keine Familie und Eifersucht

Hallo zusammen. Ich hatte schonmal einen ähnlichen Beitrag verfasst. Es geht darum, dass ich nicht damit zurecht komme, alleine mit Mann und Kind in einer anderen Stadt zu leben. Meine Eltern wohnen etwas weiter weg und aktuell ist es so, dass meine Schwester neben ihnen lebt und ihr Freund dazu gezogen ist. Ich bin ziemlich neidisch, denn meine Mutter erzählt mir ständig, wie sie der Schwester hilft und ich zu meinen Teil musste alles bisher alleine meistern, samt Kind. Es ist nicht selbstverständlich aber der Gedanke, dass meine schwester es einfacher haben wird und meine Mutter ständig auf Abruf ist und ihr hilft macht mich verdammt eifersüchtig. Eigentlich gönne ich es denen aber ich sehen mich auch nach sowas. Die Entfernung und das alleine sein, wird mir auf die Dauer echt blöd zumal wir ein weiteres Kind wünschen und ich gar nicht weiß wie ich das alles schaffen soll. Es ist machbar aber man kann halt nie zu Oma und Opa greifen, während meine schwester den Luxus lebt und in Zukunft leben wird. Sie muss ja nichgmal kochen, sie essen immer gemeinsam. Ich fühle mich echt ausgeschlossen. Mein Mann zeigt hierzu kein Verständnis und sagt, dass ich spinne. Aber ehrlich gesagt, wird mir doch alles tag täglich erzählt und ich bin da echt neidisch. Manchmal will ich schon gar nicht anrufen, weil es immer das selbe Thema ist und ich nach dem Telefonat verdammt traurig bin und einsam. :-(

Ich will mich so nicht fühlen.

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Dann zieht doch wieder zurück, wenn du so unzufrieden bist.
Ich kann total verstehen, dass Großeltern in der Nähe echt gold wert sind. Wir haben das auch nicht.
Aber gleichzeitig finde ich es auch irgendwie befremdlich, sich ein 2. Kind zu wünschen, aber gleichzeitig nicht zu wissen, wie man das schaffen soll. Denn schließlich ist ein Kind sowieso in erster Linie die Verantwortung der Eltern und besonders in der heutigen Zeit kann man sich ja auch gar nicht mehr darauf verlassen, dass Großeltern überhaupt bereit dazu sind, dauerhaft viel care Arbeit zu leisten. Das als Grundlage für die Familienplanung zu nehmen, finde ich schwierig.
Vielleicht hast du dich auch einfach nur unglücklich ausgedrückt und es ist nicht so dramatisch, wie es sich anhört. Aber wenn ich mir ohne meine Eltern ein 2. Kind nicht zutrauen würde, dann würde ich halt keins bekommen.

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Naja aber 1-1,5 Std sind ja nu auch nicht aus der Welt. Da kann man doch locker 1x die Woche hinfahren, wenn man will.

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Obwohl es nichts zur Sache tut, war das auch mein erster Gedanke beim lesen…

Wie passen Kinderwunsch und nicht wie wissen wir schaffen zusammen?

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Sei nicht traurig sondern stolz dass du es auch ohne Oma und Opa schaffst. Natürlich verstehe ich dich auch, aber die Entfernung zu den Eltern hat nichts mit der Unterstützung zu tun. Eine Bekannte hat ihre Eltern ums Eck und bekommt null Unterstützung-der bruder schon…

Was meint Deine Mutter dazu?
Weiss sie wie du fühlst?

Lg

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So ganz stolz darauf bin ich irgendwie nicht. Wünschte ich könnte meine Ansichten etwas ändern und es vielleicht auch sehen.
Meine Mutter weiß das schon, meine Mutter sagt immer, wenn ich auch da wäre würde sie das gleiche für mich tun, was ich ihr ja auch glaube. Trotzdem kränkt es sehr.

