Wie mit psychischer Erkrankung von Mutter umgehen?

Hallo liebe Community,
ich war immer nur stille Mitleserin, aber ich würde gerne mal die Meinung von Außenstehenden hören.. es geht um die Beziehung zu meiner Mutter, seit ich denken kann hat sie mit angststörungen zu kämpfen, bis ich etwa 10 Jahre alt war zusätzlich auch mkt einem massiven Alkoholproblem, dementsprechend war meine Kindheit nicht das, was man unter schön versteht. Sie hat sich trotz ihrer Erkrankung immer große Mühe gegeben und mein Vater hat es jederzeit versucht bestmöglich zu kompensieren aber ich bin einfach nur sauer und kann ihr Verhalten auch rückblickend absolut nicht verstehen.
Nun habe ich seit einem halben Jahr selbst eine kleine Tochter und merke wie mich dieses Thema immer mehr belastet. Sie ist nicht dazu fähig ohne meinen Vater zu uns zu kommen, geschweige denn zugesicherte Unternehmungen wirklich durchzuziehen, ernstere Gespräche sind kaum möglich da sie aufgrund ihres Alkoholproblems rückwirkend Schäden hat und alles mögliche direkt vergisst. Mich macht dieses Verhalten so verrückt, oft frage ich mich ob icj nicht besser klarkäme wenn einfach kein Kontakt bestehen würde, Wichtig ist sie mir aber natürlich trotz allem trotzdem. Ich wünsche mir für meine Tochter einfach eine Oma die Unternehmungen machen kann, das was sie mit mir nie machen konnte.
Seit ich denken kann haben ihr sämtliche Leute Hilfe angeboten, sie nimmt es nicht an und sieht ihr Problem nicht ein, sie versucht oft ihre Problematik auf meinen Vater zu schieben, erfindet ausreden um nicht kommen zu können (zb. Mein Vater wäre zu müde) usw.

Ich weiß eigentlich gar nicht was ich hören möchte, wahrscheinlich musste ich einfach mal einen Frust loswerden. Und das ärgert mich zusätzlich, ich will einfach das Glück mit meiner kleinen Familie genießen und kann das kaum weil mir dieses Thema ständig im Nacken sitzt.

Liebe Grüße

1

Ich kann deinen Frust verstehen. Ändern wirst du es nicht können, leider.
Die Mutter einer damaligen Bekannten zum Beispiel hat ihre Wohnung gar nicht mehr verlassen. Der Rest der Familie hatte, so weit es ging ein "normales Leben", sie regelte alles vom Küchentisch aus. Eine herzensgute Frau, nur sobald sie rausging bekam sie Panik.
Mein Schwiegervater ist auch nicht der Opa, den ich gerne für meine Kinder hätte. Seine Depressionen waren schon Trennungsgrund, als mein Mann ein Kleinkind war. Er reagiert nicht auf Einladungen oder sagt kurzfristig ab. Auf die Frage "Wie geht es dir?" braucht er 9 Tage um zu antworten, weil er nicht weiß was er sagen soll. Das versetzt ihn in Stress. Er kann keine Verantwortung übernehmen, erkennt Emotionen nicht und hat ein paar sehr schräge Verhaltensweisen mit ausgeprägtem Helfersyndrom. Es macht einen wahnsinnig, so anstrengend ist das.
Du kannst eigentlich nur annehmen was kommt. Verlassen kannst du dich eh auf nichts. Die Oma die du dir wünschst wird sie nie werden. Wenn es dir zuviel wird, zieh dich ruhig ne Weile zurück. Das ist für einen selbst ja auch belastend und man muss nicht alles tragen können, was andere einem auf die Schultern legen.
Wie ist das Verhältnis zu deinen Schwiegereltern? Hat dein Kind in ihnen verlässliche Bezugspersonen?
Jeder so wie er will und manch einer halt nur so wie er kann. Wir können es nicht ändern. Also schauen was vom Gegenüber kommt und dann entscheiden ob und wie man damit umgehen kann. Kann man das mal nicht, dann ist das auch in Ordnung.
Mein Schwiegervater will sich seit Monaten bei mir entschuldigen, hat er zumindest zu meinem Mann gesagt. Gekommen ist bisher nichts. Gratuliere ich ihm zum Geburtstag, bekomme ich wieder keine Antwort. Er weiß, das was schief gelaufen ist, schafft es aber nicht sich zu rühren. Ist ihm zu unangenehm. Ich lebe mein Leben weiter. Wenn er sich rühren sollte, schaue ich wie es wird, aber ich plane ihn nirgends ein und er ist nicht alleine mit unserer Tochter.
Ein normales Miteinander ist nicht möglich, also schau für dich was für dich akzeptabel ist und was nicht. Es ist auch wichtig das es DIR gut geht.

