Meine Eltern mischen sich ein 😭

Hallo zusammen, ich muss mich hier leider einmal auskotzen
 erstmal als Info vorab: ich bin fast Mitte zwanzig und seit letztem Jahr mit meinem Mann (Mitte zwanzig) verheiratet. Gemeinsam haben wir eine kleine Tochter. Das Problem was ich habe, habe ich mit meinen Eltern. Anfangs hatte ich das GefĂŒhl, dass sie sich gut mit meinem Mann verstehen und ihn mögen. An sich ist er nicht unbedingt einfach fĂŒr andere
 das heißt er ist recht stur, gerade was seine persönliche Meinung zu Politik, Finanzen etc. angeht. Dennoch dachte ich, dass er mit meiner Familie gut klarkommt.
Doch seit einigen Monaten scheint es zu kriseln, was aber irgendwie von meiner Familie (meinen Eltern) bei mir abgeladen wird. Seit ca einem Jahr investieren wir regelmĂ€ĂŸig kleine Ersparnisse in Aktien und ETFs; schon das scheint meinen Eltern gegen den Strich zu gehen, da es fĂŒr sie zu riskant ist. Mich beschleicht bei der Thematik immer das GefĂŒhl, sie denken, mein Mann wĂŒrde unser Geld verschleudern. Dabei ist es unsere gemeinsame Entscheidung gewesen. (Dazu muss ich sagen, dass ich einen Großteil meines Ersparten, dass ich mir vor der Ehe angespart habe, dafĂŒr zur VerfĂŒgung gestellt habe -> meine eigene Entscheidung). Er selbst war bis vor kurzem noch Student, daher vielleicht das Denken meiner Eltern.

Nun hat mein Mann sein Auto verkauft, damit wir uns einen Kombi anschaffen können um komfortabler mit Kind mobil zu sein. Leider war der Kauf ein totaler Reinfall (konnte keiner vorher wissen, PKW stand kurz vor dem Motorschaden). FĂŒr den Kauf haben wir einen Teil des Erlöses von seinem Auto sowie einen Teil unserer Ersparnisse genutzt. Da das Auto nun ein wirtschaftlicher Reinfall war, ist ca die Kaufsumme nochmal fĂŒr die Reparatur draufgegangen. Hier hatte sich mein Vater schon eingemischt
 „das ist doch viel zu teuer, lohnt sich das? Warum macht ihr das bei einem VertragshĂ€ndler, freie WerkstĂ€tten können das auch“ (hier hatten wir bereits schlechte Erfahrungen und wollten alles ordentlich gemacht haben. Nun sind sage und schreibe 12.000€ fĂŒr einen gebrauchten PKW draufgegangen, die wir nicht so locker rumliegen hatten. Deshalb hatten wir meinen Kleinwagen verkauft und mein Motorrad, das ich aber eh verkaufen wollte. Nun haben meine Eltern den Kleinwagen bei einem HĂ€ndler in der NĂ€he gefunden und kommentieren das Ganze damit dass es doch so schade wĂ€re, dass wir den abgegeben haben. „Das war so ein tolles Auto und im Unterhalt so gĂŒnstig” „Du hast deine ganze MobilitĂ€t aufgegeben, da ihr nur noch ein Auto habt“ blablabla. Und ich hĂ€tte ja schließlich selbst Geld gespart, was man ja fĂŒr die Reparatur des neuen hĂ€tte nutzen können. FĂŒr mich wirkt das indirekt, als wĂŒrden sie denken, mein Mann sperrt mich zuhause ein, nimmt mir meine SelbsstĂ€ndigkeit etc. Dabei ist es unsere gemeinsame Entscheidung gewesen, nur ein Auto zu haben. Ich arbeite von zu Hause und brauche daher kein Autl und mein Mann kann theoretisch auch mal mit dem Rad zur Arbeit falls ich mit der Kleinen mal wohin muss. Ansonsten fahren hier auch Busse
 spreche ich bei meinen Eltern an, dass es UNSERE Entscheidung war, und sie sich nicht einmischen sollen, sind sie monatelang beleidigt, der Kontakt ist seltsam und dĂŒrftig. Ich verstehe das nicht. Ich bin doch erwachsen und selbststĂ€ndig. Sich da einzumischen finde ich erstens nervig und zweitens finde ich diese indirekten VorwĂŒrfe meinem Mann gegegenĂŒber Ă€ußerst unfreundlich. Mein Mann will nur das beste fĂŒr uns als Familie (hat extra seinen Job aufgegeben um zu studieren, um dann eine höhere Position und damit auch mehr Geld zu bekommen) und meine Eltern kommen mit solchen unterschwelligen VorwĂŒrfen?! Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Unser VerhĂ€ltnis war sonst immer sehr gut und ist jetzt leider eingefroren. Aber der Freund meiner Schwester ist ja ach so toll und die beiden haben es immer so sĂŒĂŸ in der Wohnung und so aufgerĂ€umt und strukturiert und unternehmen viel. Klar ist das Leben anders, wenn man sich wie die beiden nur am Wochenende sieht
 das macht mich alles wahnsinnig am liebsten wĂŒrde ich ihnen das ins Gesicht sagen, aber habe auch keine Lust auf diese angespannte Stimmung
 ein klĂ€rendes GesprĂ€ch wĂŒrde alles nur noch schlimmer machen