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Sieht deine Schwester das denn auch so toll?
Vielleicht ist es ihr schon wieder zu viel und sie wäre froh über etwas Abstand oder das deine Mutter weniger „mitmischt“,
Vielleicht erzählt dir deine Mutter auch nur wie toll sie das findet und ist selber „genervt“ das deine Schwester sie immer auf Abruf hat bzw die ständige Präsenz erwartet 😊

Ich kann dich verstehen das du eifersüchtig bist aber alles hat seinen Vor- und Nachteil und manchmal sieht es von außen anders aus als es wirklich ist. Du schaffst dein Leben mit Kind alleine und das so wie du und dein Mann es möchten. Darauf kannst du super stolz sein!

Bearbeitet von LiliK
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So stolz sein auf mich würd ich gerne. Bin einfach nur traurig und wie gesagt neidisch… also aktuell weiß ich von beiden, dass es gut ist. Ich kann mir irgendwie auch nicht vorstellen dass sich das andersrum ändert. Die Situation ist noch neu für alle. Und ich denke wenn meine Schwester dann mal ein Baby bekommt wird sie froh sein, die Mutter gleich eine Tür neben sich zu haben.

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Warum lebt ihr so isoliert in eurer Stadt?
Kennst du niemanden?
Wie weit bist du von deiner Heimat entfernt?

Das Gras auf der anderen Seite scheint immer grüner. Ob es das auch wirklich ist, ist eine andere Geschichte.
Ihr bekommt es alleine hin. Das ist doch toll, oder nicht?
Da kannst du schon stolz drauf sein und einem gelegentlichen Heimatbesuch steht doch nichts im Wege.

Wenns nicht rund läuft, läuft man nicht zu Mami (sorry!) zurück.

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Hinfahren kann man, es sind gut 1-1,5 std entfernt. Aber durch Job etc. Ist es natürlich nicht immer so einfach.
Wochenende klar aber unter der Woche weniger zumal meine Mutter immer auf meinen Vater angewiesen ist, sie selbst kann so lange Strecken nicht fahren.

Das Ding ist halt, manchmal hat man wichtige Arzt Termine oder manchmal sind Kita feiern da ist eben keine Oma und Opa so schnell da. Und ich überlege sogar den Fall wenn ich ein zweites Kind habe wie ich es dann machen soll mit dem ersten Kind. Ist ja keiner da? Wo kommt das Kind hin?

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Wir haben auch 2 Kinder und keinerlei Unterstützung. Aber das wussten wir vor den Kindern. Unsere Jobs mussten wir anpassen als Grundlage um überhaupt eine Familie zu gründen.

Steht eine Kiga Feier an weiß man das früh genug und du kannst deine Eltern in Verbindung mit einem Besuch bei euch einladen.
Arzttermine legst du auf den Vormittag. Da ist das Kind doch im Kindergarten.
Mit Baby nimmst du einfach jemanden mit, wenn es keine Termine außerhalb der Arbeitszeiten deines Mannes gibt.
Oder dein Mann nimmt sich einen Tag Urlaub. Dann könntest du an diesem Tag gleich mehrere Termine war nehmen, falls nötig.

Eine gute Stunde Fahrtzeit ist doch nicht aus der Welt und machbar.
Kein Grund für Neid.
Wenn dir nach Familie ist fährst du hin.
Oft ist sogar etwas Distanz besser für ein gutes Verhältnis,als wenn man aufeinander klebt. Kannst du alles hier nachlesen.

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Hallo,

Was heißt denn weiter weg? Für mich ein dehnbarer Begriff.
Warum kommst du damit nicht klar? Hast du kein eigenes Leben an euren Wohnort? Also Job, Hobby, Bekannte oder Freunde? Wenn nicht, dann solltest du dir dieses dringend dort aufbauen.

