Bin ich doof?

Hallo zusammen, ich schreibe die Frage Mal hier rein, da es ja im Grunde um die Familie geht.

Folgendes "Problem"
Wir haben einen knapp 11 Monate alten Sohn, er ist eigentlich pflegeleicht -klar er hat seine Phasen aber das ist ja normal- doch es gibt Tage, an denen ich mir wünsche ich hätte kein Kind - immer dann, wenn's tagsüber schon sehr anstrengend war, ich von der Arbeit komme (30h/Woche, Mann ist zZ. in EZ) und direkt mit ihm im Schlafzimmer zum Stillen verschwinde, er dort trinkt, einschläft und ewig die Brust nicht loslässt. Er beim Essen alles einfach nur vom Tisch schmeißt, gefühlt 100 mal seinen Becher wegwirft. Er abends wieder nicht schlafen will und stundenlang wie von Sinnen herumhampelt etc und ich irgendwann total entnervt bin, weil ich endlich Mal Pause machen will, dann gebe ich ihn meinem Mann, er trägt ihn, bis er schläft, ich muss dann nochmal zum Stillen/Nuckeln herhalten und kann dann, wenn es nicht Mal wieder 22 Uhr ist und ich einfach mit einschlafe, wieder aufstehen, bin total müde, möchte aber trotzdem noch irgendwie Mal ne halbe Stunde meine Ruhe haben oder mal ungestört mit meinen Mann sprechen.
Im Bett läuft seit der SSt gar nichts mehr, weil ich abends zu platt bin - tagsüber ergibt es sich halt einfach nicht 🤷🏻‍♀️.

Obwohl mir das manchmal alles auf die Nerven geht und ich diese negativen Gedanken habe, wünsche ich mir noch ein zweites Kind.
Wir haben ein Haus gekauft, ich bin in einer Fortbildung, die noch fast 2 Jahre läuft und wegen der ersten Sst schon verlängert werden musste (in meiner EZ habe ich mich oft gefragt, warum ich diesen Job machen will, er war mein Traumjob, aber mittlerweile...ich tue mich so schwer, dabei habe ich mich so sehr auf die Rückkehr ins Berufsleben gefreut, darauf, nicht mehr nur Mama zu sein).
Wir haben keine Vorstellung, was uns erwartet, wenn auch mein Mann wieder arbeiten geht (100%), während der Kleine zur TaMu kommt. Verwandte, die Mal einspringen können sind ca.150 km entfernt.
Ich sage mir seit Monaten "du bist doch doof, wie soll das funktionieren" aber der Wunsch wird immer stärker und das macht mich langsam verrückt.
Ich bin mittlerweile so weit, dass ich es wieder drauf ankommen lassen würde, sollten wir es doch Mal zu Intimitäten schaffen.

Wie seid ihr durch solche Zeiten gekommen? Was kann ich tun, um mich davon zu lösen?

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Mit einem 2. Kind wird es aber schon um ein Vielfaches anstrengender. Das ist dir hoffentlich bewusst.
Wenn ihr ein 2. Kind möchtet und ihr aktuell am Limit seid, ist die Lösung, es entweder bei einem Kind zu belassen (vielleicht bis es leichter wird) oder die Bedingungen zu verändern: Stunden reduzieren, Halbtagsbetreuung für den Kleinen suchen und dann auch tatsächlich haben und dann, wenn es dadurch leichter ist, loslegen.
Wenn ihr jetzt aber gedankenlos ein 2. Kind bekommt, ohne dass ihr etwas verändert habe, werdet ihr aus dem letzten Loch pfeifen und das für Jahre.

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"...er war mein Traumjob, aber mittlerweile..."

Ich glaube, das ist der Punkt: berufliche Unzufriedenheit, hier würde ich ansetzen.

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Klingt für mich auch nach einem Versuch wieder der langweiligen Fortbildung und dem Job entfliehen zu können. Eventuell gepaart mit Frust und Neid, dass dein Mann noch zuhause sein darf und du nicht?

Wenn man sich von Leben im Moment und dem Kleinkind überfordert fühlt, sollte man auf jeden Fall ordentlich verhüten und den Wunsch nach einem zweiten Kind etwas aufsparen (oder ganz sein lassen - auch Einzelkinder sind toll)

Für mich wäre deine geschilderte Situation einer der Worst Cases für ein zweites Kind - keine Hilfe in 150km Umkreis, Hauskauf, Überforderung mit der Gesamtsituation - da würde ich sagen "Beine zusammen halten" :)

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Hallo, ich kann dir zwar keinen Tipp geben aber dich sehr gut verstehen. Ich bin gerade in der Situation, dass meine Kinder schon groß sind, ich eigentlich alles hinter mir habe, alle Zeit der Welt für mich habe, aber ich so gerne noch ein Baby hätte. In manchen Momenten denke ich mir dann, ich wäre ziemlich doof wenn ich das jetzt echt nochmal mache.🙈
Hätte ich aber wie du nur ein Kind und der Wunsch wäre da, dann würde ich auf jeden Fall noch ein zweites bekommen. Und am besten mit geringem Altersabstand. Denn jetzt gerade habt ihr eh keine Zeit für euch dann lieber einmal Augen zu und durch. Sprich mal mit deinem Mann drüber wie er es sieht, wenn ihr es noch nicht gemacht habt.