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Es wirkt ein bisschen so, als hĂ€tten sich deine Eltern von dir nich nicht so ganz abgenabelt. Hast du sie frĂŒher oft um Rat gefragt bzw generell oft ihren Rat befolgt? Ich vermute sowas, denn es scheint sie ja total zu wurmen, dass du dich nun nicht mehr mit ihnen sondern natĂŒrlich mit deinem Ehemann beratschlagst.
Ich persönlich glaube nicht, dass wirklich dein Mann das Problem ist an dieser Stelle sondern vielmehr, dass sie sich schwertun, ihr kleines MÀdchen loszulassen und eigenstÀndig sein zu lassen.
Ich kenne das, denn meine Schwiegereltern konnten auch zu Beginn unserer Ehe ĂŒberhaupt nicht gut haben, dass mein Mann sich abnabelte und Lebensfragen und Finanzen usw nun mit mir besprach und sie nicht mehr fragte.
Bei uns gab sich das mit der Zeit von allein...
Ich wĂŒrde aber an deiner Stelle wohl doch nochmal das GesprĂ€ch suchen zu deinen Eltern und ihnen freundlich aber bestimmt mitteilen, dass du nun erwachsen bist und deine eigenen Entscheidungen triffst GEMEINSAM mit deinem Mann, genauso wie sie selbst es als Ehepaar doch auch tun. Dass sie dir nun vertrauen mĂŒssen und auch darauf, dass sie dich gut erzogen haben.

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Danke dir! Ich hab mich gerade nochmal bei meiner Schwester ausgeheilt, die natĂŒrlich mittlerweile von meinen Beschwerden auch leicht genervt ist. Sie stört das Ganze auch sehr, aber Sie hat auch den Versachte, dass unsere Eltern nicht damit klarkommend, dass wir eigenstĂ€ndig werden. Sie hat wohl mal angekĂŒndigt, dass sie wenn sie mit ihrem Freund zusammenzieht, zu ihm zieht was 200km entfernt ist. Die Idee kam wohl auch nicht gut an. Ich denke, bei der nĂ€chsten Gelegenheit werde ich meine Eltern mal drauf ansprechen
 letztlich kann es ja nur so doof bleiben oder besser werden.

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Mhm schwierig. Bei meinen Geschwistern und mir haben uns unsere Eltern glaub ich auch erst Mitte Zwanzig als volle Erwachsene damals wahrgenommen. Und so ganz lÀsst man seine Kinder doch nie los.

Ich kann jetzt nur vermuten dass sie vielleicht noch nicht ganz loslassen können. Wenn sie jetzt einen aus ihrer Sicht Fehler sehen versuchen sie halt zu helfen und was zu sagen mag nervig auf dich wirken aber aus ihrer Sicht können sie halt auch nicht ohne. Versuch vielleicht zu ĂŒberlegen wie es dir bei deiner Tochter gehen wĂŒrde.

NatĂŒrlich gibt es einen Unterschied zwischen einmal was sagen bzw nachfragen und Alternativen bieten und dauernd damit nerven.

Eventuell könnte ein offenes GesprĂ€ch hier helfen? Am Besten nur du mit deinen Eltern. Falls es fĂŒr dich passt könntest du ja folgendes ungefĂ€hr einbauen: "Liebe Mama lieber Papa. Ihr habt mich ganz toll groß gezogen. Habt mir gelernt dass man Entscheidungen genau ĂŒberlegt und selbststĂ€ndig zu sein. In letzter Zeit hatte ich das GefĂŒhl dass ihr meine Entscheidungen dauernd hinterfragt. Ich glaube ihr tut es aus Liebe zu mir aber es belastet mich, weil ich damit das GefĂŒhl habe ihr hinterfragt mich. Bitte habt Vertrauen in mich. Ich bin ja nunmal eure Tochter und ihr habt mich ganz toll auf das Leben vorbereitet. Jetzt lasst es mich bitte auch leben. Und seid euch sicher, wenn ich einen Rat brauche im Leben oder Hilfe dann werde ich mich an euch wenden."

