Ab wann beginnt Erziehung?

Ich stelle mir einfach ganz allgemein die Frage ab wann Erziehung beginnt? Also ab welchem Alter sollte man versuchen das Kind "zu erziehen"?

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Also für mich gibt es keinen Startpunkt für Erziehung. Erziehung ist von Anfang an da, anfangs vielleicht mehr über Rituale und der eigenen Einstellung/ Vorbildfunktion als über Grenzen und Regeln. Die kleine Mäuse bekomme schon soo viel mit. Und das alles gehört zur Erziehung, jeder noch so kleine Punkt im Tagesablauf...

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Meiner Ansicht nach beginnt Erziehung erst nach dem ersten Lebensjahr. Ein Baby kann man eben noch nicht erziehen. Man erfüllt diesen Bedürfnisse und gibt ihm das, was es braucht. Erziehung selbst macht ja erst Sinn, wenn das Kind Dinge bereits versteht und die Verknüpfung im Gehirn da ist, diese Dinge auch umzusetzen.

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Aber selbst ein Baby wird dahin erzogen Nachts zu schlafen... Wenn ich nur nach Bedürfnisse gehe, würden manche Eltern das komplette erste Lebensjahr die Nacht zum Tag machen müssen...tut aber keiner...Nachts Schlafen ist definitiv anerzogen, Babys im Mutterliebe sind ja nun mal häufig dann aktiv wenn Mama ruht u es nicht so schön schaukelt wie am Tag also eigentlich genau anders herum.

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Was mir Grad noch einfällt... wenn ich erst nach dem ersten Lebensjahr mit Erziehung anfange heißt das theoretisch ja auch, dass mein 8 Monate altes Kind welches grade mit den Fingerchen in der Steckdose stochert kein "Nein das ist gefährlich" bekommen dürfte weil Erziehung erst ab 1 anfängt.. Das macht doch keinen Sinn!

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Hallo Frau Wunderbar,

interessante Frage, die Sie da stellen. Sie gefällt mir, wie auch die Antworten der anderern Foristinnen. Damit ist schon vieles gesagt. Für mich persönlich gilt: Erziehung ist Kommunikation und gute Kommunikation fängt mit guter Sprache an. Damit meine ich: Von Anfang an in Ich-Botschaften sprechen und Aktiv Zuhören als festen Bestandteil der Eltern-Kind-Kommunikation einpflegen. Wie hat ein weiser Mensch einmal gesagt: 90 Prozent Erziehung sind überflüssig, der Rest ist Selbsterziehung.

Alles Gute,

Kay Rurainski

P. S.: Hab da noch ein altes Facebook-Posting rausgekramt ...

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Erziehung fängt mit der Beziehung an. Ein Kind das dir nicht vertraut kannst du nicht erziehen. So gesehen beginnt die Erziehung von Geburt an, weil man von Geburt an damit beschäftigt ist eine gute Beziehung aufzubauen. Außerdem wird der Charakter auch schon im ersten Jahr geprägt. Ich glaube das Verhalten der Eltern zu ihrem Kind hinterlässt da auch im ersten Jahr Spuren. Z.B lasse ich mein Kind auch mal ein bis zwei Minuten schreien oder hebe ich es immer sofort hoch. Muss es das Fläschen immer austrinken oder bekommt es nur so viel Nahrung bis es gerade satt ist. Wird es sehr viel getragen oder liegt es eher viel im Kinderwagen. Lächel ich mein Kind sehr viel an oder schaue ich ihm eher selten ins Gesicht. Mache ich mit ihm Gymnastik für Babys um es zu fördern, oder lege ich es höchstens ab und zu nur auf den Bauch, oder tue ich nicht einmal das. Füttere ich es wenn es Hunger hat, oder versuche ich mindestens zweieinhalb bis drei Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten zu haben. Ich glaube alle diese Fragen sind schon Erziehungsfragen, weil man damit auch den Charakter des Kindes mit beeinflusst.

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Ich glaube selbst in der Schwangerschaft "erzieht" man durch seinen Lebenstil das dann noch ungeborene Kind unbewusst mit. Es hat Auswirkungen auf die Psyche des Kindes ob egal aus welchen Gründen ich in der Schwangershaft viel streite oder eher ausgeglichen bin. Wann ich bevorzugt esse, ob ich z.B. gerne frühstücke oder das Frühstück immer ausfallen lasse, hat auch auf den späteren Hunger bei den Mahlzeiten vom Kind Auswirkungen. Ob ich eher weniger esse oder ob ich regelmäßig aus Frust zu viel in der Schwangerschaft esse hat auch Auswirkungen auf das spätere Essverhalten meines Kindes, oder mein Tag/Nachtrythmus: ob ich regelmäßig eher Nachts oder eher am Tag wach bin, oder ob ich in der Schwangerschaft nur Fast Food oder nur Gesundes oder einfach sehr vielseitig esse. Mit dem was ich esse beeinflusse ich die späteren Geschmacksvorlieben. Streng genommen könnte man sogar in der Schwangerschaft beginnen sein Kind zu erziehen in dem man sich selber erzieht.

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Ich widerspreche:-)

Ich habe in der ss seeeehr viele tomaten gegessen, mein kind mag sie NICHT;-) frühstück ist mir wichtig, da kriegt mein kind nicht wirklich was in sich rein! Wurst und käse auf frühstücksbrötchen ein MUSS, mein kind kann ich jagen damit! Gibt bestimmt noch mehr was sie schon im bauch bekommen hat, jetzt aber nicht mag:-) sie entwickelt sich im essverhalten gerade selber und ist da ganz anders wie ihre eltern!