Wenn ich an meine Kindheit denke ...

Erzählt doch mal ein bisschen was aus eurer Kindheit und vervollständigt die folgenden Sätze:

Wenn ich an meine Kindheit denke, dann ...
... sehe ich:
... höre ich:
... rieche ich:
... schmecke ich:
... fühle ich:

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Ich mache mal den Anfang:

Wenn ich an meine Kindheit denke, dann ...
... sehe ich: Natur, und wir mittendrin, ohne Handy. Den Dorfspielplatz voller Kinder. Die weißen Kreideschlieren an der schlecht geputzten Tafel. Mein linker Gummistiefel, der beim unerlaubten Begehen des Morastes am Bach im Schlamm stecken blieb - und meine unfassbar dreckige Socke bei der Heimkehr.
... höre ich: Die schrecklich dudelige Musik meines ollen, aber heiß geliebten Gameboys. Das nervtötende Gepiepse des in der Tasche vergessenen, im Sterben liegenden Tamagotchis. Techno Schlümpfe. Das Flippen des großen Springseils auf dem Schulhof: "Teddybär, Teddybär, dreh dich um ..."
... rieche ich: Impulse Vanille Deo in der Mädchenumkleide. Bepanthen Creme, zentimerdick unter dem Pflaster auf meinem Knie, um den Dreck aus der Schürfwunde zu ziehen. Fettige Pommes mit Ketchup auf der Wolldecke im Freibad. Die miefigen Turnmatten im Lagerraum der Sporthalle.
... schmecke ich: Knallbrause. Das billige Wassereis zum Selbst-Einfrieren, das wir einfach ungefroren tranken. Eistee-Granulat, direkt aus der Packung gelöffelt.
... fühle ich: Die Freiheit, die uns unsere Eltern ließen. Unendlich viel Zeit nach der Schule, die mittags endete. Die nassen und kalten Cordhosen beim Spielen im Schnee, da ich nie eine wasserdichte Schneehose bekam. Den Sonnenbrand, da Sonnencreme uncool war.

Ich bin Jahrgang '86, meine Kindheit fand also hauptsächlich in den 90ern statt.

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Hallo,
interessante Umfrage ;-)!
Ich sehe: Sommer, Garten, viele Kinder, den ausgedienten Truppenübungsplatz (den wir verbotenerweise als Abenteuerspielplatz genutzt haben)
Ich höre: "Licht aus, Spot an! (Disco mit Ilja Richter) oder wahlweise "Hier ist das zweite Deutsche Fernsehen mit der Hitparade!"
Ich rieche: den typischen Duft eines Schulgebäudes der 80er, so eine komische nach Kokos riechende Sonnencreme aus einer braunen Flasche
Ich schmecke: Flutschfinger, Cherry Cola, Zuckerwatte
Ich fühle: Letzten Endes ein bisschen Wehmut und teilweise Mitleid mit den heutigen Kindern, die aufgrund von OGS, Eltern, die beide voll berufstätig sind und bereits im KiGa-Alter vielen Hobbies kaum Gelegenheit haben, sich nachmittags frei zu bewegen. Wir sind nach den Hausaufgaben raus und mussten im Sommer wieder auf dem Heimweg sein, wenn die Kirchenglocke um 19 Uhr anfing, zu läuten. Nur leider ist es bei vielen finanziell nicht machbar, dass nur ein Elternteil voll berufstätig ist und der andere "nur" Teilzeit macht und sich um die Familienangelegenheiten kümmert. Vielleicht war man früher aber auch bescheidener. Ich kenne es z.B. nicht, dass wir in Urlaub gefahren sind, als ich klein war. Das erste Mal war ich mit 11 4 Tage in Oberbayern, das war mein erster "Urlaub". Heute wird man ja fast blöd angeguckt, wenn man nicht in allen Ferien wegfährt (ist zumindest mein Eindruck).
LG
Elsa01

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Volle Zustimmung. Wir waren auch solche "19 Uhr-Gong-Kinder", und nie passierte dabei etwas schlimmes. Im Gegenteil, die Freiheit ließ uns selbstbewusst und sicher werden.