Vielleicht ĂŒberlegst du dir auch wann oder wie es fĂŒr dich in Ordnung wĂ€re dass sie dir sagen wenn sie das GefĂŒhl haben es lĂ€uft etwas falsch. Und sagst ihnen dass du auf diese Art und Weise es gerne von ihnen hören wĂŒrdest?

Toi Toi Toi

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Danke fĂŒr deinen Rat! Ich werde nochmal das GesprĂ€ch suchen. TatsĂ€chlich sind es keine RatschlĂ€ge mit Alternativen sondern eher VorwĂŒrfe/Seitenhiebe. Mein Mann meinte, dass sie vielleicht so sind, weil sie mich nicht mehr so oft sehen und ihm die Schuld geben. Dabei ist es ja normal, dass man als kleine Familie selbst was unternimmt und nicht mehr soo viel Zeit hat zu den eigenen Eltern zu fahren. Andererseits kommen die uns auch nicht besuchen bzw. wollen recht schnell wieder gehen, weil sie sich in unserer Wohnung nicht wohlfĂŒhlen
 🙃

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Das tut mir leid. VorwĂŒrfe und besonders Seitenhiebe hört niemand gerne.
Auch wenn ihr vermutet es zielt auf deinen Mann ab wĂŒrde ich persönlich versuchen von der Schiene weg zu kommen. Sie umlenken darauf dass sie dich und deine Entscheidungen ohne Seitenhiebe akzeptieren.
Nicht dass ihr euch auf deinen Mann versteift und einen Streit um ihn fĂŒhrt. Das kann man nĂ€mlich ewig so weiterfĂŒhren. Und im Grunde kann man solche Argumente auch schwer entkrĂ€ften.
"Wenn du deinem Mann hörig bist ist klar dass du sagst sie sollen sich nicht einmischen. Weil das will er ja damit er dir weiter sagen kann was du tun sollst."

Das eigentliche Problem ist ja dass sie dich nicht fĂŒr voll nehmen damit. Entweder indem sie deine Entscheidungen schlecht machen oder indem sie nicht glauben dass du ĂŒberhaupt eigene Entscheidungen triffst und dich damit als abhĂ€ngig von deinem Mann hinstellen. Versuche wie gesagt das Ganze auf die Eltern-Kind Ebene umzuleiten.

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Warum wissen deine Eltern denn ĂŒberhaupt so genau ĂŒber eure Finanzen und Investments Bescheid? Wer da wieviel erspartes wohin investiert? Das geht sie doch gar nichts an? 😅

Das mit dem Auto ist Pech. Deine Eltern meinten es sicher gut und freie WerkstĂ€tte sind tatsĂ€chlich meist besser, als VertragswerkstĂ€tte (höre da so viel öfter negatives leider; kenne auch durch meinen Mann sehr viele KFZ Mechatroniker 😊).

Wenn du die RatschlĂ€ge deiner Eltern nicht willst oder als ĂŒbergriffig empfindest, dann sag es! Wenn sie beleidigt sind, sitz es aus! Dann ist es so!

Du bist erwachsen, steh fĂŒr dich ein :)

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Also sie wissen nicht ganz genau Bescheid. Dass wir uns mit Aktien versuchen, wurde mal im GesprĂ€ch zum Thema. Allerdings reden wir da nicht ĂŒber die Höhe etc. Dass ich Geld gespart hĂ€tte, wissen sie, da sie als ich noch ein Kind war mein Sparbuch Verwalter haben 😅

Nun, mit den WerkstÀtten haben wir genau andersherum Erfahrungen gemacht.

Vielen Dank fĂŒr deinen Rat! Ich werde es demnĂ€chst mal ansprechen und ansonsten eben aussitzen. Das wird wohl das beste sein.

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Ich greife bei Einmischereien gerne zu folgenden Hilfsmittel: Anstatt mich in Diskussionen und Rechtfertigungen (die sowieso nicht akzeptiert werden) zu verfangen, spiele ich mit Gegenfragen den Ball sofort wieder zurĂŒck. Soll die Kritik Ă€ußernde Stelle sich doch erst einmal fĂŒr ihren Standpunkt rechtfertigen.