6

Danke für deine Antwort, ähnlich ist es bei meiner Mutter auch. Innerhalb ihrer vier Wände ist alles in Ordnung und es „klappt“ gut.. aber das ist ja auch nicht das echte Leben meiner Ansicht nach.. bzw. Nicht das wie ich es mir für ein Kind, früher ich,jetzt meine Tochter, vorstelle..
Leider ist die Mutter meines Freundes schon verstorben, was auch ein Grund ist weshalb ich mir das von meiner Mutter so sehr erhoffe..

7

Das tut mir sehr leid.
Unsere Kinder haben nur noch meine Schwiegermutter und ihren Mann als Großeltern. Von meiner Seite gibt es leider auch niemanden mehr.
Ich weiß nichtmal wo mein Schwiegervater wohnt. Er windet sich seit 3 Jahren da raus. Es wäre "nicht nötig" zu kommen. Alles was mit seiner Familienseite zusammenhängt blockt er ab. Ich kenne weder den Onkel meines Mannes, noch hat meine Tochter ihre Urgroßeltern kennengelernt als die noch lebten, klebt mir hier aber so am Hacken, das er mir und der Kleinen sogar ins Bad hinterherrennt und ins Schlafzimmer, wenn ich ihn lassen würde. Für mich besteht ein großes Ungleichgewicht. Er fordert hier alles, auf der anderen Seite gibt er von sich nichts Preis. Mein Mann hat ihn an unserer Hochzeit nach 10 Jahren zum ersten Mal wiedergesehen. Er hat uns auch verschwiegen das er immer noch verheiratet ist. Inzwischen ist er geschieden. Er hat diesen Schritt 25 Jahre (!!!) vor sich hergeschoben.
Und man darf nichts sagen, dann macht er sofort wieder dicht. Kannst dir denken, dass das alles andere als leicht ist. Er ist so anhänglich, dass er mich, als er WhatsApp neu hatte 1,5 Jahre mit Nachrichten zugeballert hat, gerne auch bis Mitternacht. Er wollte alles, ohne sehen zu wollen das ich nicht SEINE Frau, sondern die seines Sohnes bin. Irgendwann habe ich Grenzen gezogen, nach dem X-ten Streit mit meinem Mann, der immer Welpenschutz für seinen Vater möchte, aber bei mir lagen die Nerven blank. Seitdem versteckt er sich vor mir. Er "vergisst" sogar wann Weihnachten ist und das er Urlaub hat. Das fällt ihm vier Tage vor Urlaubsende ein, das er nun schon 2,5 Wochen zu Hause ist.
Eine Freundin, die die ganze Geschichte kennt sagte mir mal, sie kenne niemanden, der sich SO sehr um jemanden bemüht hat wie ich. Ich habe alles versucht, vieles geschluckt. Immer versucht es ihm recht zu machen, bis ich selbst auf dem Zahnfleisch ging, weil er die Grenzen anderer nicht sehen will. Er fordert so viel Aufmerksamkeit und Anerkennung ein, so viel kann ihm niemand geben. Er ist wie ein Schwamm auf den du Wasser kippst. Es reicht nie.
Es ist so schwer jemanden in der Familie zu haben der so ist. Für ihn ist es auch nicht leicht nicht aus seiner Haut zu kommen, aber wie kann man miteinander umgehen so daß es für beide Seiten passt? Das geht dir ja auch so. Man nimmt so viel Rücksicht, wünscht sich aber, dass auch mal Rücksicht auf einen selbst genommen wird. Sagt man was, ist es falsch, zieht man Grenzen ist es falsch.
Ich denke, irgendwann hilft nur eine gesunde Portion Egoismus. Sonst geht man dran kaputt. Er tut so, als wäre mit ihm alles gut, aber DAS kann niemand übersehen, beim besten Willen nicht.
Wie geht dein Vater damit um? Ist das für ihn über die Jahre normal geworden? Kann er als Opa auffangen, was sie euch nicht geben kann?
Wenn sie euch besuchen, könnt ihr mal zusammen spazieren gehen oder seid ihr nur in deiner Wohnung?

