Zwischen stolzem Loslassen und innerer Leere

    • (1) 11.12.16 - 21:06

      Einen wunderschönen guten Abend meine lieben Damen, #liebdrueck

      ich dachte ich poste nun auch mal wieder seit langer Zeit etwas ins Forum hier. Tja, was soll ich sagen, wie die Überschrift schon sagt bin ich momentan zwischen "stolzem Loslassen und innerer Leere". Ein Kind nach dem anderen geht seinen eigenen Weg und verlässt so langsam aber sicher das Haus.

      Wenn ich mit jemandem darüber rede dann höre ich ständig "Du kannst stolz sein", "genieße den Freiraum", "du hast jetzt alle Zeit der Welt für Hobbys und Bekanntschaften", "all das was du 27 Jahre zurück gesteckt hast"... #augen

      Wem geht es auch so?
      Wie habt ihr diese "Krise" überwunden?

      Schlaf gut und einen guten Start in die neue Woche! #winke#herzlich

      • Da wo du bist komme ich erst in 20 Jahren hin... Meine Mama fand die erste Zeit ohne mich im Haus auch schwierig. Sie fand den Mut mit mir darüber zu reden und das Tat ihr gut.

        Wir hatten feste Rituale eingebaut. Immer mittwochs gab's essen bei mir Zuhause und sonntags Frühstück bei ihr. Das war total schön. Jetzt ist sie Oma und die kleine bringt ordentlich Wind ins Haus. Bei mehreren Kindern geht das wohl nicht so einfach aber vielleicht lässt sich das ein oder andere "ankommen" arrangieren. Ansonsten hat meine Mama tatsächlich erst mal überlegt was sie denn gerne machen wollte, was nicht ging als ich noch daheim war und das hat sie dann auch gemacht.

        Ich wünsche dir alles gute und sieh es als deine Phase durch die du jetzt durch gehst so wie deine Kinder unzählige Phasen durch laufen sind. ;-)

      Hallo
      Meine älteste Tochter ist 19 und seit diesem Sommer im Ausland. In dieser Zeit hat es nur einmal geklappt das wir uns in Person gesehen haben. Klar, es ist komisch. Natürlich ist sie auch schon vorher ihren Weg gegangen aber das ist wohl die "endgültig" Stufe :-p
      Eine innere Leere fühle ich überhaupt nicht, ich freue mich sehr darüber das sie glücklich ist und ihren Weg wohl gefunden hat.
      Ein Teil des Lebens deiner Kinder wirst du immer bleiben, je nach Lebensphase sieht das einfach nur unterschiedlich aus. Es ist normal und völlig ok in den alten Zeiten zu schwelgen aber es ist genau so wichtig auch selbst weiter zu gehen. Sich dazu aufzuraffen ist sicher nicht immer leicht aber es ist wichtig.

      Wie hast du die letzten Jahre verbracht? Hast du gearbeitet, hattest du Hobbys, was hast du für dich gemacht ,...? Wenn du dich als eigener Mensch die letzten Jahre "vernachlässigt" hast, würde es mich nicht wundern wenn es dir jetzt schwerfällt wenn du eben nicht mehr in dem gleichen Maß wie früher gebraucht wirst.

      LG

    • hallo,
      dein post klingt so, als käme er aus regensburg ;-)!
      meine kinder sind 11, 9 und fast 3 und ich lasse sie alle 3 stets ein stück los :-). es ist eine fantastische zeit - aber wir haben auch schon schöne pläne, wenn die kids ausgezogen sind, viele reisen z.b. :-). von daher: nein, eine leere kommt da (hoffentlich) nicht auf, jede phase hat schöne seiten.
      vg

      • Ein blick auf die Visitenkarte beweist denke ich genau das Gegenteil.;-)

        @TE
        Meine sind fast 18 bald 17 und 9 Jahre alt. Noch sind alle im Haus und auch ich mache mir Gedanken. Einerseits froh wenn sie ihren eigenen Weg gehen was mehr Freiheit für mich bedeutet und trauer weil ein Lebensabschnitt vorbeigeht.

        Ich denke das ist wie bei allen Familiendingen man wächst mit seiner Aufgabe. Sind sie noch klein hat man sorgen ob man alles Richtig macht und das Gefühl man könne es nicht schaffen. Auch in der Pubertät komme ich selber immer wieder an Grenzen von denen ich dachte die gibt es nicht oder ich schaffe diese Aufgabe nicht.
        Aber es geht vorwärts mal besser mal schlechter. Und auch du wirst diese "leere" mit neuen Aufgaben füllen.

