Opa bezahlen für Kinderbetreuung

Hallo,

ich wollte Mal fragen wie das bei euch so ist. Wir haben 2 Kita kinder (unter 3 Jahre alt). Beide gehen in die Kita, leider gibt es hier wegen Personalmangel nur halbtags, d.h. nur 5h pro Tag Betreuung. Jetzt gehe ich wieder arbeiten, aber mit den kurzen Zeiten kann ich kaum Stunden arbeiten. Mein Mann bringt die kleinen schon an den Tagen an den ich arbeite und fängt selbst später an, damit ich ein paar Stunden zusammen bekomme.
Der Opa hat jetzt angeboten, die zwei an einem Nachmittag zu betreuen, er holt die Kinder um 12:30 Uhr ab und betreut bis 16 Uhr.
Dadurch, dass ich wenig arbeiten und die Kinder über 500€ Kitakosten verursachen, haben wir sogar weniger Geld als mit Elterngeld.
Wir kommen noch gut hin mit dem Geld, aber haben jetzt auch ein paar Sparmaßnahmen treffen müssen.
Der Opa ist in Rente und geht nebenbei etwas arbeiten, bei verschiedenen Gelegenheiten. An dem Tag an dem er die Kinder betreut, arbeiten er natürlich nicht. Und er fährt ein gutes Stück zu uns, hat also auch kosten.

Sorry, ist jetzt etwas lang geworden aber damit man die Situation kennt. Würdet ihr ihn für die Betreuung etwas geben? Er sagt natürlich, dass er nichts will. Wie macht ihr das?

Danke für antworten

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Die Fahrtkosten würde ich ihm geben. Ansonsten sehe ich das Generationen abhängig; haben eure Eltern als ihr klein wart Hilfe von euren Großeltern bekommen? Und haben sie sie finanziell entschädigt?
Als wir klein waren, kamen meine Großmütter wöchentlich zu uns. Haben den ganzen Haushalt geschmissen und uns bis abends betreut. Damit meine Eltern arbeiten konnten. Das war in den 80er Jahren eine Selbstverständlichkeit. Meine Oma hatte nicht Mal einen Führerschein und kam die 10 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren. Im Sommer, wie im Winter. Und natürlich hat sie kein Geld bekommen.

Jetzt haben wir Kinder aber unsere Eltern sehen keine Notwendigkeit darin mich zu unterstützen. Jetzt bezahlen wir einen Babysitter. Wenn sie es tun würden würde ich ihnen nichts bezahlen, schließlich haben sie viele Jahre eine kostenlose Kinderbetreuung genossen. Ich bin der Meinung dass man so etwas weitergeben sollte.

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Ich würde ihm einen Tankgutschein geben. Das ist ja keine Bezahlung 1😇

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Nein natürlich zwingen wir jemanden, der ausdrücklich Bezahlung ablehnt, keine auf. Öfters mal einen Kuchen vorbeibringen oder was susses beim abholen :)

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Ich würde das von folgendem Abhängig machen:
- finanzielle Situation des Opas
- Habt ihr ihn gefragt ob er die Betreuung macht oder hat er es von sich aus angeboten?

Je nachdem würde ich ihm zumindest Fahrtgeld zukommen lassen z.b. auch als Tankgutschein.

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Ich würde nichts dafür verlangen,aber vielleicht gibt dies bei euch wie bei uns,du kannst dich über den Tagesmutterverein informieren.
Hier kann man für die Betreuung des eigenen Enkelkindes sozusagen als Tagesmutter Geld bekommen.

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Meine Eltern, v.a. meine Mutter, haben unsere Kinder jahrelang regelmäßig und verbindlich betreut. Inklusive Absprachen, wann sie in den Urlaub fahren!

Sie haben niemals einen Cent dafür bekommen. Das hätten sie nicht gewollt, anfangs haben wir natürlich mal darüber gesprochen.
Denn Betreuungskosten kann man ja steuerlich absetzen, einen Minijobber bei der Minijob-Zentrale anmelden, so dass derjenige in die Rentenkasse einzahlen kann usw.

Aber ihre Enkelkinder gehören für meine Eltern genauso zur Familie wie ihre Kinder. Dafür Geld zu nehmen wäre hier undenkbar.
Allerdings hat das für uns einen anderen Aspekt. Obwohl wir sehr reiselustig sind, würden wir niemals auswandern und meine Eltern hier zurücklassen. Selbstverständlich würde mein Vater bei uns Mittagessen, wenn meine Mutter es nicht mehr kochen könnte. Natürlich fahren wir einkaufen, wenn dort einer krank ist. Usw.

Hilfe von der Familie annehmen hat einen großen moralischen Aspekt.

