Kontakt abbrechen?

Hallo,

in diesem Jahr ist bei mir recht viel zusammen gekommen: Schwiegervater ist länger nicht auf dem Koma aufgewacht (dann doch), Großeltern dement geworden, Family deswegen ausgeflippt, Oma gestorben, selbst Kind verloren...
Jetzt bin ich Gott sei Dank wieder schwanger in der 24. SSW.

Mein Hauptproblem ist leider die Familie: meine Mutter und Tante stressen mich enorm. Sie sind dominant, interessieren sich nicht für meine Meinung, reagieren auf die nettesten Kommunikationsversuche meinerseits verachtend und vorwurfsvoll. Mir tut das voll weh und es hilft auch nicht, dass sie genau während meiner Schwangerschaft so den Vogel abschießen. Ich weiß, für ein Feedback, müsste ich alles noch genauer beschreiben.

Meine Frage wäre jedoch: Ich ziehe so etwas sonst nicht in Erwägung, aber der Stress wegen diesen Menschen nimmt Überhand.
Hat jm. von euch Erfahrung mit Kontaktabbruch zur Familie? Wenn ja, habt ihr Tipps? Ich denke momentan darüber nach.
Vielen Dank im Voraus!

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Hallo Selma,
ja, wie du schon richtig vermutest ist es schwierig zu antworten ohne nähere Informationen - aber okay, das wäre es wahrscheinlich sowieso. Mein erster Gedanke beim Lesen: Pause, unbedingt. Dass muß kein grundsätzlicher und kompletter Kontaktabbruch für immer sein. Wenn es jetzt für dich der Moment ist, in dem du keinen Kontakt willst, dann zieh das durch. Heißt ja nicht, dass in ein paar Monaten oder Jahren ein Neuanfang möglich ist und auch gut werden kann.
Erfahrungen? Meine Schwiegermutter hat vor 20 Jahren den Kontakt zu uns abgebrochen. Lange Vorgeschichte, ich hatte sicher auch einen Anteil dran, mein Mann ist ihr einziges Kind, unsere Kinder hatten bis zu diesem Moment ein sehr enges Verhältnis zur Oma, alle Klärungsversuche meinerseits sind in den Jahren danach gescheitert. Ab und zu kommt alles hoch. Wir leben nicht bei "wünsch dir was", sondern bei "so isses". Nach wie vor kein Kontakt.
Alles Gute dir!

Bearbeitet von momsche
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Hey!

Ist es möglich, den Kontakt zu reduzieren?
Etwas auf Distanz zu gehen?

Liebe Grüße
Schoko

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Dir zu etwas zu raten ist schwierig, dafür schreibst du zu wenig (oder keine) konkreten Dinge.
Aber du willst Erfahrungen hören zu kontaktabbrüchen innerhalb der Familie.
Hier also die meine:
Ich habe meinem Vater eine fürchterliche Kindheit zu verdanken. Physische und psychische Gewalt an der Tagesordnung. Als ich 19 Jahre alt war, habe ich den Kontakt abgebrochen, weil es mir mit ihm in meinem Leben nicht gut ging. Es war eine wirklich gute Entscheidung. Mit einer Therapie habe ich die Kindheit aufgearbeitet und heute geht es mir sehr gut. ABER ich denke manchmal immer noch an ihn. Ich habe ihm vergeben und wünsche ihm ehrlich, dass es ihm gut geht. Loslassen wird er mich wohl nie, obwohl er mir so viel angetan hat.
Die letzten Jahre mit meiner Schwester wurden immer schwieriger. Sie hat viele charakterzüge von unserem Vater. Den Kontakt hab ich auf ein minimum reduziert, weil sie mich zu sehr triggert. Und das tut mir wirklich weh, denn ich liebe sie, sie ist meine Schwester. Aber mit ihr an meiner Seite würde ich auf Dauer kaputt gehen. Also werde ich auch das durchziehen. Damit es mir gut geht und somit auch meinen Kindern und meinem Mann.

Was ich damit sagen will, selbst wenn viel passiert ist, ist das keine Entscheidung die leicht zu leben ist. Doch manchmal ist das besser, als an etwas festzuhalten, das -nüchtern gesehen - keinen Mehrwert bringt.