Der neue Job scheint viel mehr Vorteile zu bieten! Und deine Jungs gehen ja sicher zur Schule, also sind die ja wirklich nur begrenzte Stunden am Tag „fremd betreut“.

Zudem klingt der Job (wobei Palliativ ja auch nicht ohne ist, psychisch gesehen) weniger stressig.

Ich persönlich würde wohl wechseln.

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Vielen Dank für deine Meinung. Nein der Vorteil an meinem jetzigen Job ist, dass ich durch Wochenenden, Feiertage usw längere Zeit am Stück frei bekomme, Mal eine Woche keine Babysitter brauche. Jetzt zum Beispiel über eine Woche und in der Zeit für meine Kinder da sein kann, krank abfedern kann usw
Die Kinder kommen erst nächstes Jahr in die Schule, sind in Bayern Korridor Kinder
Der Vorteil am neuen Job ist die Regelmäßigkeit, das ist leicht zu planen. Und ich wäre immer früh und zum Schlafen gehen Zuhause

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Ah ok, dann hab ich das nicht richtig verstanden.

Ich persönlich (!) fände planbarkeit trotzdem wichtiger. Und du schriebst ja auch, dass du in deinem Frei auch doch öfter mal einspringen musst.

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Hi,
ja, ich würde wechseln.

Die Schichtarbeit wird für Deinen Körper nicht einfacher, je älter Du wirst.

Die Krankenschwester in der Familie, hat mit 40 Jahren sich von der Geburtsstation verabschiedet und hat Fortbildungen gemacht, und war dann die "Übergangs-Schwester". Nur noch Normalschicht, keine Feiertage mehr, jedes WE frei......

Wieviel es ihr ausgemacht hat, hat sie so richtig realisiert, als sie 4 Wochen Normalschicht hinter sich hatte. Sie war ein ganz anderer Mensch geworden.

Ich fände es einfacher, für die 2 Nachmittage, die fest wären, einen Babysitter, incl. Vertretung zu finden, als für die unterschiedlichen Dienstpläne, aber wie das funktioniert bei euch, weißt Du ja besser.

Du hast noch 5 Nachmittage von 7, also ja, machen.

Gruß

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Das stimmt alles, ich danke dir für deine Erfahrungen
Ich bin jetzt auch 40 und merke,dass ich die Schicht nicht mehr so einfach weg stecke

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Was ist das Problem, wenn du an 2 Nachmittagen nicht zuhause bist?
Bei deinen Spätschichten bist du das doch auch nicht, oder?

Ich würde die neue Stelle antreten.

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Ich habe mich letzte Woche endgültig entschieden, eine neue Stelle anzustreben.

Meine alte Stelle möchte ich. Tolle Aufgaben, tolles Team. Arbeitszeiten gleich, wie auf der Stelle, auf der ich aktuell hospitiere.

Aber die Arbeitsweise jetzt ist komplett selbstbesimmt. Viel Verantwortung, weil ich mich komplett selt organisieren muss. Aber ich werde nicht mehr von einer Lawine von Vorgängen überrollt, und das jeden Tag aufs neue.

Ich habe den Stress, den ich auf meiner bisherigen Stelle hatte, nie als solchen wahrgenommen. Aber mein Körper anscheinend schon. Meine Schlafstörungen sind fast weg. Ich laufe nicht mehr als Zombie durch den Tag, weil ich nachts vom Macarena im Gehirn wachgehalten werde. Das ist so viel wert!!


Vielleicht merkst Du nach einiger Zeit im neuen Job auch, wie sehr der Stress Deiner jetzigen Stelle und der Schichtdienst an Deiner Substanz nagen. Währenddessen funktioniert man einfach, und der Körper auch. Aber wie es schlaucht, merkt man halt, wenn der Körper die Belastung los ist.

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Wechseln, definitiv.

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Ich würde auch wechseln. Ich habe im Februar den Job gewechselt.. raus aus der Hotellerie. Keine Wochenenden mehr, kein einspringen, keine Feiertage und Urlaub in den meisten Schulferien. Und am wichtigsten.. Keine Personalverantwortung und kein Stress mot Kollegen und vorgesetzt oder die die sich dafür hielten. Der Vorteil im alten Job war das ich schon um 6 angefangen habe und um 14:30 Feierabend hatte. Da ich nur teilweise war auch immer nen dritten Tag frei wenn niemand krank etc. Jetzt arbeite ich mehr Stunden und 5 Tage die Woche, das merke ich oft schon aber der mentale Stress ist weg. Ich kann mir die Arbeit selber einteilen und wir sind nur zu4 im Büro mit Chef. Extrem familienfreundlich. Das hat eine Menge geholfen um den Stress zuhause abzulegen.

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Wechseln.
Alleine, dass du dann vernünftig planen kannst und nicht ständig in Alarmbereitschaft sein musst, ist soooooo unendlich viel wert. Und deine Kinder sind noch klein. Ihr werdet so viel mehr entspannte Zeit haben auf Dauer gesehen, einfach, weil du entspannter bist. Und die 2 Nachmittage fallen da dann gar nicht weiter auf.