Nur Hausfrau oder arbeitende Mutter, was ist denn nun anstrengender?

Guten Abend an alle,

Hier häufen sich ja in letzter Zeit die Threads, in denen Frauen berichten, dass sie überlastet sind, weil der Partner sich bei den Themen Haushalt und Kinder kaum bis gar nicht einbringt. Oftmals wird der Frau ja dazu geraten, wieder oder mehr arbeiten zu gehen, obwohl sie belastungsmäßig eh schon am Ende ist, der Partner sich wahrscheinlich nie auf eine 50/50 Einteilung im Bereich Haushalt, Kinderbetreuung etc. einlassen würde.

In einem Thread vor ein paar Tagen wiederum wurde einer Userin unterstellt, sie sei nicht belastbar, weil ihr 8 Wochenstunden Erwerbstätigkeit zu viel seien nebst Kinder und Haushalt, der Mann aber scheinbar viel arbeite und wenig Carearbeit leiste.

Für mich hört es sich oft so an, und das hat sich in vielen Beiträgen auch so heraus kristallisiert, dass in den Familien, wo beide erwerbstätig sind, auch der Haushalt und und die Kinderbetreuung im gesunden Maße aufgeteilt sind und dass dort, wo die Frau entweder nur Hausfrau ist oder geringfügig oder mit wenigen Wochenstunden arbeitet, für die komplette Carework, Kinderbetreuung und Haushalt zuständig ist. Wie soll Frau da noch mehr arbeiten?

Ich bin in einer ähnlichen Situation, kleine Kinder, wenige Wochenstunden, ein viel arbeitender Mann, der wenig Carework und Haushalt macht. Ehrlich, ich gehe auf Dem Zahnfleisch. Morgens Kinder alleine für die Kita fertig machen, zur Kita hetzen, zur Arbeit hetzen, an der Arbeit es noch nicht mal schaffen zur Toilette zu gehen oder mal was zu essen, Kinder aus der Kita mittags abholen, Mittagessen machen, Haushalt machen, die Kinder beschäftigen, Gartenarbeiten, Haushalt, Einkaufen, Kinder ins Bett bringen und auch nachts für die Kinder da sein. Es gibt keine Minute am Tag für mich. Ich sehe echt ungepflegt aus, graue Haare, ungezupfte Augenbrauen, unlackierte Nägel, Trockenshampoo ist mein bester Freund, ich trage lange Hosen bei 35 Grad, weil meine Beine nicht rasiert sind, usw.

Manchmal denke ich, dass es trotz Vollzeitbeschäftigung entspannender sein, weil man sich die Carework mehr teilt, das Mittagessen in der Betreuung stattfindet, man in der Mittagspause selbst in Ruhe essen kann, usw.

Mehr arbeiten würde ich, Stand jetzt, es sind 15 Wochenstunden, einfach nicht schaffen. Mir fehlt jede Menge Schlaf, Energie und auch die Freude am Arbeiten. Ich sehe es nur als Belastung on top an.

Ja, was ist nun anstrengender, 24 h nur Hausfrau und Mutter oder arbeiten gehen?

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Liebe Alletun,
die Welt wäre ein besserer Ort, wenn jeder sein Lebensmodell leben und das der anderen einfach unkommentiert stehen lassen könnte. Und ich könnte wetten, dass gleich noch haufenweise Tips kommen "wie du dich besser organisieren kannst" oder "ich habe 7 Kinder, und ein blitzblankes Haus promoviere gerade auf Mandarin- neben meiner Vollzeitstelle- und meine Beine sind trotzdem rasiert".
Wichtig ist doch, dass deine Familie sich damit gut fühlt. Jeder hat unterschiedliche Prioritäten und Belastungsgrenzen. Seine Kraft in so wenig weiterführende Diskussionen zu stecken bringt nichts.
Ich habe keine Kinder und arbeite trotzdem nur 4 Tage. Früher habe ich immer lang und breit meine Krankengeschichte zum Besten gegeben, wenn ich dafür kritisiert wurde. Heute sage ich auf die Frage:" Warum arbeitest du so wenig?" nur noch "Weil ich es kann." Dummen Fragen kann man durchaus mit ebensolchen Antworten begegnen.
Steck deine Energie lieber in Dinge, die dich glücklich machen. Trotz meiner 4-Tage-Woche ist mein Haus immer höchstens mittelgut aufgeräumt. Gleiches gilt für mein Büro. Und weißt du was? Die meisten Menschen, die diese Räume betreten, sagen, wenn ich in alte Muster falle und mich entschuldigen will:"Ist doch total gemütlich, hier." Dafür ist mein selbst gebackenes Brot besser als von den meisten Bäckern.
WENN du etwas ändern oder optimieren willst, wende dich an Profis. Eine Stunde bezahlter Rat (Coaching etc. ich meine explizit keine Therapie oder ähnliches) ersetzt oft monatelanges Grübeln.

