Mit den Gedanken oft in der Vergangenheit

Ich haben zwei Söhne. 3 Jahre und 6 Monate.
Ich merke, dass es mir oft schwer fällt mit den Gedanken im hier und jetzt zu sein. Ich denke dabei häufig über die Babyzeit von meinem großen Sohn nach. Insbesondere über Sachen die ich heute anders machen würde. Dabei handelt es sich jedoch meist lediglich um eigentlich unwichtige Dinge wie die Sachen die ich für ihn gekauft habe oder ähnliches. Es kommt immer wieder der Gedanke, warum ich es damals nicht so gemacht oder entschieden habe.

Am meisten belastet mich, dass es so gut wie keine Bilder von mir und ihm als neugeborenen gibt. Wir haben damals ein shooting machen lassen, wobei jedoch nur Bilder von ihm alleine gemacht wurden. Warum ich damals nicht auf gemeinsame Bilder bestanden habe, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Auch im privaten Bereich ist es mir damals einfach nicht aufgefallen. Immer wenn ich im Internet schöne Bilder von Müttern mit ihren neugeborenen sehen, hinterlässt es ein kleinen Stich in meinem Herzen. Ich habe es bis heute nicht geschafft, ein Fotoalbum zu erstellen, weil ich es vermeiden mir die Bilder von damals anzuschauen.
Ich weiß natürlich, dass es bei weitem schlimmere Probleme gibt und ich die Zeit nicht zurück drehen kann, jedoch merke ich, dass es mich belastet.
Selbst mein Sohn fragt schon nach Bildern von ihm als Baby mit mir. Jedesmal muss ich ihm sagen, dass es keine gibt was mich einfach traurig macht.

Vielleicht habt ihr einen Tipp für mich, wie ich zukünftig mit den unangenehmen Gefühlen umgehen kann.

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Von mir selbst gibt es nur wenige Baby-und Kinderfotos. Aber die paar, die es gibt reichen völlig. Sie werden wie ein Schatz gehütet. Ich finde es sogar viel besonderer als die Flut an Fotos die heute dank Smartphone möglich ist.

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Hier könnten Achtsamkeitsübungen, Meditation und Dankbarkeit helfen.

Alles Gute für Dich

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"Am meisten belastet mich, dass es so gut wie keine Bilder von mir und ihm als neugeborenen gibt." - Erster Gedanke: Du Glückliche. Dann muss ja wohl alles absolut perfekt gelaufen sein wenn das die größte Sorge ist.

" Immer wenn ich im Internet schöne Bilder von Müttern mit ihren neugeborenen sehen, hinterlässt es ein kleinen Stich in meinem Herzen." - Ich glaube eher das ist das Problem. Weil du es von anderen kennst fehlt es dir bzw. du hast das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben.

Hast du nicht. Hör auf dich mit anderen zu vergleichen, es gibt keinen Zwang der sagt, man muss Photos von sich und seinem Kind machen. Hast du halt nicht. Die Erinnerung hast du doch trotzdem. Von mir gibt es auch kaum Kinderphotos (weder mit noch ohne Eltern). Stört mich nicht. Leztendlich ist das doch nur der aktuelle Zeitgeist dass man denkt alles müsste ständig und immer photographiert werden. Nope, muss es nicht.

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Hallo,

dass du zwischen den beiden Söhnen so viel Vergleiche ziehst verstehe ich, ging mir auch so als mein zweiter Sohn kam.

Bei uns ist es eher umgekehrt. Beim großen Sohn haben wir ein Fotoshooting gemacht mit Mama und Papa wirklich zuckersüß. Allen Verwandten geschickt usw.

Tja der kleine kam leider zu einer Zeit in der wegen Corona vieles nicht möglich war, auch finanziell. Mein Mann hatte damals in der Gastronomie gearbeitet, sein Arbeitgeber insolvent geworden.

Mir tut es auch sehr leid für den kleinen aber ich kann es nicht ändern. Ich habe für beide Kinder Alben angelegt, mir dem was ich habe. So alle 3,4 Monate Drucke ich die Bilder aus und fülle die Alben, das es nicht zu viel auf einmal ist.

Was ich sehr schön finde ist das Buch "was wir an dir lieben. Die Geschichte seines Lebens". Da füllt man für jedes Lebensjahr drei Seiten aus von der Geburt bis zum 18. Es braucht auch nicht viele Bilder und dein großer ist noch nicht so alt, dass man das noch gut nachträglich machen kann. Ich find's sehr persönlich und mit ganz viel Liebe und Erinnerung gefüllt.

Hier Mal der Link falls das was für dich wäre https://amzn.eu/d/dG2NFLq

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Vielen Dank für die Empfehlung.
Ist schon im Einkaufswagen😉

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Sehr gerne doch. Ich weiß wie schwer es sein kann alles in Erinnerung zu behalten, vor allem mit zwei noch so kleinen Kindern aber die paar Seiten schafft man in einem Jahr auszufüllen. Ich hoffe meine Jungs erfreuen sich Mal daran und wenn nicht, bewahre ich es gerne für sie auf ☺️

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Hast du eine Hebamme? Dann sprich unbedingt mit ihr drüber!

Ich denke, Elternschaft ist ein Prozess, bei dem man stetig lernt. Und das ist völlig ok! Ich erwarte Kind 2 und ja, ich möchte einige Dinge anders machen als bei Motte. Mal gucken, ob es klappt 😂 dabei haben sie sich damals bei Motte nicht „falsch“ angefühlt. Aber man reflektiert ja immer, was was gutes ist.

Ich empfand das Babyjahr als ätzend. Wenn ich aber die Bilder angucke, denke ich „wow es war ja doch total schön“. Ich hab eher Angst, dass ich mir das selbst zu schön rede 😂 Fotoalbum hab ich trotzdem bis heute keins fertig 😂😂

Also sei nicht so streng mit dir, vieles ist ja völlig normal. Wenn’s dich arg belastet, solltest du aber drüber reden 😊

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Die Frage ist auch, warum du dich damals so entschieden hast?

Ich für mich habe gelernt:
ich habe mich bewusst entschieden und entscheide mich bewusst.

Im heute würde ich manches anders machen. Im Heute habe ich andere Erfahrungen, andere Möglichkeiten, anderes Wissen.
Daher gestehe ich mir zu, dass ich diese Erfahrungen, diese Möglichkeiten, dieses Wissen "damals" noch nicht hatte.

Wenn mich mein Kind fragt, warum ....
dann kann ich sagen, weil ich mich damals so entschieden habe. Weil ich es damals noch nicht wusste. Weil ich daraus gelernt habe. Weil ich damals noch nicht die Möglichkeit hatte.

Zu den Bildern: weil ich mich damals nicht auf Bildern sehen mochte und heute auch noch nicht. Ich mache es vereinzelt, weil ich heute die Erfahrung habe, dass ich bei keinen etwas vermisse; aber auch weiß: wenn ich welche habe, finde ich mich meistens schrecklich drauf (im Spiegel kann ich mich ansehen. Vermutlich liegt es daran, dass Fotos ja nicht spiegelverkehrt sind - und wenn doch, dann sehen die anderen darauf "falsch" aus)