Kind will-, oder auch nicht (?) bei Oma übernachten

Hallo,

Ich habe folgende Situation.
Meine Tochter wird im Juni 4 und würde gerne (äußert sie selber immer wieder so) bei Oma schlafen. Ist es dann so weit und es geht um das einschlafen, möchte sie dort nicht bleiben.
Wir haben es jetzt 2x ausprobiert, auf ihren Wunsch hin und jedes Mal hat sie der Mut verlassen und wir haben sie abgeholt.
Beim 3. mal hat ihre Cousine ebenfalls mit bei Oma geschlafen, als „Hilfe“ und es hat wieder nicht funktioniert.

Bitte nicht falsch verstehen (!):
Ich habe überhaupt kein Problem mein Kind wieder abzuholen und es muss aus meiner Sicht, auch nicht bei Oma schlafen, wenn sie nicht möchte. Allerdings verstehe ich nicht ganz, warum sie es immer wieder äußert, dass sie dort schlafen möchte ?! 😅

Wie soll ich mich verhalten? Soll ich es immer wieder probieren? Soll ich es lassen und diesen Wunsch somit erst einmal ignorieren?
Es ist doch nicht schlimm, wenn sie nicht bei Oma schlafen kann/möchte, oder ?!
Ich möchte mich nicht falsch verhalten.

Ich mache nie ein Riesen Ding draus oder so nur bin ich irgendwie inzwischen etwas verunsichert, was dieses Thema betrifft .


Bitte seid freundlich zu mir, ich frage ja auch ganz normal 😇
Danke und schönes Wochenende!

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Als Kind war ich genauso. Wollte es immer aber nicht bei Oma sondern bei Freundinnen. Aber als es soweit war hatte ich wieder heimweh. Musste auch immer abgeholt werden. Irgendwann hat es dann mal geklappt mit guten zusehen der Mutter der Freundin.
Ich glaube da hilft nur Geduld, gutes zureden und Verständnis.
Ich weiß ja nicht wie dad läuft bei Oma am abend. Liegt sie schon im Bett und will dann nachhause oder vorher schon?Vielleicht bei Oma ein neues Ritual finden oder gutes zureden. Mir hat geholfen damals noch eine Kasette anmachen. Vielleicht hilft ja auch wenn sie wieder nachhause will es einfach zu versuchen mit einer Geschichte oder Hörbuch am Bett.
Ich denke irgendwann wird es klappen. :)
Da kann man glaub nicht viel machen.

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*zureden nicht zusehen

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Ich würde den Wunsch nicht ignorieren und es immer mal probieren wenn es passt. Ihr wohnt wahrscheinlich nicht so weit entfernt, oder?
Vielleicht kann sie ja ein Bild von dir mitnehmen oder ihr macht nochmal einen Videoanruf im Bett?
Unser Sohn (4) äußert auch oft den Wunsch, dass er allein bei Oma schlafen will und im Nebensatz… aber ich soll mitkommen 😅 Bei uns ist die Entfernung aber groß, sodass ein Probieren schwer ist.

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Ganz einfach. Auf der einen Seite würde sie es halt gerne. Aber auf der anderen Seite verlässt sie abends der Mut.

Würde ihr einfach sagen, dass sie es nochmal versuchen kann, wenn sie etwas älter ist. :-)

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Hallo Anna,
nein, es ist überhaupt nicht schlimm, wenn dein Kind nicht, noch nicht, fremd-übernachten will. Die Versuche würde ich lassen, bis du da Gefühl hast, das dein Kind seine Entscheidung halbwegs überschauen und dann auch tragen kann. Die Option "ich hol dich sofort ab" dann evtl. ersetzen durch "ich komm gleich morgen früh"?
Ich bin hier die Oma, großes Enkelkind frisch 5 Jahre, ist sehr gerne bei uns (ländlich) und verkündet schon, dass er später hier bei uns wohnt. Ohne Mamma bei uns übernachten traut er sich noch nicht. Vielleicht traut die Mama sich auch nicht. Kinder haben sehr feine Antennen. Aber das ist alles okay. Es muß doch nix. Was ich aber tatsächlich nicht machen würde sind ständig neue Versuche. Wenn Kind bei der Oma schlafen will, das selbst möchte und drumherum alles in Ordnung ist macht aus, das du zum Frühstück kommst. Oder Oma mit Kind zu dir. Aber nicht mitten in der Nacht im Schlafanzug. So würde ich es machen.

