Eltern Alkoholkrank was tun als Tochter???

Liebe Community,
Ich habe ein wirklich schwerwiegendes Problem und weiß nun nicht mehr weiter.

Meine Eltern, vornehmlich meine Mutter, scheinen mittlerweile ein ernsthaftes Alkoholproblem zu haben. Die Gesundheit meiner Mutter leidet mittlerweile offensichtlich sehr stark. Sie hatte schon die ganze Zeit immer mal Probleme, aber nun kann ich mir das nicht mehr mit ansehen.

Sie waren heute bei uns und meine Mutter hatte sich scheinbar, netterweise, vor dem Besuch mit Alkohol zurück gehalten, hatte aber nun ziemlich offensichtliche Entzugserscheinungen mit starkem Zittern und Schwitzen…,
Zu Hause ist sie vor ein paar Tagen sogar gestürzt und hatte ein blaues Auge…

Mein Vater, der noch nicht so stark betroffen ist, will die Probleme nicht sehen. Oder aber meine Mutter lässt sich von Ihm nichts sagen… Das blaue Auge hatte er angeblich nicht mal bemerkt..

habe ich als Tochter irgendeine Möglichkeit, da nun einzuschreiten oder irgendetwas in die Wege zu leiten, damit sie sich Hilfe holen/Hilfe annehmen? Kann man z.B. den Hausarzt mit ins Boot holen, oder wird der mir als Tochter weder Auskunft geben , noch Hilfe anbieten? Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich machen soll, da meine Eltern offensichtlich nicht einsehen wollen , dass sie ein Problem haben…

Entschuldigt für den langen Text. Ich bin über jede Antwort dankbar !!!

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Ich hab es dem Hausarzt damals auch gesagt, damit er zb aufpasst, was er meiner Mutter verschreibt. Aber der wusste schon längst Bescheid...

Ansonsten: hört sich hart an, aber wenn deine Mutter keine Hilfe will (dafür müsste sie erst ganz unten sein), kannst du nichts machen ausser dich abzugrenzen. Das musste ich auch erst verstehen...

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So leid es mir tut, aber du wirst deinen Eltern nicht helfen können, wenn sie das Problem nicht selbst erkennen und dagegen angehen wollen.

Ich an deiner Stelle würde mich nach Beratung und Hilfe für Angehörige von Suchterkrankten umsehen und mich beraten lassen. Dort bekommst du Unterstützung und Tipps, wie du damit zurecht kommen kannst.

Alles liebe

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Der Hausarzt wird dir sicher keine Auskünfte geben, aber er kann dit Tipps geben, an welche Stellen du dich wenden kannst.

ABER:

>>>Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich machen soll, da meine Eltern offensichtlich nicht einsehen wollen , dass sie ein Problem haben…<<<

Da wirst du auf verlorenem Posten stehen, wenn keine Krankheitseinsicht da ist.

Du kannst im Grunde gar nichts tun.

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Leider kannst du gar nichts machen. Suchtkranke müssen oft ganz tief fallen, bis sie die Einsicht haben und Hilfe wollen. Es ist ratsam (auch wenn es ganz schwer ist) deinen Eltern nicht zu helfen im Sinne von: Haushalt, Einkaufen, versäumte Rechnungen bezahlen, Geld leihen, Termine vereinbaren. Oft lässt das mit zunehmender Krankheit nach und als Kind hat man Mitleid und möchte nicht das die Eltern alles verlieren.

Meine Beste Freundin hat sich auch beraten lassen, wie sie damit am besten umgeht.

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Vielen Dank schon mal für die lieben Antworten.
Es ist wirklich ganz schlimm so hilflos zu sein…
Es ist wirklich traurig da scheinbar gar nichts tun zu können…

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Es tut mir leid, dass du als Tochter diese Erfahrung machen musst.
Aber:du kannst nichts tun.
Deine Eltern sind "mündige Bürger" sie dürfen entscheiden, was sie sich antun.
Der Hausarzt darf dir keine Auskünfte geben. Bestimmt kannst du ihm den Hinweis geben, aber letztendlich kann auch er nichts tun.
Zur Therapie gehört Einsicht, die scheint nicht vorhanden zu sein.

Was du tun kannst?
Dich abgrenzen. Informiere Dich über Co-Abhängigkeit und wie Du dort nicht reingerätst. Das geht leider schneller als man denkt.
Es gibt Beratungen für Angehörige von Alkoholikern. Ich hatte mal einen Freund, deren Mutter Alkoholikern ist, der hat sich irgendwann an eine Beratungsstelle gewandt. Schau mal, was es da in deiner Nähe gibt.
Wenn Du Kinder hast, lasse sie dort nicht alleine hin und überlege dir gut, ob du deinen Kindern diesen Kontakt zu muten möchtest.

