Ich bin ja eh die Böse...

Hallo,

ich bin gerade ziemlich am Ende und brauche irgendwie Input von außen, vielleicht auch ein bisschen Bestätigung, dass ich nicht ganz daneben liege oder eine Kopfwäsche, dass ich total daneben bin?! Ich weiß auf jeden Fall nicht mehr was/wie ich es machen soll.

Wir leben zu viert in einem Haushalt. Mein Mann, unsere Tochter und der Sohn meines Mannes. Mein Stiefsohn lebt, seit er 18 ist, ganz bei uns, vorher war 50/50.

Als er 18 wurde hat er sich gewünscht ganz bei uns zu wohnen. Ich habe dem zugestimmt, obwohl ich vorher schon mit einem seiner Brüder in der Konstellation keine guten Erfahrung gemacht habe. Dieser Sohn ist aber jetzt ein ganz anderer Typ Mensch und ich dachte das geht schon gut. Habe es natürlich auch meinem Mann zuliebe befürwortet.

Nun ist es so, dass er mittlerweilen 26 Jahre alt ist. Er studiert. Gefühlt seit einer Ewigkeit. Bei Nachfrage ist er genervt, bzw. es kommt immer nur eine gemurmelte Antwort und dann habe ich nicht mehr den Nerv nachzufragen.

Fakt ist, dass er online studiert. Das geht halt jetzt so. Er geht nicht 1x in die Uni. Es ist keine Präsenzpflicht sagt er. Das bedeutet, er sitzt immer zu Hause. Zwei Tage die Woche arbeitet er jeweils 6 Stunden, die restliche Zeit sitzt er zu Hause.

Ich weiß nicht, ob ich es hinbekomme euch zu beschreiben wie ich mich fühle.

Es ist mittlerweilen beklemmend für mich. Habe das Gefühl ich bekomme keine Luft mehr.

Mein Mann und meine Tochter verlassen früh um 07:30 Uhr das Haus und kommen um 17:30 nach Hause, freitags früher.

Ich verlasse um 08:00 Uhr das Haus und arbeite in der Regel bis 14:00 / 15:00 Uhr. Danach Erledigungen, einkaufen, dann bisschen Haushalt und abends kochen.

Es ist egal WANN ich nach Hause komme, ER IST IMMER DA! An den zwei Tagen an denen er arbeitet, habe ich schon manchmal absichtlich früher aufgehört, damit ich mal zwei Stunden alleine für mich in unserem Haus habe. Das hat bis jetzt vielleicht 2x geklappt. Meistens war er 15 Minuten nachdem ich zu Hause war auch schon da, weil er, wie er sagt, früher aufhören konnte.

Manchmal geht er seinem Hobby nach, in letzter Zeit aber auch das, sehr unregelmäßig.

Ich habe ihn angesprochen ob es ihm nicht gut geht, ober er depressive Verstimmungen hat, ob er Probleme wegen Mädels oder sonst was hat...... nein, es ist alles in Ordnung!

Er schleicht den ganzen Tag durch das Haus. Ich muss immer damit rechnen dass er plötzlich im Zimmer steht weil er zu Essen / zu Trinken braucht oder weil er gehört hat, dass es geklingelt hat oder sonstwas.

Er tut von sich aus NICHTS. Er ist sehr nett, aber sowas von bequem und faul dass ich sagen muss, in dieser Form habe ich das noch nicht erlebt.

Ich halte das einfach nicht mehr aus. Ich habe schon soviele Gespräche mit meinem Mann geführt, aber er kann nicht aus seiner Haut, es ist sein Sohn, okay. Aber so geht das doch nicht!!!

Ich hatte auch schon Gespräche mit ihm, natürlich rede ich mit ihm nicht so grundehrlich wie mit meiner Tochter, er ist ja nicht mein Kind. Ich bin mehr in die Richtung gegangen, dass ich mir Sorgen um IHN mache. Dass das doch kein Leben ist, sich ständig im Haus aufzuhalten usw.

Mittlerweilen mache ich mir nur noch Sorgen um mich und meine Gesundheit. Ich habe seit mehreren Jahren Tinnitus, der sich in den letzten vier Wochen massiv verschlimmert hat. Ich habe beidseitig ein lautes Fiepsen im Ohr. Davor konnte ich gut damit leben, habe mich wohl daran gewöhnt, aber seit einigen Wochen ist es unerträglich laut. Ich bin beim HNO und bekomme aktuell Infusionen.

