Mutter kommt nicht alleine mit dem Leben zurecht?

Hallo Ihr,

ich weiß nicht mehr weiter.
Ich bin aktuell in der 21 SSW und wir freuen uns riesig! :)
Wir haben ein tolles Leben und ich bin ein sehr dankbarer Mensch.

Meine Mama jedoch macht mir große Sorgen...
Sie ist sehr sehr unselbständig und quasi jetzt schon wie ein Kind für mich.
Sie hat keine Freunde oder soziale Kontakte und will auch keine.
Sie arbeitet an der Kasse (4h am Tag und das seid Jahren) und HASST ihren Job und die Arbeitszeiten. Es belastet sie sehr und sie wirkt richtig depressiv.
Ändern will sie aber überhaupt nichts und auch Hilfe etwas neues zu finden nimmt sie nicht an.
Sie würde nirgendwo so viel verdienen und etwas neues anfangen verkraftet sie mit ihrer Krankheit nicht...

Jetzt kommt dazu das sie seid 1 Jahr Hashimoto hat (zu den Arztterminen musste ich immer mit, fahren und die Untersuchungen organisieren)
Es geht nur noch darum und wie es trotz Medizin nicht besser wird und wie schlecht es ihr geht, wie schlimm ihr Leben, ihr Körper und ihr Job sind.
Es tut mir so leid und ich helfe ihr wirklich so viel es geht aber es ändert sich ja nichts an den Umständen.

Am liebsten würde sie nur noch Zuhause sein sagt sie.
Sie hat wohl richtig Angst wie es wird wenn ich ein Kind habe und mich nicht ständig anbieten kann und ich habe diese Angst auch.

Ich weiß nicht wie ich mit der Situation umgehen soll.
Alle Ratschläge, Kritiken, Hilfsangebote etwas wirklich zu ändern werden abgeschmettert.
Ich höre mir nur jedesmal stundenlang an wie schlimm ihr Leben geworden ist und das macht mich unglaublich traurig und verzweifelt.

Das ganze geht so seid Jahren und ist seid dem Hashimoto noch viel schlimmer geworden:(

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Deine Mutter ist eine erwachsene Frau. Sie kann nicht erwarten, dass du dein Leben ihr widmest und somit selbst nicht lebst. Dass sie anscheinend nicht allein lebensfähig ist, hat sie sicher zu einem Großteil selbst in der Hand.

Hart aber wahr: es ist NICHT deine Verantwortung, dass deine Mutter ihr Leben auf die Reihe bekommt.
Lass dir da bittebitte kein schlechtes Gewissen machen.

Hat sie eine psychische Erkrankung oder warum meint sie, dass du überall mit dabei sein sollst? Was rechtfertigt denn dieses Anspruchsdenken?

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Vielen Dank für deine Antwort.❤️

Sie sagt auch immer ich solle mir keine Sorgen machen, aber sowas stellt man ja nicht ab, wenn man davor oder danach nur zu hören bekommt wie schlimm ihr Leben ist und womit sie das nur alles verdient hat 😞

Sie würde natürlich nie zu einem Therapeuten gehen... Auch zu den Ärzten musste ich sie Anfangs überreden.
Sie traut sich keine Autofahrten in andere Städte zu und war am Boden zerstört und unfähig zu handeln als raus kam das etwas mit der Schilddrüse ist.
Daher habe ich alles organisiert

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Wie alt ist deine Mutter? Kann sie wirklich nicht alleine, oder will sie nicht?

Es ist nicht so optimal, dass bei euch die Rollen vertauscht sind und das muss auch nicht weiterhin so bleiben. Du bist NICHT ihre Mutter und sie ist ERWACHSEN. Sie unterstützen? Ok! Ihr Leben organisieren, seelischer Mülleimer sein, aber sonst passiert nichts? NICHT OK!

Sprich mit ihr, dass sie erwachsen ist, dass sie wieder selbst Verantwortung übernehmen muss, dass du diese nicht länger tragen kannst, weil du bald ein echtes (!) Baby bekommst.

Deiner Mutter täte eine psychologische Beratungen vermutlich gut. Aber ich bezweifle, dass sie daran Interesse hat.

Vermutlich macht sie dir Druck, evtl erpresst sie dich emotional (dass du desinteressiert bist, dass du sie fallen lässt, wie schrecklich du bist) - zieh dir den Schuh nicht an! Bleib standhaft, ändert wieder eure Rollen (du bist ihre Tochter, NICHT ihre Mutter!) und dann läuft es langfristig auch wieder besser. Auch wenn’s sicher erstmal schwer wird!

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Hab vielen Dank für deinen ehrlichen Text ❤️

Mittlerweile sehe ich das ähnlich.
Ich bemühe mich seid Jahren aber jetzt werde ich selbst Mama und muss die Prioritäten anders setzten.
Ich habe immer ein super schlechtes Gewissen.
Ein wenig habe ich das Gefühl das sie "neidisch" auf mein Leben ist.
Mit meinem Vater war sie nur 4 Jahre zusammen da auch ihm diese unselbständigkeit zu viel wurde.
Trotzdem zahlt er noch immer das Haus.

