Sohn - stänkert sobald er getrunken hat

Hallo,
Es geht um unseren jüngeren Sohn (23).
Sobald er beim weggehen zuviel trinkt, stänkert er wohl ziemlich jeden an. Ich hab das nun mittlerweile von mehreren Seiten gehört.
Mit ihm darüber reden funktioniert nur bedingt.
Ich bin da einerseits zu ungehalten - er sieht es nicht so schlimm an.
Letztes Wochenende ist es dabei wohl zu einer Handgreiflichkeit gekommen.

Ich hab damit ein Problem und kaum Verständnis- und ich versteh es nicht. Er ist sonst ein sehr gutmütiger Typ - eigentlich manchmal zu gutmütig. Vom Wesen her nicht der große Unterhalter oder Aufsprecher, eher etwas ruhig. Er ist freundlich im Umgang mit anderen, bei Fremden etwas schüchtern. Hat Freunde, ne Freundin, soziale Kontakte und einen Job der ihm wirklich Spaß macht...Und ich kenn es ihm an, dass er momentan mit seinem Leben zufrieden ist.

Was passiert denn da, wenns einem dann so den Schalter umlegt...?

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Er sieht es nicht so schlimm.

Hast Du ihn mal gefragt, wie er diese Situationen wahrnimmt?

Ich würde mir da auch wirklich Sorgen machen. Zum einen, dass er irgendwann strafrechtliche Konsequenzen tragen muss. Da muss ihn ja nur einer anzeigen, den er beleidigt hat. Oder die 'Handgreiflichkeit"artet aus in eine Schlägerei. Sxhwuppdiwupp: Körperverletzung oder noch Schlimmeres. Das alles kann teuer und unangenehm werden, und seinen Lebenslauf nachhaltig beeinflussen, wenn er Pech hat.

Am allermeisten Sorgen würde mir aber machen, dass er Mal den falschen "anstänkert" und der aber dooferweise bewaffnet ist. Da reicht ein kleines Messer, und das haben viele dabei.


Haben denn seine Freundin und seine Kumpels diesbezüglich Einfluss auf ihn? Die sind ja vermutlich in den Situationen mit dabei. Kannst Du die mit ins Boot holen, damit sie mit ihm darüber reden und ihn dann in den Situationen ggf zurück halten?

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Seine Freundin hat ihm ihre Meinung dazu gesagt - ob / wie die Kumpels da reagieren weiß ich nicht - denke die werden es wie er "nicht so eng sehen" wenn es brenzlig wird, würde wahrscheinlich der Ein oder Andere eingreifen...

Die Frage wie er die Situation wahrnimmt hab ich so noch nicht gestellt...werd mal einen guten Moment abwarten, und nochmal versuchen darüber zu reden...

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Wie oft trinkt er denn zu viel? Und ab wann ist es zu viel? Was genau stört dich daran, dass er trinkt oder dass er stänkert?
Das sind eher die Fragen würde ich mal sagen, dass er betrunken anders ist als nüchtern ist normal. Das ist häufig so, die einen werden witzig, die anderen anhänglich, die nächsten schlafen ein. Dein Sohn fängt halt an zu stänkern, blöd aber ist leider so. Dass es da zu Hangreiflichkeiten kommt ist natürlich absolut unentschuldbar, aber zu so was gehören mindestens 2 dazu.
Tun wirst du nichts können, er ist erwachsen und sollte eigentlich langsam seine Grenzen kennen, vielleicht wird das noch. Ich wundere mich nur wer dir das alles erzählt, ich wäre noch nie auf die Idee gekommen einer Mutter über das betrunkene Verhalten ihrer volljährigen Kinder zu informieren.

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Ich hab die Information vor Corona mal über meine Freundin bekommen - ihre beiden Töchter sind etwa in dem Alter. Sie trafen beim Weggehen öfter aufeinander- bevor es zum Missverständnis kommt: er hat nicht diese Mädels angepöbelt , nur die Info darüber kam von diesen. Gestänkert wird mit Jungs...
Dank corona gab es dann dazu kaum mehr Gelegenheiten...
Neulich hab ich es nun selber beobachtet, hier im Ort gab es ein Fest, wo wir alle zugegen waren. Mein Mann und ich sind aber früher nach Hause.
Seine Freundin, mit der er erst ein gutes halbes Jahr zusammen ist, hat es mir danach gesteckt, dass es wohl noch so weiterging. Sie hat ihm dazu deutlich ihre Meinung gesagt.
Seine Freunde sind da größtenteils überhaupt nicht so (also liegt es nicht am umgang)

Wie oft es vorkommt, dass er zuviel trinkt? Ich würd mal sagen, alle paar Monate - so genau bekomm ich das auch nicht (mehr) mit. Es kam jedenfalls mit 18/19 noch häufiger vor, als mit 21 oder jetzt. Während der vergangenen fast zweieinhalb Jahre gab es dazu ja kaum Gelegenheiten. Die haben zwar auch privat mal Feiern, aber da ist der Freundeskreis ja unter sich - da wird wohl auch nicht gestänkert.

