Habt ihr Erwartungen bezüglich der Lebensführung eurer Kinder?

Ich hatte heute ein Treffen mit zwei Freundinnen.
Die eine ist Ende 50, hat eine Tochter und hatte wohl erwartet längst Oms zu sein und sagte heute, sie hätte nicht damit gerechnet, dass sie womöglich keine Enkel bekommen wird.
Ihre Tochter ist Mitte 30, hat keinen Mann, reist durch die Welt ,lebt in den Tag und denkt nicht mal an ein Kind, so erzählte meine Freundin.
Meine andere Freundin ist Ende 40, hat zwei Söhne, auch Erwachsene, einer ist nach Dubai ausgewandert, etwas was sie nicht erwartet hat und nicht versteht.
Ausserdem haben beide kein Abi, der eine hat eine Ausbildung gemacht, ist Krankenpfleger, der andere ist zur Bundeswehr gegangen und hat dort eine Sanitäter Ausbildung gemacht.
Der Krankenpfleger arbeitet jetzt in Dubai in einer HotelKüche
Sie sagte dann, dass sie enttäuscht ist, dass beide kein Studium absolviert haben und findet die Berufe auch nicht ambitioniert genug...
Sie selbst ist Steuerberaterin, ihr Mann Anwalt.
Daher hatte sie wohl auch erwartet, dass ihre Söhne beruflich ehrgeiziger sind.
Sie sagte, so können sie doch nie eine Familie ernähren , oder ein Haus finanzieren.
Als ich fragte ob die Jungs das überhaupt anstreben war sie verwundert und sagte, sie geht davon aus und wäre enttäuscht wenn sie das nicht erreichen können oder wollen.
Habt ihr auch solche Erwartungen wie eure Kinder leben sollen?

Bearbeitet von Raubanke
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Die einzige Erwartung an meine Kinder ist, dass sie glücklich sind und es ihnen gut gehen bei dem was sie tun.

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Sehr schön! So sehe ich das auch!

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Dem ist nichts hinzuzufügen, genauso soll es sein :-)

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Erwartungen nicht, aber natürlich Wünsche.
Wenn sie am Ende auf eine andere Art glücklich sind, ist das natürlich auch völlig ok.

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Hallo Raubanke,

Ich habe keine Erwartungen an meine Kinder wie sie ihr Leben gestalten.
Sie müssen auch nicht meine Träume erfüllen.

Ich freue mich an Ihrem Leben teilhaben zu dürfen und bin immer wieder überrascht welche Pläne beide verfolgen.

Niemals sagen ich Ihnen was "Man" tun und lassen sollte oder was sich gehört um den Schein zu wahren.
Mit diesen Glaubenssätzen bin ich groß geworden und sie verursachen mir Übelkeit.

Meine Kinder sind jetzt 27 und 25 und bevor sie große Entscheidungen treffen, kommen sie gerne zu uns als Eltern um verschiedene Aspekte zu diskutieren und durchleuchten.
Darüber freuen wir uns sehr.

Ob beide irgendwann Eigentum erwerben oder Kinder haben möchten, spielt keine Rolle für uns und wird sich dann zeigen, wenn es soweit ist.

Es gibt ja zum Glück genug Wege ein erfülltes Leben zu führen.

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Schwierig. Auf der einen Seite wünscht man den Kindern natürlich das Beste - es möchte sicher keiner, dass die Kinder obdachlos werden oder im Drogensumpf landen.

Aber was "das Beste" ist, da wird es vermutlich große Unterschiede zwischen den Eltern und Kindern geben. Hier läuft man als Eltern schnell Gefahr, die eigenen Vorstellungen einer idealen Lebensweise auf das Kind zu übertragen - gerne garniert mit Träumen, die man sich selbst nicht erfüllen konnte. So presst man den Nachwuchs unter dem Deckmantel, ihn in eine gute Zukunft zu begleiten, in ein vorgegebenes Schicksal. Bricht das Kind aus, ist man enttäuscht, macht Vorwürfe, trauert einer sich selbst erträumten Zukunft z.B. als Großeltern nach. Das ist unfair dem Kind gegenüber und emotionale Erpressung - die hier im Forum doch so sehr verteufelt wird.