Alles Gute,
Lexi

Bearbeitet von lexi77
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Wieso schaffst du es nicht zu duschen ? Dauert keine 5 min, Beine rasieren 5 min, Augenbrauen ca 5 min? Denke deine Kids gehen in den Kiga? Dann schlafen die doch bestimmt ab 19.30/ 20 Uhr. Da wirst du doch wohl 15 min finden?

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Und wieso schaffst du es nicht, etwas wertschätzender zu antworten?

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Weil ich schlichtweg und ergreifend einfach zu müde bin, nach dem Zubettbringen fällt ja auch noch der restliche Haushalt an. Weil ich jetzt schon wieder alleine wach bin und mich alleine kümmere.

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Hi,

wieso muss man das denn aufwiegen ?
Das ist so schwer zu beantworten, weil es ja von vielen Faktoren abhängig ist. Hast du zwei Kinder, die super gerne und viel alleine spielen, sich ohne murren anziehen und halt immer Recht regelkonform sind und dazu nur ein kleines Haus, wo man eben wenig putzen muss ist es wohl was anderes, als zwei Kinder die in der Autonomiephase sind und jedes nein einen Wutanfall auslösen und 300qm Haus hast.

Und dann sind ja auch alle Menschen unterschiedlich belastbar.

Ich bin noch in Elternzeit. Mein Sohn ist nun 3,5 und meine Tochter ist 1,5 Jahre. Geplant ist, dass ich wieder arbeiten gehe, wenn die kleine 2,5-3,5 Jahre ist. Jenachdem wie wir es uns leisten können.
Momentan geht der große noch nicht in Betreuung, er kommt nun zum August in den Kiga. Ich bin hier also meistens mit 2 Kindern zu Hause und kann mir null vorstellen, dass ich arbeiten gehe, während die Kinder betreut werden. Ich bin froh, dass ich dann vielleicht Mal ein bisschen mehr im Haushalt schaffe, wieder etwas mehr Ruhe habe zum Einkaufen, für schicke Nägel, schönes make Up oder tolle Frisuren. Mehr Zeit für Gartenarbeit oder für lästige Dinge wie Fenster putzen oder den Dachboden ausräumen. 🤣

Mein Mann macht hier allerdings auch ne Menge. Es ist nicht 50:50, aber er hat seine festen Aufgaben und vieles macht er auch einfach, wenn er es sieht.
Trotzdem bin ich oft am Anschlag, weil zwei so kleine Kinder, die gefühlsstark sind eben anstrengend sind. 🤷🏼‍♀️
Ich bin froh, dass ich noch zu Hause bin. Einfacher kann ich es mir nur vorstellen, wenn man die Kinder deutlich länger in Betreuung gibt als man arbeiten geht. Bspw. Jeden Tag 3 Stunden Arbeit und 5-6 Stunden Betreuung. Dann hat man danach noch Zeit für Haushalt und co. 😅
Aber sowas ist ja auch schwer umzusetzen.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht noch zusätzlich arbeiten gehen muss und mein Tag noch weniger Stunden für Haushalt und co hat. 🙈😅

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Was ist denn an 6 Stunden Betreuung schlecht umsetzbar und arbeiten und Haushalt schlecht umsetzbar?
Schaffen Millionen von Müttern auch.

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Ach herrlich diese Antwort. 🤣🤣🤣

Es gibt auch ganz viele Mütter mit burn out und anderen massiven Problemen.
Und es gibt auch genug die ihren Frust an den Kindern auslassen usw.

6 Stunden Betreuung gibt's bei uns auf'n Land fast gar nicht, nur wenn man einen Vollzeit job hat. Sonst bekommt man maximal 5. Aber Hauptsache du hast eben was dazu geschrieben und dann auch noch anonym. 😵‍💫

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Aktuell bin ich zuhause mit meinem 5 Monate alten
Kind.

Für mich wäre arbeiten definitiv einfacher, ich werde aber länger als (mittlerweile) üblich zuhause bleiben.