Für mich ist das halt wieder mal was, worüber ich mir Gedanken mache....warum ist das so / was hab ich denn da falsch gemacht / haben wir da was falsch gemacht....#kratz

Wobei mir mittlerweile beim Gespräch mit meinem Mann wieder eingefallen ist: Ich kenne dies aus der Anfangszeit wo wir zusammen waren auch von ihm. Aber meine klaren Ansagen damals waren erfolgreich. Das kam wirklich nur zwei Mal vor bei ihm. Mein Mann würde im nüchternen Zustand NIE jemanden blöd kommen....

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Ein Bekannter von mir hat das auch, doppelt so alt. Ein Glas zu viel und er verträgt nicht die leichteste Kritik von Fremden. Überflüssiger Stress mit Kellnern usw.

Dein Sohn wird lernen müssen zu erkennen wann seine Grenze erreicht ist. Ich denke nicht, dass Du da etwas machen kannst.

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Mein Bruder ist ebenfalls so, wenn er Alkohol trinkt.
Und meine Mutter und auch alle anderen haben ihm zwar früher oft gesagt, was sie davon halten, aber mehr auch nicht.
Dein Sohn ist erwachsen! Er muss selbst Verantwortung übernehmen für sein Handeln.
Mein Bruder ist aufgrund seiner Pöbeleien tatsächlich in Schlägereien geraten was so absurd ist, weil ihm sowas nüchtern NIEMALS (!) passieren würde, im Gegenteil, er würde wohl immer eher schlichten als anzupöbeln. Er ist auch mich und meinen Partner damals alkoholisiert verbal angegangen, wir haben ihm dazu natürlich ein paar Takte gesagt. Aber er hat wohl draus gelernt. Trinkt heute (bald 40) nur noch sehr maßvoll. Ich hoffe dein Sohn wird ebenfalls diese Erkenntnis erlangen und bis dahin wünsche ich dir starke Nerven.... manche Menschen vertragen einfach keinen Alkohol!

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Danke dir

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"Was passiert denn da, wenns einem dann so den Schalter umlegt...? "

Alkohol enthemmt halt, angestauter Frust oder mangelndes Selbsbewußtsein kommen noch als Schippe oben drauf. Man macht Dinge, über die man nüchtern nicht mal nachdenken würde. Eine andere Variante ist auch Selbstüberschätzung, sich in gefährliche Situationen begeben.

Gerade wenn man seine Grenzen noch nicht wirklich gut kennt, passiert das leicht. Kann mich auch noch gut dran erinnern....als Teenie die ersten Partynächte....nüchtern völlig eingeschüchtert in den Laden rein....nach ein paar Drinks fühlte man sich wie die Queen des Schuppens#klatsch. Oder im Sommer nachts besoffen baden gehen....das war übrigens bei mir am Tag später der Auslöser, mal über meinen Konsum und seine Folgen nachzudenken....ich kann nämlich nicht mal richtig schwimmen.

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Wie oft kommt das vor?
Wann / warum trinkt er?
Wird er von anderen damit konfrontiert, wenn er nüchtern ist?
Was können Folgen sein?

Kommt es zunehmend häufiger vor, dass er trinkt, würde ich ihn darauf ansprechen. Gibt ihm das Trinken was (Betäubung, Ansehen bei seinen Kollegen / Mittrinkenden, das Gefühl erwachsen zu sein...)
Trinkt er immer mit bestimmten Personen? Bei jedem Ausgehen? Auf Festen? Egal, hauptsache mit Alkohol?

Was sagen seine Freunde dazu?
Pöbelt er sie auch an?
Trinken und pöbeln sie mit?
Stacheln sie ihn auf, feuern ihn an oder ist es ihnen unangenehm?

Wenn seine Freunde mitmachen und sogar gut finden, wird es schwieriger.
Finden seine Freunde es sch*** und/oder würden sich von ihm abwenden, kann ein ernstes Wort von ihnen helfen.
Wie sieht es mit Polizeieinsatz aus? Wenn er pöbelt oder handgreiflich wird.
Kann ihn das seinen Job kosten?
wenn ja, ist ihm das dann egal (weil er eh nicht mehr glücklich dort ist oder insgesamt Probleme hat)
ist es egal, weil eine Anzeige wegen Körperverletzung nichts an seinem Job ändern würde?
oder würde es ihn hart treffen und ein Jobverlust durch Anzeige ihn stark ärgern? Dann könnte ein appelieren an seine eigene Verantwortung helfen.

Wie war es vorher?
Hat er bisher nie was getrunken?
oder hat er was getrunken und kannte seine Grenzen?
Nimmt er jetzt Medikamente, die sich nicht mit Alkohol vertragen?
Trinkt er jetzt mehr oder anderes?
Wie reagiert sein direktes Umfeld darauf? Z.B. wenn er im Beisein anderer trinkt und sich dann verändert? Feuern sie ihn noch an oder sagen sie ihm, dass er eigentlich schon genug hat?