Wir backen finanziell auch kleine Brötchen, damit ich nachmittags Zuhause bin und Zeit für unsere Zwillinge habe. Das ist mir unheimlich wichtig und soll so auch in Zukunft bleiben.

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Hier ebenfalls, nur war es bei uns der 18 Uhr Gong, in den Ferien auch mal länger.

Als ich jetzt so drüber nachgedacht und den Thread hier durchgelesen habe wurde ich tatsächlich ein wenig traurig, ich denke nämlich mein Sohn wird das so nie erleben. Was er wohl in 30 Jahren zu seiner Kindheit sagt?#gruebel

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Oh, das ist eine schöne Idee. #pro

Dann mache ich mal mit:

Wenn ich an meine Kindheit denke, dann ...

... sehe ich:
den Garten meiner Eltern. Überall Wiese, Obstbäume und zwischendrin ein paar Staudenbeete. Die alte Hollywood-Schaukel mit dem braunen Blumenmuster. Den Kaninchenstall und die aufgerichteten Heuberge auf den Wiesenflächen. Unsere dicke rot-graue Katze. Die Wäsche, die im Wind auf der Leine zwischen zwei Apfelbäumen flattert. Mein blaues Fahrrad und den gemauerten Pool.

... höre ich:
die Musik der 80er durch das Küchenradio meiner Eltern. Die Werbejingles, die ich wohl nie vergessen werde. Die Stimme meiner damaligen besten Schulfreundin. Den Soundtrack zu "Dirty Dancing".

... rieche ich:
den Geruch von Sonnencreme und Schulflur-Bohnerwachs. Später in den 90ern kam noch von Priscilla Presley "Moments" (hieß das so? bin mir nicht ganz sicher) hinzu. Das hatte ich mir mal auf einer Klassenfahrt gekauft. Den Chlorgeruch des Schwimmbads, in dem ich meine Sommer verbrachte.
Grillgut-Duft von unseren Familienfeiern.

... schmecke ich:
Erdbeereis von unserer Lieblingseisdiele, Knusperflocken, Äpfel aus dem Garten, Nudeln mit Tomatensoße nach dem Rezept meiner Mutter, den Nougatkuchen meiner Oma, Puffmais, Bockwurst (immer im Schwimmbad gekauft).

... fühle ich:
Wehmut als Erwachsene.

Freudiges Aufgeregtsein, wenn ich mit meinen Freundinnen unterwegs war.
Kalte Füße vom Schlittenfahren. Geborgenheit und Glück, wenn ich an die Wochenenden bei meinen Großeltern denke.

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... sehe ich: Wald und Wiesen, sternklare Nächte, Schnee und den zugefrorenen See, Sommergewitter mit hunderten Blitzen
... höre ich: Blätterrascheln und Rufe von Füchsen und Eulen in der Nacht
... rieche ich: frische Landluft, inklusive frisch gemähtes Gras, Pferdeduft und der Duft von Wald, vor allem die Herbstnote
... schmecke ich: Kartoffeln ... 😔 ... und das Stückchen Fleischwurst beim Metzger.
... fühle ich: Freiheit, Freude. Man war draußen und wenn die Kirchturmglocke läutete, war man zum Abendessen Zuhause. Nix Handy.


Ich habe mich bewusst kurz gehalten. Bin Jahrgang 87. Also vieles ähnlich wie bei dir.

Das mit den Gummistiefeln kenne ich auch, wir blieben im Schlamm des Ackers stecken.

Leider gab es bei uns ständig Kartoffeln (wir hatten einen Kartoffelacker). Hätte mir mehr Pasta gewünscht.