        Und ein gemeinsames Frühstück alle 14 Tage oder mit jedem einzelnen Kind am Sonntag wie es eine Vorschreiberin vorgeschlagen hat finde ich toll.

        Ich selbst fahre auch einmal die Woche zu meiner Mutter immer Montags und telefonieren tun wir Mo-Fr. Wir sind ein bisserl verückt#schein

    Hallo

    die von dir beschriebene Krise hatte ich nicht.Davor schützt mich wohl meine späte Mutterschaft ( ich bin 60 ) und die Tatsache ,dass meine beiden jüngeren "Kinder " ( 19 und 21 ) noch zu Hause wohnen.
    Als meine Älteste vor 10 Jahren auszog, saß ich aber auch schon mal heulend in ihrem Zimmer.#hicks
    Der Stolz gewann aber rasch die Oberhand und es waren ja noch zwei da.
    Richtig mitreden kann ich also immer noch nicht.
    In Zeiten von WhatsApp, Skype ist die Verbindung ja auch viel enger.Man erlebt all die Reisen, Auslandspraktika etc. quasi mit.
    Vielleicht zieht das letzte Kind aus , wenn ich Oma werde.
    Für einige wohl eine gruselige Vorstellung, für mich nicht.:-)
    In unserem Haus ist immer noch viel Leben und darüber freue ich mich.
    Nächsten Sommer kommt auch unsere französische Schülerin wieder für mindestens drei Wochen und dann stehen hier wieder einige junge Männer regelmäßig auf der Matte #rofl

    Je älter ich werde, um so wohltuender empfinde ich die jungen Leute um mich herum.
    Einen Auszubildenden haben wir auch noch fast täglich im Haus.Jedes zweite Wochenende verbringt der Freund meiner Jüngsten hier.
    Junge Erwachsene kommen und gehen wie sie wollen, wir haben aber immer einen für Haus und Katze hier, wenn wir verreisen.
    Nachzuholen gibt es für mich als späte Mutter auch nichts.Vor der Familiengründung hatte ich 12 wilde Jahre um mich aus zu toben und nur das zu machen was ich wollte.
    Abgesehen davon mache ich auch jetzt was ich will.

    Wenn dieses Haus mal irgendwann leer ist, bin ich wahrscheinlich auch wirklich ruhe bedürftig (er ). Ich nehme es wie es kommt.

    Du wirst dich schon gewöhnen und langfristig werden es durch die Partner der Kinder auch immer mehr an eurem Tisch.:-)

    L.G.

    Hallo

    ja, da sagst Du was!

    Als unser Sohn (der Erstgeborene) damals zu seiner Freundin zog, 40km weg von uns, habe ich mindestens ein halbes Jahr jedes Mal geheult wie ein Schlosshund wenn er bzw. sie wieder "heim"gefahren sind...

    Nach 1,5 Jahren war die Beziehung beendet, da habe ich ebenfalls geheult - er zog wieder bei uns ein und hat sich bei Mama ausgeheult und ich leidende Mutter mit;-)

    Dann zog unsere Tochter wegen Ihrer Ausbildung aus - Sohn wieder ein, Tochter aus - wieder war mir elendig zumute. Elendig deshalb, weil sie sich auf unseren Rat hin ein WG Zimmer nahm, damit sie nicht morgens um 5.00 Uhr schon durch die Gegend juckeln musste, um pünktlich zu Dienstbeginn auf der Arbeit sein. Und um stattdessen eine knappe Stunde länger schlafen zu können... doch es war schrecklich dort...
    Die WG war die reinste Hölle - keine Ruhe, dreckig, ständig plünderten, weil sie zu faul waren, einkaufen zu gehen, ihren Kühlschrank wenn sie arbeiten war. Die Mitbewohner haben nur Party gemacht, wenn sie um Ruhe bat, bekam sie dumme Antworten in Form von: dann lern nicht, feier mit, etc. p.p.
    Die Ausbildung zur Krankenschwester war leider nicht vom chilligen Studieralltag der Teilzeitstudieren der WG geprägt... Sie musste Dienst schieben und anschließend lernen; man kennt das ja.
    Nach einem Jahr genervt sein und Hoffnung auf Besserung zog sie wieder bei uns ein, somit waren wieder beide Kinder daheim.

    Dann zog sie ein halbes Jahr später wieder aus, mit ihrem Freund in eine gemeinsame Wohnung.
    Unser Sohn hatte zwischenzeitlich eine neue Freundin, war am Wochenende oft weg und mein Mann und ich genossen es, mal Zeit nur für uns zu haben, auf niemanden mehr Rücksicht nehmen zu müssen, weil einer lernt, der andere will ausschlafen...