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Hallo,

das klingt ehrlich gesagt nach zu vielen Baustellen, als dass man sich - sorry - noch die nächste dazu holt.

Und ja, zwei Kinder sind anstrengender als eines, die Zeit ist noch knapper.

An deiner Stelle würde ich erstmal versuchen, dienstlich wieder Fuß zu fassen und da Zufriedenheit reinzubekommen. Vielleicht stellst du auch fest, dass der Beruf / die Fortbildung gar nicht mehr zu dir passt. Dann solltest du aber auch daraus deine Schlüsse ziehen.

Manche Frauen entdecken sich in der Mutterschaft neu. Das ist nicht verwerflich, aber man muss dann auch entsprechende Konsequenzen ziehen. Sonst reibt man sich in einem Leben auf, dass man gar nicht mehr haben will.

Alles Gute und LG
NoName2

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Und da ein zweites Kind???

Was hast du vor? 4 Leben komplett vor die Wand fahren?

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Und das zweite Kind willst du.. warum genau? In deinem Text lese ich nur negatives
.

Kommt der Wunsch tatsächlich von Herzen oder ist es ein: „ ich muss unbedingt zwei kinder mit kleinem Abstand haben , das ist das beste, alle machen das so…“

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Mir fällt dazu ein:
Diese ganze Planbarkeit gibt es noch gar nicht so ewig lang. Deshalb gibt es mich zufällig. Ich möchte Vergangenes nicht glorifizieren. Meine Mutter war sehr dankbar für die erstem Möglichkeiten hormoneller Verhütung und hat viele Nebenwirkungen in Kauf genommen. Mein Vater sagte zu dem Thema mal eher spaßhaft "ja, wenn Kondome immer funktionieren würden gäbe es euch alle nicht" - aber egal.
Jetzt ist es so, dass Frauen bzw. Eltern völlig frei sind, sich für ein Kind, weitere Kinder zu entscheiden oder dagegen. Wenn es schwierig wird, die Retourkutsche "du wolltest das doch"... als ob man immer wüßte, was man will und auch noch auf Jahrzehnte die Konsquenzen überschauen könnte. Das kann niemand. Es gibt Sachen, die hat sich im Traum Keiner vorgestellt. Schönes wie nicht so Schönes. Das fordert uns, das macht uns aber auch stark.
Von mir immer Ermutigung, sich auf das Leben einzulassen. Ich für mich hab die verrückte Vorstellung, das kleine Sellen so herumwandern und nach offenen Türen schauen. An Manchen gehen sie vorbei, bei Manchen klopfen sie an und manchmal treten sie einfach ohne zu fragen ein.
Ich kannehrlich dir nicht sagen, wie ich eine Alltag mit drei Kleinkinder, wie ich die Pubertäten und den Nachzügler "geschafft" habe, wie ich die zusätzlichen Katastrophen überlebt habe - hab ich, irgendwie.
Nur Mut!

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Ganz ehrlich?
Gönn euch eine Pause. Mach deine Fortbildung zuende. Überlege dir ob du in diesem Beruf glücklich wirst. Nimm dir Zeit für deinen Mann. Und vor allem nimm dir Zeit für deinen Sohn, Zeit für schöne Momente zusammen. So wie du es schreibst tut mir der kleine Kerl, der sich abends einfach die Nähe zu dir holt die er braucht leid. Und ein zweites Kind macht das nichts besser, ganz im Gegenteil. Auch mit einem Abstand von 3,4 oder 5 Jahren werden Geschwister glücklich. In eurer aktuellen Situation noch ein Baby zu bekommen ist in meinen Augen das absolut Falsche.
Und 2 Vollzeitstellen ohne Großeltern o.ä. vor Ort finde ich schon mit einem Kind heftig, mit 2 Kindern nahezu unmöglich (ohne dass entweder die Kinder, die Paarbeziehung oder die "Me-Time" auf der Strecke bleiben) wenn man sich nicht anderweitig Entlastung schafft.

Alles Gute 🍀

Bearbeitet von Sommerkind.82
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Ich kann auch null verstehen, wie man euch in der Situation ermutigen kann, wirklich das 2. Kind zu bekommen. Ich denke, daran könntet ihr dann durchaus zerbrechen, weils Zuviel ist.

Dass du grundsätzlich ein 2. Kind willst, ist ja völlig ok, aber schafft gute Rahmenbedingungen dafür. Ihr klingt so, als hättet ihr euch als Familie immer noch nicht so recht gefunden und strukturiert (was nicht schlimm ist!). Da noch jemanden reinzuwerfen, der noch mehr Unruhe stiftet, halte ich für ziemlich unklug.

Mein Horror war immer ein kurzer Abstand. Motte war jetzt knapp 4, als Mäusekeks kam und tatsächlich läuft es bisher so viel entspannter, als das 1. Babyjahr mit Motte!