Mein Mann hat vor ein paar Wochen mit ihm geredet, was jetzt mit dem Studium ist, wie das abläuft und wie das noch dauert. Er meinte dann, er wird so mit 27/28 fertig sein?!?!?!!? Soll ich mir dieses Lotterleben jetzt noch zwei / drei Jahre anschauen?

Soll ich jetzt was sagen? Naja, blöde Frage, ich WEISS dass ich was sagen muss. Aber wie, ohne verletzend zu werden? Ich bin so am Limit, dass ich echt Angst habe ausfallend zu werden. Die böse Stiefmutter bin ich eh, obwohl ich mich um ihn kümmere seit er 3 Jahr alt ist. Ich mache seine Wäsche, ich koche jeden Tag, wenn ich einkaufen bin und er mich anruft dass er was braucht, bringe ich das selbstverständlich mit. Ich rede mit ihm, höre zu, frage nach usw. usw.

Ich verstehe nicht, wie mein Mann zuschauen kann wie sein Sohn so ein Leben führt. Wir hatten schon oft Streit deswegen.

Weiß einfach nicht mehr weiter. 100% Rückendeckung von meinem Mann habe ich nicht. Stehe da alleine.

Danke fürs Lesen.

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Aber das Gleiche hast du doch vor Monaten schon mal geschrieben.

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Mir kommt es auch super bekannt vor.

Schade, dass sich scheinbar nichts geändert hat.

Viel mehr raten, als vor ein paar Monaten, kann ich immer noch nicht 🤷‍♀️

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Dachte ich mir auch 😅

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Ich würde mit deinem Mann reden, dass man mit 26 entweder an eine eigene Wohnung denken sollte oder sich gleichberechtigt im Haushalt einbringen muss.
Ihr könnten zum Beispiel einen Haushaltsplan schreiben, mit Dingen, die jeder täglich erledigen muss.
Mit 26 putzt man sein Zimmer selbstverständlich alleine, räumt regelmäßig die Geschirrspülmaschine aus, erledigt kleinere Einkäufe, faltet und bügelt seine Kleidung selbst usw.
Zudem muss er dir auch nicht nachschleichen, um etwas zu Essen oder zu Trinken zu bekommen, sondern das holt er sich selbstverständlich alleine. Er ist ja kein Kind. Das ist ja wirklich lächerlich und total unselbständig.
Ich würde das Thema eigene Wohnung mit deinem Mann und mit ihm besprechen. Mit 26 ist man wirklich alt genug um auf eigenen Beinen zu stehen. Du kannst sie ihm ja vielleicht sogar schmackhaft machen? Dein Mann könnte ihm anbieten, dass er einen Teil der Miete übernimmt, bis er mit dem Studium fertig ist. Das könnte ein Anreiz zum Auszug sein, spätestens, wenn er auch Aufgaben für die Familie übernehmen muss. Diese sollte er übernehmen, weil er umsonst bei euch wohnt, dann muss man sich auch einbringen. Das ist keine Erpressung sondern ganz normal.
Ich wünsche dir, dass dein Mann mit dir an einem Strang zieht und ihr eine gute Lösung für alle findet.

Bearbeitet von mamaaa1417
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„Mit 26 putzt man sein Zimmer selbstverständlich alleine, räumt regelmäßig die Geschirrspülmaschine aus, erledigt kleinere Einkäufe, faltet und bügelt seine Kleidung selbst usw.“

Du hast dich da vertippt, das alles macht man mit 16. Mit 26 ist man in einem Alter in dem andere schon Kinder haben und verheiratet sind. Da macht man ALLES alleine und wenn man da noch bei den Eltern lebt, dann ist man für ganze Teilbereiche verantwortlich. Nix kleinere Einkäufe, dann ist man z.b. für den Wocheneinkauf zuständig, für die Gartenarbeit, etc.

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Nein, ich habe mich nicht vertippt. Bin nur speziell auf sein Alter eingegangen, weil die TE schreibt, dass sie das für ihn macht oder zumindest das meiste. Natürlich macht man das auch schon im Jugendalter aber auf alle Fälle dann spätestens im Erwachsenenalter.