Nur weils für mich so ist, heißt es nicht, dass es für jemand anderen auch so ist.

Da ist jeder anders und das ist ok.

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Die Organisation macht's ...meiner Meinung nach

Ich war 4Jahre zuhaus,und habe in der Zeit 2 Kinder bekommen.

In der EZ hab ich fast alles gemacht,und mein Mann hat nach Feierabend zugearbeitet,was ich nicht geschafft habe (oder kein Bock zu hatte) bzw er hat mir nach einer kurzen Pause Zuhaus die Kids abgenommen,und ich habe den Rest gemacht .

Jetzt gehe ich 20 Std arbeiten. Bin 9-13 Uhr

Meine Kids Bring ich gegen kurz nach 8 weg,dann kann ich entspannt im Auto noch paar min aus dem Fenster gucken bevor ich anfange .Zuhause haben wir Routine ,das läuft ganz entspannt bei uns morgens .

Nach der Arbeit habe ich wieder Freizeit bis 14 Uhr. Da chill ich dann eine Stunde,oder geh einkaufen (stressfreier als mit 2 Kleinkindern )

Zuhaus angekommen haben die Minis bereits geschlafen und gegessen und wir machen zusammen evt 30-45 min Haushaltsdinge...bevor es ab un den Garten geht,oder sonst etwas .

Zwischendurch fahr ich die Große noch zum Stall .

Mein Mann ist dann gegen halb 5 daheim (seit 6 aus dem Haus) wir lassen zusammen den Tag ausklingen,erledigen evt noch zusammen was ..dann gibt es Abendbrot und er bringt die Kids ins Bett.
Ich mach in der Zeit fix Ordnung in der Bude...dann ist Freizeit bis wir uns Bett gehen.

Also eigentlich Recht entspannt 🤷

Beides hat vor und Nachteile...ich bin jetzt mit den 20 Std Arbeit. Icht gestresster als nur in EZ .

Zuhaus fällt ja auch weniger an wenn vormittags keiner Zuhaus ist

Aber Fakt ist nunmal : jeder empfindet es anders ! Und jeder sollte für sich den passenden weg finde.

Bearbeitet von 3Kids87
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Naja also das klingt alles ganz super jedenfalls es freut mich wenn es für euch euch so passt als Familie.


Aber 20h sind ja auch letztlich noch eher wenig,ich kenne hier keine Mutter die weniger als 30h arbeitet und da wird es dann mit Betreuung oft ohne zusätzliche Unterstützung schon eng und es ist oft ein "Schichtbetrieb", also ein Elternteil bringt morgens dafür startet der andere super pünktlich (6-7) im Job und kann dann ab 15 Uhr in der Kita abholen, während der andere Elternteil die Arbeitsstunden am Nachmittag bis frühen Abend leistet.

Das funktioniert bei ganz vielen, aber es sieht von außen auch anstrengend aus.

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Hi,
In Deinem Fall, die Stunden im Kindergarten erhöhen.

Falls Du Mittags und Abends kochst, nur noch 1x kochen.

Während die Kinder mal vor dem Fernseher sitzen, Handtuch auf den Boden, Beine epilieren. Haare waschen geht doch viel schneller, als mit Trockenshampoo versuchen, eine Frisur aus dem "Mop" zu zaubern.

Garten so konzipieren, daß er einfach ist, und der Gatte, falls es ihn gibt, nur mähen muss, oder halt der Nachbarsjunge.

Klamotten nur auf 800 Umdrehungen schleudern lassen, feste ausschlagen, auf Bügel aufhängen. Da hat man sich das bügeln gespart.

Gibt es einen Mann, Termin beim Friseur ausmachen, dem Mann mitteilen das er da für die Kids zuständig ist, hingehen. Ansonsten das WE nutzen, wo die Kinder beim Vater sind. Oder mal eine der Omas fragen, ob sie können und Termin ausmachen.

Hobbys der Kinder, nur wenn sie wirklich in den Zeitplan passen und/oder Fahrgemeinschaften gebildet werden können. Oder an Orten sind, daß Du in der Wartezeit auch einkaufen kannst.

Ja, ich habe auch alle Carearbeit geleistet, leiste sie heute noch. Ich war es, der in Ergo und Logo gefahren ist, 45 km einfach bei Sohn 1, 35 km bei Sohn 2. Den Urlaub/Überstunden für die freien Tage nahm, falls meine Eltern nicht konnten.

