Kind von meinem Partner mag (?) mich nicht…

Hallo an alle..

Ich hoffe ihr habt einen Rat für mich.. und ich hoffe es lässt sich nicht richtig absurd lesen…

Vorab, ich habe einen Sohn fast drei und mein Partner eine Tochter 1 1/2 Jahre.

Wir wohnen seit einigen Monaten nun zusammen, beide Kinder haben es eigt schon gut verstanden das wir jetzt alle zusammen wohnen.

Jetzt aber zu meinem Problem…

Die Maus von meinem Partner mag (?) mich nicht…
Sie schreit, haut um sich, nimmt nichts von mir an, beißt und verletzt sich selber in der Hinsicht das sie ihren Kopf auf den Boden haut oder sich einfach fallen lässt und so dermaßen schreit das sie sich nicht beruhigen lässt.
Natürlich behandle ich beide Kinder gleich, versuche auch mit beiden Kindern zu spielen aber die kleine lässt es nicht zu.
Sie lässt mich nicht an sich ran.
Wenn sie was trinken mag und ich ihr trinken gebe schmeißt sie es schreiend weg aber nimmt es von ihrem Papa an.
Sie schreit beim wickeln und Umziehen aber nur bei mir.
Wenn andere bei uns sind, meine Eltern oder Freunde ist sie nicht so distanziert.

Wir wissen nicht mehr weiter und wissen ehrlich gesagt auch nicht ob der Kinderarzt uns da weiterhelfen könnte.

Wir haben auch schon mit Familie und Freunde gesprochen aber selbst die wissen nicht woran es liegen könnte.

Ich gebe mir soviel Mühe und all das bringt nichts.

Ich stelle mir auch schon die Frage ob es an mir liegt, ob sie mich vielleicht nicht mag… all sowas.

Für sie hat sich ja eigt nichts geändert, sie kriegt trd die Liebe und Aufmerksamkeit wie davor…

Hat jemand Erfahrung damit gemacht?

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Hallo,

ich kenne ähnliches Verhalten von Pflegekindern, die das bisherige Erlebte dann auf die neuen Vertrauenspersonen "übertragen". Hier würde ich mir tatsächlich Beratung einholen. Unser Jugendamt arbeitet mit entsprechend geschulten Psychologen zusammen, da hilft dann oftmals schon eine Stunde Supervision und man kann mit dem Verhalten anders umgehen.

Unsere große Pflegetochter kam mit knapp über 2 Jahren zu uns. Ich durfte sie drei Monate nicht richtig in den Arm nehmen, sie nicht trösten, wenn sie nachts nach Luft schnappte und weinte. Ich hab das akzeptiert, hab "mich" ihr aber immer angeboten. Ich hab mich dann mit Abstand hinter sie gelegt und z.B. nur mit den Fingerspitzen berührt, damit sie merkt, sie ist nicht alleine. Ich hab ihr auch immer gesagt, dass ich ihre Wut verstehen kann und ich auch wütend wäre in ihrer Situation. Nach und nach kam sie mir körperlich immer näher und nach drei Monaten war ich ihre "Mama" und sie klebte an mir wie ein Affenbaby :-).

Nimm das Verhalten nicht persönlich, deine (Stief-)Tochter hat schon einiges hinter sich. Versorge sie liebevoll, behandele sie wie ein eigenes Kind. Und wenn sie dich zurückweist, dann akzeptiere es und sei weiter freundlich, liebevoll und zugewandt. Und immer wieder sagen: Es ist nicht gegen Dich persönlich!

Ich wünsche Euch viel Kraft und Durchhaltevermögen. So eine kleine Kinderseele braucht Zeit zum Heilen und Vertrauen aufbauen.

Liebe Grüße

Delenn

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Was ist mit der Mutter des Kindes? Wohnt die Kleine da auch?

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Nein, es besteht garkein Kontakt zur Mutter das wurde auch so über das Familiengericht entschieden.

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Dann müssen schlimme Dinge vorgefallen sein? Was musste das Kind mit einer Mutterfigur erleben?

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Hallo, seid ihr denn schon lange zusammen?

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Ein Jahr, wir sind zusammen gekommen wo die kleine 5/6 Monate alt war.

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Du kennst das Kind also von Säuglingsalter an. Kann es vielleicht trotzdem daran liegen, dass das Kind bemerkt das es eine emotional andere Bindung zu deinem leiblichen Kind gibt?

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Gab’s denn eine Art Eingewöhnung? Du bist eine völlig Fremde für die Maus, die nun plötzlich die Care-Arbeit übernimmt und solch intime Dinge wie Wickeln übernehmen soll. Vllt fühlt sie sich bei dir (noch) nicht sicher und traut dir quasi nicht zu, dass du das kannst?

Als Motte in die Kita eingewöhnt wurde (mit knapp 2), hab ich sie anfangs gewickelt. Die Erzieherin war dabei. Dann wickelte die Erzieherin und ich war dabei. Dann wickelte die Erzieherin, ich war in Rufnähe. Das klappte sehr gut.

Wenn du alleine die Maus nicht betreuen kannst, mach es vorerst mit deinem Freund zusammen. Er macht, du bist nur anwesend. Dann machst du und er ist anwesend. Und dann klappt’s vllt alleine.

Spielt zu 4., bis sie dir auch vertraut.

Seid behutsam, gebt ihr Zeit, akzeptiert ihre Grenzen. Wenn ihr da respektvoll miteinander umgeht, wird es bestimmt irgendwann besser, da sie dann spürt und gelernt hat, dass sie dir vertrauen kann.