Sie ist mit jeder Kleinigkeit überfordert und dreht durch (z.b. wenn der Fernseher nicht funktioniert)
Diese Übertreibungen schiebt sie dann aufs Hashimoto 😞

Ich möchte natürlich immer für sie da sein.
Wenn ich anspreche das es mich belastet kommt nur "dann erzähle ich dir halt gar nichts mehr und muss zusehen wie ich klar komme'
Ich weiß nicht ob sie depressiv ist oder einfach nur in Selbstmitleid badet

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Manche Menschen sind so. Aber weißt du, sie könnte es ändern! Mit therapeutischer Hilfe zum Beispiel.

Das ist aber eben der unbequeme und steinige Weg. Viel leichter ist es, wenn man nichts tun muss. Dazu jammern und alle springen. Und wenn sie mal nicht springen, ein schlechtes Gewissen machen, bis sie wieder springen.

Das kostet aber DEINE Energie. Und das macht dich auf Dauer kaputt.

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Hey!

War es denn schonmal anders?

Liebe Grüße
Schoko

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Hey,

Nope... Seid ich halbwegs erwachsen bin läuft es so.
Aber es wird immer schlimmer

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Vielleicht genießt sie es auch einfach, dass du ihr die Kohlen aus dem Feuer holst.
Google mal nach sekundärem Krankheitsgewinn.

Du könntest dich von der Caritas beraten lassen, wie du aus der Verantwortung kommst.

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Hallo,
wenn sich jemand nicht helfen lassen will, kann man nichts machen.
Natürlich ist es für dich belastend, aber gerade darum würde ich dir raten, biete dich ihr gar nicht zu oft an und versuche auch nicht, es ihr immer recht zu machen. Du hast jetzt bald dein eigenes Kind und brauchst deine Kraft und Zeit für das Baby. Sie ist erwachsen und auch nicht pflegebedürftig, Wenn sie ihr Leben nicht ändern will, kannst du sowieso nichts machen. Darum schraub ihr gegenüber etwas zurück und freu dich auf dein Baby.
Alles Gute noch
Nike

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Vielen lieben Dank. Recht hast du

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Hallo,

ich war/ bin wie deine Mutter, ziemlich genau sogar, nur hatte ich kein erwachsenes Kind auf das ich das abgewälzt habe. Einen richtigen Tipp kann ich ich dir nicht geben, ich kann dir nicht genau sagen, wieso ich so geworden bin oder wie ich da wieder raus gekommen bin. Es war wahrscheinlich eine Mischung aus psychischer Erkrankung ( diagnostiziert), dem Gefühl, unfair vom Leben behandelt worden zu sein, einem Burnout in jungen Jahren und Bequemlichkeit.
Was mir auf jeden Fall geholfen hat, war alles ,für das ich meinen Alltagstrott und meine " Komfortzone" verlassen musste, der Kontakt zum anderen ( und die damit verbundene Einsicht, dass es auch bei ihnen nicht immer besser läuft) und auch ins kalte Wasser gestoßen zu werden ( z.B. wenn ich gezwungen war, Fahrten alleine zu machen).
Tut mir leid, dass ich dir keinen konkreteren Rat geben kann, aber es gibt Hoffnung. 😉

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Vielen Dank, dass war schon ein super Rat!
Einfach Mal "die andere Seite" zu hören.

Es freut mich das du das so gut in den Griff bekommen hast, Respekt 😊

Anscheinend muss sie wirklich ins kalte Wasser springen damit sich etwas an der Einstellung ändert

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Hallo,

ich war/ bin wie deine Mutter, ziemlich genau sogar, nur hatte ich kein erwachsenes Kind auf das ich das abgewälzt habe. Einen richtigen Tipp kann ich ich dir nicht geben, ich kann dir nicht genau sagen, wieso ich so geworden bin oder wie ich da wieder raus gekommen bin. Es war wahrscheinlich eine Mischung aus psychischer Erkrankung ( diagnostiziert), dem Gefühl, unfair vom Leben behandelt worden zu sein, einem Burnout in jungen Jahren und Bequemlichkeit.
Was mir auf jeden Fall geholfen hat, war alles ,für das ich meinen Alltagstrott und meine " Komfortzone" verlassen musste, der Kontakt zum anderen ( und die damit verbundene Einsicht, dass es auch bei ihnen nicht immer besser läuft) und auch ins kalte Wasser gestoßen zu werden ( z.B. wenn ich gezwungen war, Fahrten alleine zu machen).
Tut mir leid, dass ich dir keinen konkreteren Rat geben kann, aber es gibt Hoffnung. 😉

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Hole dir Hilfe. Auch wenn ich der Meinung bin, dass deine Mutter ihr Leben so gestalten kann, wie sie will, scheint es dich doch sehr stark zu belasten, darum brauchst du Hilfe. Gerade jetzt, wo ja abzusehen ist, dass bald ein neuer Mensch auf dich angewiesen ist. Und das wird dir alles abfordern, da brauchst du nicht auch noch die Probleme deiner Mutter.