weiteren Kommentar laden
2

Das ist eine unglückselige Situation und da lässt sich nichts leichtfertig raten.
Ich hab ne Therapie gemacht, weil ich aus ner Familie kommen, wo sich zwei Familienmitglieder von jeher weigern, Verantwortung für ihre "Macken" zu übernehmen und an ihren Neurosen und an ihrem Suchtverhalten zu arbeiten.
Vermutlich hast du auch von Kindesbeinen an so wie dein Vater Verantwortung für deine Mama übernommen und man ist ja als Kind leider Gottes in Liebe gebunden und bleibt das irgendwie auch.

Ich musste das alles aufarbeiten, vor allem wer welche Rolle in unserer Familie übernommen hat und wie traurig ich bin, keine unbeschwerte Kindheit gehabt zu haben. Erst dann konnte ich emotional einen Haken dahinter machen. Ich habe mich gegen den Kontaktabbruch entschieden, aber ich habe keine Erwartungen mehr. Meine Mischpoke wird so bleiben wie sie ist... aber das tut mir nicht mehr weh und ich hab da ne emotionale Distanz zu...

Zwischenzeitlich bin ich aber gewaltig auf Abstand gegangen...

Viel Glück dir. Ändern wird sich deine Mutter nicht mehr, zumindest nicht, so lange dein Papa kompensiert. Und du schreibst ja selbst: die alkohol bedingten Schäden sind irreversibel...

Und dass das hochkommt, seitdem du Mutter bist, finde ich total nachvollziehbar. Du spürst vermutlich gerade, was du alles für dein Kind machen würdest und fragst dich, wieso deine Mutter nicht die Kraft hatte, für dich zu funktionieren.

9

Ja wahrscheinlich würde es mir auch helfen, die Sache mal professionell anzugehen bzw. Aufzuarbeiten..
danke für deine Antwort 😊

3

Wie geht es dir denn mit dem Umgang deiner Mutter? Belastet er dich? Du hast das gute Recht, hier einfach den Kontakt abzubrechen.
Bei meiner Mutter waren die Umstände etwas anders, von der "Schmerzhaftigkeit" aber etwas vergleichbar. Über die genauen Gründe kann ich bis heute nicht sprechen, es ist alles extrem belastend. Dennoch muss ich sagen, dass der Kontaktabbruch, da klare Definieren meiner Grenzen, mir selbst geholfen hat, selbst psychisch mich nicht runtergehen zu lassen und eine gute Mutter für mein eigenes Kind zu sein. Ich verstehe trotzdem oder gerade deswegen deinen Schmerz sehr. Aber manche Menschen schaden mehr als sie nutzen und wenn es die eigene Mutter ist ist das einfach nur grausam, aber du bist nicht die einzige und nicht die letzte die so etwas erleben muss.

Meine Mutter wird mir übrigens trotz allem für immer wichtig sein, sie hat definitiv ihre tollen Seiten und ich hatte auch eine weitgehend schöne Kindheit. Aber mein Sohn und ich selbst sind mir wichtiger, zumal ich sie auch zumindest die letzten Jahre nur noch vor der Fassade interessiert habe, in Real aber kein Interesse bestand.