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Hallo,

das klingt wirklich beklemmend und für mich wäre das auch nichts.

Hier hockte der Anfang 20-jährige Stiefsohn auch nur Zuhause, wusste nichts mit sich anzufangen, hat zwar seine Ausbildung gemacht, aber ansonsten - faul faul faul - nur essen, was teilweise schon an "fressen" grenzte, PC/Konsole, rauchen, schlafen, 3 Stunden lang baden und das Bad blockieren.

Nun ist er im Herbst zum Studieren in eine WG gezogen. Er erhält BAföG und muss knapp 300 Euro (warm) im Monat als Miete zahlen.

Die Ruhe hier plötzlich.... HERRLICH, was hab ich das vermisst. Ich bin im Home Office und wirklich dankbar, dass er ausgezogen ist.

Ich würde dem Buben bei euch auch eine WG vorschlagen, als Student, egal ob Präsenzpflicht oder Online, macht doch das WG-Leben meistens Spaß..? Und natürlich musst du auch für dich einstehen und klar kommunizieren, wie es dir geht und wo/wann deine Grenze erreicht ist. Den fast 30-jährigen (bei Ende des Studiums) muss ich echt nicht mehr bei mir wohnen haben.

Auch dein Mann muss hinter dir stehen und klar formulieren, wie es nun weitergehen kann/muss. Eine Einigung muss ja nun irgendwie her. Kann ja nicht sein, dass du nach und nach aus deinem Haus geekelt wirst. Und nichts Anderes ist das, wenn du dich in deinem Zuhause nicht mehr wohlfühlst.

Alles Gute und starke Nerven #klee

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Etwas Off-Topic…. Weißt du was der so lange im Bad macht??? Mein Bruder war nämlich auch so ein Exemplar. Bis 30 im Elternhaus gewohnt und nix, aber auch gar nix gemacht. Auch er hat das Bad stundenlang blockiert. Bis heute frage ich mich, was da veranstaltet wurde und ist für mich eins der größten Mysterien der Welt und Akte-X würdig.

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Ja wir wunderten uns auch immer .. #kratz :-D

Aber da man es auch immer wieder zwischendurch plätschern hörte, oder nach 40min heißes Wasser nachgelaufen ist, gehen wir von wirklich ausgiebigen Baden aus. Und schrumpelige Hände und so waren auch immer da... also der hats wohl einfach genossen #huepf Allerdings haben wir nur ein Bad, das war immer schwierig, wenn dann mal jemand Pipi musste #gruebel Papa, ich, zwei Geschwister...

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Welche Tipps hast du denn seit deinem letzten Thread zum Thema umgesetzt?

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Nicht wirklich was umgesetzt. Nur das Gespräch mit ihm gesucht um zu verstehen was ihn umtreibt.
Leider bringt das halt auch nichts. Ich weiß, dass ich Regeln und Grenzen aufzeigen müsste. Sorry,
wenn hier manche genervt sind, dann seht es einfach als Jammerpost...... wollte euch nicht die Zeit
stehlen

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Nicht genervt, aber ein Hinweis auf den letzten Thread wäre bei Wiederholungen gut, sonst wirst du unbeabsichtigt in die Trollecke geschoben.

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Drei unserer (gemeinsamen) "Kinder" (im Sinne von Söhne und Töchter, sie sind ja Erwachsene) leben auch noch, bzw. wieder zuhause, sie sind knapp 21, sowie 23 und 26 Jahre alt. An den Wochenenden tummeln sich oft zusätzlich Freunde etc im Haus. Alle im Studium, Präsenzstudium mit teilweise Onlinevorlesungen. ABER wir wissen von allen wo im Studium sie stehen, wann sie den Bachelor machen werden usw.
Zudem bilden wir alle zusammen eine echt gut funktionierende Erwachsenen-WG, ohne besondere Absprachen kauft derjenige ein der gerade zuhause ist, bzw. wer einkaufen geht fragt im Familienchat nach, ob und was er sonst noch einkaufen soll. Ebenso findet die Planung fürs Kochen statt. Derjenige/diejenigen der/die zuhause ist/sind kümmert sich ums kochen (das sind derzeit selten mein Mann und ich) und fragt vorher bei den anderen nach Essenswünschen. Haustierbetreuung klappt genau gleich, ebenso Haushalt, Wäsche usw.
Alleine im Haus ist man tatsächlich selten, man trifft sich in den gemeinsamen Räumen, im "eigenen" Zimmer haben wir zwar alle offene Türen, aber keinen permanenten Durchgangsverkehr ;-)
Ich geniesse unser derzeitiges Wohnmodell extremst.