Meine Mutter bekommt öfter mal von uns ein Glas Marmelade, ein selbstgemachtes Pesto, ich backe Kuchen, wenn eine Familienfeier bei ihr stattfindet. Damit kann ich niemals aufwiegen, dass sie mir jahrelang ermöglicht hat, in meinem erlernten Beruf zu arbeiten. Aber sicher werden Zeiten kommen, in denen der Spieß umgedreht wird und ich ihr Gesellschaft leiste und für Unterhaltung und Ablenkung sorge oder Ähnliches.

Es hat Vorteile, wenn man weitgehend unabhängig von der Familie ist.
Es ist aber auch schön, wenn die Familie zusammenwächst. Und das tut sie über die gemeinsame Erziehung eines Kindes auf jeden Fall. Wenn man sich inhaltlich einig ist, wie mit dem Kind umgegangen wird, ist das eine tolle Sache - am meisten profitiert allerdings das Kind ;-)
Als Eltern steckt man sehr in der aktuellen Situation fest und möchte arbeiten - aber wenn man sich mit etwas weniger Stunden arrangieren muss, geht das für ein paar Jahre meist trotzdem. Und man "schuldet" dem Opa nicht Jahre später ebenfalls Zeit.

Überlegt es gut - es hat viele Vor- aber auch Nachteile.

LG

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Übrigens auch umgekehrt:

Wenn ihr ihm jetzt z.b. die Fahrtkosten zahlt... erwartet ihr dann in 20(?) Jahren, dass er sich an euren Fahrtkosten beteiligt, wenn ihr ihn wöchentlich im Seniorenheim besucht?
Das sind alles so Fragen... Das kann man natürlich unmöglich vorhersehen. Aber verbindliche Hilfe innerhalb der Familie ist eben sehr vielschichtig.

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Interessanter Einwand.

Ich muss grad an unsere Situation denken. Jahrelang hat mein Opa uns unterstützt, geholfen, gegeben. Er sagte immer, irgendwann kehrt sich das um, und dann ist er froh, wenn wir für ihn da sind, einkaufen, ihn zu uns einladen und ihn mal zum Arzt fahren usw.

Mit 81 ist er innerhalb weniger Wochen von gesund (wir waren noch mit ihm wandern und Fahrrad fahren) bis Koma und schließlich für immer gegangen... Wir hatten nie mehr die Gelegenheit, so für ihn da zu sein, wie er es für uns war 🥺😢 Der Gedanke fällt mir immer noch unheimlich schwer ...

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Ich sorge zumindest für das Mittagessen. Also überlege, was auf den Tisch kommt an solchen Tagen, koche vor und bespreche das mit den Großeltern.

Für die Schwimu ist es immer ein Auflauf, der nur noch isn Rohr mus oder ein Gericht, dass in 10Minuten gekocht ist.

Bei meinen Eltern spreche ich mich ab. Meine Mama kocht gerne, sie gibt mir einfach ihre Zutatenliste, sodass alles da ist während Opa die 2 Kinder in der halben Stunde bespaßt.

Ebenso werden alle revelmäßig zum Essen bei uns eingeladen. Wir fahren gemeinsam auf Urlaub und so.


Ich denke schon, dass sie im Umkehrschluss hoffen, dass wir sie alle im Alter betreuen. Aber erwarten und fordern tun sie es nicht. Für uns in unseren Möglichkeiten eine Selbstverständlichkeit.

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Ob man ihm etwas für die Betreuung zukommen lässt, das würde ich an seiner eigenen finanziellen Situation festmachen. Wichtig wäre es mir dann, wenn ich wüsste das er nicht nur arbeiten geht, weil ihm sonst die Decke auf den Kopf fällt, sondern um seinen Lebensstandard zu halten. Ob das jetzt in Form von Geld oder anderen Zuwendungen (Konzertkarten, Kurztrips, Upgrade für den Urlaub, Gutscheine für sein Lieblingsrestaurant oder Hobby usw) ist, das kann ich pauschal nicht sagen. Allerdings garantiert wesentlich mehr, als ein Kuchen.

Auf jedenfall würde ich ihm aber die Unkosten (Benzingeld) ersetzen. Und wenn ich mir zur Not sein Auto schnappen und es selber volltanken müsste, weil er nichts annehmen möchte.

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Bin deiner Meinung. Also wenn der Opa knapp dran ist, dann ist es doch schön, wenn er das Enkelkind betreuen kann und dadurch auch etwas verdienen kann damit er über die Runden kommt. Natürlich nicht vergleichbar mit die Kitakosten

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Ich würde ihm gelegentlich etwas zukommen lassen. Ob es nun ein Tankgutschein ist oder sonst etwas was er gerne hat. Ich selbst würde auch nichts verlangen, aber ich würde mich über eine kleine Aufmerksamkeit freuen. Das muss nix großartiges sein. Ein bisschen Wertschätzung hat jeder verdient,der etwas leistet.