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Darauf kann ich nur teilweise antworten, ich bin ja normalerweise nicht dabei...

In jungen Jahren, als das weggehen bzw Party machen begann, kam es oft vor, dass er über den Durst getrunken hatte...damals hab ich aber auch mitbekommen, wie er sowas eigentlich verurteilte, wenn manche dann nur zum stänkern auftauchen, weil sie die Stimmung zerstören...

Vor 4 Jahren ist dann mal was passiert: sein älterer Bruder wurde heftig attackiert, bekam damals eine Flasche über den Kopf gezogen - hat brutal geblutet, wurde vom Sanka ins KH gebracht...., damals ist der jüngere, der auch auf dieser Veranstaltung anwesend war, wohl ziemlich "ausgeflippt" und musste zurückgehalten werden - er ist auf den Kumpel dessen, der mit der Flasche schlug, losgegangen - der Andere ist damals abgehauen....

Ich kann mir nicht vorstellen, dass seine Freunde ihn anfeuern, denke eher, dass die Stimmung beim weggehen sich eben als gelockert einstufen lässt...im Ernstfall würden sie vermutlich alle zusammen helfen, schlichten, verteidigen #bla

In seinen Job fühlt er sich sehr wohl, sowohl mit den Kollegen als auch mit Vorgesetzten kommt er sehr gut klar - gutes Betriebsklima. Und er liebt seine Arbeit.

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Alkohol verändert das Wesen. Der eine schwemmt seinen Frust weg, der andere beschwört ihn damit rauf und lässt ihn raus. Der eine wird melancholisch, der andere ist der lustigste Mensch.

Mehr als deinen Sohn auf eventuelle Folgen hinweisen kannst du nicht tun, aber mit 23 weiß er es selbst und muss sich selbst seine Grenzen setzen.

Dein Mann hatte diese Anzeichen auch?
Dann wäre es vielleicht gut, wenn er mit eurem Sohn darüber spricht.

Wie Alkohol Menschen verändert ist unterschiedlich, aber mit Erziehung hat das nichts zu tun. Du hast nichts falsch gemacht. Denn das Verhalten unter Alkoholeinfluss kann man nicht erziehen.

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Danke dir.
Nein, verhalten unter Alkoholeinfluß kann man wirklich nicht "erziehen"...#schein

Ich glaub mein Problem damit besteht zum einen darin, dass ich 1. schon ein Problem mit dem "sich zusaufen" hab und 2. dann eben auch noch diese Stänkerei

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Verständlich, aber machen kann man im Prinzip nichts. Für Zimmerarrest ist er zu alt. Also steht er im Fall des Falles selbst für sich ein. So ist es wenn man erwachsen ist.

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Mein Bruder ist auch so. Er gehört zu den Menschen, die ich garnicht leiden kann, sobald er getrunken hat. mMn ist eben nicht alles perfekt, toll, schön. Irgendwas liegt da schon im argen. Mein Bruder hat oft Frust weil er alleine ist. Seine Freundeskreise haben sich verändert, sind alle Richtung Familie gegangen. Er hat finanzielle Sorgen wegen Saisonbedingter Arbeit, etc.

Ganz ehrlich? Wen es ihm gut geht trinkt er nicht zu viel.

Aber ob ich da mit meiner Mutter drüber sprechen würde, keine Ahnung.

Ich meide meinen Bruder einfach wenn er in einer schlechten Phase ist und Trinkt.

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Auch wenn er erwachsen ist, würde ich ihm wohl unter vier Augen ziemlich direkt sagen, dass er die Sauferei lassen soll, wenn er es nicht verträgt; oder will er riskieren, dass er mal richtige Probleme bekommt - mit Arbeitsstelle oder Freundin?
Traut er sich nicht nein zu sagen, wenn er animiert wird? Na dann muss er eben den Arsch in der Hose haben, zu sagen, ich riskiere keinen Führerschein, ich steig um auf alkoholfrei. "Mann" ist man nicht, wenn man mltsäuft, sondern nein sagt; er ist ja kein dummes Bubi mit 14 mehr, das muss er schon alleine hinkriegen.
LG Moni

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gesagt hab ich ihm das bereits so ähnlich, ziemlich deutlich.
Da macht er dann dicht...will das Thema nicht weiter "besprechen", dreht sich halt um und geht..."jaaa Mama, du musst dich darum nicht kümmern..."

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Na dann....wenn er auf seine Freundin auch nicht hört - ihr könnte es ja auch nicht gefallen - dann fliegt er wohl damit eines Tages auf die Nase. Da kannst Du nichts ändern.
Leider gibt es Menschen, die unter Alk zum kompletten Idioten werden, hab ich oft genug erlebt bei Veranstaltungen - bei Kollegen wie im Verein.
Manchen war es wenigstens danach peinlich aber anderen auch egal. Mit solchen wollte ich dann echt nichts mehr zu tun haben.