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Meine jetzt 6-jährige hat das immer noch hin und wieder. Sie hat angefangen, als sie 3,5 war, da war es überhaupt kein Problem und sie wollte immer noch eine Nacht bleiben. War so ca. alle 2-3 Monate. Mit 4,5 wurde es ein großes Problem, großes Heimweh am Abend, meine Schwiegermutter hat sie Mal spät nachts noch zurück gefahren (45 min). Dann so 4-5 Monate später wieder besser, aber Höhen und Tiefen...

Ich glaube, es ist normal, tagsüber mit Action und Sonnenschein ist es halt was anderes als ruhig in der Abenddämmerung. War bei mir als Kind (und bei meinen Freunden) auch so.

Wir haben uns dann aber entschieden, dass wir sagen, bis zum Abendbrot würden wir noch fahren, danach nicht mehr. Ich glaube, es hilft auch nicht so gut, wenn das jeden Abend ein langes hin und her wird und vielleicht verfestigt es sich dann auch zu sehr und die Strecke ist bei uns grenzwertig lang. Aber ich glaube, das muss jeder für sich entscheiden, wie viel er seinem Kind da "zumuten" kann und will. Ich denke irgendwie, das Gefühl, über dich hinaus gewachsen zu sein, ist auch was wert.

Und wir haben mit ihr geredet, was ihr hilft. Das waren dann eher witzige Sachen, da haben wir dann Ideen gesammelt. Meine Schwiegermutter hat noch "Anti-Heimweh-Tablette ", weiß gar nicht, ob sie die Mal ausprobiert hat. Und bei uns hat es gut funktioniert, abends und am späten Nachmittag nicht mehr zu telefonieren, das führt bei meiner Tochter zu dem Wunsch, mit zu Hause zu sein. Das sind so die praktischen Tipps.

Grundsätzlich muss aber kein 4-jähriges Kind unbedingt bei Oma übernachten.

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Wenn der Wunsch nicht gerade täglich besteht würde ich sie einfach versuchen lassen.
Schlimm finde ich ihre Rückzieher ganz und gar nicht, sondern normal.
Ich finde es aber auch von euch und der Oma toll wie ihr damit umgeht und sie jederzeit wieder nach Hause kann.
Sie ist ja auch erst 4.Alles kann nichts muss. So soll es sein.

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Wenn dein Kind selbst den Wunsch hat, dann würde ich auch versuchen, dass sie nicht ständig Niederlagen einstecken muss.

Also entweder abwarten, ein guter Zeitpunkt ist, wenn ein neuer Schritt geschafft wurde - dann sind Kinder meist recht selbstbewusst und zuversichtlich. Oder ihr unterstützt sie sanft, dass sie diesen Schritt schafft. Denn manchmal brauchen Kinder einen kleinen Stups.
Wie hier manche schon schrieben: erklärt ihr beim nächsten Versuch bevor ihr fahrt, dass sie nach Hause gebracht oder abgeholt wird, aber erst morgen früh.

Die Oma wird sie ja nachts auch nicht allein im Gästezimmer schlafen lassen, sondern bei ihr sein.
Und natürlich ist es illusorisch, dass sie bei solchen Übernachtungen ein normales Schlafverhalten zeigt. Das wird ja auch niemand erwarten. Das riecht anders, es gibt andere Geräusche - natürlich ist das aufregend und auch ein bisschen beängstigend. Aber seine Ängste zu besiegen bedeutet ja auch, diesen Ängsten nicht mehr ohnmächtig ausgeliefert zu sein, also Selbstwirksamkeit.

Ich bin immer Team "Du schaffst das" gewesen, auch wenn es bedeutet, dass meine Mama-Position jedesmal ein Stück bedeutungsloser wurde - und so soll es ja im besten Falle auch sein.

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Ich würde den Wunsch nicht ignorieren, aber ich würde ihr sagen, dass sie dafür wohl noch ein bisschen älter sein muss, weil sie vielleicht doch noch nicht so weit ist und euch Eltern in der Nacht braucht bzw. die Sicherheit dass ihr da seid.
Ich hätte noch eine Idee. Die ersten Male zusammen bei der Oma übernachten, also du mit ihr. Dann kennt sie das schon und traut sich dann eher alleine.