Warum sollte man es ohne die Großeltern nicht schaffen? Es ist euer Leben und dass sollte man selbst im Griff haben. Ich könnte zwar auf die Großeltern zurückgreifen, aber auch nur im Notfall, denn sie führen ihr eigenes Leben und wir unseres. Wir haben ein gutes Netzwerk aufgebaut aus Kita, Babysittern, Freunden und Familie für Ausnahmensituationen. Wen wir ausgehen, dann zahlen wir einen Babysitter.

Warum eine Erwachsene täglich Hilfe von Mama und / oder Papa braucht ist mir schleierhaft. In meinen Augen haben sich diese Menschen nicht richtig emanzipiert von ihren Eltern und sind nicht fähig ein eigenständiges Leben zu führen. Und oft birgt diese Enge richtige Konfliktpotzial.

Unsere Eltern leben fußläufig. Aber ich sehe meine Eltern circa alle 14 Tage, meine Schwiegereltern einmal die Woche. Wenn es viel mehr wäre, wäre es mir zu viel. Ich führe mein eigenes Leben. Wir haben unsere Jobs, unsere Hobbiys, die Große (knapp 4 Jahre ) hat ihr Hobby. Aktuell ist mein Mann mit der Kleinen ( 5,5 Monate) in Elternzeit und ich gehe arbeiten. Wenn ich und die Große um 15 Uhr zu Hause sind, beginnt Familienzeit. Spielplatz, Schwimmbad, Sport etc.


Also lebe dein Leben und gestalte es so, dass du dort wo du lebst glücklich bist.

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Hallo!

Wie ich das lese, bist du mit deinem Mann weggezogen? Da können deine Eltern ja nichts dafür...

Vielleicht ist es möglich, daß deine Mutter/ Eltern mal für 2-3 Tage bei euch übernachten, wenn was wichtiges ansteht?

LG

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Es ist genau so wie bei uns. Wir leben 200 km und gute 2h weg. Meine Mutter macht alles für meine Schwester und die 2 Enkel. Jeden Tag gibt es da Unterstützung. Mit 6 Monate altem Kind ließ meine Schwester sich die Brüste operieren und den Bauch straffen. Meine Mutter war wochenlang Vollzeit da. Jeden Tag wird da gekocht aufgepasst und gespielt. Dauernd gibt es Geschenke (ist mir egal ich kaufe meinem Kind was es brauch).
So weißt du was es hier gibt: GAR NICHTS. Ich bin auch neidisch. Das ist vollkommen normal. Es heißt bei uns auch wenn ihr hier wärt würde ich auch alles für euch machen. Und weißt du was das wäre niemals der Fall!!!
Ich finde es übel wenn es so ungleich verteilt ist. Für mich ist die Entfernung auch keine Ausrede. Klar ist das nichts für jeden Tag aber in gewissen Situationen sollten die Omas auch für die da sein die nicht vor Ort sind. Ich hatte zb keine Hilfe im Wochenbett, danach hatte ich mit gestilltem 4 Monate alten Kind ne Krebs OP. Ich würde schon erwarten dass man mindestens in Notsituationen Hilfehat. Es gab jetzt nichtmal nen Anruf zum Geburtstag meiner Tochter. Weihnachten war auch Funkstille. Habe meine Konsequenzen gezogen und den Kontakt eingestellt.

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Fühle dich gedrückt. Manche Menschen sind einfach furchtbar. Leider sind es manchmal die Eltern.

"Es heißt bei uns auch wenn ihr hier wärt würde ich auch alles für euch machen. Und weißt du was das wäre niemals der Fall!!!"

Ich fühle das so! Das sagte mein Vater auch immer zu mir, als ich bei dem jährlichn Besuch fragte warum sein "neues Kind" so viel mehr bekommt von ihm. Er sah mich 1-2 Woche im Jahr und es gab keine Exklusivzeit, ich war der dritte Rad am Wagen seiner neuen Familie. Ich wollte doch nur die wenige Tage mit ihm verbringen. Wenn ich frage, hieß es immer, wäre ich bloß nicht zu meiner Mutter gegangen, nach der Trennung, dann...
es sei deswegen meine Schuld...
Ich war 6 bei der Trennung, ich habe keine ahnung warum ich am Ende wo war.

