Wir finden keine Einigung

Momentan ist zwischen meinem Mann und mir "dicke Luft"

Wir sind seit 14 Jahren verheiratet, haben drei gemeinsame Kinder und führen eine schöne Beziehung, in welcher wir auch glücklich sind.
Wir reden über alles - bauen also unsere Beziehung sehr auf Kommunikation auf und versuchen somit, vielen unsinnigen Streitereien gleich die Luft rauszunehmen. Das klappt an sich sehr gut, aber aktuell sind wir an einem Punkt, wo wir so unterschiedliche Meinungen haben, dass reden nicht funktioniert.

Vor drei Jahren haben wir unsere Heimat verlassen und sind mehrere hunderte Kilometer weit weg in ein anderes Bundesland gezogen.
Wegen ihm. Weil er ein Jobangebot bekommen hatte, welches er nicht ausschlagen konnte. Und weil ich das nachvollziehen konnte, bin ich mit den Kindern mit.

Wir haben uns hier ein neues zu Hause aufgebaut und nach anfänglichen Schwierigkeiten (Umzug während der Pandemie), sind wir auch sehr gut angekommen.
Wir haben einen kleinen Freundeskreis aufgebaut, ich habe einen tollen Job in welchem ich sehr glücklich bin und den ich durch Zufall, Glück und eigener Leistung bekommen habe. Die Kinder fühlen sich hier wohl, Haus mit Garten. Eigentlich alles perfekt.
Eigentlich.
Nun hat mein Mann wieder ein Jobangebot. In einem anderen Bundesland, welches ihn extrem reizt und wo er weit mehr als jetzt verdienen würde und ja, er würde es gerne annehmen.
Das Problem ist hier: ich will absolut nicht weg. Ich fühle mich hier wohl, die Kinder fühlen sich wohl. Die Mittlere kommt in zwei Monaten in die Schule, der Große ist angekommen, und macht jetzt sein letztes Schuljahr, Kitaplatz für den Kleinen haben wir auch.
Wir sind erst vor einem halben Jahr in unser Haus gezogen - ein Jahrelanger Traum, den wir uns damit erfüllt hatten.
Und nun das alles wieder abbrechen? Nein, das will ich nicht und sehe ich nicht ein.
Mein Mann argumentiert damit, dass wir durch den neuen Job wieder in die Nähe unserer Familien ziehen. Die Kinder ihre Omas wieder regelmäßig hätten, ich meine Mutter. Ja, mir fehlt das, aber eigentlich habe ich mich sehr gut damit arrangiert und mir "reicht einmal im Monat". Dann fahren wir entweder in die alte Heimat oder sie kommen zu uns.
Und er nennt eben auch das Geld. Ja, er würde mehr verdienen. Um einiges mehr. Aber Geld ist doch nicht alles und uns geht es auch so gut.
Gut, riesen Sprünge sind aktuell nicht drin, liegt aber eben auch daran, das ich in Elternzeit bin und die geht ja nun nicht ewig.

Wir kommen aber absolut auf keinen grünen Zweig und waren das Wochenende mehr oder weniger mit diskutieren diesbezüglich beschäftigt.
Mein Mann versteht meine Argumente schon, aber eben auch nicht so wirklich. Und mich macht es so wütend, dass er überhaupt wieder darüber nachdenkt.
Jetzt, wo alles läuft, alles perfekt ist und nun will er alles abbrechen?

Ich bin so sauer. Wir haben das Gespräch jetzt vertagt, weil wir wieder den halben Tag am diskutieren waren und ich ihm nun in der Wut gesagt habe, dass er dann eben alleine wegziehen muss.
Will er natürlich nicht und ich auch nicht.

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Ihr habt schon einmal für ihn alles zurück gelassen. Joa, jetzt ist er eben dran. Sorry, aber er kann doch nicht erwarten, dass ihr permanent euer Leben umstülpt, wenn ein neues Jobangebot kommt. Auch ER hat die bewusste Entscheidung für eine Familie und damit ein Familienleben getroffen.

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Also ehrlich gesagt hätte ich da echt keine Lust zu. Du brichst die Zelte für ihn ab, ihr baut euch da was auf. Die Kinder sind angekommen. Und nun alles noch mal von vorn? Wie soll das weitergehen? Wollt ihr dann immer umziehen wenn ihn mal nen neuer Job reizt der mit mehr Geld lockt? Was wollen die Kinder?
Was wäre dort deine berufliche Perspektive?