Unsere Kinder sind Menschen zu Gast bei uns, und wir haben nicht das Recht, in ihre Zukunft mehr einzugreifen als notwendig. Ich ebne meinen Kindern den Weg so gut es geht und begleite sie, aber irgendwann ist es ihnen überlassen, welchen Weg sie nehmen. Es ist ihr Leben, nicht meins. Wenn ihnen ihr Leben gefällt und sie Spaß an dem haben, was sie tun, dann habe ich doch eigentlich alles richtig gemacht 🤷

Bearbeitet von artemis86
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Ich habe eher Erwartungen an ihre charakterliche Entwicklung. Sie sollen starke, freundliche, selbstbewusste Menschen werden, die das machen, was ihnen Freude bereitet und diejenigen darüber nicht vergessen, mit denen das Leben es nicht so gut gemeint hat. Natürlich wünsche ich mir, dass sie im besten Fall Abitur machen, damit sie einfach alle Optionen haben. Aber was sie dann damit anfangen, ist mir wirklich egal. Die Welt braucht nicht nur Anwälte, Ärzte und Steuerberater, oder? Sie braucht auch Handwerker, Krankenschwestern und Verwaltungsbeamte. Und wenn sie sich entschließen brotlose Künstler zu werden, auf Ibiza zu leben und dabei Spaß haben - bitte. Sofern sie nicht bewusst auf Kosten des Staats leben, ist auch das okay 😁

Aber vielleicht bin ich da auch so entspannt, weil unsere eigenen Eltern es waren. Wir sind viele Geschwister und haben echt alles an Berufen, was es so gibt - vom Anwalt bis zum Landwirt. Unsere Eltern haben nur erwartet, dass wir irgendwann für uns selber sorgen können, und das auf legalem Wege 😉 Das fanden wir alle sehr entspannend. Es gab auch nie Druck Richtung "Heiratet und beschafft uns Enkelkinder!", das war noch viel besser. Einige von uns sind verheiratet, andere nicht, einige wollen niemals Kinder, andere haben bereits vier...alles gleichermaßen in Ordnung.

Mein Mann hat etwas studiert, wovon viele vernünftige Eltern wohl abraten würden. Bei ihm hat sich der Erfolg eingestellt, aber die Chance war sehr gering. Insofern wird von ihm garantiert auch nichts in der Richtung "Studiere gefälligst BWL, damit du später der Keks und nicht der Krümel bist!" kommen 😉

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Den Spruch mit Keks und Krümmel kannte ich noch nicht und find ich großartig 😄

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Erwartungen habe ich nur insofern, dass sie hoffentlich zu "respektablen" Persönlichkeiten heranreifen. Vielleicht auch ein paar unserer Werte weitertragen: Toleranz, soziales Engagement, Familiensinn, sich für Klima / Umwelt interessieren,... Die Grenze zum Wunsch verschwimmt dabei. Aber es gibt auch konkrete Wünsche, die ich benennen kann: Dass sie einen nette(n) PartnerIn finden, finanzielle Sicherheit, eine gute Ausbildung (egal welcher Art)... Ich könnte sicher damit leben, wenn irgendwas davon nicht eintritt, aber ich setze ja keine Kinder in die Welt und denke dann: Joar, sch***egal, was ihr mit eurem Leben macht. Dann wäre die Menschheit wohl nicht weit gekommen...

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Ich denke schon, dass viele Leute unbewusst Erwartungen haben. Gerade in Bezug auf Enkelkinder. Ich kann gar nicht mehr zählen wie oft ich schon bei Frauen die Ende 30 oder gar über 40 Kinder bekommen, gehört habe: " nein so spät erst Kinder bekommen, da hat man ja gar nichts mehr von den Enkeln." Oder so ähnlich.
Das schließt für mich mit ein, dass man erwartet Enkelkinder zu bekommen.
Tatsächlich kann man auch mit 20 Kinder bekommen die wiederum gar keine Kinder möchten 🤷‍♀️

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Solange das Kind nicht meint, dass der Staat schon alles finanzieren wird, ist mir vollkommen egal, was beruflich gemacht wird, wo es mal hinziehen möchte oder ob es Enkelkinder gibt. Hauptsache das Kind ist glücklich mit dem, was es macht und kann sich das Leben selber finanzieren.

Es gibt wichtigere Sachen im Leben als ein Studium oder andere Sachen, die sich ausschließlich die Eltern wünschen.

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Bearbeitet von Gluecklich
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Den Gedanken spinne ich auch seit einiger Zeit.
Mein grosser schließt die Schule ab und macht eine Ausbildung.

Was erwarte ich, was darf ich erwarten?

Er schlägt nicht meinen gewünschten Weg ein. Das ist völlig ok. Mehr als anbieten kann ich nicht, er hat andere Pläne, oder gar keinen, wer weiß.

Was ich mir wirklich wünsche, ist das meine Kinder zufrieden sind mit ihrem Lebensweg.
Hoffe, das sie einen Menschen finden, mit dem sie ihr Leben teilen.
Wenn nicht, auch ok.

Sie sollen ihren Lebensunterhalt bestreiten, andere Menschen anständig behandeln und wenn möglich, glücklich sein.

Ich denke manchmal, es ist schwierig, die eigenen Wünsche und Träume nicht auf das Kind zu projizieren.
Ich arbeite da täglich mehr oder weniger erfolgreich daran.
Werde aber immer besser.

Es ist spannend, wie sie sich entwickeln. So ganz anders als erwartet.
Und ich muss damit klar kommen, das er andere Sachen gut findet als ich.