Gute Methode um den GegenĂŒber entweder die eigenen Logiklöcher vor Augen zu fĂŒhren, oder das eigentliche Problem an die OberflĂ€che zu kitzeln.
Einfach immer die Aussage als Frage wiederholen, ab und an ein paar Tatsachen einstreuen und die nÀchste Frage dranhÀngen.

Eltern: "So gibst du deine MobilitÀt auf!"
Du: "Wieso gebe ich da meine MobilitÀt auf?"
Eltern: "Da kommst du doch nicht mehr zu Hause weg."
Du: "Indem ich mit dem Bus fahre? Oder wieso geht das nicht?"
Eltern: "Ähhhhhh, weil das nicht das Gleiche ist."
Du: "Wieso nicht?"

Usw, usw. Irgendwann kommt dann von den Eltern entweder nur noch ein "Ă€hhhhh", oder das eigentliche Problem ans Tageslicht.


Was das Auto angeht: Hattet ihr da keine GewĂ€hrleistung mehr drauf, oder wieso findet man sich da mit einem Motorschaden ab, anstatt die Karre zurĂŒck zu geben?

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Hmm könnte man so tatsÀchlich versuchen, danke :)

Das Auto war ein Privatkauf. Daher keine GewĂ€hrleistung
 der Vorbesitzer hat Mist bei der Wartung gebaut. Kurz vor dem Verkauf an uns war er noch in der Werkstatt, hat aber nur das nach außen sichtbare machen lassen. #augen

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Du hast auch bei einem privat gekauften GewÀhrleistung.
*GewÀhrleistungsrechte nach Autokauf auch bei privatem VerkÀufer. GrundsÀtzlich stehen Ihnen als KÀufer eines Autos nach dem deutschen Kaufrecht 2 Jahre nach Kauf GewÀhrleistungsrechte zu. Es ist dabei unerheblich, ob das Auto von einem privaten oder gewerblichen VerkÀufer erworben wird.*

Schade das ihr euch da nicht richtig informiert habt , das war viel Geld .

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Einmischen kann man sich nur wenn man von etwas weiß.
Also erzÀhl ihnen nichts.

Und wenn sie eingeschnappt sind, dann sind sie es eben.
Davor wĂŒrde ich ihnen aber noch sagen, dass ihr, also du und dein Mann, eure eigenen Erfahrungen machen werdet.
Oder hĂ€tte es deinen Eltern gefallen, wenn sich ihre Eltern ĂŒberall eingemischt hĂ€tten? Wie hĂ€tten oder haben sie das empfunden? Haben sie jeden Ratschlag angenommen? Waren sie vielleicht sogar genervt? Bohr mal nach.
Oft hilft die Selbsterkenntnis.

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"spreche ich bei meinen Eltern an, dass es UNSERE Entscheidung war, und sie sich nicht einmischen sollen, sind sie monatelang beleidigt, der Kontakt ist seltsam und dĂŒrftig."

Das musst du aushalten. Ist halt emotionale Erpressung, das einzige was man machen kann: Ignorieren. Manchmal wird es sogar besser. Bei meiner Schwiegermutter hat es irgendwann funktioniert, bei meiner Mutter leider nicht.

"Aber der Freund meiner Schwester ist ja ach so toll und die beiden haben es immer so sĂŒĂŸ in der Wohnung und so aufgerĂ€umt und strukturiert und unternehmen viel."

Suvh gabz perfide und typisch. Vergleiche dich und dein Leben nicht, dass deine Mutter es macht ist schlimm genug.

"das macht mich alles wahnsinnig am liebsten wĂŒrde ich ihnen das ins Gesicht sagen, aber habe auch keine Lust auf diese angespannte Stimmung
 ein klĂ€rendes GesprĂ€ch wĂŒrde alles nur noch schlimmer machen
"

Glaube mir da gibt es keinen "angenehmen" Ausweg, aber auch keinen garantierten Weg der funktioniert.
Ich persönlich war bei meiner Schwiegermutter lange kosnequent und irgendwann habe ich auf den Tisch gehauen... TatsĂ€chlich ist es seitdem besser, schon seit mehreren Jahre ist das VerhĂ€ltnis distanziert, aber doch respektvoll. Bei meiner mutter habe ich soooooo viele klĂ€rende GesprĂ€che gehabt, keine Einsicht nichts. Ich habe es akzeptiert und mich zurĂŒckgezogen.