Du siehst, ich bin sehr offen dafür, dass auch erwachsene Kinder noch zuhause leben. Aber eben als ERWACHSENE, mit allen Rechten und Pflichten.
Ich würde dringend mit deinem Mann das Gespräch suchen, damit ihr euch einig werdet über eure Vorstellungen/Bedürfnisse. Danach stünde ein Gespräch am runden Tisch an, zusammen mit euren Kindern, damit ihr ein Konzept ausarbeiten könnt, bei dem sich alle wohl fühlen.

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Das sind aber auch deine eigenen Kinder. Ein grosser Unterschied. Ich würde einen Teufel tun und Wohnkonzepte besprechen. Erstmal würde ich es dem KV unbequem machen und alle Haushaltsdientleistungen für den Sohn einstellen. Nicht kochen, keine Wäsche machen. Bekommt dieses Prachtexemplar von Langzeitstudent das nicht selbst auf die Kette, muss halt der Vater ran. Dann vergeht ihm die Lust an diesem Wohnkonzept sehr schnell.

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Das hört sich wirklich toll an. Genial, wie das bei euch klappt!!

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Da bekomme ich ja schon beim Lesen deines Textes Beklemmungen.

So geht das doch auf keinen Fall weiter. Einen 26jähriger der sich benimmt wie in Hotel Mama und sich nicht vom Fleck bewegt würde ich hier nicht akzeptieren.

Für mich wäre die logische Konsequenz entweder er zieht aus oder ich!
Ich habe auch Stiefkinder und habe viel gemacht und getan um ihnen einen guten Start zu ermöglichen. Und dafür habe ich oft zurück gesteckt und vieles finanziert, aber das würde ich nicht mit machen.

Wird Zeit das der „Junge“ erwachsen wird!

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Kochen gegen Notenspiegel von der Uni. Ein Klick und er kann euch zeigen wo er steht.

Du kannst von ihm verlangen dass er kocht, wäscht putzt usw.

Ihr lebt in einer WG. Aber das haben wir hier alle schon Mal geschrieben.

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>natürlich rede ich mit ihm nicht so grundehrlich wie mit meiner Tochter, er ist ja nicht mein Kind<

Vielleicht solltest du das mal tun. Ist es die Wohnung deines Mannes, oder eure? Also ' mein Haus, meine Regeln'

Ich würde wissen wollen, wie lange er noch da bleiben will, zur Not deinem Mann ein Ultimatum setzen, mit 26 kann er schon alleine wohnen.

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Also mein Sohn ist 2 und ich habe mit meinem Partner schon besprochen, dass ich mir vorstelle, spätestens zum Studienbeginn/Ausbildungsende zieht er aus :-p (klar, kann immer alles anders kommen). In der Familie meines Partners wohnen die Geschwister mit ü30 noch bei Mama und für mich wäre das nichts.

Das ganze geht aber nur, weil Mutter und Stiefvater sie lassen. Ich sehe da deinen Mann in der Pflicht. Es ist immer leicht zu sagen "die böse Stiefmutter wars".
Wollen oder müssen alle länger als Familie zusammen wohnen, so beteiligen sich alle an der Hausarbeit und den laufenden Kosten. Hat dein Mann seinem Sohn gegenüber vielleicht ein schlechtes Gewissen und traut sich nicht Forderungen zu stellen? Er hindert seinen Sohn damit selbstständig zu werden und tut ihm keinen Gefallen. Das musst du ihm klar machen.
So wie du schreibst, scheinst du viel für die Familie zurückgesteckt zu haben. Das darf jetzt auch mal ein Ende haben und du darfst auch Rücksicht auf deine Bedürfnisse einfordern. Insbesondere von deinem Partner.