11

Es gibt Phasen da ist es ok für mich aber momentan ist es einfach sehr extrem mit ihren Ängsten.. dementsprechend mache ich mir gerade viele Gedanken.. seit meine Tochter da ist noch mehr als vorher.. es ist schon immer so, dass ich mich für ihr „Glück“ verantwortlich fühle, wollte sie an Feiertagen nicht mit zu Verwandten war meine Laune auch entsprechend, wegen dieser Vergesslichkeit ist es mir oft sehr unangenehm sie neuen Freunden oder auch zb der Familie meines Freundes vorzustellen.. es ist einfach sehr belastend und ich glaube auch nicht, dass sich diese Situation irgendwann wieder ändern wird.. wahrscheinlich ist hinnehmen und akzeptieren meinerseits wirklich die einzige Möglichkeit
Danke für deine Antwort :)

4

Hallo,
Ich bin selbst Angstpatientin und Mutter.
Und glaube mir: wer nie Ängste erlebt hat oder nicht weiss wie sich das anfühlt, kann auch das Verhalten der/des Betroffenen nicht verstehen. Wirklich nicht. Man kann es nur verstehen, wenn man selbst weiss wie es ist Ängste zu haben.

So wie mit allem, man kann nur Dinge wirklich verstehen, wenn man es schonmal durchgemacht hat.

Oder wie geht dieser Spruch:“ Verurteile niemand, wenn Du nicht in seinen Schuhen gelaufen bist“

Alles Gute
N.

5

Da hast du wahrscheinlich recht, mich würde interessieren wie deine Kinder damit umgehen ? Habt ihr ein normales Verhältnis?

10

Ich habe Erfahrung mit Angststörungen, sowohl selber als auch im familiären Umfeld und ich kann verstehen, dass du wütend bist und einer normalen Kindheit hinterhertrauerst. Das kann ich wirklich.

Was ich jedoch nicht verstehe, ist, dass du nach wie vor so hohe Erwartungen an deine Mutter hast - ja, hoch. Für andere mag das, was du dir wünschst, vollkommen normal sein, aber für deine Mutter ist das ein unbezwingbarer Berg, den zu erklimmen ihr schier unmöglich scheint. Sie konnte und kann deine Erwartungen nicht erfüllen. Damit wirst du dich abfinden müssen.
Das macht sie nicht mutwillig, sondern weil sie krank ist und das schon sehr, sehr lange. Da kommt man nicht mehr so einfach raus, nur weil andere das einfach anders machen oder nun ein Enkelkind da ist.

Entweder du liebst deine Mutter und den Kontakt zu ihr um ihrer selbst willen oder du kannst deine Erwartungen nicht ablegen und quälst dich so immer wieder aufs Neue. Wenn die Aufarbeitung deiner Kindheit nicht funktioniert und du dich daran aufreibst, wird der Kontakt immer wieder für schwelende Wunden sorgen.

Es gibt meiner Meinung nach nur zwei Wege, wodurch der Kontakt funktionieren kann:
1. Beide arbeiten (therapeutisch) an sich. Du an der Verarbeitung deiner Kindheit und der Last, die du als direkte Angehörige trägst. Sie durch einen Entzug und die Aufarbeitung ihrer Angst.
2. Ihr akzeptiert einander und die Umstände und passt eure Erwartungen an diese Umstände an.

Wenn beides nicht geht, ist es in meinen Augen besser loszulassen.

12

Ich weiß es ehrlich gesagt selbst nicht, wieso ich diese Erwartungen immernoch habe.. vielleicht weil ich es bei anderen so oft sehe wie es sein könnte, keine Ahnung.. eigentlich ist es wirklich naiv.. sie gibt halt oft leere Versprechungen ab, was es nicht einfacher macht, wenn man dann wieder enttäuscht wird und man jedes Mal aufs Neue mit dieser Situation konfrontiert wird bzw. Es einem vor Augen geführt wird

13

Deine Mutter ist ernsthaft krank und deine Wünsche/Erwartungen werden sich wohl leider nicht erfüllen. Sie hat es bei dir nicht geschafft und wieso sollte sie es nun beim Enkel schaffen?
Sie kann nur sich selbst retten und wenn bereits hirnorganische Schäden zurückgeblieben sind, erschwert das die Sache natürlich. Nichtsdestotrotz ist es eine Krankheit. Sie KANN einfach nicht. Sie wird nicht die Oma sein, der man das Kind für Unternehmungen anvertrauen kann.
Es ist traurig, aber es ist auch realistisch.

