Keine Trotzphase gehabt (7Jahre). Bedenklich?

    • (1) 05.02.15 - 08:40

      Guten Morgen,

      unsere Tochter wir jetzt im Mai 7 Jahre, und sie hat bis jetzt keine Trotzphase gehabt. Bis auf mal so je 2-3 Tage als sie 4 und fast 6 war, wo Türenknallen und schimpfen und ihr seid doof/gemein war, ist bis jetzt nichts gewesen.

      Sie ist ein Kind was sich immer versucht anzupassen, es allen irgendwie recht zu machen. Sie verzichtet lieber 10x selber, bevor ein anderer benachteiligt wird. Sie kann Streit überhaupt nicht leiden (nein, wir streiten nicht viel zu hause!, das war von klein auf bei ihr schon so).

      Sie macht sich ständig irgendwelche Gedanken wie es anderen geht, als sich mal um sich zu "kümmern". Sie versucht immer zu vermitteln zwischen Streitenden, eckt damit aber aber jetzt in der Schule des öfteren an.Ich finde das ja eigentlich alles einen ganz tollen Charakterzug, aber ich befürchte das sie dabei auf der Strecke bleibt. Sie ist auch ein Kind, was immer ein großes Nähebedürfniss hat, immer zwischdurch zum kuscheln kommt.

      Ich musste, als sie 9 Monate alt war, wieder arbeiten gehen, mit mega besch... Arbeitszeiten (sie war zeitweise 10 Stunden und länger am Stück bei der Tagesmutter, sie musste zeitweise "funktionieren", vielleicht ist das der Grund:-(. Sie war bis sie 3,5 war bei der Tagesmutter, wo sie aber das einzige Kind bzw zeitweise 2. Kind war. War immer mit ihr beim Kinderturnen (ab 6.Monat) um ihr mehr Selbstvertrauen (auch empfohlen von Kita) zu geben.

      Wir haben ihr immer Freiräume gelassen für ihre Gefühe, wir haben nie geschimpft oder ähnliches, wenn sie mal nen Gefühlsausbruch hatte. Ganz im Gegenteil, ich hab mich gefreut wie nen Schneekönig wenn unser sonst so liebes, ruhiges, unauffälliges Kind dann mal explodiert ist#schein. Ich hab mir manchmal gewünscht, sie würde mal öfter so richtig "aufn Putz" hauen, sich mal auf die Hinterbeine stellen.

      Meine Frage: Ist es jetzt in irgendeiner Hinsicht/Weise hinderlich/bedenklich das sie keine Trotzphase hatte?
      Von allen Seiten bekomm ich zu hören das für die Entwicklung nicht gut ist, wenn ein Kind keine Trotzphase hatte, das ich dann auch alles in der Pubertät zurück bekomme#zitter#schwitz

      Ist das richtig? Oder gibt es einfach Kinder, die halt vom Charakter her so sind, und keine Trotzphhhase haben?

      LG hope5

      • Hallo Hope,

        meine Mutter ist Kinder- und Jugendlichenpsychologin - mit ihr habe ich schon des öfteren über solche Themen gesprochen.

        Sie sagt, dass Kinder entweder intensiv fremdeln, oder intensiv trotzen sollten. Unser Sohn hat so gar nicht gefremdelt - jedenfalls nicht wirklich spürbar. Trotzen tut er bisher auch nur bedingt, er ist manchmal stur, aber an sich ein sehr kooperatives und soziales Kind.

        Es kann schon sein, dass wenn deine Tochter jetzt so gar nichts zeigt - hat sie gefremdelt? - dass es dann dicke kommt in der Pubertät - was für ihre Entwicklung dann vermutlich nur hilfreich ist und wichtig. Nur für dich wird es dann hart #schwitz

        Du kannst sie ja aber auch nicht zum trotzen "zwingen" - vielleicht reicht ihr das Trotzen auf kleinem Niveau auch und sie ist einfach ausgeglichen. Sicher gibt es auch Kinder die mehr trotzen und solche die weniger trotzen. Du solltest halt darauf achten, dass sie auf sich achtet. Also nicht alles mit sich machen lässt, auch wenn sie eigentlich nicht will!

        #herzlich lg #winke

        • Hallo,

          dank dir für deine Antwort:-).

          Sie hat gefremdelt, aber nich soooo intensiv. Normal würde ich sagen. Sie war schon früh dran gewöhnt, bei verschiedenen Leuten zu bleiben. mein Mann hat per Abendschule erst sein Abi und dann Fachwirt nachgeholt.

          Dazu musste er 2 Jahre Freitags nachmittags und Samstags immer zur Schule.

          Ich musste an den beiden Tagen aber immer arbeiten (Einzelhandel), also war unsere Tochter die 2 Tage bei Oma und Opa oder meinem Bruder, Schwägerin, nanchmal Schwiegereltern oder Uroma.

          Da meine gesamte Familie neben uns (teilen uns nen groooßes Grundstück) wohnt und unsere Tochter ist da quasi mit aufgewachsen. Sie wurde nie großartig verhätschlet, ist immer "nebenher" gelaufen, wurde überall mit eingebunden. Konnte sich frei bewegen auf dem Grundstück, war mal bei dem mal bei dem. Unsere Nachbarn sind alle superlieb und ich kenn sie schon alle von Kindheit an. Es war dann auch oft so, das sie bei den Nachbarn vorbei geschaut hat#schein (je nach Alter!)

          Insofern hat sie von klein auf viele verschiedene Menschen kennen gelernt.