    Mittlerweile suchen Sohn und Freundin, die beide hier in der Einliegerwohnung leben, eine eigene Wohnung - und ich ertappe mich immer öfter dabei, dass ich froh bin, wenn Kind und potenzielles Schwiegerkind aus dem Haus sind.
    Ich will nicht mehr Rücksicht nehmen müssen, möchte endlich wieder schalten und walten wie und wann ich möchte.

    Wir genießen immer die Zeit, wenn die beiden im Urlaub sind und wir hier unser Reich komplett für uns haben!

    Ich denke, irgendwann kommt einfach der Zeitpunkt, da ist es höchste Eisenbahn, dass die Kinder aus dem Haus gehen.
    Genauso wie der Zeitpunkt kommt, da man mit der Familienplanung abgeschlossen hat, weil man sich nicht mehr vorstellen kann, aufs Neue durchwachte Nächte zu haben und volle Windeln zu wechseln.

    Aber es ist doch eine ganze Zeit lang ein komisches Gefühl - das Nest ist nun leer.
    Viele Mütter fallen tatsächlich genau dann in ein tiefes Loch, für das Therapeuten einen Namen haben
    Empty Nest Syndrom

    Ich glaube das trifft es genau: man ist wahnsinnig stolz, dass die Kinder dank der Erziehung nun so sellbständig auf eigenen Beinen stehen wollen und können, andererseits bleibt man Mutter und das Kind bleibt Kind, auch wenn es erwachsen ist. Es fällt so schwer sie ziehen zu lassen...
    Aber im günstigsten Falle haben wir ihnen doch allen Wurzeln UND Flügel gegeben, so dass die enge Bindung nicht abreißt und sie jederzeit wieder heimfliegen werden!

    LG

(11) 12.12.16 - 19:16

Hallo ,

ich stecke gerade kurz vor "überwinden" - und ich denke, es sind die Kleinigkeiten , die es einfach ausmachen....

Die älteren Kinder werden immer selbstständiger, und mein Mann und ich finden uns als Paar wieder mehr, neu...das ist sehr, sehr schön im Moment....

Ich freue mich definitiv darauf, ohne gefühlte 1000 Koffer mit 1 Mio. Sachen in den Urlaub zu fahren und so etwas, ich freue mich darauf, beim Shoppen auch mal was für mich einzukaufen , und die riesen Haufen (Bügel)wäsche und Wocheneinkäufe werde ich definitiv auch nicht vermissen....

GlG,

Lulu

(12) 12.12.16 - 20:44

Hallo!

Wir sind seit nun knapp 10 Monaten wieder Herren im eigenen Haus und genießen das sehr.

Allerdings ist seither auch noch keine Ruhe eingekehrt bei uns, da wir seit Monaten unser Haus sanieren und renovieren. Wenn das vorbei ist, stehen wir vielleicht da und merken erst mal so richtig, dass es jetzt "ernst" wird.

Trotzdem kann ich schon sagen, was ich nicht so schön finde: unsere Kinder sind teilweise ganz schön weit weg und wenn eines davon krank ist oder sich schlecht fühlt, dann kann man mal nicht eben ins Zimmer gehen und einen Tee kochen und eine Umarmung bieten. Da muss ich mich schon noch dran gewöhnen.

Außerdem merken wir, dass mein Sohn (der war bis zuletzt bei uns im Haus) ganz schön viel im Haushalt mitgeholfen hat, das war uns so gar nicht bewusst, ehrlich gesagt #schwitz, jetzt muss ich wieder alleine die Wäsche zusammenlegen, immer mit dem Hund gehen und mein Mann muss immer die Spülmaschine ausräumen und immer den Müll rausbringen.
Ganz schön lästig, wenn die Haussklaven das Haus verlassen #rofl

Aber toll ist, dass man einfach frei jede Entscheidung für sich treffen kann, dass man nicht am Wochenende mittags einen völlig verpennten Teenager in Jogginghosen schlecht gelaunt am Tisch sitzen hat, nachts nicht plötzlich die Haustür aufgeht und 4 junge Leute noch in der offenen Küche anfangen Rührei mit Speck zu braten ("lassen Sie sich von uns nicht stören, wir sind gleich wieder bei xx im Zimmer") und toll ist auch, dass man endlich wieder zwanglos Sex haben kann ohne sich zu fragen, ob ein Teenager peinlich berührt irgendwas mitbekommt!

Also: bisher überwiegen die Vorteile!

Trotzdem freu ich mich wie verrückt auf jeden unserer Kinder, der/die zu Besuch kommt#herzlich

LG liki

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