Ich muss gestehen, nicht alles in meiner Kindheit war gut. Dennoch überwiegen bei diesen Fragen die positiven Erinnerungen.

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Ist doch ok, solange man mit einem größtenteils positiven Gefühl zurückblicken kann. Da spielt die Nostalgie einem sowieso oft Streiche und malt die Erinnerungen bunter an, als sie tatsächlich waren.

Alles Liebe!

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Witzig, ich mache auch mal mit. Bin Jahrgang 88.

Wenn ich an meine Kindheit denke, dann ...
... sehe ich: die Zeiten an denen wir als Kinder mit den Nachbarn auf der Straße gespielt haben, Straßen aus Kreide gemalt haben und Inliner gefahren sind. Außerdem viele Mittage am Skilift oder im Sommer im Freibad im Dorf. Viele Treffen mit Freundinnen und ganz viel Zeit bei den Pferden.

... höre ich: Backstreet Boys :-)

... rieche ich: Pferdegeruch :-) Nur in Reithose war das Leben schön. :-)

... schmecke ich: Magnum Eis (dieses Classic), dass es damals ab und an im Freibad gab. Mars & Milky Way Riegel, damals geliebt.

... fühle ich: Lebensfreude und Leichtigkeit, damals hätte mich nichts umgehauen und man hatte wenige Gedanken im Kopf.

Ach und noch sooooo viel mehr, umso länger ich darüber nachdenke, umso mehr Dinge fallen mir ein. Die haben hier gar keinen Platz. Ich hatte eine schöne Kindheit. #herzlich

Bearbeitet von janina1988
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Wenn ich an meine Kindheit denke
Sehe ich.....
Mein gelbes Bonanzarad mit bunten Bändern am Lenker
Die große Wiese mit Wäschestangen wo man toll turnen konnte ( Wenn keine Wäsche hang)
Die Quelle an der Talsperre aus der wir getrunken haben
Und der kleine Bach in unserer Siedlung wo wir mit Stöcken Staudämme gebaut haben
Aber auch
Den Berg Kohle der in den Keller getragen werden musste

Höre ich
Meine Freunde die rufen komm zum spielen
Meine Mutter die immer einen Weisheit Spruch auf Lager hatte
Das klingeln des Eiswagens
Das kratzen der gleitschuhe übers Eis am Bach

Rieche ich
Die Erde beim Kartoffeln sammeln
Den Pfefferminz Tee zu jeder Tageszeit
Den hausflur in dem es nach 6 verschiedenen essen gerochen hat
Apfelschampoo
Batchuli Parfüm

Ich bin jahrgang 65

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Oh da mache ich gerne mal mit. Das ist wirklich mal interessant.

Wenn ich an meine Kindheit denke:

- sehe ich: ein weißes Haus, weite Grüne, saftige Wiesen, Wälder voller Geheimnisse, den Marktplatz im Ort und den „Tante Emma Laden“ von Frau Hofmann wo man eine „bunte Tüte“ für 50 Pfennig bekam.

- höre ich: meine Oma durch‘s Haus rufen, das das Essen fertig ist und unseren Hund bellen, weil Nachbars Katze wieder durch sein Revier streunt.

-rieche ich: Waldduft und Obstbäume, frisch gemähte Wiese (der Inbegriff von Kindheit für mich)

-schmecke ich: Wassereis und Brausebonbons
Das immer gute Essen meiner Oma

- fühle ich: die Freiheiten die man als Kind hatte. Handys gab es keine und wenn wir loszogen in den Wald wurde darauf vertraut das wir wieder zurückkommen. Den Wind der mir stets um die Nase wehte, Schorf von den Knien abpulen.

Ich bin Jahrgang 1979 und wuchs somit in den 80 er Jahren auf.

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Wenn ich an meine Kindheit denke, dann ...