Wenn dir das Ganze nicht guttut, kannst du nur Selbstschutz betreiben. Du könntest dich bei der Suchtberatungsstelle beraten lassen, wenn sie dir wichtig ist oder zB den Kontakt Abbrechen mit dem Hinweis, dass sie sich gern melden kann, wenn sie aktiv an ihrer Problematik arbeitet bzw. gearbeitet hat. Inwiefern sie kognitiv noch für eine Behandlung fähig ist, weiß ich natürlich nicht.

14

Ich weiß nicht ob das falsch rüberkam, sie ist seit über 15 Jahren trocken aber die Schäden bzw. diese sehr ausgeprägte Vergesslichkeit ist eben geblieben.. nein, ich würde meine Tochter auch nicht ohne dass mein Vater anwesend ist dort lassen, allein schon weil sie nicht mal Auto fahren würde falls etwas passieren würde!
Ja es war wohl naiv zu denken, sie würde es jetzt schaffen „nur“ weil jetzt ein Baby da ist..

15

Deine Mama ist krank. Suchtkrank. Da kann man Hilfe anbieten wie man will, es wird aus diesem Loch erst raus gehen wenn man es wirklich selber will und jeden Tag hart dran arbeitet. Das… schaffen die meisten nicht. Deine Mama wird das nicht mehr… bei deiner Mama war es so lange und so ausgeprägt das sie sich - entschuldige meine direkte Aussprache - das Hirn kaputt gesoffen hat. Im Sinne des Wortes.

Sie macht was geht. Es ging damals als du sie gebraucht hättest nicht was nötig gewesen wäre und es geht jetzt nicht was du dir für Dein Kind wünschst. Das soll keine Entschuldigung für sie sein. Sondern eine andere Sichtweise für dich. Die Krankheit ist der Ziegenfuß.

Es ist fast normal, dass man sich mit den Verhältnissen daheim auseinander setzt wenn man selber Kinder bekommt. Und bei Familien wie der deinen und der meinen kommt da oft Wut mit hoch. Und Trauer. Um die Mutter die du nie hattest aber gebraucht hättest, die Oma die sie sein könnte, aber aufgrund ihrer Krankheit nie sein wird. Ggf hilft es dir sie im Kopf abzuspalten. Da gibt es deine Mutter. Die im Rahmen ihrer Möglichkeiten macht was geht. Und die Krankheit, der Bremsschuh…

Mein Vater hat sich tot gesoffen und weder meinen Mann noch meine Kinder kennenlernen können. Der Vater der er hätte sein können hat mir SEHR gefehlt als mein Sohn zur Welt kam und wäre er nicht schon tot gewesen ich hätte ihn nachträglich dafür erwürgen können dass er sich um dieses gemeinsame Abenteuer der neuen Generation beim wachsen zuzuschauen gebracht hat. Der Preis für den Suff war so unfassbar hoch. Die Krankheit war stärker als er…. Viel stärker.
Ich habe bestimmte Dinge mit meinen Kindern gemacht, von denen ich weiss dass mein Vater sie gemacht oder seine Freude dran gehabt hätte, Beispiel: die Möbel selbst gebaut. Hat mir geholfen es für mich zu „lösen“. Vielleicht geht das auch bei dir? Den Lieblingskuchen deiner Kindheit mit den Kids backen zB.

18

Das tut mir sehr sehr leid für dich.. danke für deine Antwort.. das ist schön, dass du einen Weg gefunden hast so gut es geht damit umzugehen.. mir wird es ganz schlecht wenn ich mich in diese Situation reindenke, bei meiner Mutter war es auch sehr sehr knapp und bei dem Gedanken an diese Zeit bin ich so so wütend..