Ich wünsche dir starke Nerven.
Wir haben in beiden Familien Alkoholiker (zum Glück nicht die Eltern) und haben den Kontakt konsequent abgebrochen.

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Vielen Dank für deine Antwort.
Ja ich habe zwei Kinder und das ist auch ein sehr großes Problem. Sie haben ihre Großeltern sehr lieb, daher würde ich ungern mit ihnen den Kontakt abbrechen. Es ist zum verzweifeln …

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Wie alt sind deine Kinder?
Kann man ihnen schon erklären, was mit Oma und Opa los ist?
Ich würde den Kontakt auf jeden Fall begleiten, die Großeltern unter keinen Umständen in die Betreuung mit einbeziehen, also nicht abholen aus Kita/Schule.
Letztendlich müssen der Vater und du eure Spielregeln festlegen.
Such dir auf jeden Fall Unterstützung durch eine Beratungsstelle, die werden ja auch erfahrungen mit Familien haben.

Ja, es ist schrecklich dabei zu sehen zu müssen, wie jemand, den man sehr liebt, sich so grunde richtet!
Aber du musst versuchen bei dir zu bleiben, für dich und deine Kinder zu handeln und nicht für deine Eltern. Sie müssen ihre Erfahrungen machen. Und leider bedeutet es bei Suchterkrankten häufig, dass sie sehr sehr tief fallen.
Es ist aber nicht deine Aufgabe, sie zu "heilen", dass wird dir auch auch kaum gelingen. Du kannst da sein, wenn sie sich für den Gang in einen Entzug entscheiden, du kannst ggf ansprechpersonen suchen.

Es muss auch niemand den Kontakt abbrechen. Bei mir war der Fall, dass mein Onkel im Suff sehr gewalttätig wird, die ganze Familie inzwischen coabhängig ist. Aber dadurch, dass er eben "nur" ein Onkel ist, ist es leichter, Distanz zu schaffen. Das ist bei den eigenen Eltern schwerer und du musst es nicht. Aber du kannst die Spielregeln für den Kontakt zwischen euch bestimmen.

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Hallo,

Hast du deine Mutter auf den Alkohol angesprochen?
Evtl. Kannst du etwas bewirken wenn die negativen Konsequenzen zu groß sind. Z.b. die Enkel nicht mehr sehen. Du könntest es an Bedingungen wie eine Entgiftung knüpfen. Gegen ihren Willen kannst du gar nichts machen.

LG m.

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Bei mir waren es zwar nicht die Eltern, sondern die Schwiegereltern, aber da ich sie seit über 15 Jahren kenne, waren wir uns natürlich sehr nah.
Auch ich kann dir leider nur sagen, dass du wenig tun kannst. Die Tipps, um dich selbst zu schützen, sind das allerwichtigste. Die Abgrenzung mit einer klaren Erklärung ist meiner Erfahrung nach das einzige, das hilft. Wenigstens dir selber.
Bei uns war es leider so, dass meine Schwiegermutter so tief fiel, dass sie dieses Jahr an einer hepatischen Enzephalopathie, ausgelöst durch eine schwere Leberzirrhose, verstarb. Mein Schwiegervater hat tatsächlich den Weg aus der Sucht geschafft. Mein Mann sagte ihm vor ca zwei Jahren, dass er entweder an seiner Alkoholsucht arbeiten muss (und es mussten diese sehr deutlichen Worte sein, kein „ich glaube ihr trinkt zu viel“) oder er den Kontakt auf ein Minimum reduzieren wird, um unser Kind zu schützen.
Ich wünschte nur, wir hätten uns früher an eine Beratungsstelle gewandt. Das würde es meinem Mann nun leichter machen, er ist von Selbstvorwürfen zerfressen. Lass dich beraten und unterstützen, es wird dir sicher eine Last von den Schultern nehmen.
Alles Gute für dich und deine Familie

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Hallo,

Solange deine Eltern nicht begreifen wollen dass sie ein Problem haben und keine Hilfe wollen bist du leider chancenlos. SIE müssen es merken! In ihrer Welt haben sie kein Problem. Ich arbeite mit Suchtkranken und du kannst sie so oft du willst in Behandlung schicken und sie werden immer rückfällig werden. SIE müssen es wollen. Auch bringt der Gedanke nichts, es für eine Person zu machen.

Lass sie! Bitte beschränke deine Kraft nicht darauf!