Es war natürlich genau das, was du sagst, es war immer gelegen!

Als ich Erwachsen war erfuhr ich, dass er mich von sich aus abgegeben hat und auch das Sorgerecht nicht wollte. Ich war zum Zeitpunkt der Trennung bei ihm, meine Mutter arbeitete hunderte Kilometer weg (für wenige Wochen, Saisonarbeit - Meine Eltern wollten eigentlich sparen und sich sich mit einem Geschäft selbstständig machen).
Es gab nicht einmal eine Gerichtsverhandlung, er unterschrieb beim Notar alles freiwillig. Warum? Einfach, weil seine Neue sich von mir gestört gefühlt hat. Ich störte, denn sie war ja selber sofort schwanger. Er hat mich abgegeben und gab mir dann die Schuld, dass ich bei meiner Mutter war. Dabei wusste er, dass meine Mutter psychisch labil war, das war ihm egal, ich war ihm egal.

Ich habe irgendwann auch damit abgeschlossen, viel zu spät, aber dann doch den Absprung geschafft.

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Fühl dich auch gedrückt. Das ist auch furchtbar.
Meine Eltern sind auch geschieden. Getrennt haben sie sich da war ich 23. Es war eine furchtbar schmutzige Trennung. Er hat meine Mutter finanziell abgezockt. Sie war so unselbständig und konnte einfach nichts. Ich hab ihr viel neben meinem Studium abgenommen und mich auch um meine 2 kleineren Geschwister gekümmert. Leider ist sie und in der Zeit dem Alkohol verfallen. Ich habe phasenweise die Mutterrolle übernommen bis ich selbst nicht mehr konnte. Mein Vater hat uns 3 Kinder am Tag des Auszugs fallen lassen. Erst hieß es wir müssten die neue Frau akzeptieren, dann wären wir wieder Teil seines Lebens. Das habe ich sogar getan. Es hat nichts genützt und er hat den Kontakt zu mir abgebrochen. Die neue Frau hat eine Tochter, diese sieht er nun als seine an obwohl sie damals auch schon 18 war. Das letzte mal hab ich ihm vor 2 Jahren nach 10 Jahren Funkstille ein Bild unserer neu geborenen Tochter geschickt. Es kam nichts zurück.
Es ist Wahnsinn was Eltern mit ihrem Desinteresse und den Schuldzuweisungen in einer Kinderseele anrichten können.

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Ich verstehe dich schon aber ihr habt es selber entscheiden weg zu ziehen gut vermutlich war das vor dem Kind . Ein Rückzug in die Nähe der Großeltern muss nicht heißen das sie dich unterstützen aber ihr wärt nicht die ersten die mit Kind in die Nähe der Großeltern ziehen . Wir habe zwar ein fittes Großelternpaar in der Nähe aber unterstützt haben sie nie bei nichts nicht mal in Notfällen . Das war teilweise hart als die Kinder kleiner waren aber wir haben es auch mit mehreren Kindern alles alleine gemeistert , inzwischen sind die Kinder zum Glück selbstständig genug .

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Das wäre ja mein absolutes Grauen, aber wer es mag…
Ganz sicher ist deine Schwester auch mal genervt davon, anders kann ich mir das nicht vorstellen. Und dein Schwager sicher auch, was den Familienfrieden knirschen lässt.
Ihr kriegt es doch gut hin und ihr wohnt 1,5 Stunden entfernt, da kann man regelmäßig fahren, auch mal zum Abgeben wenn du so eine hilfsbereite Mutter hast und im Notfall kann auch jemand zu dir kommen.
Man muss sich da wo man wohnt sein eigenes „Dorf“ aufbauen.