Momentan mache ich ehr das Gegenteil, meine Tochter ist aber ja auch noch so klein, ich habe fast ein schlechtes Gewissen wenn ich mal einen Tag nichts großes mit ihr mache, obwohl das in dem Alter noch totaler Quatsch ist, habe mich in vielen Kursen mit ihr angemeldet, weil ich ständig vor Augen habe wie viele Sachen ich als Kind gerne gemacht hätte aber allein aus organisatorischen Gründen ( wie hingefahren werden) nicht machen konnte..

16

„ ernstere Gespräche sind kaum möglich da sie aufgrund ihres Alkoholproblems rückwirkend Schäden hat und alles mögliche direkt vergisst„


Korsakow Syndrom?

17

Ja.. nicht diagnostiziert aber gehe ich sehe stark von aus (bin selbst Krankenschwester, was es nicht unbedingt einfacher macht die Sache ruhen zu lassen)

19

Meine Mutter hatte ähnliche Probleme (sie lebt nicht mehr), aber noch um einiges schlimmer. Sie ist die letzten 30 oder 35 Jahre ihres Lebens nicht mehr aus dem Haus gegangen. Oder höchstens in den Garten. Aus dem Grund kam sie auch nicht zu meiner Hochzeit. Und sie hat nie zugegeben psychische Probleme zu haben - da hat sie dann entweder körperliche Beschwerden vorgegeben oder einfach gemeint, es sei ja nicht so wichtig. Nach der Geburt meines ersten Kindes kam sie aber ins Krankenhaus (obwohl sie erst noch gehofft hat dass "es schief geht"). Da war sie dann wohl doch neugierig.

Du sagst, deine Mutter hat sich doch grosse Mühe gegeben. Das ist ja immer schwer zu beurteilen. Aber du findest ja selbst dass das so ist. Damit hatte ich immer ein Problem - abschätzen zu können, ob sie wirklich nicht anders kann, oder ob es ihr nicht wichtig genug ist. Wenn du nicht gerade schlimme Erinnerungen hast aus deiner Kindheit, sondern deine Mutter halt "nur" ihre Begrenzungen hat - da wäre es für mich noch weit bis zum Kontaktabbruch. Aber das ist ja auch individuell verschieden. Bei meiner Mutter hätte ich vielleicht den Kontakt abbrechen sollen, weil da viele Dinge passiert sind. Aber als ich dann ein Kind hatte - da will man dem Kind nicht die Oma nehmen. Das Problem mit meiner Mutter war einerseits ihre manipulative Art und dass sie sich in alles hineinmischte, und auch ihre Aggressivität. Dass sie nie irgendwo hin mitkam - das hab ich dann nach so vielen Jahren hingenommen. Ich hab einfach nicht mehr damit gerechnet, Aktivitäten wurden ohne sie geplant und fertig. Meine Kinder haben da auch kaum nachgefragt, das war einfach so.

Das Problem für dich ist ja eigentlich nicht, dass es so ist, sondern eher dass es dich fuchst und du es nicht akzeptieren kannst. Ich glaube, du wirst viel mehr Ruhe und Zufriedenheit haben, wenn du es schaffst, das Ganze als etwas zu sehen, dass nicht deine Verantwortung ist. Es ist IHR Problem. Sicher, es ist total blöd, aber es ist ihr Leben. Und man kann drumherum planen, ohne dass es euch grosse Probleme macht (glaube ich. Es sei denn sie macht Probleme damit, die mir nicht bewusst sind). Natürlich, wenn du akzeptierst, dass es so ist - das ist so als ob man das Ganze auch noch unterstützt. Aber man kann ja nicht ewig die Möglichkeit, dass sich das doch noch mal ändert, einkalkulieren und versuchen eine Änderung zu bewirken. Und du solltest nicht die Verantwortung übernehmen. Das tun Kinder von solchen Eltern nämlich. Und das ist nicht gut für dich. Wahrscheinlich ist gerade dieses Gefühl jetzt bei dir hochgekommen. Aber ich glaube, du musst nicht unbedingt den Kontakt abbrechen - du musst nur aufhören, dich verantwortlich zu fühlen und zu denken, dass du da mithelfen musst, das zu ändern.