Bei mir ist es der Haushalt, der drunter leidet. Aber ich kann mich nicht zerreißen.

Spann Deinen Mann mehr ein.

Alles gute

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Was anstrengender ist kann man gar nicht sagen das kommt auf die Gesamtsituation an wie viele Kinder , Wohnsituation , wie sind die Kinder drauf welche zusätzlichen Termine hat man, gibt es Hilfen Omas , Babysitter, wie schlafen die Kinder , sind die Kinder oft krank etc. etc. . Hausfrau sein kann auch sehr anstrengend sein . Im Vergleich zum arbeiten gehen manchmal sogar anstrengender . Hausfrau sein mit 2 Kindern die beide in der Betreuung sind ist entspannter wie Hausfrau sein mit mehreren Kindern wovon welche noch nicht betreut werden + großem Haus , Garten , Hund ....

Berufstätigkeit und Kinder ist je nach Anzahl und Alter der Kinder teilweise doppelt anstrengend denn als Mama bleibt meistens trotzdem mehr an einem hängen . Hier kommt es auch drauf an wie die Betreuung gesichert ist , was alles an Extra Terminen mit den Kindern anfällt , wie viele Stunden man arbeitet , wie viel Fahrtzeiten muss man aufwenden , kann man sich auf die Arbeit konzentrieren oder hat man immer im Hinterkopf wenn das Kind krank wird hat man ein Problem . In den meisten Fällen ist es immer noch so das die Männer Vollzeit arbeiten und die Frau Mini Job oder Teilzeit auch wenn der Mann sich einbringt erledigt die Frau weil mehr Zeit unterm Strich doch weiter hin mehr an Carework und Terminen oder kind krank . 50:50 das mag bei annähernd gleichem Verdienst und 1-2 Kindern funktionieren bei größerem Gehaltsunterschied oder mehr Kindern geht sich das nicht auf .

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Grosses Haus, Garten, Hund sind Statussymbole und / oder Hobbies, das hier als "Belastung" aufzuzählen finde ich daneben. Wenn man unbedingt in einem Haus mit Garten leben "muss" ohne dass das zur Erdung und Befriedigung eigener Bedürfnissen dient ist selber schuld.

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Es ist eine Frage was man als Arbeit sieht und was einen stresst. Ich stehe zu meinen
manchmal rasierten Beinen und wüsten Augenbrauen. Warum Menschen unbedingt ein Hauä mit Garten brauchen wenn das dann als Arbeit aufgezählt wird verstehe ich nicht. Für mich ist Garten leidenschaftliches Hobby, wenn jemand das als Last sieht soll er es sich halt nicht ans Bein binden.

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Ja, das kenne ich auch nur aus dem Forum hier.
"Ich kann nicht mehr arbeiten, weil wir ein großes Haus mit Garten haben." oder "Mein Alltag ist so anstrengend, weil ich mich auch noch um drei Hunde und fünf Katzen kümmern muss."

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Mein Votum als alter weißer Mann:

Arbeiten gehen ist für mich (als Akademiker und Schreibtischtäter) wie eine Entspannung im Vergleich zur Aufgabe einer Mutter mit kleineren Kindern und der Hauptlast im Haushalt.

Ich habe mich subjektiv gefühlt meist bei der Arbeit von meiner Familienzeit erholt.

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Das geht übrigens nicht nur alten weißen Männern so ;)
Ich arbeite Vollzeit (auch Schreibtischjob) in einer obersten Landesbehörde, habe eine kleine Tochter (22 Monate) und die Hauptlast im Haushalt. Gerade war der Zwerg 2x10 Tage krank und lebte 24/7 auf mir. Ich liebe mein Kind über alles, war aber trotzdem so unfassbar dankbar, als ich morgens wieder zur Arbeit konnte...allein mit einer Kanne Tee am Rechner vor mich hinarbeiten ist selbst an stressigen Tagen Erholung pur gegen die Krank-Zeit daheim.

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Ich muss mich da als mittelalte weiße Frau ebenfalls einreihen.

Arbeit ist Entspannung im Vergleich zu Baby/Kleinkindbetreuung. Mein Job ist ebenfalls Schreibtisch, wenn auch mit viel Verantwortung und Zeitdruck (flapsig gesagt, wenn ich Fehler mache, sterben Menschen).

Mit dem Hintergrund kriege ich immer Anfälle, wenn ich was von den armen Männern höre, die ja schließlich arbeiten, und darum den Rest der Zeit entspannen sollten.

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