          Nur bei Menschen, wo sie auf den Arm "sollte"(die betreffende Person wollte sie auf den Arm nehmen)und die sie selten gesehen hat bzw ihr neu waren hat sie so mit ca 6-8 Monaten gefremdelt.

          Danach war sie ein seeehr offenes Kind, welches neuen Menschen gegenüber immer aufgeschlossen war. Die wäre zeitweise echt mit jedem, der nett war, mitgegangen#schwitz

          Nee, zwingen kann ich sie nicht;-).

          Wir hatte zu Schulbeginn Probleme, das sie sich von 2 dominanten Mädchen hat unterbuttern lassen bzw ausgenutzt wurde. Ind der Art: wenn du nicht das tust was ich möchte bin ich nicht mehr deine Freundinn, oder sag dem, das er nicht mehr in unseren Club ist, ich will sie nicht. Das hat sie dann gemacht und sich es mit einigen ihrer neuen Mitschüler verscherzt. Sie liebt bis heute diese Mädchen sehr, aber ich habe lange Gespräche mit ihr geführt über diese SAktionen und das Verhalten. Es ist jetzt wesentlich besser geworden und sie hat sich durchgesetzt gegen das Mädchen. Sie versucht es heute immer noch aber ihr macht das jetzt nichts mehr aus bzw sie lässt sie dann stehen und wartet ab.

          • Das klingt sehr wie mein Sohn. Der ist auch sehr offen und ich war mir zeitweise nicht sicher, ob er nicht mit jedem mitgehen würde. Und das ohne, das wir so arg viele Bezugspersonen hier haben - die Familie ist in Dland, wir in Öreich.

            Er grüßt immernoch jeden in jeder Straßenbahn und verabschiedet sich, quatscht mit allen - und manchmal sind das hier in der Großstadt schon seltsame Leute #schwitz #schock

            Aber gefremdelt hat er nicht mal so wie deine Tochter - eher noch weniger. Das Trotzen jetzt ist dafür vielleicht geringfügig mehr, aber die beiden gleichen sich somit eher aus ;-)

            Und dass sie sich behauptet hat ist doch super #pro

            So wie es sich anhört hat sie tolle Bedingungen zur Entfaltung bei euch und ist viel in der Lage sich auszuprobieren. Das klingt alles toll und nicht besorgniserregend. Da kenne ich ganz andere Geschichten von meiner Ma ;-)

            lg.

            • Ja , wir sind auch sehr stolz auf sie das sie das alleine geschafft hat:-D.

              Sie hat, seit sie in der Schule ist, nen unglaublich großen Entwicklungsschritt gemacht.

              Sie wird warscheinlich nie jemand sein, der sich ständig hervortut oder im Mittelpunkt stehen muss.

              Sie ist ein unglaublich tolles, ausgeglichenes Kind, dem seine Mitmenschen nicht egal sind.

              Unsere Gesellschafft ist eh schon eine Ellenbogengesellschafft,das ist es nicht schlimm wenn es auch ein paar Menschen dazwischen gibt die sich Gedanken um seine Mitmenschen machen;-)

              LG#danke

      (6) 05.02.15 - 10:47

      Guten morgen Hope,

      bei jedem Kind verläuft die Trotzphase unterschiedlich. Es gibt Kinder die trotzen schon früh und heftig, verletzen sich dabei und andere und das über einen langen Zeitraum. Genau so gibt es aber auch Kinder die nur wenig trotzen und auch nur über einen kurzen Zeitraum, das macht das unterschiedliche Temperament der Kinder deutlich. Vielleicht gibt es in Ihrer Familie Personen, die ein ähnliches Temperament haben. Oft erkennt man parallelen und es wird deutlich, woher das Kind diese Charakterzüge hat.Das die Pubertät deswegen heftiger ausfällt, als bei anderen ist damit aber nicht gesagt. Ich höre auch raus, dass sie Sorge haben , dass Ihre Tochter aufgrund ihres Temperamentes Schwierigkeiten hat mit Konfliktsituationen angemessen umzugehen. Wichtig ist, dass Sie lernt, das Streit nicht nur schlechte Anteile hat, sondern auch dazu da ist, um viele Dinge zu verändern, ja auch meist mit positiven Ausgang. Suchen Sie das Gespräch mit ihr, wenn es in der Schule Konflikte gab und unterstützen Sie sie dabei, adäquat mit diesen Situationen umzugehen. Das heißt Gefühle wie Wut und Trauer sind normal und gehören auch dazu.

      Ihnen rate ich zudem insbesondere auf Ihre Intuition zu hören, die sagt Ihnen viel mehr, als Ihr Umfeld das kann.

      Liebe Grüße und alles Gute
      E.Rüggebert

      • (7) 05.02.15 - 10:59

        Hallo,

        vielen Dank für ihre Antwort.

        Ja, das sind genau meine Befürchtungen.

        Aber ich bin immer wieder im Gespräch mit meiner Tochter.

        Wenn sie dann mal einen Tag wirklich schlechte Laune hat und sauer auf mich ist, aus was für einem Grund auch immer, ermutige ich sie mir ihre Meinung zu sagen, und das es auch völlig in Ordnung ist, wenn sie mal sauer und wütend (auf uns) ist. Sie weint dann immer hinterher und entschuldigt sich hundertmal das sie so wütend war. Ich rede dann immer mit ihr darüber, sage ihr das solche Gefühle normal sind und auch ok sind.

        Sie wird ihren Weg schon machen. Ich gebe ihr immer wieder die Rückversicherung das wir sie lieben, lieb haben, egal was sie gerade für Gefühle uns gegenüber hat.

        Lg hope5

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