... sehe ich:
meine liebevolle Uroma, Haustiere, den großen Garten, Meer und Strand, jedes kleine Detail in meiner Umgebung, im Winter dicke Schneeflocken vom Himmel fallen, Familienfeste

... höre ich:
viele verschiedene Vogelstimmen im Frühling, spielende Kinder im Dorf, die Glocke vom Eiswagen, das Knarzen der uralten Treppe im Haus

... rieche ich:
die frische, salzige Meeresluft, das Parfum meiner Mama, Sommerregen, das Haus meiner Oma, frisch gebrühten Kaffee

... schmecke ich:
Erdbeeren und Erbsen frisch aus dem Garten, das tolle Wassereis mit Bärchenmotiv, Essen von Mama, Brot mit dick Butter drauf, Kakao

... fühle ich:
Freude, Glück und Leichtigkeit, im Sommer den heißen Sand unter den nackten Füßen

Ich habe früher viel mehr wahrgenommen, als heute. Nie Stress oder Sorgen gehabt. Das war eine schöne Zeit.

Bearbeitet von ninny-87
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So eine schöne Idee #verliebt

Ich mache auch gerne mit! #herzlich

Wenn ich an meine Kindheit denke, dann ...

... sehe ich:
unser Haus mit dem wunderschönen Garten, die Sommersonne und die schönen Blumen im Garten, meine Mama (die immer bei uns Kindern zu Hause war und nicht arbeiten musste), meine Kindheitsfreunde (mit denen ich bis es dunkel wurde, gerne draußen gespielt habe), unser kleines Planschbecken, Straßenkreiden-Zeichnungen, den Schulturnsaal, unser Klassenzimmer in der Volksschule

... höre ich:
Vogel-zwitschern, Kinderlachen, Rasenmäher und Motorsägen (da wir nah beim Wald wohnten)

... rieche ich:
den Frühling, den Duft vom Mittagessen, frisch gemähten Rasen, den Duft von frischem Heu, die Frische vom Wald, Sommerregen

... schmecke ich:
sämtliche Eissorten (die es immer gab), den besten Kakao von meiner Mama, Oma´s Tomatensalat und ihre Spagetthi, das beste Schokoladeneis im Türkei-Urlaub

... fühle ich:
Freiheit, keine Sorgen zu haben, Lebensfreude

Wenn man sich für diese Gedanken wirklich Zeit nimmt und darüber nachdenkt, wird einem erst bewusst, was wir für eine schöne Kindheit hatten #herzlich.
Ich bin momentan mit drei kleinen Kindern vollzeit berufstätig, die Mäuse den ganzen Tag bis 16.00 Uhr in der Betreuung - viel von einander haben wir nicht - darum freue ich mich so sehr auf den Herbst wenn ich in den Mutterschutz gehe, dann dürfen meine Mädchen auch ab Mittag zu mir heimkommen und wir genießen den restlichen Tag miteinander #herzlich#herzlich#herzlich

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Freut mich, dass dich der Thread zum Nachdenken bringt. Das ist vielleicht ein Antrieb, unseren Kindern ebenfalls solche schönen Erinnerungen zu verschaffen. Viel Spaß mit den Mäusen ab Herbst 💗

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Ohh, sehr schöne Idee.
Jahrgang 91.

-sehe ich unsere unzählige gebauten Höhlen, in der wir Stunden verbracht haben und wehe ein Kissen oder eine Decke hat nicht gehalten 😂🫢

-höre ich Backstreet boys 😍 und meine Mutter rufen "kommt endlich rein"

-rieche ich das selbstgebackene Brot und die unzähligen Böreks meiner Mama und mein heißgeliebtes Stockbrot

-schmecke ich die Schokoladenzigaretten, wo wir immer heimlich so getan hatten, als ob wir rauchen, weil es ja sooo cool aussah bei den Erwachsenen 😶🥴 und die sauren center shock Kaugummis

-fühle ich den ganzen Sand in den Schuhen und Socken, hatten nämlich direkt einen Spielplatz vor der Tür und waren da fast immer am Nachmittag