Hole dir Hilfe. Vielleicht in einer Familienberatungsstelle !

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Ich habe zu meiner Tochter schon gesagt, sollte ich mal derart unerträglich werden, soll sie mich bitte irgendwo aussetzen, wo ich garantiert nicht mehr heimfinde.
Sorry, ich liebe meine Tochter und würde ihr NIE zumuten, dass sie mein Leben maßgeblich leben soll, geht einfach nicht. Meine Mutter war so ähnlich wie Deine, bis ich einen Schlussstrich zog, zum reinen Eigenschutz.
Ich passe so sehr auf, dass das nicht passiert, dass meine Tochter schon monierte "du erzählst mir ja nix" 🤣 Nö, sie muss auch nicht alles wissen 😎
Es dürfte nur die harte Tour helfen. Entweder sie macht endlich eine Therapie oder Du ziehst Dich zurück. So geht das nicht. Wenn das Baby da ist, drehst Du durch. Babystress, schlaflose Nächte und eine klettige Mutter - unmöglich!
Du kannst ihr noch bei der Suche nach einem Therapeuten helfen, aber dann ist's gut. Wenn sie nicht will....tja...sorry.
LG Moni

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Oh ich denke genau wie du 🤭

Ich werde meinen Sohn nie so arg belasten wollen.
Deine Tochter kann sich sehr glücklich schätzen.

Ich werde wohl nach und nach weniger auf das reine gejammer eingehen und nach der Geburt ist der Kleine dran und dann muss sie lernen selbst klar zu kommen.

Ich danke dir für deine Antwort 😊

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Schweig einfach mal, wenn sie jammert. Wenn sie dann fragt, warum Du nichts sagst, antworte einfach: Ich kann und will nicht mehr deine Aufsichts/-Beschäftigungsperson sein, ich werde selber Mama. Schluss aus.
Sanften Rückzug wird sie kaum realisieren (wollen).
LG

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Hashimoto in Verbindung mit Depris ist nicht selten. Ziemlich wahrscheinlich beeinflusst es ihre Gemütslage und du merkst ja selbst es geht ihr schlechter.
Das ist aber nichts was man nicht im den Griff bekommen kann.
Sie will nicht? Gut, dann ist das ihr selbstgewählter Weg. Jammert sie, dann sag ihr halt "du willst es doch so".
Das Wunder kommt nicht bei der Tür herein geflogen. Da muss sie schon selbst aktiv werden. Du kannst das nicht für sie übernehmen.
Du machst Vorschläge, bietest Hilfe an. Nichts davon kommt bei ihr an. Da ist der Punkt an dem du sie sich selbst überlassen musst. Wenn man ständig gegen eine Wand redet, geht's einem irgendwann auch selbst an die Substanz. Man hat einfach keinen Nerv mehr.
Deine Energie brauchst du künftig für dein Kind. Dort kommt deine Fürsorge auch an und du wirst mit einem gut gedeihendem Kind "belohnt".

Du bist nicht die alleinige Unterhalterin deiner Mutter. Lass dir da kein schlechtes Gewissen einreden. Dein Kind bekommst du ja auch nicht um dort deinen Seelenmüll zu deponieren.
Deine Mutter muss ihren Kahn schon selbst vor dem Untergang bewahren.

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Dankeschön für deine Antwort.

Es ist echt schön zu lesen das ich wohl nicht einfach blöd bin oder asozial denke 😅

Ich habe großes Verständnis für ihre Gefühle aber jedesmal wenn sie von vorne anfängt, weiß ich nicht was ich sagen soll.
Allmählich reicht es doch 😞
Da muss sie mal aus ihrem Schneckenhaus kommen und etwas annehmen was ihr hilft.

Ich muss wohl echt etwas härter werden.
Danke dir !

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Jedes Mal wenn sie anfängt, sagst du einfach es liegt an ihr etwas zu ändern.
Gleichzeitig würde ich ihr aber auch sagen, dass ich nicht mehr ständig dasselbe hören möchte, wenn sie nicht bereit ist aktiv zu werden. Vom Jammern alleine wirds nicht besser.
Da wäre ich einfach ehrlich.

Für die Schilddrüse gibt es Medikamente oder Behandlungen. Für die Depression ebenso.
Zum Arzt gehen muss sie selbst.
Ihren Seelenmüll soll sie einem Therapeuten erzählen und sich fachlich helfen lassen.
Dann wäre bei mir Ende mit den gut gemeinten Ratschlägen.
Ganz ehrlich, wenn sie weiter nichts unternimmt, stehe ich auf und gehe, wenns mir zuviel wird. Wohl gemerkt mit den Worten "ich kann dir nicht helfen, wenn du dir nicht helfen lässt".
Man muss sie nicht in Watte packen.
Mit asozial hat das absolut nichts zu tun.
Irgendwann ist deine Grenze auch erreicht.