Kommt da noch was?

Es gibt Zeiten im Leben, da fällt eine Bilanz ernüchternd aus und die eigenen Möglichkeiten erscheinen immer begrenzter. Wie geht man mit diesem Gefühl um? Hier verstehen jedenfalls viele, wovon die Rede ist:
Ein Tipp vom urbia Team

    • (1) 15.01.17 - 17:06

      Hallo,

      ich befinde mich seit ein paar Tagen in einer Art "Lebenskrise", die mich oft sehr nachdenklich und manchmal auch wahnsinnig traurig stimmt.

      In meinem Leben ist viel passiert, das so weder geplant noch gewünscht war, einige sehr unschöne Dinge sind uns widerfahren und - ganz allgemein gesagt - sehe ich mich nun an einem Punkt, der die Frage aufwirft: Kommt da wohl noch was?

      Im Grunde bin ich ein durchaus positiver Mensch, der gelernt hat, viel auszuhalten.

      Momentan jedoch würde ich mir so sehr ein wenig Glück wünschen...

      Einen Partner zum Beispiel, der mich auch mal liebevoll trägt und mit dem ich den Alltag teilen kann.

      Mal keine finanziellen Sorgen haben.

      Gesundheitliche Stabilität.

      Ich bin für das, was ich habe, sehr dankbar. Bisher ging es in allen Situationen, auch in den Schlimmsten, immer irgendwie weiter.

      Aber nun bin ich 42, und die Wahrscheinlichkeit, dass sich mein Leben grundlegend ändert, geht gen Null.

      Gestern hatte ich so einen Tag, an dem ich viel geweint habe, weil mir klar war, dass ich so, wie es jetzt ist, wahrscheinlich bis ins hohe Alter leben werde.

      Ich selbst kann an der momentanen Situation nicht viel ändern...

      Vielleicht ist genau das der Punkt, der mir so zu schaffen macht.

      Außerdem hasse ich es, zu jammern und kann mich in diesen Momenten selbst nicht leiden.

      Kennt ihr dieses Gefühl? Falls ja, wie kommt man da wieder raus?

      LG,
      Tajeetah

      • Hallo Tajeetah,

        fühle dich zunächst mal herzlich gedrückt. Mir geht es ähnlich. Richtig überwunden habe ich die Phase noch nicht, aber es geht besser. Krisen hat jeder Mal, aber ich empfinde die Krise in der Lebensmittel schon als sehr gravierend. Ich habe so das Gefühl es gibt eine erste Abrechnung und die erste Bilanz wird gezogen. Und natürlich plötzlich die riesige Frage, wie es jetzt weitergeht. Aber eben auch die große Chance noch mal etwas grundlegend zu ändern, auch wenn es vielleicht nur die eigene Haltung zu den Dingen ist.

        Ich habe meine Krise im Übrigen einfach akzeptiert und bin auch ein wenig in Selbstmitleid versunken. #schein (Kann das sonst nicht so leiden.) Aktuell versuche ich mich auf die für mich wichtigen Sachen einzulassen und mich darum zu kümmern. Ich schaue ganz aktiv, was mir wirklich etwas gibt und mich glücklich macht. Dabei versuche ich auch meinen Blickwinkel zu ändern.

        Zu deiner konkreten Situation kann ich dir natürlich nichts raten, aber vielleicht ist doch mehr möglich, als du jetzt denkst. Ne Freundin von mir hat zum Beispiel letztes Jahr mit 43 ihr Studium begonnen. #huepf Auch nach einer Lebenskrise. Im www findest du sicher einige Tipps. Kommt halt ein wenig darauf an, wie du so tickst. ;-)

        Viele Grüße

        Katharina

      Hallo

      <<<Aber nun bin ich 42, und die Wahrscheinlichkeit, dass sich mein Leben grundlegend ändert, geht gen Null.<<

      Wirklich nicht.

      Mit 42 war mein Leben an einem Tiefpunkt angelangt.Extrem schlechte Ehe, drei kleine Kinder ( das Jüngste gerade mal ein Jahr alt ),Ich sah zunächst keine Handlungsmöglichkeit.
      Für mich absolut ungewohnt und eine Katastrophe.

      Genau 10 Jahre später habe ich wieder geheiratet.
      Dazwischen lagen einige seelische Kraftakte,Wunden lecken und viele dunkle Stunden.

      Gib bloß nicht auf.Deine allerbesten Jahre kommen erst noch.

      #klee

      Alles wird gut, irgendwann........

      L.G.

      • Danke besonders für deinen Beitrag.
        Genau dieses Gefühl macht(e) mir so zu schaffen: keinen Handlungsspielraum zu sehen.
        Lebensumstände, auf die ich keinen Einfluss habe und die sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ändern werden.

        Aber wie gesagt, heute ist es besser.

        Vielleicht war diese Phase einfach nötig... für was auch immer.

        LG,
        Tajeetah

        • Wenn du aus diesem Tal mal endgültig heraus krabbelt bist ,wirst du dich stärker fühlen.
          Zögere nicht falls nötig , fachliche Hilfe zu holen.
          Seit dieser üblen Zeit habe ich nur noch vor Krankheit ( meiner Familie ) Angst.
          Du wirst das Gefühl bekommen,letztendlich doch immer auf die Füße zu fallen.:-)Und falls nicht, weißt du , dass du aufstehst.

          Das ist ein sehr beruhigendes Gefühl.

          #klee

          • Wie hast Du denn die Kurve bekommen bzw. welche fachliche oder persönliche Hilfe war seinerzeit besonders hilfreich (sofern man das verallgemeinern kann)?

            • Schwierig hier zu posten ohne Darstellung der besonderen Umstände,

              ich würde sagen:
              1. teurer, versierter Anwalt
              2. verständnisvolle Richter
              3.Familienberatungstelle, Verfahrenspfleger, Mediatorin und Jugendamt ( allerdings erst nach Umzug )
              4. Familien-psychologisches Gutachten ( von der Gegenseite gefordert, in meinem Fall sehr hilfreich )
              5. Familie und Freunde
              6. Therapie

    erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt.
    Das hast du in deinem Leben ja schon erfahren.
    So etwas passiert aber auch im positiven Sinn!
    Alles Gute
    Kopf nicht hängen lassen

Solche düsteren Gedanken kenne ich auch und wohl auch in dem einen oder anderen Maße sehr viele andere hier. Wie man da rauskommt? Da gibt es leider kein ultimatives Mittel.
Aber wenn du sagst, dass du im Grunde ein positiver Mensch bist, dann ist das schon mal eine gute Voraussetzung dafür, dass du aus dem Stimmungstief auch wieder rauskommst!

Leider läuft nicht immer alles ganz rund, aber es kommen sicherlich auch wieder bessere Zeiten, und mit 42 schon "aufzugeben" ist Quatsch ;-) Ab und an mal zu jammern ist übrigens auch völlig ok !

Ich wünsch Dir alles Gute und schicke dir positive Kraft, liebe Tajeetah #blume#klee

  • Vielen Dank.

    Aufgegeben habe ich nicht, es war nur ein Moment des Selbstmitleids und des Gefühls, kaum etwas an meinen Lebensumständen ändern zu können, damit es besser wird.

    Ich war des Wartens auf eine positive Veränderung etwas müde, kann man sagen.

    Mittlerweile habe ich wieder zu mir selbst gefunden und hoffe, ich kann das eine Weile fest halten.

    LG,
    Tajeetah

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