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Nee, würd ich auch nicht machen.

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Hallo,
Ich kann dich total verstehen. Ich finde, dass auch Männer in der Familienzeit nicht alles verwirklichen können was evtl. Möglich wäre. Ich finde auch wichtig, dass du einen guten Job hast. Denn dann bist du nicht völlig abhängig von deinem Mann. Man weiß nie ob eine Ehe bis zum Ende hält.

Einen Kompromiss sehe ich nicht. Dein Mann könnte sich halt in der eigenen Umgebung nach einem besseren Job umgucken.

Gruß m.

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Was sagen denn die (beiden älteren ) Kinder? Hätte der Große Nachteile durch den Schulwechsel? Ist das Haus gemietet oder gekauft?

Für mich wäre tatsächlich die Nähe zur Familie ein großes Argument. Das finde ich langfristig viel wert, Grade, wenn die Elternzeit endet und später, wenn die eigenen Eltern mal Hilfe brauchen.

Wenn, dann wäre für mich aber klar, dass das der letzte Umzug wäre.

Wünsche euch eine gute Entscheidung

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Sie hat doch auch so ein prachtexemplar als SM, wenn ich mich nicht irre. Das wäre für mich eher ein Argument noch weiter wegzuziehen.

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Warum hat er sich überhaupt anderweitig beworben, wenn alles perfekt ist? Vielleicht ist es nur für dich perfekt.

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Man muss sich nicht zwingend bewerben, um Jobangebote zu bekommen.

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Er hat sich nicht beworben.
Die Firma ist auf ihn zugetreten und versucht ihn abzuwerben.

Bearbeitet von Rapheli
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Ich kann dich verstehen. An deiner Stelle wäre ich auch sauer und enttäuscht, dass dein Mann den ganzen Mist von vorne beginnen möchte. Neue Wohnungsnot-/Haussuche, Umzug organisieren, Kinder aus dem gewohnten Umfeld reißen, du musst dir einen neuen Job suchen…Nein. Das würde ich auch strikt ablehnen. Es ist jetzt nun mal nicht der Zeitpunkt, um seine Karriere zu verfolgen und einen Haufen Geld zu verdienen. Er hat Familie und die hat den ganzen Prozess 1x bereits für ihn mitgemacht, das jetzt nochmal zu verlangem binnen kurzer Zeit finde ich total egoistisch von ihm.

Eine Idee wäre vielleicht noch, die Kinder an eurer Diskussion teilhaben zu lassen. Lasst sie doch mitreden. Ich bin sicher, dass sie einen Umzug auch nicht toll fänden. Vielleicht stimmt das deinen Mann um und er gibt nach. Einen Kompromiss sehe ich hier leider nicht. Womöglich ergibt sich eine neue Chance zu einem günstigeren Zeitpunkt später. Aber jetzt gerade wenn alle endlich angekommen sind nochmal sämtliche Zelte abbrechen finde ich (zu) viel verlangt von ihm.

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Nein, da würde ich auch nicht mitmachen.

Da könnte er ja gleich jedes Jahr nen anderen Job annehmen und von euch verlangen, dass ihr alles abbrecht und mal wieder mit ihm zieht.

Ich finde, die Kinder und du habt ein Recht darauf, euer Leben so zu leben, wie ihr euch wohlfühlt.

Wie du schon sagst. Geld ist nicht alles. Die Familie steht eindeutig drüber!

Wenn er an seinem Vorhaben festhält, dann müsst ihr wohl mit einer Fernbeziehung klarkommen.

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Würde ich auch nicht wollen.
Mehr Geld ist auch nicht alles. Als nächstes findet er heraus, dass er in der Schweiz noch besser verdient und dann könnt ihr schon wieder aufbrechen.
Ich finde, dass es auch vor allem für die Kinder eine Zumutung ist und würde das keinesfalls mitmachen.
Ihr habt ein schönes Zuhause wo ihr euch wohl fühlt und angekommen seid, so etwas ist nicht leicht zu finden und das würde ich auf keinen Fall nur für Geld aufgeben.
Und überhaupt kann man so eine große Lebensveränderung nur durchziehen, wenn die ganze Familie mit an Board ist. Das geht nicht, dass sich alle immer nur nach einem richten.