Bearbeitet von esistjuli
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„ Sie schreit, haut um sich, nimmt nichts von mir an, beißt und verletzt sich selber in der Hinsicht das sie ihren Kopf auf den Boden haut oder sich einfach fallen lässt und so dermaßen schreit das sie sich nicht beruhigen lässt. “
War das schon immer so oder hat es sich erst kürzlich entwickelt?
Ich frage, weil meine Tochter abends wenn sie überdreht/müde ist sich genauso verhält. Sie ist dann wie ein kleiner Dämon. Bäumt sich auf wie beim Exorzisten, lässt sich einfach fallen. Wir denken: Die Autonomiephase bahnt sich an.
Bei uns ist es auch in solchen Phasen völlig egal ob ich oder mein Mann sie beruhigen wollen. Sie akzeptiert uns als gleichwertige Bindungspersonen. Bei anderen/eher ihr fremden Personen zeigt sie diese Phase nie. Nur wenn einer von uns da ist, traut sie sich und ihre Gefühle rauszulassen (so erklären wir es uns zumindest).
Ich würde also nicht per se sagen, dass du für sie keine Bindungsperson darstellst. Vielleicht bist du sogar ihr noch näher und sie kann sich komplett fallen lassen. Vielleicht hat sie jetzt gerade auch nur eine Papaphase.
Frage dich:
Ist sie rund um die Uhr so abweisend, sind es Phasen und war das Verhältnis schon seit ihr euch kennt so oder hat sich diese Art erst kürzlich entwickelt?

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Ganz vergessen-> Meine Tochter ist 15Monate alt.

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Das alles fing an Kurz bevor ich zu meinem Partner gezogen bin und das geht auch den ganzen Tag so, es gibt selten, sehr selten Tage wo das nicht ist.
Sie macht morgens die Augen auf und da geht es auch schon los.
Wir dachten ehrlich gesagt, das es eine Phase ist die einfach vorbei geht, aber es geht jetzt schon echt lange.

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Liebe Mommy,

ihr habt so eine spezielle Situation und ich würde mir an eurer Stelle Beratung bei einer Beratungsstelle suchen, am besten eine, die auch Erfahrung mit adoptierten / Pflegekindern haben. Bei euch geht das ja eigentlich in die Richtung. Die leibliche Mutter war früher mit in die Betreuung involviert oder ist sie schon immer komplett abwesend?

Fürs erste würde ich euch den Rat geben, so behutsam wie möglich mit der Maus umzugehen, aber das versucht ihr ja vermutlich schon und sicher ist es schwer, gleichzeitig nicht auch noch deinen Sohn aus dem Blick zu verlieren. Für ihn ist das ja auch sicher nicht einfach. Daher mein Rat: lasst euch beratend begleiten, es kann sicher was tolles aus eurer kleinen Familie wachsen!

LG October

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Darüber haben wir tatsächlich auch schon nachgedacht weil wir einfach nicht weiter wissen.
Die Mutter hatte keine wirkliche Bindung zu der Maus.
Als mein Partner und sie sich trennten wollte sie die kleine auch lieber in eine Pflegefamilie geben anstatt bei dem Papa zu lassen. Sie hat auch die vereinbarten Umgänge vom Gericht nicht wahr genommen also vermute ich oder vielleicht hoffe ich das auch nur sieht die kleine mich als ihre Mutter an… das weiß ich aber nicht. Da sie sich ja so abweisend mir gegenüber verhält.

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Ihr müsst auch bedenken, dass die kleine einen Bindungsabbruch hinter sich hat. Das ist auch nicht zu unterschätzen.

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Vorneweg, ich glaube ganz sicher nicht, dass sie Dich "nicht mag". So differenziert denkt die kleine Maus noch nicht.
Aber, sie hat was erlebt, was sie nicht einordnen kann, wie auch. Die Mama fehlt und die Lebensumstände sind komplett anders.
Meine Tochter hat mein Scheidungschaos damals auch erlebt mit ca. einem Jahr, die unerfreulichen Vorfälle gingen noch 3 Jahre weiter. Ich habe sie damals bei einer Tagesmutter gehabt, aber von Mo bis Fr, um den Kindern Stabilität zu geben und vom Chaos fernzuhalten, was laufend durch meinen Ex entstand. Wenn ich die Beiden Fr nachmittags abholte, war meine Tochter auch erstmal durch den Wind, quengelig und schwer zu händeln, sie liebte ihre Tagesmutter sehr (Gottseidank!).
Wenn ich sie Sonntagabend wieder abgeben musste, war es auch sehr schwer, für uns alle, da klammerte sie dann bei mir.
Es gab leider keinerlei andere Möglichkeit, das Jugendamt saß mir ja auch noch sehr im Nacken. Aber- mit viel Geduld klappte es dann. Ich machte am Wochenende null Haushalt, sondern kümmerte mich allein um die Kinder, mit viel Unternehmungen, viel kuscheln und reden.
Hol Dir ruhig Rat beim Jugendamt, das ist kein Fehler, ansonsten wird die Zeit für euch arbeiten, denke ich mal. Irgendwann wird die kleine Maus ganz sicher merken, dass Du für sie da bist.
LG Moni

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Liebe Moni,
das ist jetzt eine persönliche Frage - Deine Kinder waren Mo- Fr komplett bei der Tagesmutter oder nur eine gewisse Stundenanzahl am Tag?