Wut-wie umgehen mit hauen und beißen?

    • (1) 15.07.16 - 22:05

      Hallo,

      unser Sohn ist 22 Monate alt und EIGENTLICH ein lieber fröhlicher Spatz. Er setzt in den letzten Monaten immer mehr seinen Willen durch bzw versucht es. Und wenn es nicht nach seinem Kopf geht, fängt er seit neustem an, sowohl sich selbst (ins Gesicht) als auch seinen Gegenüber zu hauen, manchmal sogar zu beißen. Man spürt richtig, dass er nicht weiß wohin mit seiner Wut.

      Simples Beispiel: er will die Tastatur des PC haben, die er spontan entdeckt hat. Diese ist aber kein Spielzeug sondern Arbeitsmittel des Papas und soll nicht bespielt werden. Wir sagen also "nein, die gehört dem Papa. Das ist kein Spielzeug, bitte bring sie zurück". Er denkt natürlich im Traum nicht dran und rennt damit in sein Zimmer. Der Papa geht hinterher und nimmt ihn an die Hand, bietet an, die Tastatur gemeinsam zurück zu bringen. Unser Kind schlägt vor Wut um sich, schlägt den Papa und wirft die Tastatur vor Wut mit Wucht auf den Boden.

      Wie reagiert man hier am besten? Es ist letztlich immer det ähnliche Ablauf. Ignorieren und die Tastatur nehmen und weg bringen? Oder das Kind solange bereden, bis er die Tastatur freiwillig zurück bringt? Und wie dabei dem Kind beibringen, dass Hauen und Beißen falsch ist, genauso wie das Wegwerfen von Gegenständen? Hier landet derzeit viel aus Wut auf dem Boden :-(

      Danke für eine Antwort!

      Viele Grüße

      • Hallo Bienchen321,

        schön, dass Du Dich mit deinem "Problem" mitteilst. Ich denke, dieses Verhalten kennen sehr viele Mütter und Väter und es tut gut zu wissen, dass "man nicht allein damit ist".

        Es hört sich so an, als ob dein Sohn Halt und Grenzen braucht, so dass er sich und seine Mitmenschen nicht verletzen kann. Dazu gehört auch, dass er Gegenstände kaputt macht, die Dir und deinem Mann wichtig sind, denn im Herzen will er das nicht, da er sie beide bedingungslos liebt. Es ist unsere Aufgabe als Eltern, Dinge vor unseren Kleinen zu schützen, die sie kaputt machen könnten. Wenn es um Dinge geht, mit denen sie sich verletzen können, fällt es im Gegensatz dazu uns von Anfang an viel leichter.

        Das "Bereden" der Dinge mit deinem Sohn wird wohl noch bis in absehbare Zeit nicht funktionieren. Kinder "verstehen" viel länger, viel weniger als wir glauben. Selbst wenn sie unsere "Worte" so gut zusammensetzen, dass es sich anhört, als ob sie wirklich verstehen würden, was sie von sich geben.

        Und wenn er sich das nächste Mal die Tastatur schnappt, wäre es hilfreich, wenn Du Dir diese nimmst und ihn mit bzw. in seiner Wut hältst und darauf achtest, dass er sich und Dich nicht verletzen kann. Und bleibe im Vertrauen, dass es richtig ist!

        Ich weiß nicht, warum er so wütend auf sich ist, häufig ist es der Gedanke an die eigene Unzulänglichkeit, die diese Wut hervorbringt und diese richtig sich dann häufig gegen alles und jeden. Und diese Unzulänglichkeit kommt sehr oft mit den Wachstumsschüben. Das ist immer wieder eine extreme Herausforderung für unsere Kleinen, sich in der für sie "veränderten" (verändert wahrgenommenen) Welt zu Recht zu finden.

        Vielleicht kannst Du das Verhalten deines Sohnes mal aus der Perspektive sehen, dass er verzweifelt ist und nicht weiß, was los ist. Und frage Dich, was Du gebraucht hättest oder braucht, wenn es Dir gerade so gehen würde.

        Meiner Erfahrung nach kommen die eigenen Eltern immer besser auf das, was ihre Kinder brauchen. Sie bzw. wir haben meistens nur das Vertrauen in uns verloren.
        Ich wünsche Dir alles Gute und Vertrauen für diese und die kommenden Wachstumsphasen.

        Deva

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